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Schlagwort: Folk

Musik aus der Ladenecke (Teil 39) mit Pete Jay Funk „Perfect Cloudy Day“ (Youtube – Nearly Unplugged Konzert)

Musik aus der Ladenecke (Teil 39) mit Pete Jay Funk „Perfect Cloudy Day“ (Youtube – Nearly Unplugged Konzert)

Musik aus der Ladenecke (Teil 39) mit Pete Jay Funk und Oliver Grauer
Musik aus der Ladenecke (Teil 39) mit Pete Jay Funk und Oliver Grauer

Bekannt ist er als Sänger und Kopf der Band „No Sugar, No Cream“: Pete Jay Funk hat ein Solo-Album veröffentlicht, das in wieder mal als kreativen Americana-Songwriter zeigt. Spröde, sanft vorgetragene Songs, die in dem Video-Format (YouTube, siehe unten) durch gutes Handwerk und einer geradezu intimen Atmosphäre überzeugen können.

Zusammen mit Oliver Grauer am Bass präsentieren die beiden Musiker einen Auszug aus dem Programm, dass auch am 12.03 im Tollhaus vorgestellt werden wird. Dort allerdings mit kompletter Band und Besetzung, wie sie auch auf dem Release zu finden sind.

Das Format „Musik aus der Ladenecke“ ist ein Kind der Corona-Pandemie und damit ein Überbleibsel aus der Zeit, in der solche Auftritte zum Überleben der Kunst notwendig waren. Aufgenommen im Laden Zwei, in der Goethestraße, präsentieren Sandie Wollasch und Rolf Ableiter MusikerInnen aus ihrem Umfeld und Bekanntenkreis. Damit bieten sie einen Raum für neue Interpretationen und kleine, akustische Perlen an, die ein bißchen zwischen den bekannten Tinydesk- und Unplugged-Konzerten angesiedelt sind.

Pete Jay Funk weiß das zu nutzen – sind seine Stücke doch melancholische Erzählungen aus seinem Leben, die in der kargen Instrumentierung einen rauen, aber angenehm abklärten Charme entwickeln. 

Die Liebe zu einer Musik, die mit dem Country die Dramatik teilt und mit dem Folk die Freiheit verschiedenen Einflüsse zulässt, geben Pete Jay Funk eine Basis, auf der er zu erzählen weiß. Und das tut er, mit einer Ruhe, die Vergleiche nicht zu scheuen braucht.

Produziert wurde das alles von einem großen Kenner des Oeuvres von Leonard Cohen (Rolf Ableiter), der sicherlich zu der Authentizität des Werkes beigetragen hat.

Externe Links:

YouTube Link zum Video – https://youtu.be/SkoQB3uIz8k?si=n82WivADWX8Ts3w0

Laden Zwei – http://www.ladenzwei.com/

Pete Jay Funk – https://www.petejayfunk.com

Kendall Lujan im NUN, Kulturraum am 20.02.2026

Kendall Lujan im NUN, Kulturraum am 20.02.2026

Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe  am 20.02.2026
Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe am 20.02.2026

Es ist im NUN nicht ungewöhnlich, dass Gäste, die schon einmal die Atmosphäre genossen haben, gerne wieder zurück kommen. So gehört auch Kendall Lujan aus Portland, Oregon, zu jenen, die schon vor zwei Jahren – bei ihrer letzten Tournee zur Veröffentlichung Ihres Albums „Lucky Penny“ – vor Ort waren und natürlich wieder einen Stop in Karlsruhe einlegten. 

Es ist fast schon eine gute Tradition, dass die Konzerte von Kendall für ein ausverkauftes Haus sorgten und das kleine NUN bis zum letzten Sitzplatz (vor und hinter der Bühne) gefüllt war. 

Zur Präsentation ihres neuen Albums „My heart needs love“ , das wieder mal sowohl auf CD – wie auch in der Vinyl-Version erhältlich ist – brachte sie eine komplette Band, bestehend aus Schlagzeug, Pedal-Steal-Guitar, Bass und sich selbst an Gitarre und Gesang, mit. 

An der Instrumentierung mag die Richtung schon erkennbar sein. So gehört auch Kendall Lujan zu jener jungen Generation Singer-/SongwriterInnen, die Country und amerikanischen Folk in einer Richtung spielen, die Elemente aus den unterschiedlichsten Richtungen einfliessen lassen. 

Das macht es leicht, hier Americana als Label zu verwenden, doch muss man Kendall Lujan eine ganz eigene, unabhängige Interpretation zugestehen. Mit einer romantischen Neigung zu einer ironischen Betrachtung, und einer kunstfertigen Instrumentierung, sowie einer erstaunlichen Stimme gesegnet, erlaubte sie sich einen sehr spielerischen und einnehmenden Umgang mit den Bildern, die Country einfach mal so erzeugen kann.

Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe  am 20.02.2026
Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe am 20.02.2026

Kendall Lujan bewies mit Charme und beeindruckender Natürlichkeit, dass sie – trotz der durchaus melancholischen Pedal-Guitar – dem Rock’n’Roll frönen kann. Im Zusammenspiel mit einer sehr detailliert spielenden Band, die in ihren Feinheiten verflixt gutes Teamwork und eine Menge Kenntnisse verriet, offenbarte sie ein Stimmvolumen in ihren Songs, dass unbedingt erwähnt werden muss. Kendall Lujan schreibt nicht nur gute, durchaus eingängige Songs, die einen Wiedererkennungswert enthalten – sie bewies sich auch als deren beste Interpretin. 

Nach zwei Jahren neigt man zur Überprüfung. Kendall Lujans Konzert hatte sichtbar an Professionalität gewonnen. Ihre MitmusikerInnen schufen ein griffiges, sattes Arrangement, das bündig und atmosphärisch von den Wurzeln der Musik zeugte, die Authentizität hervorhoben und Portland, Oregon als Ort darstellte, der Klischees, Tradition und Eigensinn zu kreativen Bild verwoben.

Kendall Lujans Band hat keinen Namen. Braucht sie auch nicht. Dennoch offenbart sich in dem filigranen Spiel des Schlagzeugs eine ganz eigene Persönlichkeit, die mit der Steel-Guitar und der Stimme Kendall einen prägenden Sound erzeugte. Live dargeboten in einer Transparenz, die lobenswert klar und solide daher kam.

Es war das zweite ausverkaufte Konzert im NUN in diesem Jahr, damit ein guter Einstieg in die neue Saison, aber vor allem auch Zeugnis davon, das die Richtung stimmt, das Konzept funktioniert und die Qualität verlässlich ist. Kendall Lujan war ein guter Teil davon.

Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe  am 20.02.2026
Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe am 20.02.2026

Externe Links:

Kendall Lujan – https://www.kendalllujanmusic.com

NUN – https://nun.cafe

Darling West im NUN, Kulturraum in Karlsruhe am 13.02.2026

Darling West im NUN, Kulturraum in Karlsruhe am 13.02.2026

Darling West im NUN, Kulturraum in Karlsruhe am 13.02.2026
Darling West im NUN, Kulturraum in Karlsruhe am 13.02.2026

Erwähnt man Darling West, muss man kurz auf Nordicana eingehen. Unter Nordicana versteht man ein, in den skandinavischen Ländern sehr populäres, Genre, dass sich vor allem von amerikanischen Traditionen beeinflusst sieht. Es entstand dadurch – in den letzten Jahren – eine Richtung, die zwar auf Folk und durchaus gemeinsamen Linien beruht, aber sich in der Gestaltung und Prägung auch von der Americana-Bewegung mehr und mehr emanzipiert. 

Die Liebe zum Country ist in Norwegen etwas leidenschaftlicher als in anderen europäischen Ländern. Es ist nicht ungewöhnlich auf einem Country Konzert in Oslo, Cowboys mit Stetson und der typischen Kleidung anzutreffen. So wie man das vielleicht auch in Nashville, Tennessee, erlebt. 

Fährt man weiter aufs Land, begegnen einem Pickups, und die Umgebung prägt ein Bild, wie man es aus amerikanischen Serien zu kennen glaubt. Die Nähe zu einem naturverbundenen Lebensstil vermittelt ein gutes Gefühl für die Zuwendung zu der Folklore aus dem Anglo-amerikanischen Sprachraum.

Darling West gehören zu den führenden Gruppierungen der Bewegungen. Verlegt auf dem Plattenlabel Jansen, das so etwas wie die Heimstatt der jungen Singer-/Songwriter in Norwegen ist, sind sie wahrscheinlich die experimentierfreudigsten Tüftler in diesem Bereich. 

Darling West im NUN, Kulturraum in Karlsruhe am 13.02.2026
Darling West im NUN, Kulturraum in Karlsruhe am 13.02.2026

Begründet auf den Talenten des Ehepaars Mari und Tor Egil Kreken, haben sich Darling West zu einem der mistgespielten Acts im Radio Norwegens entwickelt, wurden dort ausgezeichnet und haben sich hierzulande zu einem Geheimtipp entwickelt, der sich nun auch im NUN präsentierte.

Die kleine Bühne des Kulturraums wurde damit bis zum letzten Winkel ausgenutzt. Darling West brachten praktisch eine Wagenladung Instrumente, Effektgeräte und technische Kuriositäten wie einen Cassetten-Laufwerk aus den Siebzigern mit. Die Kunst war und ist, aus all diesen Klangkörpern, darunter Pedal-Stell Guitar und Banjo, einen transparenten, homogenen Sound zu formen. Etwas, was ihnen scheinbar mühelos, mit einer beeindruckenden Virtuosität, gelang.

Darling West blicken auf eine Diskografie zurück, die es ihnen erlaubte, innerhalb der  anderthalb Stunden, verträumte, handwerklich sehr saubere Pop-Perlen aneinander zu reihen. Stücke, die immer wieder viel Liebe zum Detail erkannenliesen. Auch die Arbeit am letzten Schliff und einem, fast intuitiven Gefühl für gekonntes Songwriting verrieten. 

Nachvollziehbar die Liebe zum Wald. Die Verbundenheit zur Natur, dem Rückzugsort, und der Freude neue Töne zu entdecken und zu verwenden. 

Darling West bemühten sich gekonnt, die Qualität ihrer Alben-Produktionen live zu präsentieren. In einem bewundernswert, unübersichtlichem Sammelsurium aus Kabel und Mikrofonen erzeugten sie ein in sich geschlossenes, transparentes Konzept. 

Auf der Reise durch ihr Portfolio vermittelten sie den Eindruck eines beachtenswert kreativen Duos, das fest verwurzelt in der Folklore ihrer Wahlheimat ist. Dabei ein Spektrum an Möglichkeiten entwickelt, dessen Inspiration in langen Spaziergängen, großen Weiten, tiefen Nebel und vor allem der Natur liegt. 

Darling West im NUN, Kulturraum in Karlsruhe am 13.02.2026
Darling West im NUN, Kulturraum in Karlsruhe am 13.02.2026

Musikalisch luden sie – mit einem ganz eigenen Charme – dazu ein, sie zu begleiten. Das – mal wieder – ausverkaufte NUN erwies sich für die leise, ruhige und unaufgeregte Musik Darling Wests als Glücksgriff. 

Schuf es doch damit einen Rahmen, den Darling West auszufüllen wußten. Und der Harmonie ihrer Musik, wie der Ruhe, die den Stücken innewohnt, entsprach. 

Angesichts der Erfolge, die Darling West in Norwegen geniesst, ist dem NUN ein beeindruckendes Konzert in einem angenehm kleinen Kreis gelungen. Die handwerklichen Fähigkeiten der Band zu erleben, machte es dann noch zu einem Ereignis, dessen Wiedersehen man herbei sehnt. 

Externe Links:

Darling West – https://www.darlingwest.no

NUN – https://nun.cafe

Julie Malia im Folkclub Prisma im Pforzheimer Gasometer am 10.02.2026

Julie Malia im Folkclub Prisma im Pforzheimer Gasometer am 10.02.2026

Julie Malia im Folkclub Prisma in Pforzheim am 10.02.2026
Julie Malia im Folkclub Prisma in Pforzheim am 10.02.2026

Zu den interessantesten Einrichtungen, die es in Pforzheim gibt, gehört das Gasometer. Ein ehemaliger Gasspeicher, der gleich einem  breiten Turm aus Stahl am Rande der Enz zu einem Monument für Ausstellungen und Events umgestaltet wurde. 

Ein besonderes Augenmerk verdient dabei die Möglichkeit, die sich dem Folkclub Prisma bietet.  Der engagierte Club nutzt ihn für Konzerte. Er ist damit eine Institution in Pforzheim, die seit 1974 für ein breites Konzertangebot in allen Bereichen des Folks und der Volksmusik bietet. 

Am 10.02.2026 war die Songwriterin Julie Malia zu Gast. Nannte sie sich noch vor einigen Jahren Jule Malischka, hat sich ihr Name seit einiger Zeit in die Kurzform gewandelt. International hatte sich ihr Geburtsname zwar als Alleinstellungsmerkmal bewährt, jedoch zeigte sich auch, dass die Aussprache schon im Anglo-amerikanischen Raum mit Problemen verbunden war. 

Auf großen Spuren, mit umfassenden Kenntnissen hinsichtlich der Technik und des Vermögens moderner und klassischer Gitarrenkunst ausgestattet, begibt sich Julie Malia auf eine Reise, die ihr sukzessive die Anerkennung und das Wohlwollen bekannter Namen zusichert. So sind ihre Songs von einem feinen, detaillierten Spiel begleitet, dass in seinen schönsten Momenten Erinnerungen, Verweise und Zitate versteckt, die in der Vergangenheit auch einen Ralph Towner im Zusammenhang mit der Interpretation seines Stückes „If“ begeisterte.

Große Vorbilder, bekannte Namen, scheinen da durch. Sie zeichnten ein klares Bild von den Wurzeln und der Entwicklung. Zeigten aber auch, dass sie mit ihrer Spielweise einen ganz eigenen, prägnanten Stil entwickelte, der Staunen machte. Fand sich doch auf der Bühne in Pforzheim – in relativ nüchterner Umgebung – eine Künstlerin, die professionell und mit einer scheinbaren, beflügelten Leichtigkeit das Instrument beherrschte. 

Julie Malia im Folkclub Prisma in Pforzheim am 10.02.2026
Julie Malia im Folkclub Prisma in Pforzheim am 10.02.2026

Die Lehrtätigkeit als Fachdozentin in Dresden für die Gitarre erklärte auch die Verbundenheit mit dem Klangkörper. Gibt sie ihnen doch sehr persönliche Namen. Doch offenbarte sie sich vor allem in der Fingerfertigkeit, der instrumentalen Versiertheit und der Abstimmung mit ihrem Gesang. Dieser, ausgestattet, mit einem warmen Volumen, erzählte von melancholischen, besinnlichen, aber auch verärgerten Momenten, die sowohl in Englisch, wie Deutsch eine Sprache fanden.

Angelehnt am Americana und den großen HeldInnen des Metiers, beherrschte sie die Tiefe des Blues, ebenso wie die Liebe zum Jazz und den artverwandten Bereichen. Mit einer beeindruckenden Mischung aus dem Charme des Schwäbischen, verbunden mit der Unkompliziertheit, wie sie in Dresden gerne gepflegt wird, nahm sie das Publikum für sich ein, machte den Abend zu ihrem eigenen. Präsentierte damit ein Potential, dass aufgrund der Vielfalt ihrer Möglichkeiten, bestimmt noch für weitere Stunden reichen würde. 

Ihr Spiel ist gezeichnet von einer Farbigkeit und einem Können, wie man es oft nur bei instrumentalen Stücken kennt. Dargeboten mit einer Liebe, die bestrebt ist, dem Handwerk noch etwas hinzufügen, dieses zu erweitern und zu entwickeln.

Julie Malia ist damit auf einem Kurs, den es zu beobachten gilt. Ein Wiedersehen ist wünschenswert, und wird – so sieht es jetzt schon aus – viele Neuigkeiten mit sich bringen.

Externe Links:

Julie Malia – https://juliemalia.com/

Folkclub Prisma –https://www.folkclub-prisma.de/startseite.html