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Schlagwort: Daria Schirmer

Frau Lehmann (Support: Hier wohnt Rosilein) am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum

Frau Lehmann (Support: Hier wohnt Rosilein) am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum

Frau Lehmann (Support: Hier wohnt Rosilein) am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum
Frau Lehmann (Support: Hier wohnt Rosilein) am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum

Sie selbst nennen es „Lyrisches Akkordeongemetzel“. Wenn Hier wohnt Rosilein die Bühne betreten ist vieles, wahrscheinlich nahezu alles, möglich. Laura Eigbrecht am Akkordeon und Daria Schirmer für den Gesang und was sonst noch zählt. Percussion, rätselhafte elektronische Spielereien, Drumcomputer – im Zweifel bringen die Beiden in ihren Stücken wahrscheinlich alles unter, was sich findet.

Hier wohnt Rosilein zeigt sich auch im KOHI als ein Duo, das in dieser Form sich der Einordnung entzieht, aber trotzdem einer Tradition verpflichtet ist. Am ehesten erinnerte ihr Auftritt an die große Zeit der deutschen Kabaretts. Jene Zeit, als die Mischung aus Schlager, Polka und anarchistischem Witz mit viel Gespür für die bösen Feinheiten, eine Freiheit nutzten, die man nur auf diesen Bühnenbretter antreffen konnte.

Hier wohnt Rosilein am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum
Hier wohnt Rosilein am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum

Das reizte zum Mittanzen und – singen, das vereinnahmt das Publikum, aber präsentierte auch zwei vielseitige Musikerinnen, die sich quer durch die Genres arbeiten, ein eigenes, selbstgeschriebenes Repertoire haben, und zwischendrin auch mal „Toxic“ von Britney Spears covern konnten. Alles gewandelt, mit der richtigen Portion Frechheit und Sangeskunst von Daria, aber auch dem virtuosen Akkordeonspiel von Laura. Es gibt wahrlich wenig, vor dem sie zurückschrecken würden, daher fanden sich Anspielungen, Klangzitate und der Humor der frühen NDW-Jahre ebenso in ihren Werken, wie ein unerschütterliche Wille zur richtigen Botschaft in gleissenden Verpackungen. 

Hier wohnt Rosilein am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum
Hier wohnt Rosilein am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum

In Kombination mit Frau Lehmann, deren Vorgruppe sie darstellten, zeigte sich mal wieder die Fähigkeit des KOHI Abende zu kreieren, die in all der Unterschiedlichkeit Gemeinsamkeiten schaffen.

Frau Lehmann (Support: Hier wohnt Rosilein) am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum
Frau Lehmann (Support: Hier wohnt Rosilein) am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum

 Geradeaus, deutschsprachig, und lakonisch genug, um lässig die Wahrheiten des Alltags heraus zu singen, übernahmen Frau Lehmann kraftvoll die Bühne. Drei Gitarren, Schlagzeug, der Gesang durch Fiona Lehmann selbst, mehr brauchte es nicht, um der Melange aus Power Pop, Punk-Attitude und klassischem Gitarrenrock Raum zu verschaffen.

Dazwischen blieb Platz für trockene Melancholie, poetischen Bildern, die in kargen Worten Zustände beschreiben, die wir alle kennen. 

Also die Großstadtgeschichten, die unterlegt mit wilden hymnischen Einleitungen, in aller Ernsthaftigkeit dargeboten werden, und mit rasanten Drums zum wilden Tanz auffordern. Genug Pop um zu vereinen, genug rotzfreche Herangehensweise, um zum Pogo aufzufordern. 

Frau Lehmann (Support: Hier wohnt Rosilein) am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum
Frau Lehmann (Support: Hier wohnt Rosilein) am 26.09.2026 im KOHI, Kulturraum

Frau Lehmann gingen die Themen konkret an, zeigten sich zum Lärm bereit und auf die ruhigen Töne gefasst. Eine Band, die ein ausgesprochen gutes Gefühl für Spannung, Tempo und Lärm aufwiesen. Spätestens in der Zugabe, in der sie der Rückkopplung frönten, die Saiten malträtierten, die Effekte koppelten und alles in einem Exzess zusammen mischten, war im besten Sinne klar: Sie können auch anders.  

Bis dahin erlebte man eine Band, die in klaren, wohlgesetzten Worten einer Lyrik entsprachen, die sich an die großen und kleinen Gefühle wagten. Und das alles mit Wucht und großem Sound. Eine gewisse Sperrigkeit als Konzept der Vereinnahmung. Damit muss man erstmal klarkommen. Frau Lehmann zeigten, das es geht. Energisches Vorankommen mit einem guten Beat. Sollte man beobachten und wieder besuchen. 

Externe Links:

Hier wohnt Rosilein – https://www.instagram.com/hierwohntrosilein/

Frau Lehmann – https://www.instagram.com/gruppefraulehmann/?hl=de

KOHI – https://kohi.de

„Hier wohnt Rosilein“ im Linden’s Irish Pub am 21.12.2025

„Hier wohnt Rosilein“ im Linden’s Irish Pub am 21.12.2025

Hier wohnt Rosilein im Linden's Irish Pub am 21.12.2025
Hier wohnt Rosilein im Linden’s Irish Pub am 21.12.2025

Wäre ja vieles möglich gewesen. Komplett eingeschneit. Von Stürmen umtost. Vom Frost verriegelt. 

Und was noch alles. 

Aber alles hätte funktioniert. Irgendwie.

Das Jahresabschlusskonzert im Linden’s Irish Pub mit „Hier wohnt Rosilein“ ist schon eine nahezu familiäre Tradition. Am Rande der Hektik, wenn es ausklingen sollte – aber eben immer noch am 4. Advent – durften alle ihre Blockflöten, Stimmen, Texte und andere Instrumente mitbringen. 

Sie betonten mehrmals, das sei nicht ihr eigentliches Konzertprogramm, hätten auch wenig geprobt, und so ein bißchen Anarchie war fortan dabei. Die Zugabe kam zuerst. Der Rest in spontaner, aus dem Hut gezogener Abfolge. Aber bot der Phantasie genug Raum für alles, was möglich war.

Angekündigt als interaktives Konzert, war das Publikum aufgefordert, Wunschtitel, Texte und Karaoke-Beiträge ein zu bringen. Viel Platz für manches, aber auch für erstaunliche, charmante Improvisationskunst, die Hürden vermied, Hänger nicht aufkommen ließ und selbst englischsprachige Buchtexte – wild herausgegriffen – stimmgewaltig interpretierte. 

Daria Schirmer und Laura Eigbrecht liessen ein Konzept wie Chaos wirken. Um dann daraus ein Programm zu formen, dass ihr Publikum fesselte, einband und zu einem Teil des Chors wandelte.

Fast folgerichtig war der Einstieg einer spontanen Besucherin aus Lettland. Sie kam schnell mit der Geige, spielte drei Weihnachtslieder , und verschwand danach wie Schneewittchen.

„Hier wohnt Rosilein“ nennen, das was sie machen, ein lyrisches Akkordeongemetzel. Sie bewegen sich dabei in der Tradition des Kabaretts, der Kneipengesänge und den wilden Momenten der Volksmusik.

Beeindruckend vor allem wegen der gut ausgebildeten Stimme Darias, aber auch Lauras kenntnisreichen Akkordeonspiel. Da war kein Zurückschrecken vor Anforderungen, ungewöhnlichen Musikwünschen, traditionellen Klassikern, oder den Schlagern, die wir alle lieben. 

Sie sind frech, ausdrucks- und meinungsstark, vertreten die richtige Positionen.  Haben die Hymnen, die alle brauchen und machen das mit einem Instrumentarium, das sowohl durcheinander gewürfelt, wie bescheiden wirkt.

Die richtige Mischung aus Guggemusik, Lokalrunde, dem Biss des Varietes, aber auch mit einem verflixt hohen Kenntnisstand in der Kunst des Musizieren und der Nutzung der Stimme. Flösste Respekt ein. Vor allem in der offensichtlichen Lässigkeit der Darbietung.

„Hier wohnt Rosilein“ gehören damit zu jenen, kleinen Bands, die irgendwo auftauchen und viel zu spannend sind, um sie zu verpassen. 

Und wahrscheinlich überall spielen können. Weil es dann doch so wenig braucht. Ohne Verstärker, umringt von den richtigen Leuten, entfalteten sie eine erstaunliche Kraft an Witz und Humor. Alles getragen von einer beeindruckenden Angstfreiheit und vor allem guter Laune.

Das macht Spaß, das bindet ein, ist vielfältig, bunt und divers, rund und authentisch. 

„Hier wohnt Rosilein“ treten am 13.Februar mit ihrem regulären Programm im Cafe Noir im P8 auf. Notieren. Vorbeischauen. Eigentlich Pflicht.

Externe Links:

Hier wohnt Rosilein – https://www.instagram.com/hierwohntrosilein/

Lindens Irish Pub – https://www.instagram.com/lindensirishpub/?hl=de