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Schlagwort: Tonspuren

Tonspur Nr. 36: Park Walker „The Extra Mile“

Tonspur Nr. 36: Park Walker „The Extra Mile“

Park Walker - The extra Mile
Park Walker – The extra Mile
  • Open Sea
  • Bill Gates
  • Heavy Hearts
  • Strong Stuff
  • Harbours
  • Pour la vie
  • Summer
  • Swarm of Birds
  • Truly

Auf ihren Konzerten zeigen sie Videos mit Wanderungen in einer Berglandschaft. Suggerieren damit Weite und die Ruhe, die in der Natur liegen kann.

„The Extra Mile“ präsentiert sich daher auch als kraftvolles Statement, dass wie ein gezähmtes Biest die Landschaft zurück erobern will. Relaxt in den schönsten Momenten, aber mit all der Wucht, die in den Muskeln lauert.

Park Walker schlendern mit den heimlichen Hymnen durch ein Refugium, dass kultiviert und mit tiefen Wurzeln von einer großen Liebe zur Natur zeugt. Man lässt sich Zeit, das Schlagzeug unterstreicht betont rührig die Stärken und wirkt verhalten in seiner treibenden Kraft. Das hat sehr viel für die großen Bühnen – vor allem mit diesem gewaltigen Klang, die orchestrale Faszination, die gewagten (und gekonnten) Einsätze eines Flügelhorns, aber auch die Duette mit der Sängerin Nadja Mingirulli

Park Walker haben mit „The Extra Mile“ ein Album geschaffen, dass am „Wall of Sound“ werkelt und die Dramatik der langsamen Verzögerung in einem starken Gewand zeigt. Da schleichen sich die Balladen ein, werden unterlegt von dem Sound dreier Gitarren, um wieder zurück zu finden, den Dingen ihre Zeit zu lassen und den Blick auf die Täler und Wieser zu senken, die uns umgeben.

Ein Album fürs Verharren, Mitsingen und Ausklingen lassen. Für jenen Zeitpunkt, wenn alle noch mal stumm zusammensitzen, sich in die Augen sehen und den Tag Revue passieren lassen. 

Park Walker laden dazu ein, die Strecke nochmal zu gehen, sich das zu gönnen, dabei auf die Details zu achten und die Schönheit des Augenblicks zu schätzen.

Externe Links:

Park Walker (Webseite) – http://www.parkwalker.de

Park Walker (Instagram ) – https://www.instagram.com/anytimeparkwalker

Park Walker (Facebook) – https://www.facebook.com/anytimeparkwalker

Park Walker (Bandcamp) – https://parkwalker.bandcamp.com/music

Tonspur Nr.35: Sarah Weiß „Back to Surface“

Tonspur Nr.35: Sarah Weiß „Back to Surface“

Sarah Weiß "Back to Surface"
Sarah Weiß „Back to Surface“
  • Line
  • Gravity
  • September
  • Vanish
  • Change
  • Skin
  • Love
  • Guardian
  • Her
  • Firefly
  • Please
  • Surfacing

Im Norden der Republik angesiedelt, ist Sarah Weiß eine Singer-Songwriterin, die auf mehreren Ebenen ihre künstlerische Kreativität auslebt. Neben den Aufnahmen ihrer Stücke, die sie unabhängig vertreibt, gestaltet sie auch ihre Cover und schafft damit eine Art Gesamtkunstwerk, dessen Teile bündig ineinander greifen. 

Tatsächlich verweist ihre Webseite auf gleichberechtigte Elemente ihres Schaffes in der Malerei und Musik. 

Es ist ihr zweites Studioalbum aus dem Jahr 2025 ( nach ihrem Erstling „12 months of flying“ aus dem Jahr 2022). In seiner Grundstimmung bietet es ausgereifte, handwerklich versierte und ausgeklügelte Songs, die – mit einer klaren, warmen Stimme – ein hohes Niveau und einen beeindruckenden, melodischen Kenntnisstand vermitteln.

Ihre Liebe zum Detail wird getragen von einer Vielzahl Instrumente, die einen breiten kammermusikalischen Rahmen bieten. Sie selbst bedient dabei hauptsächlich das Klavier und die Gitarre.

In einer fast asketischen Schreibweise beschränken sich die Titel auf ein Wort, und bilden damit Metaphern für die kleinen Auf und Abs ihres Lebens. 

Was sie aber vor allem auszeichnet, ist der hohe Standard der Produktion, der sich in einem stimmigen Zusammenspiel und der Liebe zur Bündigkeit der Songs zeigt. Fast möchte man meinen, dass bei jemand, der gerade zwei Alben bisher vorweisen kann, diese Professionalität überrascht.

Sarah Weiß begegnete mir zum ersten Mal bei einem Konzert in einer Pforzheimer Kirche, in dem sie – reduziert auf die Begleitung durch einen Gitarristen, Teile ihres Repertoires präsentiert. Das ihre Songs wie geschaffen waren für diese Umgebung, der Ruhe und der feierlichen Atmosphäre dieser Location, konnte sie bei diesem Auftritt unter Beweis stellen. 

Mit „Back to Surface“ schuf Sarah Weiß ein vielseitiges Album, dessen Produktion eine ausdrucksstarke Künstlerin zu einem überraschenden Level führte. Vergewissert man sich, dass sie dieses auch live hält, dann weiß man, dass da noch was kommen wird.

Externe Links:

Sarah Weiß Webseite – https://www.sarah-weiss.com

Tonspur Nr. 31: Tom Mess „Pretty Messed“

Tonspur Nr. 31: Tom Mess „Pretty Messed“

Tom Mess - Pretty Messed
Tom Mess – Pretty Messed
  • Chord Sherpa
  • Nothin’ Gold
  • Out of the Blue
  • This Trap
  • Troubled Head
  • Cast in Conrecte
  • Liquor Hand
  • Turn on a Dime
  • `bout leavin`
  • Two Sparks

Wenn die Legende stimmt, dann spielte Tom Mess vor vielen Jahren mal Hardcore/Punk mit der Band Madstateworld. Davon wird man in den aktuellen Veröffentlichungen nichts mehr finden. Mittlerweile ist Tom Mess ein sehr authentischer Vertreter der Americana Richtung. Americana steht hier im besten Sinne für jene Richtung, die sich bemüht die gemeinsamen Wurzeln der Countrymusik wieder zu beleben. Jene Mixture, die klare Bezüge zum amerikanischen Folk, aber auch den Nebenlinien aus dem ursprünglichen Blues des Südens hat.

Auf „Pretty Messed“ hört man dann auch genau die kraftvolle Mischung, die zu seinem Markenzeichen wurde. Ehrlich, handgemacht, geradeaus vorwärts, aber melancholisch genug, wenn es sein muss. Mit all den Bildern, die von Wüste, Staub und Straße erzählen. 

Tom Mess hat dabei die Stimme – und das Songwriting – die Stücke auf den Punkt zu bringen. Als ob er in einem vergessenen Dorf, am Rande der Appalachen aufgewachsen wäre, klingen seine Songs nach Benzin, verschneiten Bergen, und langen Ausritten. Da sieht man die Jungs mit den engen Jeans an den Tankstellen und die endlosen Wege durch die Nationalparks. 

Eine Reise, die mit „Pretty Messed“ bestimmt nicht ihren Abschluss gefunden hat, aber einen ihrer Höhepunkte.  Gäbe es in Deutschland eine Welle wie in den skandinavischen Ländern, wäre er einer der bekanntesten Vertreter. Dort feiert momentan „Nordicana“, eine Variante sehr ursprünglicher Countrysongs so große Erfolge, dass man deren MusikerInnen bereits nach Amerika einlädt.

Tom Mess scheut sich nicht vor der sentimentalen, berührenden Weise der Richtung, setzt die Pedal-Steel-Guitar gerne ein, auch das Duett mit einer weiblichen Stimme, und erreicht dadurch aber genau jenen Punkt der Seele, der den Stoff liebt, ihn feiert und immer mal wieder hervor holen wird.

So rund wie das Album ist, so bündig es klingt,  und so zielgerichtet und klar, wie es versucht die ehrlichste, kantigste Seite des Genres zu verkörpern, so gerne landet es immer wieder auf dem Spieler. Weil es einfach funktioniert und zu den besten Sachen gehört, die wir hier in der Region haben. 

Tom Mess - Pretty Messed
Tom Mess – Pretty Messed

Externe Links:

Bandcamp – https://tommess.bandcamp.com

Instagram – https://www.instagram.com/dont_mess_with_tom_mess/

Änderungen auf jazznrhythm.com (Part II): Features und Tonspuren

Änderungen auf jazznrhythm.com (Part II): Features und Tonspuren

Diskografie von TOM MESS (Symbolfoto für eine der Bands, die als erstes Betrachtet werden)
Diskografie von TOM MESS (Symbolfoto für eine der Bands, die als erstes Betrachtet werden)

Im Zusammenhang mit dem Karlsruher Archiv werden sich einige Themen auf jazznrhythm.com wieder in den Vordergrund drängen. In der Vergangenheit wurden die Vinyl-Reviews in der Kategorie Tonspur veröffentlicht.  

Tonspur wird weiterhin ein besonderer Teil von jazznrhythm.com bleiben, der leider zugunsten der Konzert-Reviews etwas in den Hintergrund geraten ist. Das wird sich ändern, fortan soll Tonspur einen wichtigen, gleichwertigen Anteil neben den Konzert Reviews bekommen.

Das heißt konkret: In der Woche werden voraussichtlich 3 Vinyl-Besprechungen neben den Berichterstattungen über die Events zu finden sein. In der Regel sollten diese Schallplatten-Rezensionen 300 Wörter umfassen, und damit etwas kürzer als andere Beiträge sein.

Im Idealfall – wenn alles klappt – können sie von einigen kurzen Hinweisen, Features, Artikel und Verweise auf das Archiv begleitet werden. Das heißt auch: Es sollen bei den Tonspuren – nicht nur, aber mehrheitlich – Künstler aus der Region besprochen werden.

Die Features, die damit verbunden sind, sollen einen weiteren Blick auf die Kreativen werfen, und eventuell zusätzliche Informationen enthalten.

Möglicherweise braucht es dazu Mithilfe und Material derjenigen, die besprochen werden. Kann also sein, dass ich mich mit Fragen an die Bands und MusikerInnen wende. Vielleicht auch Interviewwünsche, möglicherweise in transkribierter oder Podcast-Form.

Der Hintergrund ist: Das Karlsruher Archiv birgt momentan weit über 1000 Abbildungen. Diese sind in Form von Fotos, Plakaten, Tickets, und ähnlichen Dingen bereits verfügbar und zu finden. Was allerdings fehlt, dass sind Texte, Hintergründe, Anekdoten und Verweise.

Also Material und Geschichten von Bandmitgliedern, Aktive und ZeitzeugInnen.  Dazu gibt es die Kommentarfunktion, aber natürlich auch das persönliche Gespräch, Hinweise per Mail oder Messenger.

Die bisherigen Tonspuren, die sich eher mit überregionalen Künstlern und Themen beschäftigen sind hier zu finden:

(Erstaunlicherweise gibt es keine Nummer 29. Ich überlege verzweifelt, wohin die verschwunden ist)