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Autor: Andreas Allgeyer

Redakteur und Autor auf Jazznrhythm.com. Interessiert an jeder Art Musik, lernt gerne dazu, möchte alle Konzerte erleben und alle Platten gehört haben. Klappt nicht. Aber auf dem Weg dahin sollen alle mitkommen. Weitere Infos (Bild, FAQ, Mail etc.) Hört gerade folgendes (Externer Link): Jazznrhythm auf Last.FM
Ankündigung: Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Bürgerzentrum Mühlburg am 18.10.2026

Ankündigung: Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Bürgerzentrum Mühlburg am 18.10.2026

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026
Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026

Treten sie solo auf, leisten sie schon beachtliches, wagen sich an Interpretation und glänzen mit eigenem Material. Sandie Wollasch gehört zu den profiliertesten Jazz-Sängerinnen der Region, ist auf internationalen Produktionen zu hören und kann auf ein umfangreiches Repertoire und einer unglaublichen Anzahl an Konzerten in den verschiedensten Kombinationen zurückschauen.

Matthias Hautsch ist ein virtuoser Gitarrenkünstler, der verliebt und mit einer erstaunlichen Experimentierfreude sein Instrument beherrscht, ihm neue Töne abverlangt und dem ganz verwunderliche Varianten gelingen, wenn er scheinbar altbekanntes anstimmt.

Als Team sind sie perfekt eingespielt, und ergänzen sich in einer Weise, dass ihnen etwas gelingt, was weit über die reinen Coverversionen hinaus geht. Mit ihrem letzten Album haben sie jenen Songs ein Denkmal gesetzt, die sie seit Jahren begleiten, uns allen im Ohr liegen und fast jedem ans Herz gewachsen sind. 

Diesem Repertoire, das sie mit persönlichen Geschichten verbinden, haben sie eine ganz eigene Note hinzugefügt. Den Charakter des Songs beibehalten, seiner Soundfarbe aber neue Aspekte abgerungen. Und damit in etwas verwandelt, was nur in dieser Verbindung geschehen kann. 

Wenn sie von ihren Vorbildern erzählen, den Begegnungen, die sie mit diesen Melodien hatten, und von der Begleitung über die Jahre berichten, dann vermitteln sie eine Ehrfurcht vor den Kompositionen, denen sie mit akustischen Neuinterpretation zu einem ganz eigenen Glanz verhelfen. Sie überraschen dabei in ihrer Spielfreude und dem Witz im Detail. 

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026
Sandie Wollasch und Matthias Hautsch im Kulturhaus Osterfeld, Pforzheim am 03.05.2026

Sandie Wollasch und Matthias Hautsch ist es damit gelungen, einen Abend zu gestalten, der Vertrautes in einem neuen Gewand präsentiert und zu einer Entdeckung macht. Am 18.10.2026 lassen sie in einem intimen Konzert im Bürgerzentrum Mühlburg daran teilhaben. Man sollte die Chance nutzen.

Externe Links:

Sandie Wollasch – https://www.sandiew.de

Matthias Hautsch – http://www.matthiashautsch.de

Ankündigung: Der Vinyl-Flohmarkt am 10.10.2026 in der Kulturküche

Ankündigung: Der Vinyl-Flohmarkt am 10.10.2026 in der Kulturküche

Ankündigung: Der Vinyl-Flohmarkt am 10.10.2026 in der Kulturküche
Ankündigung: Der Vinyl-Flohmarkt am 10.10.2026 in der Kulturküche

Bereits zum 9. Mal veranstaltet der Vinylexpress seinen Vinyl-Flohmarkt. Immer nach dem Motto: Klasse statt Masse.

Mittlerweile ein Anziehungspunkt auch weit über die Grenzen von Karlsruhe hinaus, zeigt der Vinyl-Flohmarkt wieder mal, wie breit und bunt das Spektrum des Schallplattensammels sein kann. Kein reiner Schnäppchenmarkt, und auch nicht der Platz, an dem sich fünfundzwanzig Kisten mit den immer gleichen Ladenhütern finden, sondern eine faszinierende Mischung aus Neu-, Importwaren und sehr seltenen Stücken.

Wie immer eine gute Auswahl aus befreundeten Händlern aus den benachbarten Städten und Regionen. Legendär ist dabei schon der Anteil französischer Spezialisten, die teilweise ganz erstaunliches aus dem asiatischen oder afrikanischen Sektor anbieten.

Natürlich bietet der Vinyl-Flohmarkt auch ambitionierten, privaten Sammlern die Möglichkeit ihre guten Stücke anzubieten. Es ist die Zusammensetzung und der hohe Kenntnisstand der Beteiligten, der den Vinyl-Flohmarkt zu einem viel besprochenen Event macht. Plattenbörsen gibt es viele, der Vinyl-Flohmarkt jedoch grenzt sich schon mit seinem Namen ab.

Die Location in der Kulturküche ist kein Zufall. Hat sie sich doch in den letzten Jahren als Glücksgriff erwiesen. Sie bietet einen geräumigen, atmosphärisch angenehmen Innenhof, und in ihrer zweiten Etage Rückzugsorte, die für manches Fachgespräch taugen.

Vinylflohmarkt in der Kulturküche
Vinylflohmarkt in der Kulturküche

Die Kulturküche ist einem der ältesten Häuser in Karlsruhe untergebracht, damit in einem genutzten Denkmal, betreibt ein ambitioniertes Setting aus bezahlbarer Küche und Platz für die unterschiedlichsten Initiativen und Aktionen. Vom Konzept auf einer Basis aus ehrenamtlichem Engagement, gespendeten Kuchen und relaxten Cafe aufgebaut, ist sie für positive Überraschungen gut und hat dem Vinyl-Flohmarkt einem ganz eigenen Charme verliehen. 

Unterm Strich hat der Vinyl-Flohmarkt mit seinem breiten Charakter und fein justiertem Angebot bisher für alle etwas geboten und trotzdem die Sammlerherzen höher schlagen lassen. Man kennt sich mittlerweile, pflegt die familiäre Grundstimmung und ist nicht dem bloßen Wachstum, sondern der Qualität verpflichtet. Etwas, was man in dem mittlerweile unüberschaubaren Plattenmarkt zu schätzen weiß. 

Vinylflohmarkt in der Kulturküche
Vinylflohmarkt in der Kulturküche

Während die Industrie versucht das Preisgefüge nach oben aufzuschrauben, alles mit Reiusses und Deluxe-Ausgaben zu überschwemmen, bedienen die kleinen Händler in ihren Shops oft die Nischen, Eigenheiten und skurrilen Veröffentlichungen. Eine ganze Gruppe von Ihnen – mal gesammelt anzutreffen – das bringt so manche begehrte Scheibe ans Tageslicht und macht Entdeckungen möglich. Daher: Sehr empfohlen. Nicht entgehen lassen.

Externe Links:

Vinylexpress (Instagram)- https://www.instagram.com/vinylexpress_karlsruhe/?hl=de

Kulturküche Karlsruhe – https://kulturkueche-karlsruhe.de

DAËNK auf dem „Westwind“-Fest auf dem Gutenberg-Platz (Karlsruhe) am 20.09.2026

DAËNK auf dem „Westwind“-Fest auf dem Gutenberg-Platz (Karlsruhe) am 20.09.2026

DAËNK auf dem „Westwind“-Fest auf dem Gutenberg-Platz (Karlsruhe) am 20.09.2026
DAËNK auf dem „Westwind“-Fest auf dem Gutenberg-Platz (Karlsruhe) am 20.09.2026

Das Fest auf dem Gutenbergplatz, das jährlich und mit viel Engagement stattfindet, ist eines jener Stadtteil-Feste, die in ihrem Umfang und der Gestaltung einen Charakter entwickelt haben, den man nicht mehr missen möchte. 

Freiwillig und ehrenamtlich initiiert, beinhaltet es ein Programm, das sowohl in der Gemeinschaft der Anwohner begründet ist, wie auch in einem Sinn für Innovationen und Neuerungen. Aber auch der Bereitschaft sich auf ein großes musikalisches Spektrum einzulassen.

So bot es auch in diesem Jahr eine Bandbreite von den Chansons der zwanziger Jahre, über aktuelles Songwriting, bis zu Rock und Acid Jazz am Abend. 

Der Gutenberg-Platz ist bekannt für seine kulinarische Vielfalt. So ist es kein Wunder, dass auch das Westwind-Fest hier heraussticht, wenn sowohl privat organisierter Kuchenverkauf, neben angesagtem Streetfood seinen Platz findet, und das alles in lockerer Nachbarschaft möglich ist. Man bringt seine Sitzgelegenheit mit, die Bereitschaft sich auf Yoga-Übungen einzulassen und den Spaß die Programmpunkte zu geniessen.

Die Auftritt sind mannigfaltig und wie in den Jahren zuvor musikalisch durchaus bemerkenswert. 

DAËNKs Auftritt war schon für das Vorfest an der Günther-Klotz-Anlage fest eingeplant, ein Song speziell dafür war schon veröffentlicht und dann geschah genau das, was in diesem Sommer eher ungewöhnlich war: Es zog ein Unwetter auf. Er und „Across the Border“ mussten ihre Auftritte absagen – sie wurden auf das nächste Jahr verlegt – und somit war es für ihn in der Region eine Chance auf dem Gutenbergplatz sich dem Festivalpublikum zu stellen.

In einer verkleinerten Bandversion, einem Keyboard und dem Notebook, war es eine semi-akustische Variante seiner Show. 

Es ist sowieso DAËNKs Stimme, die kraftvoll mit einem tiefen Timbre, seine Songs beherrscht, ihren Enthusiasmus transportiert und seinem Material die Eigenständigkeit als Alleinstellungsmerkmal verschafft. 

Auf den Mittag angesiedelt, in einer Zeit, die zwischen Kaffee und Abendspaziergang bei einem gemischten Publikum angesiedelt ist, präsentierte er sich als jemand, der auch mit dem Manko einer ausfallenden Anlage spielerisch umgehen kann. Aber vor allem auch ohne Begleitung zu überzeugen vermag. 

Nachdenklich über seinen Vater und dessen Krankheit, aber auch hymnisch über den Süden, das Klassentreffen und die Verbundenheit zu alten Freunden, steckte er ein weites Themenfeld ab, das verständlich und nachvollziehbar blieb. 

DAËNK singt deutsch, und begibt sich damit in einen Bereich, der sprachlich eher weniger mit seinen Wurzeln im Grunge und Hardrock assoziiert wird. Er wagt sich an die großen und kleinen Gefühle, an die Liebe, an die Schicksalsschläge und die Dinge, die ihn im Laufe seines Lebens begleitet haben. Dass er das mit großer Stimme tut, zeichnet ihn aus, macht es nahbar und gibt den Werken eine ganz eigene Farbe.

Sein aktuelles Album – ein Herzenswunsch von ihm, es auf Vinyl heraus zu bringen – ist aktuell zu kaufen. Und seinen Namen sollte man sich schon deswegen merken, weil er mit Karlsruhe verbunden ist und es zu schätzen weiß.

Externe Links:

DAËNK Instagram – https://www.instagram.com/daenk_official/

Westwind Karlsruhe – https://www.westwind-karlsruhe.de/

Jon McKiel im NUN (Karlsruhe) am 19.09.2026

Jon McKiel im NUN (Karlsruhe) am 19.09.2026

Jon McKiel im NUN (Karlsruhe) am 19.09.2026
Jon McKiel im NUN (Karlsruhe) am 19.09.2026

Die Sommerpause ist vorbei, das NUN hat sein Programm wieder aufgenommen. Die Termine trudeln wieder ein, das Booking läuft und der Herbst kann damit beginnen. Eingeleitet mit Jon McKiel, offenbarte das NUN am Samstagabend sogleich worin die Stärke seines kuratierten Programms liegt. 

Das NUN hat ein Händchen und Herz für die kleinen Auftritte, die verhältnismäßig unspektakulär daher kommen. Wo andernorts die Lightshow, die Gimmicks aus Rauch und Seifenblasen, sowie die Lautstärke der Boxen triumphieren mag, ist es beim NUN – angesiedelt in einem Wohnhaus – eher die ruhige, zurückhaltende Atmosphäre, eben das Innenhalten. Und die Möglichkeiten andere, vielleicht auch neue Facetten eines Schaffens auszuspielen. Wer im NUN auftritt verzichtet in der Regel auf die verzerrten Gitarren oder die fetten Drums.

Der richtige Platz also für Details, verfrickelte und verspielte Sounds und Songwriter, die ihre Melodien in einem Spektrum zwischen Lo-Fi und Bedroom-Productions entwickeln. 

Jon McKiel hatte genug Balladen im Gepäck, aber auch ein feines Gespür für ein langsames, rhythmisches Herangehen. Ein ausgeruhtes Set aus Americana, Folk-Anklänge und gut gewählten Loops, sowie harmonischen Chorgesang rundeten das Bild, das er mit Colin Crowell (Synthesizer) schuf, ab. Gut gewählter Stoff also, der – beheimatet in Kanada – auf seinem zweiten Konzert in Deutschland, in Erzählweise und Komposition ein eigenständiges Klangbild entwickelte. 

Jon McKiels Auftritt war ein lässiges, zurückgelehntes Event. Im Detail verriet es große Vorbilder, viel Liebe in eine schwungvolle Tanzbarkeit, aber auch eine angenehme, der Location angepassten Bescheidenheit. 

Sitzend, mit einem tragbaren Pult auf den Knien kreierte Colin Crowell sphärische, vielschichtige Sounds, begleitete Jon im Background und schwankte dabei zwischen Tradition, Psychedelischer Tiefe und erfrischender Experimentierfreude. Mit nur einer kleinen Auswahl an rhythmischen Instrumenten – gerade mal einem minimalen Drumsetting – war trotzdem genug Raum und Kraft für die Lust  am Mitwippen und einer Ahnung, von dem was möglich wäre.

Jon McKiel zeigte sich als sonorer, gelassener Erzähler, der mit großer Coolness und viel Liebe für die Kleinigkeiten das Charakteristikum der kleinen Bühne zu nutzen wußte. So zeigte er, dass das klassische Konzept des Songwriting, basierend auf seiner Gitarre und seiner Stimme, mit den aktuellen Möglichkeiten, einem freien Zugang dazu und der Lust an der Eigenständigkeit, Großes schaffen kann.

Die Bedeutung kleiner Bühnen, an ungewöhnlichen Orten ist heutzutage nicht zu unterschätzen. Gefühlt sind mehr Bands unterwegs, als es jemals zuvor waren. Die Ticketpreise bewegen sich aktuell in konträre Richtungen. 

So ist es teilweise verwunderlich, wie hoch sie im populären Bereich unter der Führung großer Firmen klettern, während sich in einem Segment, das vergleichbar mit dem Preis einer Pizza ist, fast schon fallen. Obwohl in dem letzteren Bereich die Anzahl der Bands und MusikerInnen wachsend ist. 

Das im NUN KünstlerInnen aus Übersee auftreten, teilweise nur eine Handvoll Auftritte in Deutschland absolvieren, ist etwas, das für beide Seiten – sowohl beim Publikum wie auch bei den Kreativen – nicht unterschätzt werden sollte.

Im Falle von Jon McKiel handelte es sich um eine Persönlichkeit, die in einem eigenen Sounduniversum auf einem Weg ist, das noch spannende Optionen offen hält. Sollte wiederkommen. Und sollte gehört werden. 

Externe Links:

Jon McKiel Facebook – https://www.facebook.com/jonmckielmusic/

Jon McKiel Instagram – https://www.instagram.com/jon_mckiel_/?hl=de

NUN Kulturraum – https://nun.cafe/