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Schlagwort: MusikerInnen

Neues Bildmaterial im Karlsruher Archiv

Neues Bildmaterial im Karlsruher Archiv

In unregelmäßigen Abständen fliesst immer wieder neues Material in das Karlsruher Archiv . Viele Cover, aus ganz unterschiedlichen Richtungen, Flyer, Fotomaterialien von verschiedenen Bands und Locations, sowie Informationen. In den letzten Tagen wurden vor allem die Diskografien der einzelnen MusikerInnen und Bands erweitert. Mittlerweile ist die Zahl der Seiten, die sich mit ihnen beschäftigen, aber auch Bühnen und Labels berücksichtigen auf 750 angewachsen. Das Bildmaterial, dass sich insgesamt auf jazznrhythm.com befindet und vor allem im Karlsruher Archiv zu sehen ist, liegt bei fast 1900 Abbildungen.

Dabei wurden über 3000 externe Seiten verlinkt, die weiterführende Informationen zu Plattenläden, Labels, Bands etc. führen. Viele Wikiseiten finden sich darunter, aber auch viele Bandcamp Adressen.

Das Archiv wächst langsam, aber stetig. Die aktuelle Galerie leistet dabei nur einen groben Überblick. Der größte Teil verbirgt sich unter der Oberfläche. Da es sich bei vielen Veröffentlichungen um Special-Interest-Themen handelt, die auch Gesangsvereine, Akkordeonorchester und ähnliche musikalische Initiativen nicht unberücksichtigt lassen und auf jeden Fall auch erwähnen, mag es sein, dass manche Seiten lange Zeit unbeobachtet – quasi unter dem Radar – wachsen. Um so größer ist die Freude, wenn wir feststellen, dass es Zeitzeugen oder Menschen gibt, die einen Bezug zu dem einen oder anderen Namen haben.

Grundsätzlich interessieren wir uns aber auch für die Bands, die keine Tonträger offiziell hervorgebracht haben, aber trotzdem in Karlsruhe und Umgebung aktiv waren. Oder sogar noch sind. So gab und gibt es in den meisten Schulen Gruppen und Interpreten, die auf Schulfesten und oft in hauseigenen Proberäume aktiv waren. Falls es hierzu Materialien gibt – es besteht immer Interesse daran.

Klangwerk im NUN

Klangwerk im NUN

Klangwerk im NUN am 12.12.2025
Klangwerk im NUN am 12.12.2025

Kein Konzert, aber vielleicht gerade deshalb interessant. „Klangwerk“ im NUN, Kulturraum bietet eine Chance für Menschen, ein Instrument spielen oder singen. Auf der Bühne des NUN besteht, jeweils zum Ende des Monats, die Möglichkeit für eine Jamsession. 

Wer Lust und Zeit hat, kann sich dann live und spontan mit anderen MusikerInnen treffen. In der Regel akustisch, oder nur sehr verhalten verstärkt, bietet das NUN Raum und Platz für bis zu 3 Stunden ausgedehntes Üben und Kennenlernen (von 19:00 – 22:00). 

Wer gerne nur zuschauen möchte, ist genauso willkommen. Um noch ein Bier zu trinken, denn der Abend war schon angebrochen – und bot nichts anderes – kam ich gestern vorbei. Das Publikum war überschaubar. Über die ganze Lokalität verteilt, waren es wohl wechselnd 5-6 Leute. 

Das NUN bietet Platz für bis zu 60 Anwesende. Also hatte noch Luft nach oben. Interessant war: Diejenigen, die  das NUN besuchte, verschwanden manchmal kurz darauf, um mit einem Instrument wieder zu kommen. 

Was am Anfang fast schon eingespielt wirkte, und wohl zusammengesetzt war aus regelmäßigen Gästen – die sich schon kannten und  fröhlich vor sich hin jammten – entpuppte sich sukzessiv als spannende Konstellation. Schlossen sich doch noch zwei  Sängerinnen, eine Saxophonistin und ein Trompeter an.

Etwas, was das NUN schon immer auszeichnet, und sich vor allem in diesem Kontext zeigte: Es ist offen für alle Menschen. Auf der Bühne fanden sich zum Schluss MusikerInnen aller Altersgruppen und Stilrichtungen, die zwar alle in unterschiedlichen Repertoires und Genre heimisch waren, jedoch bei Klassikern wie „Sunny“, „Two of us“ oder „Hotel California“ eine gemeinsame Basis fanden.

Das Faszinierende für Unbeteiligte wie mich, die es nie geschafft haben, die Disziplin für das Erlernen eines Instrument aufzubringen, ist bei solchen Gelegenheiten immer, wie alles Unwichtige schwindet, wenn Menschen zusammen Musik machen. Mag es noch so holprig sein, Fehler einfliessen oder Experimente beinhalten, in einem Song finden alle zusammen, so dass man immer die Chance nutzen kann, dem beizuwohnen. 

Zum Schluss, als auch mal eine Geige zu zwei Gitarren, einem Keyboard und permissiven Instrumenten erklang, hatte man das Gefühl etwas Einmaligem beigewohnt zu haben. Und das darf man sich gönnen. 

Das NUN ist in einem Mietshaus untergebracht. Ein Umstand, dem sie Rechnung tragen müssen. Der Sound darf eine bestimmte Dezibel-Zahl nicht übersteigen. Alles bleibt daher in einem Rahmen, der akustisch, im Bereich einer Unplugged-Session angesiedelt ist. irgendwo zwischen Lagerfeuer und gemeinsamen Musizieren bei Familienfesten. Die Stücke wirken dadurch immer etwas gedrosselt, verhalten, aber auch angenehm zum Bier und den Salzstangen. 

Für kurze Zeit ein Raum, in dem alles ein bißchen friedlicher wirkt, als außerhalb wo der Nebel aufzog und sowieso viel zu viele Dinge gleichzeitig passieren.

Meinung zu „Gehts noch, Karlsruhe?“

Meinung zu „Gehts noch, Karlsruhe?“

Gehts noch Karlsruhe?
Gehts noch Karlsruhe?

Einführung

Das Thema klingt abstrakt, die Situation überspitzt und die Argumentation überrascht. Karlsruhe hat sicherlich mehr Probleme als nur die Club- und Eventkultur. Eine Kürzung um weniger als 10%  in diesem Bereich scheint dabei marginal und vertretbar. 

Der Haushalt für das nächste Jahr sieht im Bereich der Kulturförderung eine pauschale Reduzierung vor. Eine ausführliche Aufstellung der Mittel und weiteres Material zum Thema findet sich auf der Seite https://gehtsnochkarlsruhe.de/ .

Faktisch wäre damit der Komplex erklärt und aufgezeigt. Einzelne Location empfinden die Situation, je nach ihrer Finanzierung, different. Treffen tut es alle. In verschiedenen Artikel versuchten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ die Lage für einzelne Einrichtungen dar zu stellen. Es gab dabei Aufstellungen  über die individuellen Ausgaben, ein Hinweis auf die Engpässe, die Variablen, die teilweise noch zum Jahresbeginn unkalkulierbar bleiben und einen groben Überblick über die Szene in Karlsruhe.

Das Problem muss allerdings im Kontext der zur Zeit stattfindenden Entwicklungen gesehen werden. Dafür ist es notwendig etwas weiter auszuholen. 

Karlsruhe hat eine sehr reiche – in manchen Punkten auch einzigartige und –  gepflegte Kultur an Livelocations. Es gibt ein kollegiales, fast familiäres Nebeneinander der Veranstaltungsorte, die gerne auch übergreifend und gemeinsam operieren. Je nach Größe mancher Events wird auf die Option zurückgegriffen, eine Veranstaltung zu verlegen oder weiter zu reichen. Das macht Karlsruhe sehr flexibel und attraktiv für seine Gäste. 

Städte in der Größenordnung Karlsruhes werden gerne von Bands mitgenommen, sind aber nicht der Anziehungspunkt für internationaler Superstars. Hier rangieren Berlin, Hamburg, München und Köln in wechselnder Rangfolge auf den ersten Plätzen. In Städten wie Karlsruhe ist es daher notwendig, eine kleine, flexible Szene aufrecht zu halten. Diese macht die Stadt für den Zuzug, den Studenten, aber auch Touristen attraktiv. 

Eine lebendige Konzertszene belebt Stadtviertel, lässt im Umfeld Lokale, Restaurants, Hotels entstehen und vermeidet Ghettosituation. Stadtteile werden dadurch als lebendig wahrgenommen und wandeln sich nicht in reine Schlafstätten. Live-Events binden Menschen an ihr Viertel und beleben die Nachbarschafts- und Vereinsstruktur aktiv.

Soll heißen: Die Arbeit an einer lebendigen Kulturszene ist ein wertvolles Gut, das eine Stadt der Größe Karlsruhes auf der Habenseite verbuchen kann. Es ist stellt keine Ausgabe dar, deren Gewinn nicht berechenbar ist.

Mit ein bißchen Vorstellungskraft, darf man gerne davon ausgehen, was die Kaiserpassage ohne den Jazzclub, der Werderplatz ohne das KOHi, der Schlachthof ohne die Alte Hackerei, das Substage und das Tollhaus wäre. 

Die Anziehungskraft des Schlachthofs, die gemeinsame Identifikation mit dem zur Verfügung gestellten Raum, ergibt sich aus der Möglichkeit, den Bereich Tag und Nacht zu nutzen. Also Arbeit und Freizeit in Einklang zu bringen.


Eine solche, einzelne Institution – wenn sie sich etabliert hat –  und zum Anziehungspunkt für Auswärtige und Einheimische geworden ist, in Frage zu stellen, in dem man die Existenz mancher Lokalitäten bedroht, ist auch eine Variante sich selbst (als Stadt)  in Schieflage zu bringen.

Es dauert Jahrzehnte eine lebendige Kulturszene aufzubauen

Wichtig ist dabei zu bedenken: Die meisten Kulturstätten, die aufgrund eines privaten Einsatzes, meist ohne Entgelt, aufgebaut und geführt werden, haben lange Jahre und Durststrecken hinter sich. Eine Basis und ein Publikum als Fundament zu finden, bedarf viel Kommunikation, Einfühlungsvermögen und die entsprechende Sensibilität, für das was funktioniert und genau hier passt.

Wenn es heute einen Unterstützerkreis gibt, die Publikumszahlen nach Corona wieder ein interessantes Niveau erreichen, dann verbergen sich dahinter Jahre, teilweise Jahrzehnte an mühevolle Arbeit Kultur zu etablieren und einem Publikum nahezubringen. 

Dieses gilt – ohne Ausnahme – für jeden Veranstaltungsort. Alle haben mit Fingerspitzengefühl bewiesen, dass sie es geschafft haben, einen Bereich zu schaffen, der charakterlich in sein Umfeld passt, sich arrangiert und einem Genre und ganzen Generationen an MusikerInnen eine Heimat zu bieten.

Es ist nahezu unmöglich innerhalb eines Jahres so etwas in diesem Kultur-Bereich zu etablieren. Es bedarf Vertrauen, Erfahrung, einem Netzwerk im Hintergrund und ein Umgang mit den Kreativen, der sich über diesen Zeitraum aufbaut.

Clubbesitzer, ehemalige, aber auch gegenwärtige, die das Thema stemmen wollten, können davon ein Lied singen. Was heute verschwindet, das wird für die nächsten Jahre nicht wieder auftauchen oder erneuert werden können. 

Der Schaden, der durch verschwundene Kultur, entsteht, wird beträchtlich sein. Wenn sich Restaurants und Lokale im Umfeld von Kulturstätten ansiedeln, dann mag das zufällig wirken, aber die Beziehungen sind bei genauer Betrachtung erkennbar. Die Schließung einer solchen Stätte wird unwillkürlich – fast ohne Verzug – auch zu einer merklichen Veränderung der Gastronomie führen. Im schlimmsten Fall zu einer Verödung.

Der Werderplatz und das KOHI

Als Beispiel sei der Werderplatz genannt. Ein Sorgenkind der Stadt. Im Laufe der Jahre gab es verschiedene Versuche die Attraktivität zu erhöhen, mit Verboten, Verwarnungen, Einsätze und auch Hilfsangebote. Die zunehmende Erhöhung der  Attraktivität durch Biergärten, Lokalitäten, Kulturangebote haben den Werderplatz mittlerweile wieder zu einem Anziehungspunkt gemacht, der auch für Außenstehende und über die Grenzen der Stadt interessant ist. Das KOHI in der Mitte des Platzes ist mittlerweile bei aufstrebenden MusikerInnen und KünstlerInnen, aber auch als Galerie ein Begriff. Es wird geschätzt, gelobt und mit Preisen erwähnt. In seinem Umfeld legen DJs in den umliegend Lokalen auf, haben sich Events auf dem Platz etabliert, fungiert mittlerweile eine lebendige Szene.

Das NUN in der Oststadt

Das NUN in der Oststadt erfüllt ähnliche Zwecke. Es bietet einen kleinen experimentellen Rahmen für ruhige, zumeist akustische Konzert in einer Atmosphäre, die in dieser Form einmalig ist. 

Ist damit ein Ort, der vor allem für ruhige, junge Künstler aus aller Welt zu einem Begriff wurde. 

Etwas wie das NUN, das immer noch- nach Jahren – als geschätzter Geheimtipp fungiert, arbeitet ausschließlich auf einer Vereinsbasis, die vom Aufwand nahe an der Selbstausbeutung ist. Niemand wird bezahlt, alles, was dort – in einer freundlichen, zuvorkommenden Atmosphäre – geschieht, passiert freiwillig. Abends, nach dem jeweiligen Broterwerb der Mitglieder! 

Es belebt die Oststadt, stärkt ihre Position als kulturell interessanter Ort und hilft bei der Attraktivität für alle Bewohner des Stadtteils.

Die Coronajahre

Doch die Thematik ist noch um einiges größer: Die Coronajahre waren für die Kulturbranche ein Fiasko und führten vielerorts zum Zweifel an der Sinnhaftigkeit   – daran sich von seiner Leidenschaft zu ernähren. 

Die Situation wurde, trotz versuchter Unterstützung, teilweise prekär und unverhältnismäßig hart. Man merkt es auch, dass – obwohl wir uns heute alle so fühlen, als ob das weit in die Vergangenheit liegt – es für Künstlerinnen sich so verhält, dass dasThema nach wie vor präsent ist. Es hat Einzug gefunden hat in Songs, Bücher und Bilder. 

Die Coronajahre waren ein Einschnitt. Manche fanden da nicht mehr raus. Das Publikum brauchte sehr lange, um wieder wie gewohnt in Konzerte zu gehen. Einige machen das bis heute nicht mehr.

Die Coronajahre sind in der Biografie vieler KünsterlerInnen verlustbehaftete Einschnitte, die noch lange, auch weit über die Zeit hinaus, spürbar sein werden. Den Faden wieder aufzunehmen, den Anschluss wieder zu finden, das war und ist nicht einfach. Bands hatten sich aufgelöst, Veröffentlichungen floppten, weil Tourneen nicht stattfinden konnten und manche InterpretInnen verloren ihre Stimme und fanden sie nicht wieder.

Nach den Coronajahren sind vor allem die kleinen Clubs und Locations sozusagen Auffangstationen, um Schritte in die Normalität zu wagen. Für Künstlerinnen wurde es unfassbar wichtig, eine Vielfalt an Auftrittsorten zu haben, die sie wieder nutzen konnten. Es ist den meisten eben nicht vergönnt Hallen zu füllen, sie müssen Orte finden, an denen sie die Näherung ans Publikum wieder testen, ausprobieren und sich finden konnten.

Aber auch das Publikum brauchte  – und braucht immer noch – diese sanfte Hinführung zu einem normalen Weiterführen des Kulturbetriebes. Das Thema ist fragil, aber noch immer scheuen Menschen große Ansammlungen und größere Hallen wegen der durchaus berechtigten Gefahr vor infektiösen Krankheiten. Normalität wieder zu lernen, diesem auch eine Basis zu geben und eine Plattform zu schaffen, auf der sich KünstlerInnen erproben testen und wiederfinden können, ist auch eine Aufgabe der kleinen, mutigen Orte.

Streamingdienste !

Gleichzeitig boomten Streamingdienste. Der Tonträgermarkt (CDs und Vinyl-Veröffentlichungen) dagegen brach fast komplett weg. Für KünstlerInnen, die sich auf dem Weg befinden, und noch nicht die erhoffte Popularität erreicht haben, ist der monatliche Erlös aus Streamingdiensten nicht ausreichend, um ein Leben zu finanzieren. 

Die Erträge sind in den seltensten Fällen ausreichend zu nennen. Oft erfüllen diese Plattformen maximal einen Werbeeffekt, aber zum Erhalt einer Kultur leisten sie in der Regel nichts. 

MusikerInnen finanzieren sich über Auftritte bzw. über den sogenannten Merch-Verkauf (T-Shirts, Tonträger etc.) , der bei Auftritten möglich ist. 

Auftritte, verbunden mit Merch, sind die Haupteinahmequellen vieler Bands und Solo-KünstlerInnen. Selbst wenn ihre Namen ausgesprochen bekannt sind, kann man sagen: Wer in den Karlsruher Clubs und Auftrittsorten unterwegs, finanziert sich in der Regel genau über diese Optionen. Und nicht über die Klicks bei Spotify und Konsorten.

Fällt nur einer dieser Auftrittsorte weg – und das ist keine gewagte Rechnung – kann man pauschal sagen, dass ca. 75 MusikerInnen und Bands im Jahr weniger in Karlsruhe auftreten werden.

Das mag wenig erscheinen. Ist aber sehr niedrig angesetzt. 

Das gilt für all jene jungen Gruppen, die sich augenblicklich noch in einen Tourbus setzen, teilweise stundenlange Fahrten auf sich nehmen und davon ausgehen, dass es sich für sie lohnen könnte, in unserer Stadt aufzutreten. Setzt sich dieser Trend zur Kürzung der Kulturförderung durch, dann müssen wir damit rechnen, dass Karlsruhe unattraktiver wird für besuchende KünstlerInnen, weil weniger davon leben können. Aber auch, weil Karlsruhe nicht mehr soviel zu bieten hat. 

Ich sprach nur von einem Auftrittsort. Die Zahl lässt sich locker fortführen und um jeden weiteren, sterbenden Auftrittsort nach oben fortsetzen.

Die Einschnitte betreffen dann nicht nur Clubs, Locations, Auftrittsorte und die begleitende Gastronomie, sondern und vor allem aufstrebende, hoffnungsvolle Talente.

Wenn es unattraktiv wird, sich in diesem Metier auszuprobieren, werden erstmal regionale Bands verschwinden und sterben, aber selbstverständlich ist Karlsruhe nur eine von vielen Gemeinden, die auf diese Weise versucht Geld zu sparen. Die Kultur – weil scheinbar nicht wirklich gewinnbringend für eine Region (und sicherlich in der Lage von sich selbst zu leben) – ist immer einer der Posten, den man gerne beschneidet. 

Aber es macht einen Beruf, der eher Berufung ist – denn er ist selten mit materiellen Anreizen verbunden – zunehmend unattraktiv und führt damit zu einem Flaschenhalseffekt. Am Schluss werden eben nur noch jene bleiben, die tendenziell doch von den Streamingdiensten leben können. Das sind dann nicht die jungen, experimentellen, wagemutigen KünstlerInnen, sondern ganz klar chartsorientiere ,Marketing-erprobte und KI-generierte, sowie videotaugliche Stücke, die einen Kompromiss in Sachen Geschmack darstellen. 

Was Musik für Karlsruhe bedeuten könnte

Für die Städte wie Karlsruhe würde es bedeuten: Eine Verödung der Kulturlandschaft, Einbußen in den begleitenden Lokalitäten, Plätze und Stadtteile, die darunter leiden werden, sowie eine zunehmende Anonymisierung in der Kulturszene und das über Jahrzehnte hinaus.

Es ist die Entscheidung, die momentan noch gefällt werden kann, die aber in ihren Folgen scheinbar nicht richtig eingeschätzt wird. Es wäre an der Zeit, das Karlsruhe seine Musikszene als Kapital erkennt, dass über die Stadtgrenzen hinaus Potential zur Profilierung hat.

Karlsruhe hat eine lebendige, fruchtbare Szene und es wäre an der Zeit, dass man stolz darauf ist. Es ist etwas, mit dem sich zu werben lohnt, denn es bringt weit mehr Kapital in die Stadt und in das Umfeld der Örtlichkeiten als man auf dem ersten Blick sieht. 

Karlsruhe hat es über viele Jahre versäumt, seine Geschichte der populären Musik aufzuarbeiten und zu pflegen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich um Versäumnisse handelt, deren Aufarbeitung erst mal zeigen, wo Karlsruhe noch Optionen hat, seine Vorteile für Investoren, Studenten und Touristen zu zeigen. Das darf nicht einfach so zerstört werden.

Karlsruher Archiv: Was wurde aus diesen Bands und MusikerInnen?

Karlsruher Archiv: Was wurde aus diesen Bands und MusikerInnen?

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt der CDs und LPs, die dem „Karlsruher Archiv“ vorliegen. Es sind mittlerweile mehrere hundert Namen, die gelistet sind. In den meisten Fällen kennen wir leider nur die Veröffentlichungen, nicht aber die Geschichten dahinter. Deswegen taucht immer wieder die Frage auf: Wie ging es weiter? Gibt es diese Besetzung vielleicht noch? Machen die MusikerInnen noch aktiv in anderen Bands mit? Leben sie noch in Karlsruhe etc. Wer die Geschichte kennt, Anekdoten oder die Besetzungen weiß, kann uns gerne helfen. Informationen, Plakate, Flyer können bei Tex Dixigas im Laden (Dixigas-Records.de) abgegeben werden, oder schickt sie einfach direkt an andreas@jazznrhythm.com.