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Schlagwort: Singer-/Songwriterin

Tonspur Nr.35: Sarah Weiß „Back to Surface“

Tonspur Nr.35: Sarah Weiß „Back to Surface“

Sarah Weiß "Back to Surface"
Sarah Weiß „Back to Surface“
  • Line
  • Gravity
  • September
  • Vanish
  • Change
  • Skin
  • Love
  • Guardian
  • Her
  • Firefly
  • Please
  • Surfacing

Im Norden der Republik angesiedelt, ist Sarah Weiß eine Singer-Songwriterin, die auf mehreren Ebenen ihre künstlerische Kreativität auslebt. Neben den Aufnahmen ihrer Stücke, die sie unabhängig vertreibt, gestaltet sie auch ihre Cover und schafft damit eine Art Gesamtkunstwerk, dessen Teile bündig ineinander greifen. 

Tatsächlich verweist ihre Webseite auf gleichberechtigte Elemente ihres Schaffes in der Malerei und Musik. 

Es ist ihr zweites Studioalbum aus dem Jahr 2025 ( nach ihrem Erstling „12 months of flying“ aus dem Jahr 2022). In seiner Grundstimmung bietet es ausgereifte, handwerklich versierte und ausgeklügelte Songs, die – mit einer klaren, warmen Stimme – ein hohes Niveau und einen beeindruckenden, melodischen Kenntnisstand vermitteln.

Ihre Liebe zum Detail wird getragen von einer Vielzahl Instrumente, die einen breiten kammermusikalischen Rahmen bieten. Sie selbst bedient dabei hauptsächlich das Klavier und die Gitarre.

In einer fast asketischen Schreibweise beschränken sich die Titel auf ein Wort, und bilden damit Metaphern für die kleinen Auf und Abs ihres Lebens. 

Was sie aber vor allem auszeichnet, ist der hohe Standard der Produktion, der sich in einem stimmigen Zusammenspiel und der Liebe zur Bündigkeit der Songs zeigt. Fast möchte man meinen, dass bei jemand, der gerade zwei Alben bisher vorweisen kann, diese Professionalität überrascht.

Sarah Weiß begegnete mir zum ersten Mal bei einem Konzert in einer Pforzheimer Kirche, in dem sie – reduziert auf die Begleitung durch einen Gitarristen, Teile ihres Repertoires präsentiert. Das ihre Songs wie geschaffen waren für diese Umgebung, der Ruhe und der feierlichen Atmosphäre dieser Location, konnte sie bei diesem Auftritt unter Beweis stellen. 

Mit „Back to Surface“ schuf Sarah Weiß ein vielseitiges Album, dessen Produktion eine ausdrucksstarke Künstlerin zu einem überraschenden Level führte. Vergewissert man sich, dass sie dieses auch live hält, dann weiß man, dass da noch was kommen wird.

Externe Links:

Sarah Weiß Webseite – https://www.sarah-weiss.com

Tonspur Nr. 32: Tom Mess „Ford“

Tonspur Nr. 32: Tom Mess „Ford“

Tom Mess "Ford"
Tom Mess „Ford“
  • Gloria
  • Old Shine
  • Rain
  • Just Hell
  • I want to forget
  • Half empty heart
  • Last round
  • Distillers friendly
  • Good for now
  • Grey and blue
  • Bourbon Hills
  • Weak Knees
  • Almost Done
  • Barmirror

Das Album „Ford“ von Tom Mess stammt aus dem Jahr 2014. Mit einem Blick zurück schlüsselt sich hier die Entwicklung auf, die die Band im Laufe der Jahre gemacht hat. Damals noch stark als Soloprojekt definiert, wurden die Stücke vor allem von der Persönlichkeit des Sängers Thomas Hauf geprägt. Mit seiner rauen und kräftigen Stimme gibt er den Stücken jenen kantigen Charakter, den er beibehalten hat.

Stark orientiert an der amerikanischen Singer- und Songwriter-Tradition sind die Songs transparent instrumentiert. Damit auf ihr Optimum reduziert. 

In ihrer ausgeruhten Erzählweise tauglich für Lagerfeuer und kleine Bühnen. Dabei wechseln sie sich locker ab mit rockigen, elektrisch verstärkten Weisen, die in der Scheune zum wilden Tanz auffordern. Gerne auch in einem Tempo, in dem man das Gaspedal einfach mal runter drückt und die Straße frisst.

Tom Mess legte damit einen Weg fest, den er bis heute weiter verfolgt, der so aber auch sein aktuelles Repertoire tauglich macht für kleine, wie große Locations. Mit „Ford“ lieferte er ein Album ab, das immer noch eine Entdeckung wert ist. In seinem Grundton den kleinen, verschrobenen Storys verpflichtet, suggerierte es schon die breite Leinwand .Den großen Horizont für die Western, die nicht nicht in Hollywood produziert werden, aber die besseren Bilder haben. 

Er zeigte mit „Ford“, das er zu jenen gehört, die die das Genre lieben, aufgesaugt haben, die Authentizität voran stellen und das Ding trotzdem noch so lässig durchziehe . Man könnte die Produktion – würde man nicht sehr genau hinschauen – irgendwo in den Staaten ansiedeln. Als hätte er sein ganzes Leben nichts anderes aufgesaugt, und wollte nun, gereift und aus dem Refugium der harten Gitarren kommend, dem Country die Rundungen abschleifen. 

Wer sich für das weite Spektrum des Americana-Sounds interessierte, sollte sich die Reise durch das Oeuvre von Tom Mess gönnen. Es macht Spaß zu sehen, wie die Dinge reiften, und wie der Enthusiasmus der frühen Jahre zum Sound der letzten Produktion führte.

Externe Links:

Tom Mess (Bandcamp) – https://tommess.bandcamp.com

Tom Mess (Instagram) – https://www.instagram.com/dont_mess_with_tom_mess/

Ankündigung: Suzan Köcher im NUN am 06.03.2025

Ankündigung: Suzan Köcher im NUN am 06.03.2025

Suzane Köcher's Suprafone "In these dying times"-Album
Suzane Köcher’s Suprafone „In these dying times“-Album

Vor einiger Zeit hatte Suzan Köcher’s Suprafon im KOHI gastiert. Wer dabei war, schwärmt heute noch davon. Selbst hatte ich es leider verpasst. Umso mehr freut es mich, dass es eine neue Chance im NUN am 06.03.2026 gibt. Dieses Mal in einer verkleinerten, fast auf den Kern der Band reduzierten Duo-Version.

Suzan Köcher’s Suprafon ist im Namen und Konzept ein Projekt, dass sich an der Ästhetik vergangener Tage anlehnt, ohne den Bezug zu den aktuellen Richtungen zu verlieren. Damit ein Gesamtkunstwerk, dass sich aus tausend Jahre Popkultur nährt, die großen Namen zitiert und daraus etwas ganz Eigenes kreiert. 

Das hat eine Kraft, die es leicht macht ein Bündel Genres in einen Topf zu werfen und Verweise in einer langen Reihe zu nennen. Doch es gehört eine Menge musikalischer Kenntnis dazu all diese Quellen zu nutzen, um damit Songs zu schaffen, deren Leichtigkeit authentisch und originär wirkt. 

Wahrscheinlich aktuell Solingens bekannteste und chancenreichste Band für eine internationale Aufmerksamkeit. So pendelt Suzan Köcher’s Suprafon zwischen den farbenfrohen Tönen des psychedelischen Kulturguts, um eine Atmosphäre zu schaffen, die irgendwo in den mexikanischen Wüsten von dem wilden, urbanen Leben moderner Großstädte erzählt.

Klingt es unvereinbar, wird die Herausforderung angenommen. Das Werk Suzan Köchers ist spannend, und dabei in einer ganz eigenen Welt und verschrobenen Soundtüfteleien angesiedelt, die dem Pop huldigen und den Rock können.

Wenn sie im NUN auftritt, wird sie in der Duo-Version, die Möglichkeit zu einem ruhigen Event mit einem Repertoire haben, dass vor allem ihrer Stimme und den akustischen Instrumenten viel bietet. Das NUN befindet sich damit in der Tradition einiger Videoformate, die sich großer Beliebtheit erfreuen und den beteiligten Bands neue Aspekte abfordern, aber auch zu Entdeckungen einlädt.

Im Falle von Suzan Köcher darf man gespannt sein, gibt es doch bereits auf ihren Alben faszinierend verhaltene Stücke, die in ihrer Erzählweise geradezu geschaffen dafür sind. Suzan Köchers Suprafon darf man sich gerne fett in den Kalender eintragen. Wenn es noch Karten dafür gibt…

Externe Links:

Suzan Köcher’s Suprafone – https://suzankoecher.com

NUN – https://nun.cafe

Lara Hulo (Support: Akryl) im Substage am 12.11.2025

Lara Hulo (Support: Akryl) im Substage am 12.11.2025

Lara Hulo im Substage am 12.11.2025
Lara Hulo im Substage am 12.11.2025

Die Tourankündigung lag fast ein Jahr zurück. Die Karte ploppte fast das ganze Jahr kontinuierlich im Smartphone auf, wenn ich mich in der Nähe des Substages befand. 

Das Substage ist gerade um die Ecke von meiner Wohnung. Daher war das Ticket über Wochen präsent und mein Begleiter. In der Zwischenzeit hat sich viel getan. Lara Hulo hatte wie kaum eine andere KünstlerIn täglich und tapfer daran gearbeitet, ihr Ding zum Laufen zu bringen. 

Dabei war sie unermüdlich, omnipräsent, unglaublich aktiv auf den sozialen Medien und so vielfältig – eigentlich dauerhaft sichtbar. Ich war ziemlich sicher: Die Location wird voll. 

So voll wie befürchtet, war es dann doch nicht. Dennoch zeigte sich –  auf dieser ersten eigenen, größeren Tournee von ihr. – dass sich hier etwas entwickelt hat, was bleiben kann. 

Akryl im Substage als Vorprogramm von Lara Hulo am 12.11.2025
Akryl im Substage als Vorprogramm von Lara Hulo am 12.11.2025

Im Vorprogramm Akryl, eine junge Songwriterin, die – begleitet von ihrem Notebook  – nur mit einer Gitarre ihre Stücke präsentierte. 

Die Band, die in der Regel mit ihr auf Tour ist, blieb daheim. Ein Umstand, der die Stücke zerbrechlich, nahe und energisch präsentierte. Akryl zeigte sich damit sensibel und schwungvoll zugleich. Ihr Texte glichen Skizzen und lyrischen Betrachtungen der Coming-of-Age-Phase. Sie schilderten schmerzhafte und zugleich melancholische Entwicklungen. 

Akryl ist eine beachtenswerte, junge Songwriterin, deren warmer Stimme die deutschen Texte unterstrich. Die die Gratwanderung zwischen Trauer und Aufbruch meisterte, und damit durchaus zum Tanzen aufforderten. Eine Mischung, die Mut und Energie bedarf, aber auch zeigt, was sich daraus entwickeln kann.

Lara Hulo im Substage am 12.11.2025
Lara Hulo im Substage am 12.11.2025

So zurückhaltend und eher ruhig der Auftritt Akryls war, so enthusiastisch startete Lara Hulo mit ihrer Begleitband. Umgeben von einem kräftigen Bass, Keyboard und Schlagzeug bekam sie den Rückhalt, der ihr und ihren Songs guttat. Kraftvoll, energisch, trotz Erkältung und Aspirin C präsentiert sich eine der begabtesten Sängerinnen, die aktuell im Social Media-Bereich vertreten sind. 

Ihre Songs sind zu Hymnen geworden, entschlossene Statements, die gerne mitgesungen werden. Frustrationen, Wut und Trotz vermischen sich dabei mit Trauer, unerfüllter Liebe und Sehnsucht. Immer begleitet von einführenden Statements, kleinen Anekdoten und Geschichten, die Mut machen sollen, die Nähe beweisen, und gefeiert werden.

Lara Hulo schreibt Songs, die sich anfühlen, als würden sie schon ewig zu den Begleitern gehören.. Sie schafft es dabei, Klischees zu umgehen und Strukturen zu ihren eigenen zu machen, die bekannt und vertraut scheinen. 

Der Sound blieb dabei klar, transparent, die Stimme und ihr Gesang herausragend und unverkennbar persönlich. Lara Hulo beherrscht die Balance zwischen Spott, Hohn, Trotz und einer  fragilen Verletzlichkeit, die sie befähigt Liebeslieder zu schreiben, auf die so viele gewartet haben. Die Kommunikation mit ihrem Publikum fiel ihr erstaunlich leicht, irgendeine mögliche Distanz war schon mit den ersten Strophen verschwunden. Keine Chance eine solche aufzubauen, und so fand sie sich plötzlich zwischen allen wieder, und sang am anderen Ende, am Tonpult weiter. 

Es zeichnet sie aus, und belohnt ihren Mut, dass sie keine Sorge hat Vicky Leandros wieder zu Ehren kommen zu lassen („Ich liebe das Leben“) und ohne Berührungsängste zum Teil ihrer Show zu machen. Was erstaunlich gut funktionierte. Sich nahtlos ins Programm einfügte.

Lara Hulo bewies, dass sie die Kraft und das Ziel hat, die Hürden zu nehmen, eine Tournee zu meistern, und man darf gespannt sein, wie es weiter geht. Und es wird weiter gehen.

Externe Links:

Lara Hulo – Instagram : https://www.instagram.com/larahulo/?hl=de

Akryl – Instagram: https://www.instagram.com/akrylmusik/?hl=de

Substage – https://substage.de