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Schlagwort: Concert

Liv Solveig ( mit David Erekul und Mathilde Vendramin & WIM als Support) im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026

Liv Solveig ( mit David Erekul und Mathilde Vendramin & WIM als Support) im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026

Liv Solveig ( mit David Erekul und Mathilde Vendramin & WIM als Support) im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026
Liv Solveig ( mit David Erekul und Mathilde Vendramin & WIM als Support) im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026

Mit dem Tollhaus verbindet sie einiges, mit der Hochschule für Musik noch etwas mehr, und überhaupt ist Liv Solveig anzumerken, dass hinter ihrem Können eine ganzen Menge Erfahrung und Wissen steckt.

Es ist noch gar nicht so lange her, als sie mit dem Vereinsheim noch in einer Gastrolle das Tollhaus besuchte. Im Gepäck damals einige neue Songs, ihre Geige und eine erinnerungswürdige Präsenz.

Die aktuelle Tour stellt sie ihr neues Album „Everything I didn’t say“ vor . Sie hatte als Unterstützung sowohl zwei MusikerInnen mitgebracht, die es wert sind im Gedächtnis zu behalten, als auch die Singer-/Songwriterin WIM, die den ersten Teil des Abends bestritt. 

Mit WIM stellte sich die Hamburgerin Nina Müller am Keyboard als charmante und einehmende Interpretin ihrer deutschsprachigen Songs vor, die stilsicher in Wort und Ton die Anwesenden erreichten. Kleine Betrachtungen auf dem Piano, mit viel Gefühl, einem Gespür für runde Melodien und die richtigen Akzente für eine überraschende Eingängigkeit. 

WIM im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026
WIM im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026

Das nötigte allen ihr Erstaunen ab, und führte zu begeistertem Beifall. Scheinbar lässig meisterte sie die Hürde der unbekannten Interpretin aus dem Vorprogramm, um einen Sympathiewert zu bekommen, der sie fortan begleiten könnte.

Das die Auswahl der Mitreisenden gut kuratiert war, mag  auch daran liegen, dass man Liv Solveig  unterstellen möchte, ein gutes Auge für Talente und MusikerInnen mit Potential zu haben. So war der Keyboarder David Erekul schließlich jener, der fließend zwischen den Tasten und den Drumsticks hin und her wechselte, und die Cellistin Mathilde Vendramin bewies auch bei spontanen Improvisation und langen Instrumentalpassagen eine Vielseitigkeit, die ihresgleichen sucht.  Und das alles bei Beiden, mit dem Gefühl, als wären ihnen die Passagen auf den Leib geschrieben.

Liv Solveig ( mit David Erekul und Mathilde Vendramin & WIM als Support) im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026
Liv Solveig ( mit David Erekul und Mathilde Vendramin & WIM als Support) im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026

Überhaupt ist der Ausgleich zwischen den gesanglichen Leistungen und ihrem Geigenspiel, also dem instrumentalen Part, in einer Art und Weise in Liv Solveigs Stücken vorhanden, dass diese Anteile von ebenbürtiger Wichtigkeit angesehen werden können. 

So sang sie – mittlerweile – problemlos ihre deutschen und englischen Texten, aber wurde genauso mit einem ausschweifenden, virtuosen Spiel zu einer Meisterin ihres Streichinstrumentes, das im Duettt mit dem Cello den richtigen Gegenpart fand. 

Da wuchsen die einzelnen Songs des Albums zu kleinen, kammermusikalischen Interpretationen, und der Abend zu einem Ereignis, das es verdient hätte als eigene Live-Aufnahme zu existieren.

Liv Solveig gehört zu jenen Singer-/Songwriterinnen, deren breites Wissen über das, wie ein Lied konzipiert und gestaltet werden kann, ein Variantenreichtum erlaubt, das selten so kurzweilig erlebbar ist. In Zitaten und experimentellen Verweisen, werden Genregrenzen schwer, aber manches tanzbar, und selbst ein norwegisches Lied passte da noch in die Zugabe.

Liv Solveig ( mit David Erekul und Mathilde Vendramin & WIM als Support) im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026
Liv Solveig ( mit David Erekul und Mathilde Vendramin & WIM als Support) im Tollhaus, Karlsruhe am 17.05.2026

Die Freude über die Musik, und der Spaß in der Kommunikation mit dem Publikum war ihr anzumerken. Auch bei der freimütigen Fortführung eines nicht endend wollenden Choruses. 

Die Bezeichnung Singer-/Songwriterin mag im Nachhinein nicht passend erscheinen, da die instrumentalen Spielereien eine erfahrene Komponistin zeigten. Aber man muss es erlebt haben, um zu erfahren, wie sehr alles zusammen wirkt, und nachhaltiges Konzert ergibt.

Externe Links:

Liv Solveig – https://livsolveig.com

WIM – https://www.wimslieder.de

Mathilde Vendramin – https://mathildevendramin.com

David Erekul – https://www.daviderekul.de

The Stamps im NUN, Kulturraum am 16.05.2026

The Stamps im NUN, Kulturraum am 16.05.2026

The Stamps im NUN, Kulturraum am 16.05.2026
The Stamps im NUN, Kulturraum am 16.05.2026

Die erste Europatournee, das zweite Konzert in Deutschland und dann ein volles Haus im NUN. The Stamps schafften es die Räumlichkeiten in der Oststadt zu füllen und zu begeistern. Drei junge Frauen, die vor allem mit ihren Stimmen brillierten, brachten eingängige Songs mit, kamen aus Australien und begaben sich in die Gefilde, die zwischen Folk und Indie-Pop wohlklingenden Chorgesang boten.

Das NUN ist bekannt für seine stille Atmosphäre, einem zurückhaltenden, aber dankbaren Publikum und damit der Möglichkeit vor allem für akustische Konzerte eine Basis zu geben. Bis auf eine Gitarre, 3 Stomp Boards und einem Schellenring, verzichteten sie auf weitere Instrumente. Eine mutige Reduktion, aber vor allem ein Charakteristikum ihrer Stücke.

Allein mit ihrem Gesang, der abwechselnd, und in verschiedenen Tonlagen, auch im Kanon, funktionierte, boten sie eine Spannbreite an Melodien, die die Anwesenden honorierten. Scarlett Graham, Rubina Bertolini und Sofia Hourani brachten eine Sammlung Singles mit, die vor allem von den gesanglichen Arrangements lebten. 

Offenbarten sie doch einen Charme und ein Harmonieverständnis, das problemlos die Herzen eroberte. Die Unterschiede zwischen den Bühnenerfahrungen in ihrer Heimat und der hiesigen Tour zeigten sich in der Art und Weise, wie das Publikum hierzulande agierte, honorierte und die Künstlerinnen zum weiterspielen aufforderte. 

The Stamps im NUN, Kulturraum am 16.05.2026
The Stamps im NUN, Kulturraum am 16.05.2026

Für sie ungewöhnlich, waren sie doch gewohnt, dass es zu „Encore“ oder „One more Song“-Rufen kommt, wenn eine Zugabe gefordert wird. Es ist jedoch in Deutschland eher so, dass man rhythmisch und fordernd klatscht. In einer Anekdote erzählten sie, dass sie gar nicht wußten, wie sie das werten sollten. Und daher zuerst verwirrt waren.

Im NUN gaben sie zwei Zugaben. Und wäre es nach den Zuhörenden gegangen, hätte der Abend nicht enden müssen. Sollte dieses eine Feuerprobe gewesen sein, dann hatten sie sie bestanden.

Mit The Stamps befindet sich eine junge, australische Band auf dem Weg durch Europa, die in ihrem Verständnis für gut gefeilte, sauber abgestimmtes Liedgut einen stimmigen Pfad eingeschlagen haben. In den Lyrics mit den Themen ihrer Generation verbunden, wagten sie sich auch an einen Klassiker (Candy) , meisterten diesen gekonnt und bewiesen dadurch, dass sie ihn mühelos in ihr Programm transportieren konnten. Als wäre es ein Stück von ihnen. 

The Stamps merkt man ihre Freundschaft und Liebe zur gemeinsamen Musik an. Die Stücke basieren auf ihre Erlebnisse, entstanden zusammen, doch trotzdem abwechselnd, und waren geprägt von ihren Einsätzen und Gesangsparts, sowie der unterschiedlichen tonalen Ausdrucksfähigkeit, die sich beeindruckend ergänzte. 

Für einen Samstagabend die richtige Mischung aus schwungvoller, rhythmischer Leichtigkeit und melodiösen Geschichten über die sehnsuchtsvolle Liebe. Von einem ausverkauften Haus zeugte auch, dass dieses in den Gefühlen der Anwesenden auf die richtige Stimmung traf und zu einem guten Abend wurde. Für das zweite Konzert in diesem Lande war das erstaunlich viel, vollkommen gelungen und ein Einstieg in eine kleine, beachtenswerte Tournee.

The Stamps im NUN, Kulturraum am 16.05.2026
The Stamps im NUN, Kulturraum am 16.05.2026

Externe Links:

The Stamps – Instagram – https://www.instagram.com/thestampsofficial/

The Stamps – Website – https://stamps-land.com

NUN – https://nun.cafe

Song-Slam Contest (mit Paula Höll)im KOHI am 13.05.2026

Song-Slam Contest (mit Paula Höll)im KOHI am 13.05.2026

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Tembeh und Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger)
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Tembeh und Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger)

Während der Eurovision Song Contest in großen Schritten anrollt, die Plakate und Events allerorten davon zeugen, und die Bedeutung der Musik im Gewirr aus Politik und Gemeinsamkeit erzählen will, sind es oftmals die kleinen Veranstaltungsorte, die mit einem liebenswerten Charme die Vorarbeiten für die großen Leidenschaften erzeugen.

Es ist nicht zu unterschätzen, was eine ModeratorIn wie Paula Höll leisten, wenn sie mit fröhlichen Leichtigkeit durch ein Programm führt, das gebündelt und straff erstaunliche Talente anbietet. Das KOHI gehört schon immer zu jenen Orten, in denen ein Freiraum für viele Dinge geschaffen wird. Ausstellungen, Lesungen, politische Diskussionen, Poetry- und Song-Slams können hier stattfinden. 

Ein Song-Slam ist nur in erster Linie ein Wettbewerb. Im Grunde jedoch ist es eine Bühne, die jungen KünstlerInnen eine Chance bietet in mehreren Runden, eigene Werke zu präsentieren. Sieben Minuten sollte die Performance nicht überschreiten, die Instrumentierung ist dabei weitgehend freigestellt, das Genre darf so phantasievoll oder traditionell wie möglich sein.

Das ist der Rahmen, in dem das Publikum bewerten darf. Einige – eher zufällig – Ausgewählte betätigen sich als Jury, in dem sie Tafel mit Wertungen hochheben, andere klatschen, jubeln, feiern ihre Favoriten. Und damit wären die Regel beschrieben. Gefeiert werden sowieso alle, die Auswahl fällt schwer, denn diejenigen, die auf der Bühne stehen, hätten den Preis alle verdient. Was schon viel über die Qualität der ganzen Show aussagt.

Denn es ist eine Show. Wenn Paula Höll durch den Abend leitet, mit der Ukulele zur Einstimmung und Überbrückung selbst etwas musikalisch darbietet, dann ist klar: Es geht darum zueinander zu finden, Fan zu werden und Tipps zu erhalten. Alle werden in Worten gedrückt, gelobt, im Applaus gewürdigt und gefeiert für ihren Mut sich einfach mal den Bewertungen zu stellen. Denn darum soll es ja gehen, die Künste und Community zu stärken, gemeinsam einen schönen Abend zu erleben und den Songs Gehör zu verschaffen.

So lernte man die Erste Unsichere Verallgemeinerung kennen, ein junger Singer-Songwriter, der mit handfestem Folk-Punk engagiertes Liedgut entschlossen vortrug, den Witz nicht vergass und nur mit seiner Gitarre ausgestattet zeigte, dass Ehrlichkeit, eine klare Haltung und Aufbegehren zusammenpasst. Jemand, dem man anmerkt, wie er es in raueren Umgebungen und so manchen Straßen mit eigenen Stücken zum rocken bringen kann. Punktgenau und klar formuliert in der Botschaft, griffig im Rhythmus, trocken im Humor. 

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Der ersten unsicheren Verallgemeinerung)
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Der ersten unsicheren Verallgemeinerung)

Felix Ferenz, ebenfalls nur mit Gitarre und Stimme, präsentierte sich ungleich sanfter mit versöhnlichen Songs, die humorvoll auch Details aus seinem Alltag aufgriffen. So verarbeitete er amüsante Anekdoten aus dem Kindermund der anvertrauten Menschen, die ihm in seinem Berufsleben als Erzieher begegnen. Das war lehrreich, spaßig, mit einem nachdenklichen Unterton und einer sympathischen Präsentation.

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Felix Ferenz)
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Felix Ferenz)

Am Keyboard saß Isaac Bankart. Englische Wurzeln, die sicherlich auch seinen feinen Humor geprägt haben, spielte er wunderbare kleine Geschichten vor, die in Spannung und Aufbau sehr poppige Attribute einpflegten und zum Mitsingen vorzüglich geeignet waren. Das war in Dramatik und Intonation durchaus variantenreich – und, wie bei allen, zeigte sich auch bei ihm ein hohes Niveau und Können.

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Isaac Bankart)
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Isaac Bankart)

Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger präsentierte sich als Wortkünstler. Jemand der, in seinen Details und Verweisen, sowohl am Keyboard wie später bei einer improvisierten Ukulele-Spielerei, vielschichtig und in schönen Metaphern, Namen einfliessen ließ, die die richtigen Punkte berührten. Das machte er mit einem beindruckenden Gefühl für ruhige Melodien und akzentuierter Lyrik. 

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger  )
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger )

Die Endrunde, die zwischen zwei Kandidaten die letzte Hürde bildete, bestand aus einem aktuell, schnell verfassten Stück, dass fünf zufällige Wörter enthielt, die das Publikum in den Ring warf. Tretmülleimer, Friedrich Merz, Zweihörnchen, Kuddelmuddel gehörten dazu, ein weiteres ist mir entfallen. Lukas und Tembeh meisterten es mit Bravour, so dass die Entscheidung schwer fiel. 

Zuletzt entschied man sich, knapp, aber mit großem Applaus, dann für Tembeh. Eine junge SongwriterIn aus Südafrika, die zum Einen mit der Gitarre, zum Anderen mit dem Keyboard ihre Werke darbot. 

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Tembeh  )
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Tembeh )

Tembehs Kompositionen erwiesen sich als ausgereift, tauglich für den gemeinsamen Chorus und in ihren Melodien auf dem schmalen Grat einer transparenten Fragilität und einem guten Gefühl für Eingängigkeit. Sowohl in ihren mitgebrachten Werken, wie auch in der Skizze, die sie aufgrund der Begriffe nutzte, behielt sie eine sympathische Leichtigkeit bei, die die Anwesenden auf ihre Seite zog. 

Alle Beteiligten bewiesen mit ihrer Freude und ihrem Spaß, dass es mehr davon braucht. Von Ihnen und solchen Shows. Als Talentschmiede sind sie unerlässlich. Mit Paula Höll meistert das jemand, die ihr Herzblut und Begeisterung in den Ring wirft, um alle damit anzustecken. Nur zu empfehlen.

Externe Links:

Paula Höllhttps://www.instagram.com/paula.hoell/

Tembehhttps://tembeh.world/

Lukas Mi-Sa Nguyễn Eggerhttps://www.instagram.com/_lukasmisa_/

Erste Unsichere Verallgemeinerung https://www.instagram.com/euv161/

Felix Ferenz https://www.youtube.com/@sabberlatz9540

Isaac Bankart https://www.instagram.com/isaacbankart/

KOHI – https://kohi.de/

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026
N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

Alles scheint so einfach und doch steckt viel Liebe im Detail dahinter. Die Wohnzimmerkonzerte im Tollhaus sind ein Projekt, das ausschließlich von den Auszubildenden des Tollhauses auf die Beine gestellt wird. Dabei werden sie von Jahrgang zu Jahrgang weitertransportiert, und erfreuen sich schon seit einer Weile einer geschätzten Tradition. 

2026 wurde das rein musikalische Konzept erweitert. Es geht nicht mehr ausschließlich um Artists, die etwas vortragen, sondern bietet nun auch Platz für junge, bildende KünstlerInnen, die innerhalb des Tollhauses ihre Werke präsentieren. 

Vieles ist anders als gewohnt, aber das gehört zum Charme der Veranstaltung. Die Theke ist geschlossen, Getränke gibt es auf Vertrauensbasis aus einem Kühlschrank. Man holt sie sich selbst, zahlt in eine bereitgestellte Kasse. Überhaupt: Die Reihe ist für das Publikum ausgesprochen günstig, kostet der Eintritt doch gerade mal 5 Euro. Bietet damit also auch für ein junges Publikum einen bezahlbaren Anlaufpunkt. Denn darum geht es: Regionalen Kreativen eine Plattform zu schaffen, die sie bekannt macht, aber auch eine Chance gibt, sich auf unbekanntes einzulassen.

Nicht die üblichen Bühnen werden hier bespielt, sondern das Foyer auf Seiten des großen Saals wird genutzt, um in ein Wohnzimmer umgestaltet zu werden. Dazu gehören Sessel, Kissen, Sofas, Wände, Lampen und viele kleine Details, wie Teppiche, um der Räumlichkeit einen ganz anderen Charakter zu geben. 

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026
N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

Aber auch um eine intime Atmosphäre zu schaffen, die zum Chillen und Verharren einlädt. Nichts muss, alles kann. Somit sind es relaxte, zurückgelehnte, kleine Konzerte. Die sind mittlerweile für aufgeschlossenen Audience als Events bekannt. 

Also wurde ein Venue geschaffen, das zum einen dazu dient, den Azubis eine Möglichkeit für eigene Kreativität und Gestaltungsmöglichkeiten zu finden, aber gleichzeitig auch als Herausforderung dienen kann, das Ding einfach mal zum Laufen zu bringen.

Was sich in erster Linie atmosphärisch nur für Singer-/Songwriter anzubieten scheint, kann – und das bewies N O A – auch für die Lyrikkünstlerinnen aus dem Rap-Lager eine gute Adresse sein. Zusammen mit Magdalena Huonker wußten sie den Raum und Abend zu nutzen. Magdalena Huonker als Schöpferin verschiedener Skulpturen und Zeichnungen, die ganz bewußt mit den Sehgewohnheiten und scheinbaren Begrenzungen des Materials und der Themen brechen wollen –  N O A mit einer Reise durch ihre Entwicklung.

Vom Ambiente vergleichbar mit Unplugged-Konzerte, die in einer ähnlichen Konstellation stattfinden, diente hier ein Notebook für die Beats, während N O A mit Präsenz und Reim überzeugte. 

Hier hatte sich etwas getan. Mit Erklärungen und zeitlichen Einordnungen führte sie durch die verschlungenen Pfade der Entstehung ihrer Texte. Und schon bald zeichnete sich ab, der Weg ist nicht immer gerade, aber zielgerichtet.

Die Beats, chronologisch über die Jahre in dem einstündigen Auftritt präsentiert, wurden farbiger, stammten vermehrt aus fruchtbaren Kooperationen und führten weitere Akzente in ihre Stücke ein. Sie wurden lässiger, die Texte intensiver, kamen näher, aber auch der Dancefloor wurde bespielt. 

Und als noch Fubi als Gastact auftauchte, im Duett unterstützte, verwandelte sich das kleine Wohnzimmer fast in einen intimen Club. Da waren die Moves, die Armbewegungen, die mitgesungenen Refrains und alles stimmig genug, um zu beweisen, das es funktioniert.

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026
N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

So zeigte das kleine Wohnzimmerkonzert das es Potential für mehr hat. Kann viel, macht viel und Genregrenzen braucht es nicht. N O A schaffte es locker, etwas da hinein zu verlagern, was dann trotzdem lehrreich und authentisch daher kam. 

Externe Links:

N O A – Instagram – https://www.instagram.com/noabc_/

N O A – Soundcloud – https://soundcloud.com/noa-250601379

FUBI – Instagram – https://www.instagram.com/fubi_schr/

Magdalena Huonker – Instagram – https://www.instagram.com/magdalenahuonker/

Wohnzimmerkonzerte – https://www.instagram.com/wohnzimmerkonzerte_tollhaus/

Tollhaus – https://www.tollhaus.de