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Schlagwort: Musikerinnen

Radio Jazznrhythm öffnet sich!

Radio Jazznrhythm öffnet sich!

Ende August 2021 müssen wir die ersten Resümees ziehen. Wir haben treue Hörer:innen. Wir senden ohne Pause. Und wir haben einen klaren Sound, der tagsüber ruhig und experimentell ist, abends eher mutig und ausgelassen.

Aber wir müssen bekennen: Das mit dem regionalen Bezug klappt nur bedingt. Zwar ist RADIO JAZZNRHYTHM ganz klar im Rhein-Neckar-Raum angesiedelt, und möchte diesen auch unterstützen (das bleibt), aber gleichzeitig macht ein Webradio aus, dass es unkompliziert über einen Webbrowser (und nun auch über Apps) zu erreichen ist. Und das im besten Fall landes- und weltweit. Dem sollten wir langsam Rechnung tragen. Soll heißen: Wir möchten gerne ALLE Kreativen ein Angebot machen. Wenn ihr Lust habt, dann dürft ihr uns auf Eure Webseiten, Songs und Konzerte aufmerksam machen. Wenn es passt, dann nehmen wir Euch gerne in das Programm auf.

Wir würden uns freuen! Schreibt uns hier oder auf unsere Mail-Adresse: andreas@jazznrhythm.com

Neue Musik auf RADIO JAZZNRHYTHM

Neue Musik auf RADIO JAZZNRHYTHM

Wir bemühen uns immer wieder eine kleine Menge neue Musik in das Programm von RADIO JAZZNRHYTHM einzuspielen. Wir nutzen dazu genau die Medien und Quellen, die ihr auch nutzt. Die großen Onlineportale, die Neuerscheinungen auf ihrem Marktplatz vorstellen, sowie die üblichen Verdächtigen unter den Streamingdiensten, die in Playlisten und ähnlichen KI-gesteuerten Algorithmen versuchen unserem Geschmack am nächsten zu kommen.

Was uns dabei allerdings Sorge bereitet: Die Bedienung unseres Geschmacks ist gar nicht das, was wir wollen. Denn dieser ist so vielfältig, wie das Spektrum der Musik, dass es seit über 100 Jahren gibt. Wir mögen Swing, Blues, Rock‘n‘Roll, Soul, Funk, französischer Chanson und vor allem die Musik der kapverdischen Inseln. Wir mögen das Konzept, dass Musik eigentlich keine Grenzen hat und auch keine solchen akzeptiert.

Die großen Online-Marktplätze für Musik (also ITunes etc.) versuchen normalerweise ihren Hörer:innen sehr nahe zu kommen, deren Vorzüge zu eruieren und ihnen genau das zu bieten, was sie bevorzugen. Bei einem gesteigerten Interesse für Songs von Leonard Cohen bekommt man halt eben nur das angeboten, was naheliegend in einer ähnliche Stimmung angesiedelt ist.

Die Frage, die sich uns dabei stellt: Wie informiert Ihr Euch über Musik? Was sind Eure Quellen? Wie findet ihr neue Musik?

Wir haben In den letzten Tagen die üblichen Playlisten der ROTATION (Montag-Freitag von 6:00 – 17:00) und DARKER etwas aufgepeppt. Die ROTATION soll eine angenehme Mischung aus altem und neuem darstellen. Nichts soll überliegen, die Schwerpunkte sollen eher gestreut als zielgerichtet werden. In der Rotation darf alles rein, was akustisch und relaxt daherkommt. Da kommen die unplugged Versionen der Nirvana-Titel, aber auch die Interpretation von Neneh Cherry. Da wird Toris Amos, aber auch Alex Clare gespielt Alles nebeneinander, alles von Hand kuratiert, aber vom Zufallsgenerator gemischt.

Die Rotation wurde um weitere fünf Stunden aufgestockt. Sie läuft zwar am Wochenende sehr lange (Donnerstag-Freitag 6:00-21:00, Sonntags als lässiger Sonntag von 6:00-2:00 in der Frühe des nächsten Tages), aber die eigentliche Länge des Programmblocks ist auf über sechzig Stunden ausgelegt. Das heißt: Für über sechzig Stunden gibt es Material in der Rotation. Dieses geschieht, um die Wiederholungen zu verringern. Da finden sich nun, seit diesem Wochenende Klassiker von Creedence Clearwater Revival, besagter Leonard Cohen, einiges von Sting, und eine ganze Menge von Musiker:innen wie Sade, deren Oeuvre heute unterschätzt wird.

Vier Mal in der Woche (Montags, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ) gibt es von 17:00-20:00 Uhr DARKER. Auch Darker, das gerade mal 3 Stunden an vier Tagen läuft, hat eine Playlist, die ungleich länger, nämlich aktuell ca. 20 Stunden lang ist. Ziel ist es allerdings, diese Stundenzahl zu verdoppeln, wenn nicht sogar zu verdreifachen. Wir wollen euch mehr Sound bieten, mehr Abwechslung, viele unterschiedliche Varianten, Cover und Ideen. Auf diesem Weg werden die Playlisten immer wieder wachsen. Aber wie fließen die Ideen da ein?

Auf der einen Seite liegen den Playlisten lange Erfahrungen als DJ und Musikkritiker zu Grunde. Und der Wille möglichst viel Musik aus den unterschiedlichsten Genres kennenzulernen. Die aktuellen Medien sind nicht sehr hilfreich. Verständlicherweise. Musikzeitschriften erfüllen den Zweck ebenfalls auch kaum noch, richten sie sich doch an einen Leserkreis, der eher in einer Zeit verharren will, als neues zu entdecken. Es ist spannend, dass die meisten Musikzeitschriften heute Gesichter auf dem Cover haben, die schon seit 50-20 Jahre bekannt sind, aber nicht das widerspiegeln, was eine aktuelle Musikszene bieten könnte.

Wo also bekommt man einen Gesamtüberblick über alles, was neu erschienen ist, über die Strömungen und Wellen? Ideen sind hier immer willkommen, denn wir möchten gerne wissen, wie ihr das macht. Wo holt ihr Euch Eure Inspirationen? Von wem lernt etwas über neue Musik? Wenn ihr jetzt, von RADIO JAZZNRHYTHM, dann fühlen wir uns natürlich geehrt und freuen uns :-). Versteht sich.

1,5 Millionen Roboter werden Dir folgen

1,5 Millionen Roboter werden Dir folgen

RADIO JAZZNRHYTHM gibt es nun seit ca. 3 Wochen. Das heißt, wir nennen diese Phase immer noch gerne Aufbauphase und beobachten, wie bestimmte Formate ankommen. Strategisch gibt es keinen Plan, wie wir den Sender bekannt machen, aber es spielen sich gewisse Regeln ein.

Wir posten wiedererkennbar in einem Social-Media-Account auf Instagram nahezu täglich ein Bild, das sich im Nachgang auch hier findet. In dem Bild behandeln wir Themen, die uns am Herzen liegen, oder zum Tag passen oder einfach nett sind. Im Grunde nicht mehr als ein Kalenderblatt, mit einem Logo, einem Spruch und einigen Hashtags, die sich immer auf Webradio, Internetradio und die Region beziehen.

Wir versuchen mit Regelmäßigkeit und Ritualen das Thema in Griff zu bekommen, und sukzessiv darüber bekannter zu werden. Das kann gerne weitgehend transparent geschehen, denn uns liegt viel daran, uns nicht größer darzustellen, als wir sind. Webradio kann, wenn man es kritisch betrachtet, und die Nische fokussiert, auch ein totes Pferd sein. Ich habe schon mal erwähnt: Über 50% aller Webradios laufen wahrscheinlich unter dem Radar ohne ZuhörerInnen. Das dürfte mit der Menge an Podcast sicherlich ähnlich sein. (Blogs haben übrigens auch verrückte Einbrüche und Halbierungen in den letzten drei Jahren erlebt). Das hat zum Teil etwas damit zu tun, dass ein großer Markt zu einer noch größeren Professionalisierung führt, und Produkte, hinter denen ein Team steht, eben entsprechend harmonischer und abgestimmtes rüberkommen, als Einzelprojekte, die in der Freizeit geschaffen werden. Nichtsdestotrotz: Wir gönnen uns die Zeit, lieben die Nische und arbeiten langsam aber sicher am Profil.

Wenn wir auf Instagram die Hashtags „Webradio“, „Internetradio“ oder auch bestimmte Musikrichtungen verwenden, dann erscheinen bestimmte Kommentare in dem Bruchteil einer Sekunde. Wir werden gebeten, doch bitte eine Direkte Nachricht an einen bestimmten Account zu senden oder diesen zu erwähnen, damit unser tagesaktuelles Bild von dem Account mit einer phänomenalen Reichweite übernommen und wieder gepostet werden kann.

Langfristig oder auch nur kurzfristig sollte uns dieser Account dann Follower bringen, und uns bekannter machen. Diese Accounts haben normalerweise mehrere Millionen Follower, die wir ja auch als optionale Follower gewinnen könnten. Meistens handelt es sich um internationale Accounts mit diesen sehr austauschbaren Namen und Zahlenkombinationen (wie sie oft von Instagram selbst vorgeschlagen werden, wenn man sich da anmeldet). Die Zahl der Bilder ist begrenzt. Viele Bilder sieht man mehrmals in den Accounts. Die Kommentare, die uns dazu auffordern, so zu verfahren klingen alle ähnlich und sehr gleich, die Accounts sind jedes Mal andere. Und wie gesagt, dass geschieht im Bruchteil einer Sekunde nach dem Posten eines Bildes. Also automatisiert. Die Kommentare sind englisch, unsere Informationen über RADIO JAZZNRHYTHM immer in deutscher Sprache. Nur die Hashtags sind halt englisch.

In DM (Direkten Mails), die uns auch erreichen, wird es konkreter. Hier wird uns angeboten, zu einem Sonderpreis, unser Bild für – sagen wir mal – 25 Euro in einem reichweitenstarken Account zu präsentieren. Wir machen das nicht, löschen diese Anfragen, blockieren die Fragenden, aber es wiederholt sich natürlich von anderen Adressen. Und wir sind uns absolut sicher, dass es funktioniert: Wir werden mit Sicherheit eine Menge Follower auf diesem Weg bekommen. Wahrscheinlich wird Instagram uns entsprechend der Follower-Zahl als relevanter, wichtiger und repräsentativer bewerten. Unter Umständen rücken wir damit in die Vorschlagslisten ein bißchen weiter vor, sind bei Suchen präsenter und ihr findet uns schneller. Wäre vielleicht ein Win-Win. Und wir sind uns sicher, dass es als durchaus berechtigte Kalkulation gesehen werden kann, wenn man sich in den Influencer-Markt begibt. Investiere diese 25 Euro (egal wie legal das jetzt sein mag, und ob Instagram das toll findet), bekomme deine Follower und nutze diese Zahl für potentielle Partner, die mit dir werben wollen. Merkt ja keiner, dass eventuell 1,5 Millionen Follower nur Roboter sind. Und bis das raus kommt, ist man vielleicht etabliert genug, um das Ding am Laufen zu haben. Also eine Investition.

Das Problem, das sich bei uns stellt, ist allerdings: Das sind keine HörerInnen. Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Roboter hören kein Radio, nicht mal, wenn wir den ganzen Tag Kraftwerk laufen lassen. Diese Zahlen würden beeindrucken, keine Frage, aber wie erkläre ich das KünstlerInnen, die vielleicht ihre Werke bei uns präsentieren wollen, und dabei feststellen: 1,5 Millionen Follower, aber nichts passiert nach der Radiosendung selbst?

Wir hätten, wenn wir uns damit anfreunden würden, durchaus eine Realitätscheck, der im Verhältnis 0-1,5 Millionen stehen kann. Ich vermute, mit diesem Phänomen müssen andere leben, wir wollen das nicht.

Trotzdem, wir beobachten das mit einer gewissen Spannung. Unterm Strich ist unser Verhältnis zu den großen Social-Media-Netzen gespalten. Je mehr wir davon erfahren (und das war auch bei Podcasts schon so), umso mehr möchten wir uns daraus zurückziehen, aber eine wirkliche Alternative fällt uns dazu nicht ein.

Überschlägt man die Situation jedoch im Kopf, und große Reportagen haben ja auch schon davon berichtet, dann ist eine unglaublich Summe an Roboterarmeen unterwegs, die wir jetzt mal 10-20% aller Accounts sehen (Tendenz steigend). Auch wenn wir die Zahl weder verifizieren, noch beweisen können.

Wenn Euch sowas auch in Zukunft interessiert, dann berichten wir gerne darüber, wie sich das entwickelt und weiter geht. Wir haben so ein bißchen Spaß an der Transparenz und dem Blick hinter die Kulissen. Gerne lassen wir Euch daran teilhaben.

Und was ist aus den CDs geworden?

Und was ist aus den CDs geworden?

Das auf Plattenbörsen tatsächlich nur noch Vinyl zu finden ist, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war lange, lange Zeit nicht mehr auf solchen Veranstaltungen. Im Grunde blieb ich schon deswegen fern davon, um einfach meinen Finanzhaushalt in Griff zu haben. Plattenbörsen kosteten mich früher ein Vermögen, aber sie waren – neben den Second Hand -Läden – lange Zeit, die einzige Möglichkeit an rare Scheiben zu kommen. Das aber liegt, wie gesagt, schon sehr lange zurück. Mittlerweile gibt es ebay, rebuy und ähnliche Plattformen. Es ist gar kein Problem Musik günstig zu erwerben.

Mein persönlicher Geschmack ist sowieso schräg genug, um aus Nischen bedient zu werden, in denen ich mich fast konkurrenzlos bewege. Wer hört hierzulande außer mir Zydeco oder Cajun? Wer mag außer mir Bluegrass und Acid Jazz? Das sind Richtungen, die erklärungsbedürftig sind und keine Mehrheiten finden. Meine liebsten Tonträger finde ich in der Regel auf Wühltischen. Aber was ist mit den CDs passiert?

Wie gesagt, auf Plattenbörsen spielen sie fast keine Rolle mehr. Als Neil Young zu Beginn der Digitalisierung der Musik einer der größten Gegner der CDs war, hätte ich nie gedacht, dass er mal Recht behalten sollte. Aber scheinbar bewegt sich alles wieder zur empfindlichen Scheibe, die leicht verletzbar unter einer Nadel einen Ton erzeugt. Es gibt gute Gründe dafür, und es gibt eine Menge, die man einwerfen kann, wenn es um die Wirkung von Sonne und andere Umwelteinflüsse geht. Aber auch die CD hat im Laufe ihres Lebens eine massive Wandlung von einem unempfindlichen Datenträger zu einer schnell zerstörbaren Scheibe gemacht. Meine ersten „Frankie goes to Hollywood“-Maxis waren hart, feste, dick und man konnte definitiv nicht durch sie durchschauen, aber vieles, was danach kam, erinnerte mich eher an die tönenden Postkarten meiner Großeltern, als an das tatsächliche Konzept, dass der CD zugrunde lag. Mal abgesehen davon, dass Hund und Katze wahrscheinlich vom analogen Sound immer mehr hatten, als von der CD, die – ähnliche wie MP3 etc – den Sound fürs menschliche Ohr hatte (also unten und oben die unhörbaren Bereiche einfach wegknipste).

Wer Webradio, wie wir macht, der darf sich damit nicht beschäftigen, denn wir senden quasi die komprimierte Version eure Stuben, aber wir verstehen uns auch nur als Eure Begleitung und Inspiration. Und hoffen, dass Ihr den ultimativen Sound kauft. Nur – in welcher Form werdet ihr das tun?

Meine CDs werde ich demnächst vor die Tür stellen (sofern sie niemand abholt. Will sie jemand? Meldet euch), denn den Aufwand, sie in Rebuy zu verkaufen, möchte ich mir nicht mehr antun. Andererseits besorge ich mir mittlerweile meine Musik hauptsächlich über Onlineshops in diverser Qualität (je nachdem) und versuche Datenträger (egal ob analog oder digital) schon aus Platzgründen zu vermeiden, aber wie macht ihr das? Kauft ihr überhaupt noch Musik? Hört ihr lieber Spotify, Amazon, Apple etc.? Habt ihr noch CDs?

Oder ist die CD tatsächlich tot und Vinyl hat, wider Erwarten, alles überlebt und erfreut sich heute ungeahnter Popularität?