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Schlagwort: Live

Song-Slam Contest (mit Paula Höll)im KOHI am 13.05.2026

Song-Slam Contest (mit Paula Höll)im KOHI am 13.05.2026

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Tembeh und Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger)
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Tembeh und Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger)

Während der Eurovision Song Contest in großen Schritten anrollt, die Plakate und Events allerorten davon zeugen, und die Bedeutung der Musik im Gewirr aus Politik und Gemeinsamkeit erzählen will, sind es oftmals die kleinen Veranstaltungsorte, die mit einem liebenswerten Charme die Vorarbeiten für die großen Leidenschaften erzeugen.

Es ist nicht zu unterschätzen, was eine ModeratorIn wie Paula Höll leisten, wenn sie mit fröhlichen Leichtigkeit durch ein Programm führt, das gebündelt und straff erstaunliche Talente anbietet. Das KOHI gehört schon immer zu jenen Orten, in denen ein Freiraum für viele Dinge geschaffen wird. Ausstellungen, Lesungen, politische Diskussionen, Poetry- und Song-Slams können hier stattfinden. 

Ein Song-Slam ist nur in erster Linie ein Wettbewerb. Im Grunde jedoch ist es eine Bühne, die jungen KünstlerInnen eine Chance bietet in mehreren Runden, eigene Werke zu präsentieren. Sieben Minuten sollte die Performance nicht überschreiten, die Instrumentierung ist dabei weitgehend freigestellt, das Genre darf so phantasievoll oder traditionell wie möglich sein.

Das ist der Rahmen, in dem das Publikum bewerten darf. Einige – eher zufällig – Ausgewählte betätigen sich als Jury, in dem sie Tafel mit Wertungen hochheben, andere klatschen, jubeln, feiern ihre Favoriten. Und damit wären die Regel beschrieben. Gefeiert werden sowieso alle, die Auswahl fällt schwer, denn diejenigen, die auf der Bühne stehen, hätten den Preis alle verdient. Was schon viel über die Qualität der ganzen Show aussagt.

Denn es ist eine Show. Wenn Paula Höll durch den Abend leitet, mit der Ukulele zur Einstimmung und Überbrückung selbst etwas musikalisch darbietet, dann ist klar: Es geht darum zueinander zu finden, Fan zu werden und Tipps zu erhalten. Alle werden in Worten gedrückt, gelobt, im Applaus gewürdigt und gefeiert für ihren Mut sich einfach mal den Bewertungen zu stellen. Denn darum soll es ja gehen, die Künste und Community zu stärken, gemeinsam einen schönen Abend zu erleben und den Songs Gehör zu verschaffen.

So lernte man die Erste Unsichere Verallgemeinerung kennen, ein junger Singer-Songwriter, der mit handfestem Folk-Punk engagiertes Liedgut entschlossen vortrug, den Witz nicht vergass und nur mit seiner Gitarre ausgestattet zeigte, dass Ehrlichkeit, eine klare Haltung und Aufbegehren zusammenpasst. Jemand, dem man anmerkt, wie er es in raueren Umgebungen und so manchen Straßen mit eigenen Stücken zum rocken bringen kann. Punktgenau und klar formuliert in der Botschaft, griffig im Rhythmus, trocken im Humor. 

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Der ersten unsicheren Verallgemeinerung)
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Der ersten unsicheren Verallgemeinerung)

Felix Ferenz, ebenfalls nur mit Gitarre und Stimme, präsentierte sich ungleich sanfter mit versöhnlichen Songs, die humorvoll auch Details aus seinem Alltag aufgriffen. So verarbeitete er amüsante Anekdoten aus dem Kindermund der anvertrauten Menschen, die ihm in seinem Berufsleben als Erzieher begegnen. Das war lehrreich, spaßig, mit einem nachdenklichen Unterton und einer sympathischen Präsentation.

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Felix Ferenz)
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Felix Ferenz)

Am Keyboard saß Isaac Bankart. Englische Wurzeln, die sicherlich auch seinen feinen Humor geprägt haben, spielte er wunderbare kleine Geschichten vor, die in Spannung und Aufbau sehr poppige Attribute einpflegten und zum Mitsingen vorzüglich geeignet waren. Das war in Dramatik und Intonation durchaus variantenreich – und, wie bei allen, zeigte sich auch bei ihm ein hohes Niveau und Können.

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Isaac Bankart)
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Isaac Bankart)

Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger präsentierte sich als Wortkünstler. Jemand der, in seinen Details und Verweisen, sowohl am Keyboard wie später bei einer improvisierten Ukulele-Spielerei, vielschichtig und in schönen Metaphern, Namen einfliessen ließ, die die richtigen Punkte berührten. Das machte er mit einem beindruckenden Gefühl für ruhige Melodien und akzentuierter Lyrik. 

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger  )
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Lukas Mi-Sa Nguyễn Egger )

Die Endrunde, die zwischen zwei Kandidaten die letzte Hürde bildete, bestand aus einem aktuell, schnell verfassten Stück, dass fünf zufällige Wörter enthielt, die das Publikum in den Ring warf. Tretmülleimer, Friedrich Merz, Zweihörnchen, Kuddelmuddel gehörten dazu, ein weiteres ist mir entfallen. Lukas und Tembeh meisterten es mit Bravour, so dass die Entscheidung schwer fiel. 

Zuletzt entschied man sich, knapp, aber mit großem Applaus, dann für Tembeh. Eine junge SongwriterIn aus Südafrika, die zum Einen mit der Gitarre, zum Anderen mit dem Keyboard ihre Werke darbot. 

Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI  am 13.05.2026 (mit Tembeh  )
Song-Slam Contest (mit Paula Höll) im KOHI am 13.05.2026 (mit Tembeh )

Tembehs Kompositionen erwiesen sich als ausgereift, tauglich für den gemeinsamen Chorus und in ihren Melodien auf dem schmalen Grat einer transparenten Fragilität und einem guten Gefühl für Eingängigkeit. Sowohl in ihren mitgebrachten Werken, wie auch in der Skizze, die sie aufgrund der Begriffe nutzte, behielt sie eine sympathische Leichtigkeit bei, die die Anwesenden auf ihre Seite zog. 

Alle Beteiligten bewiesen mit ihrer Freude und ihrem Spaß, dass es mehr davon braucht. Von Ihnen und solchen Shows. Als Talentschmiede sind sie unerlässlich. Mit Paula Höll meistert das jemand, die ihr Herzblut und Begeisterung in den Ring wirft, um alle damit anzustecken. Nur zu empfehlen.

Externe Links:

Paula Höllhttps://www.instagram.com/paula.hoell/

Tembehhttps://tembeh.world/

Lukas Mi-Sa Nguyễn Eggerhttps://www.instagram.com/_lukasmisa_/

Erste Unsichere Verallgemeinerung https://www.instagram.com/euv161/

Felix Ferenz https://www.youtube.com/@sabberlatz9540

Isaac Bankart https://www.instagram.com/isaacbankart/

KOHI – https://kohi.de/

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026
N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

Alles scheint so einfach und doch steckt viel Liebe im Detail dahinter. Die Wohnzimmerkonzerte im Tollhaus sind ein Projekt, das ausschließlich von den Auszubildenden des Tollhauses auf die Beine gestellt wird. Dabei werden sie von Jahrgang zu Jahrgang weitertransportiert, und erfreuen sich schon seit einer Weile einer geschätzten Tradition. 

2026 wurde das rein musikalische Konzept erweitert. Es geht nicht mehr ausschließlich um Artists, die etwas vortragen, sondern bietet nun auch Platz für junge, bildende KünstlerInnen, die innerhalb des Tollhauses ihre Werke präsentieren. 

Vieles ist anders als gewohnt, aber das gehört zum Charme der Veranstaltung. Die Theke ist geschlossen, Getränke gibt es auf Vertrauensbasis aus einem Kühlschrank. Man holt sie sich selbst, zahlt in eine bereitgestellte Kasse. Überhaupt: Die Reihe ist für das Publikum ausgesprochen günstig, kostet der Eintritt doch gerade mal 5 Euro. Bietet damit also auch für ein junges Publikum einen bezahlbaren Anlaufpunkt. Denn darum geht es: Regionalen Kreativen eine Plattform zu schaffen, die sie bekannt macht, aber auch eine Chance gibt, sich auf unbekanntes einzulassen.

Nicht die üblichen Bühnen werden hier bespielt, sondern das Foyer auf Seiten des großen Saals wird genutzt, um in ein Wohnzimmer umgestaltet zu werden. Dazu gehören Sessel, Kissen, Sofas, Wände, Lampen und viele kleine Details, wie Teppiche, um der Räumlichkeit einen ganz anderen Charakter zu geben. 

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026
N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

Aber auch um eine intime Atmosphäre zu schaffen, die zum Chillen und Verharren einlädt. Nichts muss, alles kann. Somit sind es relaxte, zurückgelehnte, kleine Konzerte. Die sind mittlerweile für aufgeschlossenen Audience als Events bekannt. 

Also wurde ein Venue geschaffen, das zum einen dazu dient, den Azubis eine Möglichkeit für eigene Kreativität und Gestaltungsmöglichkeiten zu finden, aber gleichzeitig auch als Herausforderung dienen kann, das Ding einfach mal zum Laufen zu bringen.

Was sich in erster Linie atmosphärisch nur für Singer-/Songwriter anzubieten scheint, kann – und das bewies N O A – auch für die Lyrikkünstlerinnen aus dem Rap-Lager eine gute Adresse sein. Zusammen mit Magdalena Huonker wußten sie den Raum und Abend zu nutzen. Magdalena Huonker als Schöpferin verschiedener Skulpturen und Zeichnungen, die ganz bewußt mit den Sehgewohnheiten und scheinbaren Begrenzungen des Materials und der Themen brechen wollen –  N O A mit einer Reise durch ihre Entwicklung.

Vom Ambiente vergleichbar mit Unplugged-Konzerte, die in einer ähnlichen Konstellation stattfinden, diente hier ein Notebook für die Beats, während N O A mit Präsenz und Reim überzeugte. 

Hier hatte sich etwas getan. Mit Erklärungen und zeitlichen Einordnungen führte sie durch die verschlungenen Pfade der Entstehung ihrer Texte. Und schon bald zeichnete sich ab, der Weg ist nicht immer gerade, aber zielgerichtet.

Die Beats, chronologisch über die Jahre in dem einstündigen Auftritt präsentiert, wurden farbiger, stammten vermehrt aus fruchtbaren Kooperationen und führten weitere Akzente in ihre Stücke ein. Sie wurden lässiger, die Texte intensiver, kamen näher, aber auch der Dancefloor wurde bespielt. 

Und als noch Fubi als Gastact auftauchte, im Duett unterstützte, verwandelte sich das kleine Wohnzimmer fast in einen intimen Club. Da waren die Moves, die Armbewegungen, die mitgesungenen Refrains und alles stimmig genug, um zu beweisen, das es funktioniert.

N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026
N O A (& Fubi) und Magdalena Huonker in der Wohnzimmerkonzert Kunstedition #07 im Tollhaus Karlsruhe am 12.05.2026

So zeigte das kleine Wohnzimmerkonzert das es Potential für mehr hat. Kann viel, macht viel und Genregrenzen braucht es nicht. N O A schaffte es locker, etwas da hinein zu verlagern, was dann trotzdem lehrreich und authentisch daher kam. 

Externe Links:

N O A – Instagram – https://www.instagram.com/noabc_/

N O A – Soundcloud – https://soundcloud.com/noa-250601379

FUBI – Instagram – https://www.instagram.com/fubi_schr/

Magdalena Huonker – Instagram – https://www.instagram.com/magdalenahuonker/

Wohnzimmerkonzerte – https://www.instagram.com/wohnzimmerkonzerte_tollhaus/

Tollhaus – https://www.tollhaus.de

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Es war noch einer dieser lauen Frühsommertage, die der Mai der Stadt gönnte. Die Fenster standen weit offen, so die Klänge der Probe schon früh durch das ehemalige amerikanische Viertel klangen. Das Mikado liegt am Ende einer Straße, die einst von den US-Soldaten als Hauptquartier in Karlsruhe genutzt wurde. Heute beherbergt das Gebäude ein Kulturgebäude mit einer englischsprachigen Bibliothek, Gastronomie und Veranstaltungsräume.

Anne Pe ist eine Singer-/Songwriterin aus Offenburg, die zusammen mit dem Koraspieler Moussa Cissokho und dem Bassisten Tobias Hölscher in dem Kulturzentrum in der Nordstadt gastierte. In der Kombination aus Stehbass, Gitarre, sowie dem afrikanischen Instrument und ihrer Stimme gewannen die Songs ein angenehmes Volumen und Eingängigkeit.

Die Kora, die sicherlich zu einem der ungewöhnlichsten Instrumente zählt, unterstrich dabei mit ihren Harfenähnlichen Klängen die Möglichkeiten, die sich aus der ungewöhnlichen Verbindung ergeben. Anne Pe Stücke sind geprägt von der angloamerikanischen Folk- und Popmusik, wandern auf diesem Grad selbstsicher mit einer ausdrucksstarken jungen Stimme, und nutzen in ihrer Klangfarbe verschiedene Sprachen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sie innerhalb ihrer Lyrics von Deutsch auf Englisch wechselt, aber auch mal französisch intoniert oder italienisch singt. 

Dieser unbefangene Umgang mit den Eigenheiten und Prägungen aus verschiedenen Kultur-Räumen, setzt sie innerhalb der musikalischen Begleitung fort. 

Das ihr das erstaunlich unbeschwert und leicht gelingt, bewies sie auch bei ihrem Auftritt im Mikado, als die Einflüsse aus dem Senegal in ihren Werken markante Punkte setzte. So wob sich der er Gesang von Moussa, der sie in der Sprache der Griots bei einem traditionellen Lied aus der Heimat seiner Ahnen unterstützte, in das Programm des Abends bündig ein.

Überhaupt ist Anne Pe eine Leidenschaft und tiefes Verständnis für das Handwerk des Songwriting anzumerken. Ihre Stücke wirken sowohl geschnitzt, wie geschmiedet und geschliffen, aber vor allem in jeder Art auf ihre Tauglichkeit geprüft und ausgereift. Da war jemand, die an ihrem Liedgut gefeilt hatte und es in mannigfaltiger Ausprägung zu interpretieren wußte. 

Begleitet von ihren beiden Mitspielern zeigte sich ihr Album als vielseitiges Kleinod, das in verschiedenen Kombinationen zu bestehen wußte. Dass man gleichzeitig etwas über die Geschichte des Senegals, den Vorfahren von Moussa und die mündliche Übertragung deren Gesänge erfuhr, zeichnete die Bühnenpräsenz der kleinen Gruppe aus.

Das sie es schafften, ein fast volles Mikado zu begeistern und dabei ein entspanntes, ruhiges Konzert mit eingängigem Material zu präsentieren, bewiesen sie dem Publikum. Offenburg ist nahe genug, um auf eine Wiederholung zu hoffen, die sich sicherlich bald wieder ergeben wird. 

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026
Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Es war noch einer dieser lauen Frühsommertage, die der Mai der Stadt gönnte. Die Fenster standen weit offen, so die Klänge der Probe schon früh durch das ehemalige amerikanische Viertel klangen. Das Mikado liegt am Ende einer Straße, die einst von den US-Soldaten als Hauptquartier in Karlsruhe genutzt wurde. Heute beherbergt das Gebäude ein Kulturgebäude mit einer englischsprachigen Bibliothek, Gastronomie und Veranstaltungsräume.

Anne Pe ist eine Singer-/Songwriterin aus Offenburg, die zusammen mit dem Koraspieler Moussa Cissokho und dem Bassisten Tobias Hölscher in dem Kulturzentrum in der Nordstadt gastierte. In der Kombination aus Stehbass, Gitarre, sowie dem afrikanischen Instrument und ihrer Stimme gewannen die Songs ein angenehmes Volumen und Eingängigkeit.

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026
Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Die Kora, die sicherlich zu einem der ungewöhnlichsten Instrumente zählt, unterstrich dabei mit ihren Harfenähnlichen Klängen die Möglichkeiten, die sich aus der ungewöhnlichen Verbindung ergeben. Anne Pe Stücke sind geprägt von der angloamerikanischen Folk- und Popmusik, wandern auf diesem Grad selbstsicher mit einer ausdrucksstarken jungen Stimme, und nutzen in ihrer Klangfarbe verschiedene Sprachen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sie innerhalb ihrer Lyrics von Deutsch auf Englisch wechselt, aber auch mal französisch intoniert oder italienisch singt. 

Dieser unbefangene Umgang mit den Eigenheiten und Prägungen aus verschiedenen Kultur-Räumen, setzt sie innerhalb der musikalischen Begleitung fort. 

Das ihr das erstaunlich unbeschwert und leicht gelingt, bewies sie auch bei ihrem Auftritt im Mikado, als die Einflüsse aus dem Senegal in ihren Werken markante Punkte setzte. So wob sich der er Gesang von Moussa, der sie in der Sprache der Griots bei einem traditionellen Lied aus der Heimat seiner Ahnen unterstützte, in das Programm des Abends bündig ein.

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026
Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Überhaupt ist Anne Pe eine Leidenschaft und tiefes Verständnis für das Handwerk des Songwriting anzumerken. Ihre Stücke wirken sowohl geschnitzt, wie geschmiedet und geschliffen, aber vor allem in jeder Art auf ihre Tauglichkeit geprüft und ausgereift. Da war jemand, die an ihrem Liedgut gefeilt hatte und es in mannigfaltiger Ausprägung zu interpretieren wußte. 

Begleitet von ihren beiden Mitspielern zeigte sich ihr Album als vielseitiges Kleinod, das in verschiedenen Kombinationen zu bestehen wußte. Dass man gleichzeitig etwas über die Geschichte des Senegals, den Vorfahren von Moussa und die mündliche Übertragung deren Gesänge erfuhr, zeichnete die Bühnenpräsenz der kleinen Gruppe aus.

Das sie es schafften, ein fast volles Mikado zu begeistern und dabei ein entspanntes, ruhiges Konzert mit eingängigem Material zu präsentieren, bewiesen sie dem Publikum. Offenburg ist nahe genug, um auf eine Wiederholung zu hoffen, die sich sicherlich bald wieder ergeben wird. 

Externe Links:

Anne Pe – https://annepe.de

Moussa Cisshoko – https://www.princemoussacissokho.com/de

Tobias Hölscher – https://www.backstagepro.de/musiker/tobias-hoelscher-kontrabassist-nordrach-1sw5YP86w4

Mikado – https://mikadokultur.de

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026
Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026

Man muss auf vieles gefasst sein, wenn Matthias Hautsch seine Gitarre spielt. Im Laufe eines Konzertes entpuppt er sich als Tüftler, ewig Suchender und erfindungsreicher Virtuose seines Instrumentes.

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch stellten mit einem Releasekonzert im Kulturhaus Osterfeld ihr neues Album „Lifetime Companions“ vor. Eine Hommage an jene KünsterlerInnen und Songs, die sie ein Leben lang begleiteten. Aber gleichzeitig auch ein die Bezeichnung für das Zusammenspiel zweier herausragenden MusikerInnen, die seit Jahrzehnten schon zusammen arbeiten, Alben aufnehmen und auf vielen Bühnen gemeinsam zu erleben sind.

Das Kulturhaus Osterfeld ist in einer ehemaligen Volksschule untergebracht. Die großen, luftigen Gänge, die breiten Treppen erinnern noch an die einstige Bestimmung, aber auch der gemeinsame Bereich im Innenhof, der heute ein Restaurant und weiterhin einen Schulhof beherbergt, verweist darauf.

Die Stockwerke des massiven Baus, der in den Jahren 1904-1907 fertiggestellt wurde, unterhalten heute ein ganz unterschiedliches Angebot aus dem Kulturbereich, zu dem auch verschiedene Bühnen gehören.

Im Studio, einem Raum im 3.OG des Gebäudes, der für bis zu 96 Personen Sitzplätze anbietet, bot sich eine Atmosphäre, die sowohl dem Charakter der Präsentation gerecht wurde, aber auch jene Nähe ermöglichte, die einen detaillierten Blick auf die Fingerfertigkeit des Gitarristen zuließ.

Es waren die charmanten Anekdoten beider, die bekannte Songs in neuen Interpretationen kleideten,  und dabei die eigenen Bezüge verdeutlichten. 

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026
Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026

Wenn Matthias Hautsch, ganz begeisterter Fan und mit leuchtenden Augen, von seinen Idolen erzählt, um dann in einer verzwickten, akustischen Instrumental-Version von Van Halens “5051“ überzugehen, ist vieles aus der gemeinsamen Geschichte spürbar.

Heute würde man es Slowcore nennen, wenn – inspiriert von Shawn Colvin – der Elvis-Klassiker „Viva Las Vegas!“ In einer bedächtigen Ruhe, den Staub der Wüste beschwört und die Tragik des Spiels offenbart. 

Dass die Mischung aus Tina Turner, Simon and Garfunkel, Britney Spears, aber auch Queen homogen und passend in einem Programm funktioniert, ist den Fähigkeit des Duos zu verdanken, das sowohl mit der Stimme, wie auch in der Begleitung die schwierigsten Passagen zu meistern wußte. 

Während Sandie Wollasch selbst vor einer Variante von „Bohemien Rhapsody“, die Teile einer Arie enthielt, nicht zurückschreckte, so überraschte Matthias Hautsch mit dem Einsatz einer Nagelfeile, die als Ersatz für einen Geigenbogen ähnliche Töne seinem Instrument entlockte.

Es sind die feinen Details, die immer zu begeistern vermochten. Die Verquickung eines Marlene Dietrich-Klassikers mit der ehrfürchtigen Schnoddrigkeit jener Fassung von Udo Lindenberg, oder die Verneigung vor Edo Zankis Werk, aber ebenso die apokalyptische Schilderung eines fast aktuellen Zustands (hier in dem Stück „Sign o’ the times“ von Prince) wurden in neuen Versionen arrangiert.

Versionen, die den Beiden die Möglichkeit liess, sich darin wiederzufinden, die Herausforderung anzunehmen, und in der Gesamtleistung etwas zu schaffen, was ihren Fähigkeiten gerecht wurde.

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026
Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026


Die Gitarre diente dabei als Rhythmusgeber, Percussion, wurde gestreichelt, geklopft, angeschlagen, mit Vibrato und zurückhaltenden Effekten zu einem Synthesizer. Mehr bedurfte es gar nicht. Weniger sollte es nicht sein. Denn die Stimme von Sandie Wollasch, kraftvoll und variantenreich, zwischen Pop, Soul und Jazz wandernd, unerschrocken gegenüber Klippen und Hürden, scheint ihn zu benötigen – den Gegenpart aus spielfreudiger Einsatzbereitschaft und neugieriger Erfindungsgabe. 

Nichts wurde vermisst. Im Gegenteil, es gab viel zu erfahren und manches wird im Nachhinein den Blick auf so manchen Klassiker verändert haben. 

Externe Links:

Sandie Wollasch – https://www.sandiew.de

Matthias Hautsch – http://www.matthiashautsch.de

Kulturhaus Osterfeld – https://kulturhaus-osterfeld.de