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Schlagwort: Dream Pop

Ankündigung: Suzan Köcher im NUN am 06.03.2025

Ankündigung: Suzan Köcher im NUN am 06.03.2025

Suzane Köcher's Suprafone "In these dying times"-Album
Suzane Köcher’s Suprafone „In these dying times“-Album

Vor einiger Zeit hatte Suzan Köcher’s Suprafon im KOHI gastiert. Wer dabei war, schwärmt heute noch davon. Selbst hatte ich es leider verpasst. Umso mehr freut es mich, dass es eine neue Chance im NUN am 06.03.2026 gibt. Dieses Mal in einer verkleinerten, fast auf den Kern der Band reduzierten Duo-Version.

Suzan Köcher’s Suprafon ist im Namen und Konzept ein Projekt, dass sich an der Ästhetik vergangener Tage anlehnt, ohne den Bezug zu den aktuellen Richtungen zu verlieren. Damit ein Gesamtkunstwerk, dass sich aus tausend Jahre Popkultur nährt, die großen Namen zitiert und daraus etwas ganz Eigenes kreiert. 

Das hat eine Kraft, die es leicht macht ein Bündel Genres in einen Topf zu werfen und Verweise in einer langen Reihe zu nennen. Doch es gehört eine Menge musikalischer Kenntnis dazu all diese Quellen zu nutzen, um damit Songs zu schaffen, deren Leichtigkeit authentisch und originär wirkt. 

Wahrscheinlich aktuell Solingens bekannteste und chancenreichste Band für eine internationale Aufmerksamkeit. So pendelt Suzan Köcher’s Suprafon zwischen den farbenfrohen Tönen des psychedelischen Kulturguts, um eine Atmosphäre zu schaffen, die irgendwo in den mexikanischen Wüsten von dem wilden, urbanen Leben moderner Großstädte erzählt.

Klingt es unvereinbar, wird die Herausforderung angenommen. Das Werk Suzan Köchers ist spannend, und dabei in einer ganz eigenen Welt und verschrobenen Soundtüfteleien angesiedelt, die dem Pop huldigen und den Rock können.

Wenn sie im NUN auftritt, wird sie in der Duo-Version, die Möglichkeit zu einem ruhigen Event mit einem Repertoire haben, dass vor allem ihrer Stimme und den akustischen Instrumenten viel bietet. Das NUN befindet sich damit in der Tradition einiger Videoformate, die sich großer Beliebtheit erfreuen und den beteiligten Bands neue Aspekte abfordern, aber auch zu Entdeckungen einlädt.

Im Falle von Suzan Köcher darf man gespannt sein, gibt es doch bereits auf ihren Alben faszinierend verhaltene Stücke, die in ihrer Erzählweise geradezu geschaffen dafür sind. Suzan Köchers Suprafon darf man sich gerne fett in den Kalender eintragen. Wenn es noch Karten dafür gibt…

Externe Links:

Suzan Köcher’s Suprafone – https://suzankoecher.com

NUN – https://nun.cafe

Attic Ocean (Support: Lone Aires) im KOHI am 21.02.2026

Attic Ocean (Support: Lone Aires) im KOHI am 21.02.2026

Attic Ocean im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026
Attic Ocean im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026

Manche Kombinationen scheinen ungewöhnlich, aber funktionieren dann doch. Kuratiert vom KOHI ergeben sich dadurch spannende Events, die Bands zusammenführen, aber vor allem Spaß machen. 

Attic Ocean hatten das Vergnügen, den Abend mit Lone Aires zu verbringen. Einer Band, die aufgrund der räumlichen Nähe – sie kommen aus Mannheim – ein Name ist, dem wir wahrscheinlich in Zukunft häufiger begegnen. 

Mit einem kleinen Instrumentarium (Bass, Gitarre, Schlagzeug) ging es direkt und geradeaus in die Tiefen eines melancholischen Grunge-Fundaments, dass sie lustvoll und energisch zu kleinen Hymnen verarbeiteten.

Lone Aires im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026
Lone Aires im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026

Im Rhythmus beständig, in der Kraft entschlossen und mit der Bereitschaft, das Ding in aller Breite zu rocken, bewiesen sie ein Verständnis für die richtige Kompromisslosigkeit und die wichtigen Gesten. Lone Aires surften gekonnt durch die ruhigen Passagen, um in zorniger Zügellosigkeit der Spannung Raum zu geben. Das funktioniert beachtlich gut. 3 Mann auf der Bühne, von einem sonoren, heftigen Bass geleitet waren der Auftakt für die richtige Show, der gute Einleiter und ein Beginn, wie man es sich wünschen konnte. 

Lone Aires haben den Takt, und die dazu passende Performance, sowie eine Menge Verständnis für den richtigen Wall of Sound, den es dazu brauchte. Kernig durchgezogen, mit der Vehemenz einer Band, die will dass man sie in Erinnerung behält. Sehr gekonnt in dem Spiel zwischen Trotzigkeit und Entschlossenheit. Haben sie gut gemacht.

Lone Aires im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026
Lone Aires im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026

Attic Ocean haben ein Konzept, das gerne mit Dream Pop oder Shoegaze umschrieben wird, aber damit natürlich nur eine Idee vermittelt. Wahrscheinlich wird das keiner Band der Welt gerecht.  In ihrem voluminösen Gitarrensound, der gegeneinander, miteinander und übereinander gelegt seine Wucht entfaltet, verbergen sich Details, die zum Tanzen, aber auch verhaltenen Zuhören anregen.

In phantasievollen Outfit, umgeben von drei Gitarren und einem Schlagzeug, entwickelte die Sängerin Hanni Nasirat eine fast entgegen wirkende Stimmung, die den reizvollen Kontrapunkt zu dem kraftvollen Sound darstellte.

Anleihen und Zitate aus mannigfaltigen Richtungen – der psychodelischen und traumwandlerischen Lärmfraktion der letzten Jahrzehnte – wurden ergänzt und abgelöst, von sehr tanzbaren, fast leicht verspielten Akzenten, die sich vor allem bei der Vorstellung des neuen Materials zeigte.

Attic Ocean im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026
Attic Ocean im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026

Im Ansatz viel Bereitschaft zum Wohlklang. Dennoch unabhängig genug, um was ganz Eigenes durchzuziehen, zeigte sich Attic Ocean von eine Seite, die zwischen Traum und Realität eine laute, hörbare Sprache suchte.

Dabei war vor allem der Gesang eine Komponente, der im entsprechenden Harmonieverständnis einen Part erfüllte, der den Kompositionen erkennbare Rundungen und beeindruckende Nahbarkeit gab. 

Attic Ocean und Lone Aires ergänzten sich in ihrem Vermögen, eine Brücke zwischen Pathos, sentimentalen Tönen und wilder Party entstehen zu lassen, die das Programm für einen Samstagabend verflixt gut auszeichneten. Wie gesagt, hat funktioniert.