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Schlagwort: Americana

Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026

Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026

Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026
Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026

Fast eine Leistungsschau, und vor allem das exzessive Ausreizen der Möglichkeiten – das ist die spielerisch Kunst von Jeff Aug. Alleine, mit nur zwei akustischen Gitarren, trat er auf die Bühne, zu seinen Füßen die minimalste Ausstattung, die man derzeit an Loops und Effektgeräte antrifft. 

Jeff Aug konnte sich alleine auf seine Fingerfertigkeit verlassen. Der Mann braucht nicht mehr. Als einer der Schnellsten in seinem Metier, schreckte er vor nichts zurück. Genre, Richtungen waren da nur mehr Fingerzeig und Zitate. 

Jeff Aug kreierte dabei einen Stil, der seinesgleichen suchte, und in der Geschwindigkeit eine Herausforderung sein musste. Seine Fertigkeiten an dem Instrument verrieten eine Besessenheit und Verpflichtung, auch das Letzte, das Einzige und Wichtigste aus dem Instrument herauszuholen. Fast mochte man meinen, dass er es nicht er alleine sein konnte, was da so kraftvoll und klar daherkam.

Im KOHI bereits ein gern gesehener und gefeierter Gast, konnte er sein Set – ohne Pause – präsentieren. Das Staunen haftete an ihm. Das war kein Jazz, wenn er mit den Fingen über die Saiten flog, die Spannung steigerte, Elemente miteinander verwob und ein verwirrendes Muster präsentierte. Auch nicht Rock, oder Blues, oder Americana, oder was immer einem einfallen wollte, und dennoch genug von allem, um die Menschen zu begeistern, die auch nur eines davon favorisierten.

Jeff Aug ist ein Meister seines Fach, ein ausgewanderter Amerikaner, der seine Inspiration nun aus allem holt, was die Weide, die Berge und der See in seiner neuen Heimat – dem Allgäu – bietet. Dass er nebenbei in den unterschiedlichsten Projekten beschäftigt ist, trägt zur Farbigkeit bei, aber bietet vor allem Stoff auch für härtere Gangarten. 

Ein größer, bärtiger Hüne also, der die Gitarre mit einer Lässigkeit und Vehemenz nutzte, als müsste er die Stücke voll packen wie kleine Symphonien. Da blieb Zeit und Raum für Details, Verspieltheit und furiosem Vielklang. Genug zu entdecken für die Klassikfans, die Traditionalisten und jene, die den Höhepunkt suchen. Denn davon gab es allemal eine ganze Menge. 

Als Instrumentalist bei einem, der wenigen bestuhlten Konzerte, im KOHI glänzte er mit Bescheidenheit und Können. Kein Nebel, kein Rauch, kaum Lichtwechsel, statisch und konzentriert auf seine Fähigkeiten, gespickt mit kleinen Anekdoten im Slang seines Geburtslandes, wirkte sein Programm so stringent und bündig, dass die Zeit zu schnell verflog, und das nächste Konzert – mit Gruppe und damit Begleitung im TOLLHAUS im nächsten Jahr – Hoffnung auf mehr machen musste. 

Guter Mann mit großartigen Stücken, wenig Aufwand und einem Musikverständnis, das breit genug für wilde Kapriolen und Varianten ist. Ein Name für die Liste, und zum merken. Sollte man in Zukunft nicht verpassen.

Externe Links:

Jeff Aug – https://www.jeffaug.com

KOHI – https://kohi.de

Jon McKiel im NUN (Karlsruhe) am 19.09.2026

Jon McKiel im NUN (Karlsruhe) am 19.09.2026

Jon McKiel im NUN (Karlsruhe) am 19.09.2026
Jon McKiel im NUN (Karlsruhe) am 19.09.2026

Die Sommerpause ist vorbei, das NUN hat sein Programm wieder aufgenommen. Die Termine trudeln wieder ein, das Booking läuft und der Herbst kann damit beginnen. Eingeleitet mit Jon McKiel, offenbarte das NUN am Samstagabend sogleich worin die Stärke seines kuratierten Programms liegt. 

Das NUN hat ein Händchen und Herz für die kleinen Auftritte, die verhältnismäßig unspektakulär daher kommen. Wo andernorts die Lightshow, die Gimmicks aus Rauch und Seifenblasen, sowie die Lautstärke der Boxen triumphieren mag, ist es beim NUN – angesiedelt in einem Wohnhaus – eher die ruhige, zurückhaltende Atmosphäre, eben das Innenhalten. Und die Möglichkeiten andere, vielleicht auch neue Facetten eines Schaffens auszuspielen. Wer im NUN auftritt verzichtet in der Regel auf die verzerrten Gitarren oder die fetten Drums.

Der richtige Platz also für Details, verfrickelte und verspielte Sounds und Songwriter, die ihre Melodien in einem Spektrum zwischen Lo-Fi und Bedroom-Productions entwickeln. 

Jon McKiel hatte genug Balladen im Gepäck, aber auch ein feines Gespür für ein langsames, rhythmisches Herangehen. Ein ausgeruhtes Set aus Americana, Folk-Anklänge und gut gewählten Loops, sowie harmonischen Chorgesang rundeten das Bild, das er mit Colin Crowell (Synthesizer) schuf, ab. Gut gewählter Stoff also, der – beheimatet in Kanada – auf seinem zweiten Konzert in Deutschland, in Erzählweise und Komposition ein eigenständiges Klangbild entwickelte. 

Jon McKiels Auftritt war ein lässiges, zurückgelehntes Event. Im Detail verriet es große Vorbilder, viel Liebe in eine schwungvolle Tanzbarkeit, aber auch eine angenehme, der Location angepassten Bescheidenheit. 

Sitzend, mit einem tragbaren Pult auf den Knien kreierte Colin Crowell sphärische, vielschichtige Sounds, begleitete Jon im Background und schwankte dabei zwischen Tradition, Psychedelischer Tiefe und erfrischender Experimentierfreude. Mit nur einer kleinen Auswahl an rhythmischen Instrumenten – gerade mal einem minimalen Drumsetting – war trotzdem genug Raum und Kraft für die Lust  am Mitwippen und einer Ahnung, von dem was möglich wäre.

Jon McKiel zeigte sich als sonorer, gelassener Erzähler, der mit großer Coolness und viel Liebe für die Kleinigkeiten das Charakteristikum der kleinen Bühne zu nutzen wußte. So zeigte er, dass das klassische Konzept des Songwriting, basierend auf seiner Gitarre und seiner Stimme, mit den aktuellen Möglichkeiten, einem freien Zugang dazu und der Lust an der Eigenständigkeit, Großes schaffen kann.

Die Bedeutung kleiner Bühnen, an ungewöhnlichen Orten ist heutzutage nicht zu unterschätzen. Gefühlt sind mehr Bands unterwegs, als es jemals zuvor waren. Die Ticketpreise bewegen sich aktuell in konträre Richtungen. 

So ist es teilweise verwunderlich, wie hoch sie im populären Bereich unter der Führung großer Firmen klettern, während sich in einem Segment, das vergleichbar mit dem Preis einer Pizza ist, fast schon fallen. Obwohl in dem letzteren Bereich die Anzahl der Bands und MusikerInnen wachsend ist. 

Das im NUN KünstlerInnen aus Übersee auftreten, teilweise nur eine Handvoll Auftritte in Deutschland absolvieren, ist etwas, das für beide Seiten – sowohl beim Publikum wie auch bei den Kreativen – nicht unterschätzt werden sollte.

Im Falle von Jon McKiel handelte es sich um eine Persönlichkeit, die in einem eigenen Sounduniversum auf einem Weg ist, das noch spannende Optionen offen hält. Sollte wiederkommen. Und sollte gehört werden. 

Externe Links:

Jon McKiel Facebook – https://www.facebook.com/jonmckielmusic/

Jon McKiel Instagram – https://www.instagram.com/jon_mckiel_/?hl=de

NUN Kulturraum – https://nun.cafe/

Interview mit Nik Prana (Singer-/Songwriter mit ukrainischen Wurzeln)

Interview mit Nik Prana (Singer-/Songwriter mit ukrainischen Wurzeln)

Nik Prana (Photo from himself)
Nik Prana (Photo from himself)

Vor einigen Wochen fand im 8 Lights (Kaiserpassage 1, Karlsruhe) ein gemeinsames Konzert verschiedener ukrainischer Musiker statt. Interessant daran war, dass es – obwohl anscheinend gut besucht war – weitgehend unbeachtet blieb und einen Querschnitt durch eine Szene zeigte, der vielleicht bisher zu wenig Beachtung geschenkt wurde.

In Zusammenarbeit mit der Deutsch-Ukrainischen Verein in Karlsruhe konnten sich im Laufe des Abends einige MusikerInnen aus der Region präsentieren, die in ganz unterschiedlichen Genres unterwegs sind. 

Kein Name der Auftretenden war mir bisher bekannt, und auch die Sprache, die ich auf den Videos von dem Konzert sah, verstand ich nicht. Aber eine Szene, die lokal existiert und es schafft ein eigene Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die gut besucht ist und gleichzeitig von den üblichen Veranstaltungskalendern nicht bekannt gemacht wurde, machte neugierig.

Ich nahm in den folgenden Tagen mit einigen der Aktiven über Social Media und persönlich Kontakt auf, um mir ein Bild zu verschaffen, um wen es sich handelte.

Nik Prana ist ein junger Singer-/Songwriter aus der Ukraine. Angelehnt an der amerikanischen Tradition des Folk und Country, kurz Americana genannt, tendiert er mittlerweile zu einer eigenen Art von Country Pop.

Er war einer der jungen Musikerinnen, die ich traf, um mich in einem kurzen Gespräch über die Szene und die musikalische Entwicklung zu unterhalten. Ich begegnete dabei einen ernsthaften jungen Mann, der sehr reflektiert die Optionen und die allgemeine Situation im Business betrachtet. 

In einem stark Anglo-amerikanischen Markt, der geprägt ist von einer westlichen Pop- und Rockkultur, finde ich es ausgesprochen interessant, wenn es junge Kreative wagen eine neue Klangfarbe mit ihrer Sprache einfließen zu lassen. 

An einem dieser bereits erstaunlich warmen Tage im Frühling 2026 trafen wir uns in der Karlsruher Innenstadt, um das folgende Gespräch zu führen.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Mir ist euer Konzert aufgefallen, weil dort mehrere Leute aufgetreten sind, von denen ich noch nie gehört hatte. Meine Website beschäftigt sich mit der Karlsruher Musikszene, und plötzlich habe ich gemerkt: Die ukrainische Community fehlt bei uns praktisch komplett. Deshalb wollte ich einfach mal nachfragen. Du bist Singer-Songwriter und singst auf Ukrainisch und Englisch?

Nik Prana

Ja, beides. Früher hauptsächlich auf Englisch, inzwischen aber zunehmend auf Ukrainisch. In den letzten Jahren habe ich die Musik etwas zurückgestellt, weil andere Dinge wichtiger waren. Ich habe mich beruflich weiterentwickelt und arbeite als Softwareentwickler. Ursprünglich bin ich allerdings Physiker.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Das ist gar nicht so ungewöhnlich. Viele Physiker landen irgendwann in der Softwareentwicklung. Wie hat deine musikalische Entwicklung angefangen?

Nik Prana

Als Jugendlicher habe ich Hardrock und Metal gespielt. Ich war großer Metallica-Fan, hatte lange Haare und eine Explorer-Gitarre. Aber schon damals mochte ich auch ältere Bands wie Scorpions oder Deep Purple. Später habe ich gemerkt, dass ich eher ein ruhiger, sensibler Typ bin. Deshalb bin ich irgendwann bei akustischer Musik gelandet und habe die E-Gitarre praktisch komplett aufgegeben.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Und dann kamen die Singer-Songwriter?

Nik Prana

Genau. James Blunt war ein großes Vorbild, später auch Ed Sheeran. Heute höre ich vor allem Country-Pop. Besonders Brett Young hat mich beeinflusst. Über ein Cover seines Songs „In Case You Didn’t Know“ bin ich überhaupt erst auf ihn aufmerksam geworden. Seine Musik hat mich direkt angesprochen. Ich war inzwischen sogar mehrfach auf seinen Konzerten in Deutschland.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Country-Pop verbindet man hier nicht unbedingt mit ukrainischen Texten.

Nik Prana

Deshalb finde ich das ja spannend. Mein Umfeld besteht hauptsächlich aus ukrainischen oder russischsprachigen Menschen. Ich habe viele Jahre auf Englisch gesungen, aber irgendwann gemerkt, dass die Leute auf ukrainische Texte viel stärker reagieren. Außerdem ist Country-Pop auf Ukrainisch etwas eher Ungewöhnliches. Diese Nische gefällt mir.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Du kommst ursprünglich aus Charkiw?

Nik Prana

Ja. Als ich dort aufgewachsen bin, wurde fast überall Russisch gesprochen. Ukrainisch konnte ich verstehen, aber Russisch war meine Alltagssprache. Heute hat sich vieles verändert, aber damals war das ganz normal.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Das hat mir heute Morgen auch Kateryna Blokhina erzählt. Viele Menschen hier wissen gar nicht, wie verbreitet Russisch in Teilen der Ukraine früher war.

Nik Prana

Das stimmt. Für mich ist Ukrainisch beim Singen deshalb auch ein Stück weit eine bewusste Entscheidung.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Wann hast du angefangen, eigene Songs zu schreiben?

Nik Prana

Mein erstes komplettes Lied entstand vor über zehn Jahren. Das war eine sehr persönliche Geschichte. Vorher habe ich hauptsächlich Covers gespielt oder in Bands musiziert. Dieses erste Lied war das erste Mal, dass ich wirklich einen kompletten Song alleine geschrieben habe.

Danach habe ich zwar immer wieder Songs geschrieben, aber nicht besonders viele veröffentlicht. Inzwischen arbeite ich wieder regelmäßig daran. Gerade entstehen mehrere neue Stücke, darunter auch etwas schnellere Songs. Bisher war vieles eher ruhig und balladenhaft.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Wie bist du eigentlich in die ukrainische Musikszene in Karlsruhe gekommen?

Nik Prana

Über das ukrainische Kulturzentrum und über andere Musiker. Es gibt hier deutlich mehr ukrainische Künstler, als viele denken. Wir haben eine eigene Telegram-Gruppe mit Musikern aus Karlsruhe und Umgebung. Darüber entstehen viele Kontakte und auch Auftrittsmöglichkeiten.

Nach Beginn des Krieges sind die ukrainischen Kulturvereine deutlich gewachsen. Das Kulturzentrum in der Gellertstraße spielt dabei eine wichtige Rolle. Dort finden regelmäßig Veranstaltungen statt.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Dort habe ich auch schon Viktor Pashnyk mit seiner Bandura gesehen. Vorher wusste ich gar nicht, dass es diese Szene überhaupt gibt.

Nik Prana

Genau. Viele Veranstaltungen bleiben innerhalb der Community. Deshalb bekommen Außenstehende oft gar nichts davon mit.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Besteht dein Publikum überwiegend aus Menschen aus der Ukraine?

Nik Prana

Ja. Ein eigenes Publikum habe ich bisher noch nicht wirklich aufgebaut. Natürlich kommen gelegentlich Freunde oder Bekannte. Aber ich bin noch an dem Punkt, an dem ich mir überhaupt erst eine feste Zuhörerschaft aufbaue.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Du hast aber Musik auf Spotify veröffentlicht?

Nik Prana

Ja, einige Songs aus den Jahren 2022 und 2023. Danach kam erst einmal nichts Neues. Jetzt möchte ich wieder aktiver werden.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Hast du eine Website?

Nik Prana

Im Moment nicht mehr. Die Domain ist irgendwann ausgelaufen. Derzeit nutze ich hauptsächlich Instagram und YouTube.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Eigentlich könntest du mit deiner Musik auch gut in kleineren Karlsruher Locations auftreten. KOHI, NUN oder ähnliche Orte.

Nik Prana

Solche kleinen Formate mag ich sehr. Für mich ist das Schönste, wenn die Leute wirklich zuhören. Große Veranstaltungen sind oft schwieriger, weil dort viel mehr Ablenkung herrscht.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Das NUN wäre wahrscheinlich tatsächlich ein passender Ort. Dort hören die Leute sehr aufmerksam zu.

Nik Prana

Genau solche Konzerte mag ich. Wenn die Atmosphäre ruhig ist und die Menschen wegen der Musik da sind.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Du hast zuletzt auch mit Bloshka & the Love Spirits zusammen auf der Bühne gestanden.

Nik Prana

Ja. Das war eigentlich spontan. Sie kannte einen Song aus meiner Setliste, und dann haben wir beschlossen, ihn gemeinsam zu spielen. Geprobt hatten wir vorher praktisch nicht.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Wie geht es jetzt weiter?

Nik Prana

Ich möchte neue Songs veröffentlichen und regelmäßiger Musik herausbringen. Früher habe ich relativ viel Geld in einzelne Produktionen investiert. Heute versuche ich, mehr selbst zu machen und dafür kontinuierlicher zu veröffentlichen.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Dann wird Social Media wahrscheinlich auch eine Rolle spielen.

Nik Prana

Natürlich. Aber ich glaube trotzdem, dass die Musik wichtiger bleibt als jede Marketingstrategie. Social Media kann helfen, aber schlechte Musik wird dadurch nicht gut.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Viele Musiker kämpfen trotzdem damit, sichtbar zu werden.

Nik Prana

Ja. Ich sehe das inzwischen aber relativ entspannt. Natürlich freue ich mich über Wachstum. Aber ich habe keine unrealistischen Erwartungen. Mir macht Musik Spaß. Das ist die Hauptsache.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Du hast vorhin etwas Interessantes über Fanbindung gesagt.

Nik Prana

Das habe ich von Damien gelernt. Es geht nicht nur um Streams oder Followerzahlen. Wichtiger sind die Menschen, die wirklich zuhören und einen unterstützen. Wenn jemand nach einem Konzert mit dir spricht oder einen Kommentar schreibt, solltest du darauf eingehen. Diese Beziehungen sind langfristig viel wertvoller als irgendwelche Zahlen.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Die Künstler, die im Kontakt bleiben, bauen oft die stärkste Verbindung zu ihrem Publikum auf.

Nik Prana

Genau.

Andreas Allgeyer (Jazznrhythm.com)

Letzte Frage: Wohin soll die Reise gehen?

Nik Prana

Ich möchte weiterhin Musik machen, auftreten und neue Songs veröffentlichen. Natürlich freue ich mich, wenn mehr Menschen zuhören. Aber für mich muss vor allem der Weg Spaß machen.

Der Weg ist das Ziel.

Wenn man nur auf Erfolg oder Zahlen schaut, wird Musik schnell anstrengend. Solange mir die Musik Freude macht, bin ich zufrieden.

Externe Links:

Nik Prana – You Tube – https://www.youtube.com/c/NikPrana

Nik Prana – Facebook – https://www.facebook.com/nikPrana/

Nik Prana – Instagram – https://www.instagram.com/nik_prana/

Nik Prana – Spotify – https://open.spotify.com/intl-de/artist/5PHGOOxOfIB8XFdatkT6BL

8 Lights – Instagram – https://www.instagram.com/8lights.space/

Deutsch – Ukrainischer Verein – https://ukrainer-in-karlsruhe.org

Bloshka & the Love Spirits – https://www.instagram.com/bloshka_and_the_love_spirits/

Interview mit Manuela Seith: Ein Rückblick auf den Laden Zwei und die Ladenkonzerte

Interview mit Manuela Seith: Ein Rückblick auf den Laden Zwei und die Ladenkonzerte

Manuela Seith vor dem Laden Zwei
Manuela Seith vor dem Laden Zwei

Die Weststadt ist einer jener Stadtteile, die sich durch ihren Charakter auszeichnen, und damit als Anziehungspunkt weit über die eigenen Grenzen dienen. In der Umgebung des Gutenbergplatzes hat sich –  vor allem in den letzen Jahren – ein Flair und Charme gebildet, der mit gutem Gewissen, mediterran genannt werden kann. Man trifft sich in den Cafés, feiert gemeinsam, es gibt kulturelle Schwerpunkte und dadurch entstand eine kreative Basis, deren Wirkung in der ganzen Stadt spürbar ist.

Zu den Eckpunkten dieses Netzwerkes, gehören verschiedene Spielstätten, gastronomische Betriebe, kleine Unternehmen und inhabergeführte Läden. Einer davon war der Laden Zwei, der mittlerweile – seit diesem Monat – Geschichte ist. Der Laden Zwei führte während seines Bestehens Mode und Accessoires von kleinen, unabhängigen Labels, die in einem regionalen Bezug standen. 

Damit bot das, von Manuela Seith, geführte Geschäft, eine Plattform für künstlerische und kreative Geister, schuf einen Ort für Unikate und Seltenes und hatte einen qualitativen Anspruch, der ihn auszeichnete.

Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026
Sandie Wollasch, Klaus Wagenleiter, Sarah Lipfert im Laden Zwei am 07.03.2026

Für die Weststadt war er neben diesem Angebot, ein kultureller Eckpunkt und kommunikativer Ort, an dem KünstlerInnen die Möglichkeit hatten in einem kleinen Rahmen aufzutreten. Die sogenannten Ladenkonzerten waren fast ein Geheimtipp, fanden sie doch in den Räumlichkeiten des Laden Zwei zwischen all den bunten Waren –  in einem Sammelsurium aus Erstaunlichem und Wunderbarem – statt.

Es wurden die Tische beiseite geräumt, eine Unmenge Sitzgelegenheiten aufgestellt, um dem geneigten Publikum, dass sich an die Schaufensterscheiben von innen drängte, ein Programm zu bieten, dass an Exklusivität schwer zu übertreffen war. Bands wie „No sugar, no cream“ traten hier akustisch auf, Sandie Wollasch erschien mit verschiedenen Gästen und viele andere mehr präsentierten sich innerhalb des Konzeptes.

No Sugar, no cream Im Laden Zwei
No Sugar, no cream Im Laden Zwei

Während der Corona-Phase gab es, wie bei vielen anderen Veranstaltungsorten, einen Bruch in dem Ablauf. Die Kontaktsperre verlangte nach neuen Wegen und Formaten. Mit „Musik aus der Ladenecke – Love is the answer“ fanden Sandie Wollasch, Rolf Ableiter und Manuela Seith eine neue Möglichkeit, um KünstlerInnen in dieser schweren Zeit ein Publikum zu bescheren. 

Aus nah und fern luden sie FreudInnen und bekannte KollegInnen ein in einem Videoformat mit zumachen, das kleine Konzerte vorstellte, die innerhalb des Ladens – ohne weitere Beteiligte –  stattfanden. Eine Webseite zeugt noch davon unter http://ladenecke.de/ , auf YouTube finden sich noch alle Videos: https://www.youtube.com/@loveistheanswer1803 .

Mittlerweile wurde die Reihe mit einer Abschiedsfolge (Nr.40) im April 2026 beendet. Noch einmal fanden sich Sandie Wollasch und Rolf Ableiter für einen Rückblick zusammen. Es war ein letzter Blick in den fast leergekauften Laden Zwei, dessen üppige Ausstattung bis dahin die Bühne darstellte. 

Wieder war das Sofa Mittelpunkt, zum letzten Mal saßen die beiden moderierenden MusikerInnen darauf. Bis dahin war die Liste der KünsterInnen illustren: Zelia Fonseca, Liv Solveig, AnaDjan, Maurice Moel, Marcel Millot, Matthias Hautsch, Miri in the Green und viele andere mehr waren da, um nur einige zu nennen. 

Jochen Seiterle, Sandie Wollasch, Sandrine Neye und Rolf Ableiter beim Konzert im Laden Zwei am 06.09.2025
Jochen Seiterle, Sandie Wollasch, Sandrine Neye und Rolf Ableiter beim Konzert im Laden Zwei am 06.09.2025

Dieses Interview wurde geführt, lange bevor wir an die Schließung des Laden Zwei dachten. Ich traf mich mit Manuela Seith auf dem berühmten Sofa der Ladenkonzerte, um mich mit ihr über das Konzept zu unterhalten. 

Ich hatte mir zu dem Zeitpunkt viel vorgenommen und wollte die Karlsruher Szene etwas genauer anschauen. Das dieses Interview nun viel zu lange schlummerte und bisher noch nicht veröffentlicht wurde, ist dem Umstand geschuldet, dass in Karlsruhe eine sehr umtriebige, stark vernetzte Musikergemeinde existiert, die schwer zu erfassen und noch schwerer in Griff zu bekommen ist. Das „Karlsruher Archiv“, mit dem ich einen Überblick über die Situation und die Veranstaltungsorte geben will, ist immer noch in Arbeit und wird es noch lange Zeit bleiben.

Das dieses so ist, ist vor allem der Initiative von Menschen wie Manuela zu verdanken, die es schaffte einen Anziehungspunkt für Kreative zu etablieren. An vielen verschiedenen Orten innerhalb dieser Stadt wird mit Engagement und Enthusiasmus für die kulturelle Vielfalt gearbeitet. Wie es von Seiten Manuelas dazu kam, beleuchtet dieses Interview, dass nun leider zu einer Art Rückblick wurde.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Ich freue mich, dass ich hier bin. Wir wollten über die Konzerte im Laden Zwei sprechen, über die Geschichte dahinter. Vielleicht stellst du zuerst mal den Laden Zwei vor – damit wir wissen, worum es eigentlich geht.

Manuela Seith (Laden Zwei)
Dann fange ich mal damit an: Der Laden Zwei heißt Laden Zwei, weil es tatsächlich der zweite Laden ist. Davor gab es einen anderen Laden, der hieß „Energie & Farbe – der Laden“. Der war hier um die Ecke, direkt neben der Hemingway Lounge. Und dort hat die Musikgeschichte eigentlich schon begonnen.

Im ersten Laden hatten wir – ich habe das vor unserem Gespräch nochmal nachgeschaut – etwa 30 bis 40 Konzerte. Ich habe das damals schon „Ladenkonzerte“ genannt. Wir haben auch ein paar Experimente gemacht: einmal im Treppenhaus, einmal sogar draußen auf der Straße. Da haben wir tatsächlich die komplette Uhlandstraße blockiert, weil so viele Zuschauer da waren. Zum Glück hat sich an dem Tag niemand beschwert.

Das Thema Musik war also schon immer mein Ding. Ich habe eine große Liebe zur Musik, habe aber irgendwann entschieden, dass ich lieber auf die organisatorische Seite gehe. Ich habe früher selbst Musik gemacht – Schulband, ein bisschen Gitarre, Klavier – aber die Leidenschaft war stärker als das Talent, würde ich sagen.

Also habe ich im ersten Laden ungefähr einmal im Monat ein Konzert veranstaltet. Anfangs während der Öffnungszeiten, bis ich gemerkt habe: Das funktioniert wirtschaftlich nicht. Der Laden ist zwar schön gefüllt, aber ich verkaufe nichts an diesem Tag.

Dann kam vom Bürgerverein Weststadt immer wieder der Hinweis, dass hier in der Goethestraße eine Fläche frei wird. Ich habe das mehrfach abgelehnt. Bis es irgendwann Klick gemacht hat und ich dachte: Vielleicht mache ich einfach zwei Läden.

Ich habe dann die Mode ausgelagert und hier im zweiten Laden untergebracht. Ich hatte sogar jemanden, der spontan zugesagt hat, den Laden Zwei zu managen. Eine Zeit lang lief das parallel – Kunsthandwerk und Farbkonzept im ersten Laden, faire Mode hier im zweiten.

Aber das hat mich ziemlich schnell überfordert. Zwei Läden sind einfach zu viel. Und dann habe ich an einem Freitagabend beschlossen: So mache ich nicht weiter. Ich lege alles zusammen und konzentriere mich auf diese Location hier.

Konzert mit Mami und die PappalaPapis vor "Energie & Farben - der Laden"
Konzert mit Mami und die PappalaPapis vor „Energie & Farben – der Laden“

Andreas (Jazznrhythm.com)
Das heißt, du hast schon im ersten Laden Konzerte gemacht?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ja.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Wie viele Leute waren da ungefähr?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Zwischen 20 und 30. Am Anfang auch mal weniger, klar. Das musste sich erst entwickeln. Aber irgendwann wurde es so eine Art Weststadt-Kultur. Man wusste: Da sind Konzerte. Eintritt gab es nicht, nur Hut. Und manchmal war es so voll, dass wir die Tür offen lassen mussten.

Einmal haben wir sogar ein Konzert vor dem Laden gemacht – dann war die Straße der Gastraum.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Wie lange machst du das schon insgesamt?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ich habe 2012 angefangen. Also inzwischen sind das 13 Jahre. Wie so oft bei mir: ziemlich spontan entstanden.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Und die Konzerte im Laden Zwei – die gab es auch schon vor Corona?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ja, durchgehend. Dann kamen die Lockdowns. Und dann entstand etwas ganz Neues.

Ich hatte dieses Sofa hier im Laden stehen, weil eine Nachbarin es bei mir zwischenlagern wollte. Sandie und Rolf waren da, schauen das Sofa an und sagen: „Das ist doch wie ein tiny desk concerts.“ Und sofort war die Idee im Raum: Wir machen daraus unser Format.

Rolf hatte zu der Zeit schon einen YouTube-Kanal gestartet. Und dann haben wir gesagt: Wir nutzen den Kanal und machen unser eigenes Format. Das hieß dann „Musik aus der Ladenecke“.

Wir haben während der Lockdowns 37 Konzerte produziert.

Andreas (Jazznrhythm.com)
37 Stück – das ist eine Menge. Und da waren ja auch bekannte Namen dabei.

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ja, wir haben natürlich zuerst Freunde eingeladen – Musiker aus unserem direkten Umfeld. Sandie und Rolf haben moderiert und auch selbst gespielt.

Dann kamen auch bekanntere Namen dazu. Zum Beispiel Chris Cacavas. Oder das norwegisches Randi Tytingvåg Trio, das gerade in der Hemingway Lounge gespielt hat und auf Tour war – die haben wir dann einfach auch eingeladen.

Die Konzerte waren etwa 20–25 Minuten lang, ohne Publikum, und wurden komplett aufgezeichnet.

Und jetzt machen wir im September Folge 38 – diesmal hybrid, also mit Publikum.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Das heißt, das Konzept läuft weiter – aber jetzt wieder mit Gästen im Raum?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Genau. So etwa 10 bis 20 Leute passen rein. Es ist jedes Mal eine Herausforderung, das alles unterzubringen, weil hier ja eigentlich ein Laden ist – mit Kleiderständern und allem drum und dran.

Aber genau das macht auch den Reiz aus.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Das erinnert ein bisschen an dieses intime Konzertgefühl – fast wie ein Wohnzimmer.

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ja, genau das ist es. Man ist nah dran, sieht die Musiker vor und nach dem Auftritt, kann ins Gespräch kommen. Das ist etwas ganz anderes als eine klassische Bühne.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Wie war die Resonanz auf den YouTube-Kanal?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Während der Lockdowns war das eine kleine Community. Wir haben die Premieren immer sonntags gemacht und uns im Chat getroffen. Da waren Leute dabei, die wir gar nicht persönlich kannten.

Das hat sich inzwischen etwas verlaufen, weil wir das Format nicht mehr so häufig machen. Aber es war eine besondere Zeit.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Haben sich daraus auch neue Kontakte ergeben?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ja, es kamen Anfragen rein. Aber wir konnten nicht alle annehmen. Unser eigenes Umfeld war schon sehr groß, und wir wollten auch gezielt Leute unterstützen, die plötzlich keine Auftrittsmöglichkeiten mehr hatten.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Wie wählst du die Bands für die Ladenkonzerte aus?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ich schaue mir Webseiten an, höre Musik an, schaue auf Instagram. Es geht aber viel über Bauchgefühl. Manchmal sind es Formulierungen, eine Geschichte, ein Bezug zu Karlsruhe – irgendetwas, das mich anspricht.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Gibt es Genres, die du bevorzugst?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ja, Singer-Songwriter, Jazz, Pop, Americana – solche Sachen. Aber wir hatten auch richtig laute Bands hier – mit E-Gitarren und allem. Das geht auch.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Und das funktioniert in einem Wohnhaus?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ja, hier wohnen viele Studenten. Das hilft. In einem klassischen Wohnhaus wäre das schwierig.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Gibt es noch etwas, das du sagen möchtest?

Manuela Seith (Laden Zwei)
Musik gleicht unglaublich viel aus. Gerade in einem Ladengeschäft, wo vieles auch anstrengend ist. Diese Konzerte – das bleibt lange hängen. Das ist einfach erfüllend.

Jochen Seiterle, Sandie Wollasch, Sandrine Neye und Rolf Ableiter beim Konzert im Laden Zwei am 06.09.2025
Jochen Seiterle, Sandie Wollasch, Sandrine Neye und Rolf Ableiter beim Konzert im Laden Zwei am 06.09.2025

Andreas (Jazznrhythm.com)
Ich finde, es hat etwas sehr Familiäres. Wie ein Wohnzimmerkonzert.

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ja, genau.

Manuela Seith (Laden Zwei)
Und vielleicht noch eine Geschichte zum Sofa: Wir hatten immer ein bisschen Angst, dass wir es irgendwann zurückgeben müssen, weil es ja die Kulisse unseres Formats ist.

Dann kam am Samstag vor Heiligabend 2020 ein Bekannter, und hat mir einen Brief gegeben. Darin stand: Das Sofa gehört eigentlich ihm, es stammt von seinem Opa – und noch nie hat jemand so viel damit gemacht wie wir.
Er hat es uns geschenkt.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Dann ist es ja genau am richtigen Ort.

Manuela Seith (Laden Zwei)
Ja, es gehört einfach dazu.

Andreas (Jazznrhythm.com)
Vielen Dank dir.

Manuela Seith (Laden Zwei)
Sehr gerne.

Manuela Seith in den Siebzigern in der Schülerband "Katastrophenorchester"
Manuela Seith in den Siebzigern in der Schülerband „Katastrophenorchester“

Auch wenn der Laden Zwei mittlerweile einen neuen Namen trägt, neue Besitzer hat und ein neues Konzept beherbergt, ist jemand wie Manuela Seith schwer aus dem Kulturleben des Stadtteils wegzudenken. Man darf also gespannt sein, wie es weiter geht, was noch geschehen wird, und welche Ideen sie noch voranbringen wird. 

Externe Links:

Laden Zwei – http://www.ladenzwei.com

Energie & Farbe – http://www.energie-und-farbe.com

Ladenecke – http://ladenecke.de

YouTube: Musik aus der Ladenecke – https://www.youtube.com/channel/UCTPKybD5-s1JggiI8OFDDjA

Sandie Wollasch – https://www.sandiew.de

Rolf Ableiter – http://rolfableiter.de