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Schlagwort: Tollhaus

FILO im Wohnzimmerkonzert, Tollhaus am 31.03.2026

FILO im Wohnzimmerkonzert, Tollhaus am 31.03.2026

FILO beim Wohnzimmerkonzert im Tollhaus am 31.03.2026
FILO beim Wohnzimmerkonzert im Tollhaus am 31.03.2026

Mit den Wohnzimmerkonzerten hatte das Tollhaus eine Reihe aufgelegt, die aus dem üblichen Programm bewusst heraussticht. Sie findet einerseits nicht auf den Bühnen des Veranstaltungsortes statt, aber geht auch in der Präsentation und im Design andere Wege. 

In der Verantwortlichkeit legt das Tollhaus diese Konzerte ganz bewußt in die Hände der dort beschäftigten Azubis. Diese reichen sie traditionell an die folgenden Jahrgänge weiter, so dass im Laufe der Zeit etwas entstanden ist, was einen ganz eigenen Konzert-Charakter hervorgebracht hat.

Diese Events fallen in der Gestaltung und Durchführung aus dem bekannten Rahmen. Die Räumlichkeiten werden umgestaltet, die auftretenden Künstler erscheinen dabei in einem Ambiente, das tatsächlich eher einem Wohnzimmer gleicht, und das anwesende Publikum hat die Möglichkeit dafür Sessel und anderes Polstermobiliar, sowie Kissen als Sitzplätze zu nutzen.

Atmosphärisch in einem heimeligen Kokon angesiedelt, entwickeln diese kleinen Musik-Aufführungen einen Sympathiewert, der mehr wie eine Feierlichkeit im vertrauten Freundeskreis, als wie ein kommerzielles Konzert wirkt.

Einen Getränkeausschank gibt es nicht, dafür holt man sich selbst seine Flaschen aus eine bereit gestellten Kühlschrank und bezahlt wird über eine offene Kasse. Ebenso gibt es die Möglichkeit am Ausgang eine Spende zu geben, die fortan ähnliche Konzerte ermöglicht. Denn die Wohnzimmerkonzert sind günstig, 5 Euro ist der Eintritt. Deswegen nicht weniger liebevoll und mit sehr viel Sinn fürs Detail gestaltet.

So werden Lampen neben Topfpflanzen aufgestellt, der Hintergrund für die MusikerInnen gleicht einer Tapete, und seit Neuestem bietet sich das Ambiente auch für gestaltende KünstlerInnen an.

Anna Stitz, eine Karlsruher Künstlerin, stellte in diesem Rahmen ihre abstrakten, vielschichtigen Gemälde aus und präsentierte damit ihr Werk einem interessierten Publikum. Eine Option, die sicherlich auch in Zukunft eine gute Chance für weitere Kreative darstellen kann.

Die Auszubildenden des Tollhauses zeigten, dass dieses Konzept zukunfts- und ausbaufähig ist, aber auch, dass es von den Innovationen der kommenden Generationen lebt und gute Chancen hat spannend zu bleiben.

Mit FILO stellten sich ein junges Duo vor, das – bestehend aus den MusikerInnen Ophelia (Gitarre) und Francis (Keyboard) – vornehmlich eigene Interpretationen bekannter Songs darboten. 

Mit dem Sound des Pianos und der Gitarre, sowie dem Gesang, gelangen ihnen dabei Varianten der Klassiker von Seal, Tina Turner, Alanis Morissette, sowie Wheatus. Diese in einem neuen Gewand zu erleben, machte einen Teil der Faszination aus. 

Reduziert und fast zugeschnitten auf die Location, überzeugten sie mit ihren Stimmen, die sie geschickt im harmonischen Duett und Wechselspiel zur Betonung der Passagen nutzten. 

FILO beim Wohnzimmerkonzert im Tollhaus am 31.03.2026
FILO beim Wohnzimmerkonzert im Tollhaus am 31.03.2026

So gewagt – zum Beispiel – die Annäherung an „Valerie“ von Amy Winehouse erscheinen mochte, so gut meisterten sie die möglichen Klimmen, und überzeugten in der eingesetzten Stimmlage.

Überhaupt bot das vorgetragene Programm mit de Komposition der Gitarristin eine Überraschung. So dass man sie gerne ermutigen möchte, auf diesem Weg weiter zu gehen, ihren Songs eine Chance zu geben, und hier eine Richtung einzuschlagen, die Potential hat.

Das Wohnzimmerkonzert mit FILO zeigt, worin die Stärken des Konzeptes liegen. Bot es doch einen geschützten Rahmen für sehr junge und neue Bands, aber auch für Ideen, die in diesem Zusammenhang entstehen können. Beiden, den Veranstaltern und auch den MusikerInnen, ist zu wünsche, dass es bestehen bleibt, sie weiterhin viel Erfolg hat und man sich unbedingt wieder sieht.

Externe Links:

FILO – https://www.instagram.com/filo.blue/

Wohnzimmerkonzerte – https://www.instagram.com/wohnzimmerkonzerte_tollhaus/

Anna Stitz – https://www.instagram.com/anna.stitz/

Ankündigung: Die Grandbrothers im Tollhaus, 02.03.2026

Ankündigung: Die Grandbrothers im Tollhaus, 02.03.2026

Auszug aus der Diskographie der Grandbrothers
Auszug aus der Diskographie der Grandbrothers

Es muss, wenn ich das richtig recherchiert habe, im Jahr 2017 auf dem „Heidelberger Frühling“ gewesen sein, als ich den Grandbrothers zum ersten Mal begegnete. Der „Heidelberger Frühling“ ist ein renommiertes Klassikfestival, das an verschiedenen Festivalorten innerhalb der Stadt begangen wird.

Für Kenner ist es eine Bündelung großartiger KünstlerInnen aus allen Bereichen der Klassik, die innerhalb eines kurzen Zeitraums hervorragende, meist in ihrer Form einmaligen Konzerte geben. Es kommt dabei zu ungewöhnlichen Kombinationen. Dient aber auch für junge Künstlerinnen gerne als Sprungbrett, sich einem größeren Publikum  zu stellen.

Dass der „Heidelberger Frühling“ als Bühne für MusikerInnen aus den Randbereichen und Erneuerungen des Genres dienen kann, bewiesen sie mit einem Auftritt der Grandbrothers in der Halle 02

Die Halle 02 ist in Heidelberg, neben dem Karlstorbahnhof, eine der experimentierfreudigsten Spielstätten, und bot sich nach ihrem Umbau – im Rahmen der Bahnstadtsanierung – als Platform für die jüngere Sparte des Festivals an.

Wenn ich mich richtig erinnere, entstand zu diesem Zeitpunkt gerade das erste Album der Grandbrothers, und so waren sowohl die Tickets günstig, aber auch das Publikum weitgehend unvorbereitet auf das was die beiden Musiker boten.

Sie gingen dabei entschlossen neue Wege. Auf der Bühne ein Piano und ansonsten diverse elektronische Instrumente, nutzten sie sowohl analoge Wege der Klangerzeug, wie auch digitale. Dabei schrecken sie nicht vor ungewöhnlichen Spielweisen und Bedienungen des klassischen Tasteninstrumentes zurück. Erzeugen damit aber einen ganz eigene Kompositionen, die in dieser Form gerne der Neoclassic zugeordnet werden.

Nun ist die Neoclassic ein viel geliebter Begriff, der verwendet wird, wenn MusikerInnen Grenzüberschreitungen wagen, aber eigentlich in der Tradition der Klassik ausgebildet sind und ein Herz für eigene Interpretationen haben. Wie auch bei Meredith Monk oder Moondog zeichnen sich solche Bezeichnungen nicht als treffend aus, sondern können maximal einen Weg weisen, wie man sich ihrer Musik annähern kann. Der Grad zum Jazz in seiner aktuellsten Form, wie auch der Bezug zur Popmusik ist ebenfalls gegeben.

Die Grandbrothers bewegen sich gekonnt auf einem ausgesprochen harmonischen und spannenden Pfad zwischen Electronic, akustischer Ausreizung des Pianos und der Zusammenarbeit mit Remixern. So sind ihre Aufnahmen tauglich für zurückgelehnte Stunden, jedoch auch für den Club. Es macht Spaß sich in den Details ihres Spiels zu verlieren. Die Offenheit für die Szene und ihre Freude an einem guten Einsatz des Drumcomputers lässt auch Raum für aufregende Momente.

Sie sind damit eine Generation, die in der Minimalmusik geschult, und vom Dancefloor beeinflusst, eine Neugier in ihre Musik einfliessen lassen, die ihre Konzerte zu schwer wiederholbaren Events werden lässt. Große Empfehlung, denn so oft kommen sie gar nicht mehr in die Nähe. Mittlerweile sind recht spektakuläre Auftrittsorte auf ihrem Plan, und damit ist es eines der Konzerthighlights in diesem Jahr.

Externe Links:

Grandbrothers – https://www.grandbrothersmusic.com

Tollhaus – https://www.tollhaus.de

Triosence im Tollhaus am 7.12.2025

Triosence im Tollhaus am 7.12.2025

Triosence im Tollhaus am 07.12.2025
Triosence im Tollhaus am 07.12.2025

In ungewohnter Umgebung zeigte sich Triosence am 7.12.2025 im Tollhaus. Nach all den Jahren, in denen sie an den verschiedensten Orten in Karlsruhe gespielt hatten – und dabei ihr Publikum eroberten – fand sich die Musiker nun in dem kleinen Saal der Kulturstätte wieder.

Triosence sind akribische, detailfreudige Instrumentalisten, die mit einer überschäumenden Spielfreude eigentlich im Jazz angesiedelt sind, aber durchaus andere Genres bis hin zur Neo-Classic einfließen lassen. Das machen sie mit einem Verve und einer Nonchalance, die den Abend zu einem einzigartigen Event gestalten. 

Ihr Können aus der 26jährigen Bandgeschichte offenbart eine Harmonie und einen Zusammenhalt, der das Fundament ihrer Partnerschaft, aber auch ein punktgenaues Spiel erlaubt. Triosence sind akkurate Handwerker, verspielte Musiker und im Kleinen wie Großem mit einer verschmitzten Experimentierfreude unterwegs.

Triosence im Tollhaus am 07.12.2025
Triosence im Tollhaus am 07.12.2025

Angereichert mit Anekdoten des Komponisten und Pianospielers Bernhard Schüler, stellte die Band – unterstützt von dem Bassisten Omar Rodriguez Calvo und dem Drummer und Percussionisten Tobias Schulte – ihr neues Album „Stories of Life“ vor. 

Dabei zeigten sie wieder einmal ein einfühlsames, dennoch swingendes, faszinierend groovendes und differenziertes Werk. Dabei war ganz offensichtlich, dass dem ein Fundament aus Erfahrung und fruchtbarerer gegenseitigen Beeinflussung zugrunde liegt. Denn es gehen – und darauf legten sie Wert-  den Stücken Prozesse der Diskussion und der internen Kritik voraus, die es allen ermöglichen ihren Fähigkeiten eine Bühne zu bieten.

So nutzte Tobias Schulte ein Sammelsurium aus knisternden, raschelnden Percussioninstrumente. Er bespielte sie in allen möglichen Varianten, um sie dann mit allem – was ihm zur Verfügung steht –  ganz überraschend zum Klingen brachte. Während Bernhard Schüler das Piano in gleitenden, verlierenden, aber auch gewaltigen Tönen, sowie an den Saiten gezupft und gestrichen, spielte. 

Dem Reichtum an Möglichkeiten folgte Omar Rodriguez Calvo problemlos. Mit geradezu zarter Vehemenz vermochte er dem Swing, den klassischen Jazz, die wilden Jahre in kurzen Zitaten zu beleben, und den Werken einen Drive zu geben, der viel Raum für Einflüsse und kunstvollen Fahrwassern ließ.

Triosence im Tollhaus am 07.12.2025
Triosence im Tollhaus am 07.12.2025

Triosence gehören seit Jahren zu den schwungvollsten und gleichzeitig berührendensten Jazz-Trios, die sich als Grenzgänger betätigten und ihre Nummern wieder mal humorvoll, gespickt mit kleinen Geschichten und Erzählungen vortrugen. Im Gesamtkonzept bündig, konnten sie auf eine Diskographie zurückgreifen, die zwar homogen mit den Coverbildern des Onkels von Bernhard Schüler eine Galerie schmücken mag, aber in der Vielseitigkeit der Komposition für eine lebendigen, farbigen Abend voll den verschiedensten Elementen stand.

Wie die Documenta in Kassel der Stadt zu einem Namen verhalf, so ist das Jazz-Verständnis von Triosence in ihrer Heimatstadt begründet und trägt ihren Ruf durch die Konzerthallen und Clubs der Region. Im Tollhaus führte Triosence zu einer Atmosphäre, die zwischen aufgeregtem Mitwippen und geschlossen Augen schwankte. 

Was wie eine Unvereinbarkeit klingt, gelang der Band innerhalb der einzelnen Kompositionen. Wege und Wanderungen durch musikalische Erzählungen zu gehen, die ein Reichtum an Möglichkeiten und Zitaten bot. 

So klangen vieles heraus, was bekannt und gewohnt nur für Sekunden aufflammte, um zu berühren und ein Lächeln hervor zu zaubern. Triosence offenbarten einen ganz eigenen Humor, der sie und ihr Publikum begleitete und zum Abschluss unwillkürlich zu Standing Ovations führte. 

So das feststand: Alle werden wiederkommen, und ihrem Charme und Können erliegen.

Externe Links:

Triosencehttps://triosence.com

Tollhaushttps://www.tollhaus.de/

Das Vereinsheim im Tollhaus am 2.12.2025

Das Vereinsheim im Tollhaus am 2.12.2025

Das Vereinsheim mit Henny Herz am 02.12.2025 im Tollhaus, Karlsruhe
Das Vereinsheim mit Henny Herz am 02.12.2025 im Tollhaus, Karlsruhe

Eigentlich ein Projekt, dass man Gesamtkunstwerk nennen will. Das Vereinsheim gehört zu jenen Bands, die das Tollhaus zum Wohnzimmer und sich selbst zum Interieur machen. Seit 13 Jahren stellen die Musiker David Maier (Gesang), Nico Schnepf (Keyboards) und der „Visual Artist“ Rouven Eller ein Konzept auf die Beine, dass so ungewöhnlich wie flexibel ist.

Mit ständig wechselnden Gästen gestalten sie, immer zu ähnlichen Zeiten im Frühjahr wie Winter, eine kleine Reihe Konzerte, die sowohl in Mannheim, wie in Karlsruhe, aber auch Mainz, stattfinden. Was sich so unspektakuläre gibt, ist die Zusammenkunft der verschiedensten Musiker, die sich innerhalb kürzester Zeit – quasi von heute auf morgen -auf Arrangements und Spielweisen einigen, die es in dieser Kombination noch nicht gab. Sessions könnten es sein, Events sind es.

Schon im Aufbau, der sich von der regulären Bühne verabschiedet, und die Nähe zum Publikum sucht, unterscheidet sich die Konzertreihe von den üblichen Veranstaltungen. Eingebettet, quasi umgeben von den Menschen, die ihnen beiwohnen, befinden sich die Musiker in deren Mitte. Ausgelegte Teppiche, Lampenschirme, und dazwischen alle Mitglieder sitzend im Kreis – mit dem Rücken zu den Anwesenden – gestalten sie einen Abend, der die intime Atmosphäre zum Programm hat. 

Und dabei erstaunlich beschwingt mit einem satten Groove daherkommen kann.

Die Kombination macht neugierig, die Namen sowieso. Als Gäste waren dieses Mal Tomek Witiak an der Gitarre, David Mette an den Drums, Joel Fonsegriven am Bass, aber auch Bartleby Delicate, ein kraftvoller Singer-Songwriter mit ausdrucksstarker Stimme aus Luxemburg, sowie Henny Herz, eine junge Sängerin, die ihre eigenen Stücke vortrug, anwesend. 

Die charmante Lässigkeit der Präsentation, die David Maier als Gastgeber und Moderator des Abends bewies, ging einher mit dem breiten und fast nostalgischen Sound der Orgel, die Nico Schnepf bediente. So zurückgelehnt die Musiker in ihren Sesseln saßen, und das Publikum in der bestuhlten Halle lauschte – so rhythmisch, geradezu tanzbar konnte es werden. Das waren die coolsten Elemente des Jazz, ebenso vertreten, wie die relaxten Disco-Rhythmen, der frühen Souljahre.  Wo David Mette seine Vielseitigkeit am Schlagzeug bewies, ergänzte ihn Nico Schnepf mit einem verspielten Klang, der die Wärme der frühen Jahre vermitteln konnte.

Die Abende, die das Vereinsheim gestaltet, sind eingepackt in ein visuelles Lichtdesign, dass den kompletten Saal je nach Stimmung ausleuchtet, begleitet – dabei mit Bildern, Symbolen von allen Seiten flutet und ihn dadurch erweitert, begrenzt oder konzentriert. Je nach Song, je nach Farbe, nach Arrangement.

Die SängerInnen wechselten sich ab, hatten vor der ersten Pause jeweils ein Set mit 2-3 Songs, umgeben von einer sanften Art des poetischen Chansons, die humorvoll von David Maier vorgetragen wurde. Ein Spektrum zwischen Sommerregen und Klimakleber, mit viel Sinn fürs Detail und mutigen Ausflügen in alle möglichen musikalischen Anleihen. Hingebungsvoll in der Dramatik, leise und berührend an den ruhigen Stellen mit einer schmunzelnden Ironie im Detail.

Bartleby Delicate hatte dabei die Kraft und Entschlossenheit dem Karlsruher Publikum in Erinnerung zu bleiben. Geradezu klassisch war er – so berichtete er – es gewohnt, seine Aufnahmen zwar mit Band einzuspielen, aber auf der Bühne in der Regel alleine vorzutragen. Um so mehr genoss er die Vielfalt der Möglichkeiten, das versierte Spiel seiner Mitstreiter, und den vollen Umfang eines Sounds, der seinen Songs das richtige Fundament und viel Wirkung gaben. 

Seine melancholischen Rocksongs, die vor allem durch seine stimmliche Interpretation hervorstechen, bewiesen damit eine Qualität, die ein Wiedersehen nicht nur wünschenswert, sondern sicherlich möglich machen. Das Vereinsheim zeigte mit ihm, aber auch mit Henny Herz, und überhaupt allen anwesenden Künstlern einen guten Instinkt für ein gelungenes Zusammenspiel. 

Zugegeben: Henny Herz war sowieso mit ein Grund, das Konzert zu besuchen. Bisher nur bekannt durch ihr letztes Album, war ich gespannt auf ihren Auftritt. Das Vereinsheim schuf ihren Stücken dichte Räume, eine starke Dramatik und weite Landschaften. Henny Herz zeichnet sich durch eine sehr ruhige, zurückhaltende Instrumentierung aus, bewies aber mit „Weirdo“ und dem Hintergrund durch das Vereinsheim eine  spannende Richtung, die dem Blues eine tiefe Färbung verliehen.

Sie gehört mit ihren gesanglichen Möglichkeiten, der Modulation und Gestaltung ihrer Songs zu einer der interessantesten Interpretinnen im Songwriting-Genre. Ihre Songs, die sowohl zerbrechlich, geradezu berührend fragil wirken, mögen sich hin und wieder durchaus in eine rockige Richtung steigern, aber sind vor allem sehr gefühlvolle Erzählungen und Betrachtungen, die dem Abend viel gaben und damit die beste Wahl waren.

Die Kunst, eine solche Konzertreihe von einem Samstag auf einen Sonntagabend zu schaffen, mit Musikern, die aus allen Ecken der Republik anreisten, und damit den vorgetragen Stücken neues abzugewinnen – und ungehörte Fehler einfliessen zu lassen, die sowieso niemand bemerkt – machte allen Beteiligten spürbar Spaß. 

Ist das, was den Reiz ausmacht. Zum Wiederbesuch einlädt. Vielleicht schon für den nächsten Abend. Den jeder ist angeblich anders. 

So wie es aussah, kamen alle Besucherinnen wieder. Seit Jahren. Hat Gründe.

(Dieses war übrigens der 200ste Artikel auf Jazznrhythm.com)

Externe Links:

Henny Herzhttps://www.hennyherz.com

Bartleby Delicatehttps://www.bartlebydelicate.live

Das Vereinsheim https://www.dasvereinsheim.com

Das Tollhaushttps://www.tollhaus.de/