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Schlagwort: Live

Ralph Heidel im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 25.03.2026

Ralph Heidel im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 25.03.2026

Ralph Heidel im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 25.03.2026
Ralph Heidel im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 25.03.2026

Betrachtet man das Portfolio von Ralph Heidel, dann erstaunt die Vielfalt der Zusammenarbeiten. Vor allem scheinen Grenzziehungen und eine Scheu vor Genres kaum gegeben. So hat er mit den unterschiedlichsten MusikerInnen bei Produktionen, auf Touren und an Kompositionen gearbeitet. Die Liste ist so illustren und prominent, dass irgendein Name bestimmt ein Aha-Erlebnis auslöst und verwundert.

Er selbst definiert sich auf seiner Webseite in einer Spanne von zeitgenössischer Klassik, über Jazz bis hin zu Electronic und Pop. Schwer zu fassen. 

Natürlich birgt das Überraschungen, daher war es eine interessante Hilfestellung, als das Konzert im KOHI unter Jazz firmierte und eingeordnet werden konnte. Begleitet von zwei weiteren Musikern – beide wie Ralph Heidel selbst Multiinstrumentalisten – konstruierte, malte und formte der Komponist Klanggemälde, die vielschichtig eine hohe Bandbreite seines Könnens zeigten.

Mit Duetten, gebildet aus zwei Saxophone – dabei unterlegt mit elektronischen Sounds, die wiederum sphärisch verfremdet Vocals in einem Loop einbauten – weitete er die Zukunft des Jazz zu neuen Horizonten aus. Das es dabei ausgesprochen angenehm, einfühlsam und trotzdem mutig, sowie neu, wirkte, war die große Kunst.

Mit viel Verständnis für ein harmonisches Zusammenwirken, wechselte der Schlagzeuger zwischen E-Piano, Drums, Bass und Keyboard, der Saxophonist zwischen Klarinette, Saxophone und Keyboard und auch Ralph Heidel selbst nutzte Saxophone, Keyboards, Vocals. Die Möglichkeiten waren so mannigfaltig, wie die Fähigkeiten der Musiker, sich dabei abzuwechseln das angebotene Instrumentarium zu bedienen.

Ralph Heidel im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 25.03.2026
Ralph Heidel im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 25.03.2026

Die Trio-Formation gehört im Jazz mit zu den beliebtesten Gruppierungen. Hier wurde sie ausgereizt und aufgebrochen. Wenn der Klang und die Konstruktion eines Werkes nahezu orchestrale, aber auch hin und wieder clubtaugliche Elemente mit einbrachte. 

Jazz, wie er sein kann und sein darf: In einer traumwandlerischen Gestaltung, wenn die beiden Saxophone Bilder entstehen liessen, die historische Klischees in einem zeitgenössischen Gewand zeigten. Aber auch wenn das Schlagzeug mit dem Beat des Synthesizers korrespondierte, unterstützte und ein eigenes rhythmisches Bild formte. 

Das Experimentelle war dabei verspielt eingefügt, dennoch wirkte alles wie aus einem Guss. Dem Wohlklang fast verpflichtet gingen die Stücke oftmals in einander über. Boten aber dennoch eine Fahrt durch ganz unterschiedliche Facetten an. 

Ralph Heidel präsentierte sein bisherigen Veröffentlichungen in einem Konzept, dass man nicht nur Jazzfans ans Herz legen will, sondern vor allem Menschen, die die Übergänge lieben, sich von fremden Stilen nicht abschrecken lassen und eine Reise wagen. 

Durch Klänge, die ihre Einflüsse nicht gleich offenbaren, doch aus einem großen Erfahrungsschatz stammen. 

Ralph Heidel im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 25.03.2026
Ralph Heidel im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 25.03.2026

Feiner Stoff, ausgesprochen zurückhaltend und freundlich in der Präsentation und in diesem Format eine gelungene Mischung darstellt. Eine Mischung, die belebende und gleichzeitig melancholische Stimmungen bietet.

Externe Links:

Ralph Heidel – https://ralphheidel.com

KOHI – https://kohi.de

Florian Ostertag im NUN, Kulturraum am 21.03.2026

Florian Ostertag im NUN, Kulturraum am 21.03.2026

Florian Ostertag im NUN, Kulturraum am 21.03.2026
Florian Ostertag im NUN, Kulturraum am 21.03.2026

Sieht man Florian Ostertag zum ersten Mal auf der Bühne, dann ist das wahrscheinlich schon ein Fehler. Tatsächlich ist der Mann so umtriebig, ja, überall irgendwie schon mal gewesen, und in Kreisen bekannt, die man selbst schätzt, dass eigenen Wege seinen Lebenslauf irgendwann gekreuzt haben müssten.

Sein Wikipedia-Artikel hat eine Biografie, von der andere nur träumen können. Die Namen, die mit ihm verbunden sind, sind die kleinen Perlen darin, und die Preise erstaunlich. Und dann tritt er mit einer Lässigkeit und einem Charme vor das NUN-Publikum, der Großes verrät und im Kleinen brilliert. 

Florian Ostertag stellte ein Repertoire vor, das Übung, Sicherheit, aber vor allem ein ganz eigenes Geschick im Songwriting verriet. Umgeben von nichts als drei Saiteninstrumente (2 Gitarren, 1 Mandoline), einem alten Tonbandgerät, das eigensinnig mit Aufnahmen umgeht, sowie einer Schreibmaschine, die mit taktischer Gnadenlosigkeit für den Rhythmus verwendet wurde, zeigte er sich als einer jener Künstler, die ohne Berührungsängste ihr Publikum sofort gefangen nehmen.

Florian Ostertag im NUN, Kulturraum am 21.03.2026
Florian Ostertag im NUN, Kulturraum am 21.03.2026

Er tat das mit einer Leichtigkeit, die wirkte, als ob er Auftritte nebenher und im Vorübergehen mitnimmt, aber eigentlich das Leben geniesst. Weil er es  so liebt, in seinen Songs verarbeitet und gar keine Eile hat. Mit dem Charterflug, oder was sonst so drohen könnte. 

Dabei möchte man seine Werke allen hinterher tragen und seine Titel ins Freundebuch schreiben.

Es fallen einem viele Namen ein, die heute Stadien füllen, die man als Vergleiche hervorziehen will. Doch wird man das Gefühl nicht los, dass all das Lockere und die Slackness eines ewigen Hipsters dann irgendwie wohl genau das sind, was den Charme seiner Werke ausmacht. 

Er hatte versprochen eine neue Platte zu machen, bis er wieder im NUN auftaucht. Aber das scheint schon einige Jahre her zu sein, und was er mitbrachte, das war geschliffen, fein und auf dem Punkt gebracht, so dass man ihn dafür nicht böse sein konnte. Ein bißchen drängen sollte man ihn vielleicht doch, denn unterm Strich möchte man sein Talent natürlich so oft wie möglich geniessen.

Florian Ostertag wußte nicht nur in seinen Songs, die kleine Alltagsweisheiten verarbeiten zu überzeugen, sondern verknüpfte sie auch mit Geschichten, Anekdoten, die in ihrer Farbigkeit das Liebenswerte unterstrichen und seine Erzählungen nachvollziehbar machten.

Das Tonband war die Drummachine, die hin und wieder den Takt angab, die Effektgeräte – gleich einem Keyboard – zu seinen Füßen, waren für Loops und Nachhall genau jene Bandanteile, die das Konzert zu einem vollen, kraftvollen Abend werden liessen. Dabei einfach ständig das Gefühl vermittelten, der Mann kann eine ganze Menge, ziemlich viel und das zusammen mit seiner Stimme ausgesprochen gut. 

Florian Ostertag im NUN, Kulturraum am 21.03.2026
Florian Ostertag im NUN, Kulturraum am 21.03.2026

Mit der Ruhe eines Entertainers, der geübt in seinem Oeuvre ist, gereichte der Abend zu einer kleine Überlänge, die – so kurzweilig, wie es war – schlicht gar nicht bemerkt wurde. 

Und: Hätte er irgendwann alles wiederholt, hätte man es dankend angenommen, denn es war schwer festzustellen, welchem Song man den Vorzug geben sollte. Hatten sie doch alle Qualitäten, die ihnen einen Platz im Herzen gewähren konnten. 

Florian Ostertag gehört damit zu jenen, die das NUN zu einem Ort machen, an dem man verflixt gute Leute erleben kann.

Externe Links:

Florian Ostertag – https://florianostertag.de

NUN – https://nun.cafe

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026
Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Um es einleitend und in einem Satz zu sagen: Jimi Tenor kam, und das KOHI war heiß, voll und schweißtreibend. Wie ein Alchemist, gekleidet in farbenfrohe Gewänder, rührte er ein faszinierendes Gebräu aus Funk, Jazz und Soul, sowie allen Zwischenbereichen, die man noch nennen könnte, an.

Zusammen mit seiner Band, bestehend aus Percussions, Gitarre, Schlagzeug und einem Bläser, bewies Jimi Tenor – selbst an Keyboard, Querflöte und Saxophon – dass er das alles mit einer Lässigkeit vermischt, die seinesgleichen sucht. 

Da vermengten sich afrikanische Elemente mit glanzvollen Disco-Zitaten, um einfach zu zeigen, hier war jemand, der das aufgesogen und schon gespielt hatte, während andere noch auf Entdeckungstour waren.

Jimi Tenor, aus dem kalten Land der Trolle (Finnland) kommend, brachte mit seiner fünfköpfigen Besetzung Musiker mit, die – genauso wie er selbst immer wieder – zwischen den einzelnen Instrumenten wechseln konnten, stilistisch variantenreich waren, aber gerne wieder zurück kamen,  zu einem Groove, der den Jazz zurück auf die Tanzfläche brachte. 

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026
Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Erwartungsgemäß sprach Jimi Tenor damit ein breites, vielfältiges Publikum an. Wie kaum ein anderer jonglierte er zwischen den Zitaten, Versatzstücken und Klischees der einzelnen Richtungen. So tauchte durchaus auch mal Manu Dibangos „Soul Makossa“ auf, als wäre es ein Teil des eigenen Werkes, wie instrumentale Parts, die an die Siebziger erinnerten, oder einfach verspielt am Jazzrock angelehnt waren.

Die Einordnung und Bestimmung seines Werkes mag den Journalisten vorbehalten sein; Jimi Tenor hatte sichtlichen Gefallen daran, die Grenzen zerfliessen zu lassen. 

Die Ernsthaftigkeit eines instrumentellen Kleinods, dargeboten und eingeleitet auf der Querflöte, durfte dann einem beschwingten Hit weichen, der  dann eher auf die Füße abzielte. Von der Querflöte zum Saxophone, mit einer Hand am Keyboard, wußte er zu begeistern.  Stand diese Möglichkeit nicht zur Verfügung, so unterstützte der Posaunist, der auch an der Tuba sein Können zeigte, ihn auf den Tasten.

Der Percussionist vertauschte mit dem Schlagzeuger die Sitzplätze, oder gab den Vocals mit seinem tiefen Timbre einen souligen Anstrich. Das harmonische Zusammenspiel war reich an Überraschungen, aber wirkte alles in allem wie aus einem Guss. 

Jimi Tenor erinnerte damit auch an die großen, konzeptionellen Entertainer, die den Jazz – mit all seinen Spielarten – immer als ein Gesamtkunstwerk betrachteten, das nur in Verbindung mit den begeisterten Menschen vor der Bühne vorstellbar war.

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026
Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Schon in den Bühne-Outfits einer Weltoffenheit verpflichtet, präsentierte sich die Band als bunte Truppe, die dadurch auch in ihrer Optik Bezüge zu klangvollen Namen und der großen Geschichte ähnlicher Bands aufbaute. Das KOHI katapultiere sich damit in eine Zeitlosigkeit, die den Jazzrock fühlbar, dem Acid Jazz huldigte und Discofunk erlebbar machte. 

Was immer man erwartet hatte, Jimi Tenor brachte es mit. 

Und zeigte es mit einer sympathischen Zurückhaltung, die viel Raum für seine Mitspieler ließ. Einer der Guten. Nicht verpassen, wenn er wieder die Region kommt.

Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026
Jimi Tenor im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 15.03.2026

Externe Links:

Jimi Tenor – https://www.jimitenor.com

KOHI – https://kohi.de

Schrägfest mit Jule, Lampe und Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Schrägfest mit Jule, Lampe und Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Natürlich ist Freitag, der 13te, ein mutig gewähltes Datum, aber trotz alledem war das Schrägfest im Jubez Karlsruhe ein gut frequentiertes Event. Veranstalter des Schrägfests, und damit verantwortlich für die gewählte Programmzusammenstellung war das Team vom Schrägfunk

Beim Schrägfunk handelt es sich um eine monatliche Radiosendung, die im Querfunk produziert, aber auch in anderen Radiosendern ausgestrahlt wird. 

Hinter dem Schrägfunk – aber auch direkt am Micro –  stehen Tina und Micha, die unermüdlich im Geschehen für und um unabhängige Künstlerinnen unterwegs sind. Das Ganze wird sympathisch und engagiert präsentiert, aber wird vor allem in diversen, sogenannten „Schrägfesten“, die an verschiedenen Veranstaltungsorten stattfinden, live angeboten.

Dort werden dann jene Musikerinnen vorgestellt, die ihnen am Herzen liegen und damit die Chance bekommen, sich einem größeren Publikum vorzustellen. 

Schaut man in das Archiv der Webseite, so trifft man unter ihren geladenen Personen einige bekannte Namen und interessante Persönlichkeiten. Auftrittsorte  sind das KOHI, der Tempel und das Jubez.

Im Jubez, dem Jugend- und Begegnungszentrum am Kronenplatz fand das aktuelle Schrägfest statt. Das Jubez bietet sich schon aufgrund seines reichhaltigen Programms als anspruchsvoller Veranstaltungsort an. Die Größe und Ausstattung taugt für KünstlerInnen, die einen Fankreis haben, aber ebenso für jene, die gerade am Anfang der Karriere stehen. 

Mit der ausgewogenen Kombination an neuen und eingeführten Namen, mischten die MacherInnen vom Schrägfunk eine abwechslungsreiches Programm deutschsprachiger InterpretInnen zusammen. 

Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

So war es der Hamburgerin Jule überlassen sich zum ersten Mal in Karlsruhe vorzustellen. Alleine mit ihrer Gitarre, brachte sie die Songs ihres Debütalbums „Es ist nie zu spät für Frühstück“ mit.

Kraftvolle Protestsongs gegen die Widrigkeiten des Alltags. Reflexionen über Beziehungen, deren Abschluss, Folgen und Hinwendungen zu den eigenen Ängsten und Zweifeln. Das Kommen und Gehen von Freunden, deren Verlust und Abschied, sowie den entschlossenen Abschluss, waren ihre Themen, ebenso wie das Verhältnis zu ihrer Mutter.

Alles mit der richtigen Prise Authentizität und dem Mut zu ehrlichen Worten. Gnadenlos gegenüber den eigenen Ängsten, formte sie mit Stimme und rockigen Anklängen, Hymnen für den Kampf im täglichen Leben. Dargeboten mit dem Charme und der Unsicherheit der ersten Auftritte, eroberte sie die Herzen und blieb in den Köpfen. 

Schrägfest mit Lampe  im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Lampe im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Im Kontrast dazu, kamen Lampe als Duo (Gitarre und Cello) so selbstironisch und geübt daher, als wären sie auf allen Bühnen schon daheim gewesen. Das Symbol im Namen und als überdimensionierte Glühbirne auf der Bühne, schuf eine Ebene des Humors, die in den Songs beibehalten wurde. 

Fast kammermusikalisch dargeboten, aber breit ausgelegt für die verschiedenen Genres, hatte Tilman Claas seinem Bandprojekt eine angenehme Seite hinzugefügt. Die Wahl des Cellos war liebenswert warm im Ton, aber gab dem Indie-Pop auch eine Note, die aus Lo-Fi spannendes, und gar Tanzbares formte.

Lampe geht die eigenen Geschichten mit Humor und Freude an . Dabei bleibt es ansteckend, hinreißend und nahbar. So war es kein Wunder, dass das Publikum den Aufforderungen folgte, den Geburtstag der Lebensgefährtin feierte, und begeistert mitsang.

Lampe bewiesen in dieser Kombination, dass die kleinen Teile ein tiefsinniges Ganzes ergeben, somit für einLächeln und den Abend taugt. 

Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Matze Rossi, der Dritte im Bunde, kam zu einer Zeit, die er selbst ungewöhnlich fand, aber auch als jemand, der erwartet und bekannt war, bevor er die Bühne bereits betrat. Mit rauer Stimme, dem Selbstvertrauen eines Veteran, griff er auf ein Repertoire aus Mutmacher-Songs und Geschichten zurück, die alle vereinnahmten, aber vor allem einen Künstler zeigten, der dem Leben  mit Neugier und Offenheit begegnet.

Gerne angesiedelt in einer wilden Zwischenwelt, die man mit Folk und Punk eingrenzen will, kam Matze Rossi als traditionsbewußter Singer-Songwriter daher, der fast ohne weitere Effekte einer jener Stimmen und Erzähler war, bei denen man sich vom Lagerfeuer bis zur großen Bühne alles vorstellen konnte. 

Darauf bedacht, den Abend zu einem gemeinschaftlichen Ereignis zu machen, blieb er die ehrliche Haut, der nahbare Bote der Hoffnung und charmante Reisende. Da war viel Herz, aber vor allem auch eine Menge Kommunikation mit dem Publikum. Selten hat jemand so locker, auf die Zugabe verzichtet, und dennoch den Lauschenden das Gefühl geboten, viel erlebt zu haben. 

Matze Rossi spielte sein Konzert mit Begeisterung, der flexiblen Setlist, aber vor allem ohne doppelten Boden und damit bewußt schnörkellos. Die Zugabe war – wie eigentlich immer – Teil des Programms, also gab es eine klare Linie, ein versprochener Ablauf und alle honorierten das. Zumal, er den letzten Songs nicht mehr auf der Bühne, sondern im Kreis der Anwesenden darbot.

Matze Rossi kam als jener, mit dem man die versprochene Flasche Rotwein leeren wollte, und der Entschluss blieb haften.  Die Vorstellung, dass er genau dafür der richtige Mann dafür ist, sowieso.

Den MacherInnen von Schrägfunk muss man ein Lob aussprechen. Vor allem mit der Hoffnung, dass noch viele weitere, ähnliche Abende mit diesem Konzept folgen mögen. Sie können das, wissen die richtigen Akzente zu setzen, und eine stimmige Zusammenstellung zu bieten. Haben sie gut gemacht.

Externe Links:

Schrägfunk – https://schraegfunk.de

Jule (Album) – https://www.ghvc-shop.de/fruehstueck

Lampe – https://www.lampeband.de

Matze Rossi – https://www.matzerossi.de