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Schlagwort: KOHI

Bleib Modern (Support: Konstantin Unwohl) am 05.10.2026 im Kohi, Karlsruhe

Bleib Modern (Support: Konstantin Unwohl) am 05.10.2026 im Kohi, Karlsruhe

Bleib Modern (Support: Konstantin Unwohl) am 05.10.2026 im Kohi, Karlsruhe
Bleib Modern (Support: Konstantin Unwohl) am 05.10.2026 im Kohi, Karlsruhe

Die Vielzahl der Kabel waren beeindruckend, die Virtuosität an den Knöpfen lässig, aber bestimmt, und der Einsatz einer Gitarre mutig. Konstantin Unwohl ging seinen Weg bestimmt, klar und brach dabei spielerisch mit Gewohnheiten. Das Saiteninstrument, homogen in den elektronischen Klang einfliessen zu lassen – so dass es zwar seinen Charakter offenbarte – aber zwingend im Konzept blieb, war ein Tanz zwischen den Stühlen.

Konstantin Unwohl am 05.10.2026 im Kohi, Karlsruhe
Konstantin Unwohl am 05.10.2026 im Kohi, Karlsruhe

Dazu die Entschlossenheit spröde Poesie in seine Texte zu packen, alleine, mit wenigen Bewegungen sein Publikum mit Zitaten und Melodie zu verführen, um gleichzeitig mit den Klischees zu brechen – Chapeau!

Konstantin Unwohl zeigte ein Projekt, das zwar tanzbar in einer dunklen Ecke des Wave beheimatet war, aber offenbarte auch ein Leidenschaft – für das Experiment und einer Lyrik, die manchmal fast anklagend daher kam, besitzt. Bündig. Eine Ein-Mann-Show, die in einer stringenten Idee folgt, so stehen bleiben kann, und nicht mehr brauchte, um zu begeistern. Funktionierte.

Alles wieder verpackte. Die Elektronik zurück in die Kisten verfrachtet, die Bühne frei – denn das musste so sein – suchten Bleib modern das KOHI heim. 

Bleib Modern (Support: Konstantin Unwohl) am 05.10.2026 im Kohi, Karlsruhe
Bleib Modern (Support: Konstantin Unwohl) am 05.10.2026 im Kohi, Karlsruhe

3 Gitarren, ein Sänger, ein Schlagzeuger – nach Konstantin Unwohl, fast die klassische Besetzung. Große Vergleiche mal außen vor – Bleib Modern sind eine Rockband, die an den Grenzen der Genre nagt, ihre Einflüsse trocken zum Tragen bringt, aber vor allem einen geraden, atmosphärisch dichten Sound pflegt.

Viel zu versiert, um es zu begrenzen, und in den Einleitungen, den verspielten Momenten für Zitate und Klischees, zeigte sich wie die Spannbreite gedehnt werden konnte. 

Den mächtigen Beat, den Gesang von Philipp Läufer, sowie dem treibenden Bass und der Korrespondenz der Leadgitarren gelang vieles, was als historischer Verweis gelten kann, das Publikum gefangen nahm und dem KOHI einen bewegungsfreudigen Abend bescherte. 

Der erste Auftritt einer Tour war für sie ein gekonnter Einstieg.  Zogen sie dann auch ohne Atempause durch, waren dem dichten Sound verpflichtet und präsentierten eine Professionalität, die von Erfahrung und einem geschliffenen Material zeugte. Der Gesang in Deutsch und Englisch war erstaunlich homogen und bündig – ein Weg also zu dem man sie ermuntern kann. 

Mit Bleib Modern kam eine Band, die verdientermaßen eine breite Fanbase besitzt, aber auch für den Neueinstieg taugt. Als eingespieltes Team, dessen Arbeit und Material bündig ist, schafften sie schon direkt im Einstieg zu überzeugen, die Stimmung zu halten, eine gut austariertes Set zu spielen. 

Aufgrund des Drucks, erzeugt durch eindringlichen Vocals und den drei Gitarren, sowie den akzentuierten und kräftigen Drums brachten sie das KOHI zum Tanzen. Bekräftigten damit ihren Ruf, hielten das Ding am Laufen und hätten wohl noch ewig so weitermachen können. Verflixt eingespieltes Team, das routiniert am Werke war. Wird eine gute Tour.

Externe Links:

Bleib Modern – https://bleibmodern.bandcamp.com

Konstantin Unwohl – https://unwohl.com

KOHI – https://kohi.de

Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026

Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026

Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026
Jeff Aug im KOHI, Kulturraum am 30.09.2026

Fast eine Leistungsschau, und vor allem das exzessive Ausreizen der Möglichkeiten – das ist die spielerisch Kunst von Jeff Aug. Alleine, mit nur zwei akustischen Gitarren, trat er auf die Bühne, zu seinen Füßen die minimalste Ausstattung, die man derzeit an Loops und Effektgeräte antrifft. 

Jeff Aug konnte sich alleine auf seine Fingerfertigkeit verlassen. Der Mann braucht nicht mehr. Als einer der Schnellsten in seinem Metier, schreckte er vor nichts zurück. Genre, Richtungen waren da nur mehr Fingerzeig und Zitate. 

Jeff Aug kreierte dabei einen Stil, der seinesgleichen suchte, und in der Geschwindigkeit eine Herausforderung sein musste. Seine Fertigkeiten an dem Instrument verrieten eine Besessenheit und Verpflichtung, auch das Letzte, das Einzige und Wichtigste aus dem Instrument herauszuholen. Fast mochte man meinen, dass er es nicht er alleine sein konnte, was da so kraftvoll und klar daherkam.

Im KOHI bereits ein gern gesehener und gefeierter Gast, konnte er sein Set – ohne Pause – präsentieren. Das Staunen haftete an ihm. Das war kein Jazz, wenn er mit den Fingen über die Saiten flog, die Spannung steigerte, Elemente miteinander verwob und ein verwirrendes Muster präsentierte. Auch nicht Rock, oder Blues, oder Americana, oder was immer einem einfallen wollte, und dennoch genug von allem, um die Menschen zu begeistern, die auch nur eines davon favorisierten.

Jeff Aug ist ein Meister seines Fach, ein ausgewanderter Amerikaner, der seine Inspiration nun aus allem holt, was die Weide, die Berge und der See in seiner neuen Heimat – dem Allgäu – bietet. Dass er nebenbei in den unterschiedlichsten Projekten beschäftigt ist, trägt zur Farbigkeit bei, aber bietet vor allem Stoff auch für härtere Gangarten. 

Ein größer, bärtiger Hüne also, der die Gitarre mit einer Lässigkeit und Vehemenz nutzte, als müsste er die Stücke voll packen wie kleine Symphonien. Da blieb Zeit und Raum für Details, Verspieltheit und furiosem Vielklang. Genug zu entdecken für die Klassikfans, die Traditionalisten und jene, die den Höhepunkt suchen. Denn davon gab es allemal eine ganze Menge. 

Als Instrumentalist bei einem, der wenigen bestuhlten Konzerte, im KOHI glänzte er mit Bescheidenheit und Können. Kein Nebel, kein Rauch, kaum Lichtwechsel, statisch und konzentriert auf seine Fähigkeiten, gespickt mit kleinen Anekdoten im Slang seines Geburtslandes, wirkte sein Programm so stringent und bündig, dass die Zeit zu schnell verflog, und das nächste Konzert – mit Gruppe und damit Begleitung im TOLLHAUS im nächsten Jahr – Hoffnung auf mehr machen musste. 

Guter Mann mit großartigen Stücken, wenig Aufwand und einem Musikverständnis, das breit genug für wilde Kapriolen und Varianten ist. Ein Name für die Liste, und zum merken. Sollte man in Zukunft nicht verpassen.

Externe Links:

Jeff Aug – https://www.jeffaug.com

KOHI – https://kohi.de

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026
Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Geht man unbedarft an Blind Delon ran, muss man anerkennen: Andere haben mehr Ahnung und sind näher dran. Das KOHI war gut besucht, das Publikum bunt gemischt und die Stimmung auf dem besten Level, dass man sich wünschen konnte. Was immer da in der Luft lag, dass war schon eine gute Ahnung von dem was kommen durfte.

Eröffnen konnte Roma Deserta, allein, nur mit der Gitarre, aber unterstützt von einem Sammelsurium an Klängen, Sounds und eingespielten Instrumenten. Material, das komplex und dicht wirkte. Ein eigenes, kleines Reich, in dem sich sein orchestralen Wave-Verständnis widerspiegelte. 

Roma Deserta verfolgte ein Konzept. Eine Art Plan, der sich nicht nur in einer Multimedia-Show hinter ihm manifestierte, sondern auch in ausschweifenden, tanzbaren Rhythmen, den langen Einleitungen, und die fehlende Angst vor Überlängen. 

Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe
Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe

Das offenbarte eine sympathische Sturrheit, die der aktuellen Zeitbegrenzung nicht unterliegen wollte – aber vor allem auch eine Akribie, die aus einem Song so viel wie möglich heraus holen mochte.

Nicht der Balladensänger, sondern der Multiinstrumentalist und Tüftler standen auf der Bühne. In diesen Rollen holte er sein Publikum mit einem breiten, fetten Sound ab. 

Wurde zwar nur zum Teil live dargeboten wurde, aber bot in seinem dichten Konstrukt eine rhythmische Grundlage für Variationen.

Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe
Roma Deserta am 17 Juni 2026 im Kohi, Karlsruhe

Roma Deserta befindet sich damit in einem anspruchsvollen Spannungsfeld, bot aber genug Bodenständigkeit, um die Beine zu bewegen, die Hüften zu schwingen und den Abend kraftvoll einzuleiten.

Blind Delon kamen mit all der Wucht und Kompromisslosigkeit, die diese Mischung aus harten Gitarren, metallenen Percussions, elektronischen Beats und tiefem Gesang zuliessen. Was sich abzeichnete, wurde durchgezogen. Ekstatische Monotonie gepaart mit enthusiastischen Riffs. Wildes Gemenge aus den Besten aller Teile.

Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026
Blind Delon (Support: Roma Deserta) im Kohi am 17. Juni 2026

Mathis Hauray und Corentin Thibur, beide an den Saiten, liessen die Beats einspielen, arbeiteten konzentriert am Rhythmus und schoben alles mit Kraft und Würde in die Nacht. Kernige, akzentuierte Botschaften, die auf die Füße zielten und dem Kopf Pause gönnten. 

Eine Verweis auf alles, was schon da war, was noch kommen kann, und damit so viel zeitgemäßer als viele andere Protagonisten, wenn sie zitieren. Eben jene Momente, die in den Clubs geboren wurden, dorthin gehören und genau an diesen Orten ihren Impuls erleben. 

Mit einer bewundernswerten Energie, und der richtigen Entschlossenheit, dem Ding keine Ruhe zu gönnen, präsentierten Blind Delon eine rasante Mischung, die begeistern konnte. Das zuckte, das krachte, das lebte, dass hatte den richtigen Schlag und die Konsequenz um in die Beine zu gehen, im Nacken spürbar zu bleiben und nicht mehr los zu lassen.

Blind Delon gehören zu jenen Bands, die die Nacht dunkler machen, die Kühle vertreiben und für all das in Erinnerung bleiben. Rock’n’roll der elektronischen Jahre, selbständig genug um im Gedächtnis zu haften . Hat ja auch bisher gut funktioniert.

Externe Links:

Blind Delon – https://www.instagram.com/blindelon/?hl=de

Roma Deserta – https://www.instagram.com/roma_deserta_music/

KOHI – https://kohi.de

Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026

Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026

Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026
Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026

Das zweite Deutschlandspiel der diesjährigen WM hing in der Warteschleife, die Public Viewing Areas versammelten die Fans bei der Hitze und das KOHI bot eine klimatisierte Bühne an. Das darf man nicht unterschätzen. So langsam könnte es zur Location der ersten Wahl werden. 

Die Heydays standen schon eine ganze Weile auf der Wunschliste. Irgendwie ständig verfehlt, immer nur ein paar Schnipsel mitgenommen, Einladungen lagen ungünstig, und das ging nun schon Monate lang so. Und die Neugier wuchs. 

The Sonic Spy machten den Support. Klare Sprache, die richtigen Riffs, nach vorne treibend, in den Lyrics verständlich und die ehrliche Haut, die auf der Bühne alle Kraft in den Opener legte. Aus dem Irgendwo zwischen Calw und Stuttgart angereist, versprachen sie vieles, hielten alles, und das Publikum in Bewegung.

The Sonic Spy im KOHI am 20.06.2026
The Sonic Spy im KOHI am 20.06.2026

The Sonic Spy gaben der Schnörkellosigkeit Raum und überzeugten vor allem mit einem fitten, reizvoll genauen Spiel. 3 Männer an den Saiten, einer der im Hintergrund mehr als nur den Rhythmus beherrscht und wie eine Maschine, das Ding am Laufen hielt. 

Damit strebten die Jungs nach vorne, bereiteten den fruchtbaren Boden vor und wußten zu begeistern. Die waren aufgeregt, voll dabei, die konnten das und durften das. Geradeaus Rock, der sich in den meisten Genres bedient, aber stark authentisch, glaubhaft und bodenständig war. Kein Zweifel, das funktionierte. Kann man nicht nur lassen, muss man auch mal loben. Haben sie gut gemacht.

Für Die Heydays genau jene, die sie brauchten. Bündig wie Auge und Faust schlossen sie an, spielten ihren Charme aus, zeigten sich in einer gewitzten Stimmung, die zwischen purem Ernst, klugen Lebensregeln und wildem Punk ihr Ziel suchte.

Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026
Die Heydays (Support: The Sonic Spy) im KOHI am 20.06.2026

Das ging schnell, fokussiert, mit schierem Spaß am Spiel. Alles sichtbar, alles gleich und jetzt sofort. Mit voller Lakonik, dem Witz im Zitat und der richtigen Mischung aus ungehemmt und ungezügelt. 

Die Heydays machten eine Party. Wollten, das alle mitmachen, vorne am Rand, gaben ihr Bestes und wirkten so, als würden sie da gerne noch eins draufsetzen. 

Wegen der Sonne, dem Ball und was sonst noch an so lauen Sommerabenden zählte, war das KOHI nur halb besucht, aber das hatte nichts mit den Protagonisten auf der Bühne zu tun. Die hätten ihre Rechnung auch mit einigen Hundert gemacht und auf jeden Fall das Zeug dazu. 

Angetan mit weißen Hemden, einem rosa Schlagzeug und einem Frontmann, der sich soweit vorwagte, wie man ihm Raum liess, nahmen sie alles, was irgendwie rumlag, für sich ein und das natürlich in einer urtypischen, klassischen Besetzung. 3 Gitarren und hinten Wumms. Rock’n’Roll vom Feinsten in der modernsten Form. Nennt man Punk, ist Power, hat den Song, die Zeilen und wenn man wollte, konnte man bei den Heydays nach zwei Akkorden auf jeden Fall mitbrüllen. Guter Stoff für solche Abende. Schöne Sache für die Zukunft.

Externe Links:

Die Heydays – https://www.dieheydays.de

The Sonic Spy – https://thesonicspy.com

KOHI – https://kohi.de