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Kategorie: MusikerInnen

Ankündigung (und ein kleiner Rückblick): Das Schrägfest im NUN am 21.11.2026

Ankündigung (und ein kleiner Rückblick): Das Schrägfest im NUN am 21.11.2026

Cabin on Pluto auf dem Schrägfest im KOHI am 10.10.2026
Cabin on Pluto auf dem Schrägfest im KOHI am 10.10.2026

In den letzten Monaten kristallisiert es sich fast heraus. Der Name „Schrägfunk“ – eigentlich eine regelmäßige Radiosendung auf dem Querfunk – etabliert sich mehr und mehr als eine Kette Veranstaltungen, die nicht einmal auf eine Location, sondern eher auf ein sympathisches Format festgelegt sind. 

Dabei stehen die beiden Aktiven noch nicht einmal für ein Genre, viel mehr stellen sie auf ihren sogenannten „Schrägfesten“ sehr unterschiedliche, aber zumeist unabhängige KünstlerInnen vor. Das bewerben sie per Plakat, im Social Media – aber im Ganzen immer noch in einer Art Flüsterpropaganda im regionalen Kulturbetrieb – und schaffen damit einen Qualitätsbegriff, der seine Anziehungskraft entwickelt.

City Light Thief auf dem Schrägfest im KOHI am 10.10.2026
City Light Thief auf dem Schrägfest im KOHI am 10.10.2026

Für Außenstehende faszinierend ist die scheinbare Leichtigkeit, mit der sie altgediente Recken, junge Talente, harte Rhythmen und fragiles Songwriting zusammenbringen. Dafür nutzen sie das NUN, das KOHI, das Jubez, und wer weiß was ihnen morgen einfällt.

So zeugten CABIN ON PLUTO und CITY LIGHT THIEF am 10.10. 2026 für die härtere Gangart im KOHI,  mit einer befreienden Ungestümtheit, und lieferten in ihren Sets all das was zwischen Power, Punk und purer Freude eine Schattierung findet. 

Zu gut für nur drei Griffe, zu schnell für die eigene Kunstfertigkeit und zu kompromisslos um in einem klassischen Genre gefangen genommen zu werden. 

Nachdem sie mit JULE, LAMPE und MATZE ROSSI am 10.03.2026 im Jubez geradezu klassisches Songwriting in einer kompakten Präsentation vorgestellt hatten, und dabei fast drei Generationen auf die Bühne brachten, zeigte das KOHI-Konzert, dass Spannbreite und Überraschungen Teil des Formates sind. 

Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Tina und Michael liefern damit nicht nur monatlich einen regional wichtigen Beitrag zur wuseligen Independenten-Szene, sind dazu erstaunlich gut vernetzt und als Interviewpartner geschätzt, sondern exportieren vor allem ihre Reihe in weitere unabhängige Radiostationen durch ganz Deutschland. 

Das wiederum sollte man nicht unterschätzen. In einer Szene, die zwar viel bevölkert ist, aber durch die Sparmaßnahmen im Kulturbereich immer weiter in ihren Auftritts- und Ausdrucksmöglichkeiten beschnitten wird, leisten die freien Radiosender einen wichtigen Beitrag.

Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Dieses weiter fort zusetzen und in einer eigenen Konzertreihe zu verwirklichen, ist nicht nur konsequent, sondern eine Basis zur Stärkung der Community. 

Die Unabhängigkeit dabei die komplette und befreundete Karlsruher Location-Szene zu nutzen, führt dann eigentlich zu einer Win-Win-Situation, in der die Radiosendung und die Bühne gemeinsam abstrahlen und ihr Publikum sammeln.

Das nächste Schrägfest, das man eigentlich nicht verpassen darf ( schon weil die Reihe das Potential hat, legendär und zu einer gemeinsamen Erinnerungskultur zu werden ) wird als 9.te Veranstaltung im NUN am 21. November 2026 mit den Musikern JULIAN KNOTH und FREDERIK TEBBE stattfinden. In dieser genannten Kombination verbirgt sich dahinter eine weitere Variante – handelt es sich hier doch um eine Lesung & ein Konzert.  

Schrägfest mit Lampe im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Lampe im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Auf kleiner Bühne, mit seiner legendären zurückhaltenden Atmosphäre ist das NUN dafür gut gewählt, und damit eine Empfehlung für einen spannenden, angenehmen Abend.

Externe Links:

Schrägfunk – https://schraegfunk.de

Querfunk – https://querfunk.de

Schrägfest – https://schraegfest.de

NUN – https://nun.cafe

KOHI – https://kohi.de

Jubez – https://jubez.de

Julian Knoth – https://www.instagram.com/julian_knoth/?hl=de

Frederik Tebbe – https://www.instagram.com/nulluhrachtundfuenfzig/

Cabin on Pluto – https://cabin-on-pluto.jimdosite.com

City Light Thief – https://www.instagram.com/citylightthief/?hl=de

Sandie Wollasch & Matthias Hautsch im Bürgerzentrum Mühlburg am 18.10.2026

Sandie Wollasch & Matthias Hautsch im Bürgerzentrum Mühlburg am 18.10.2026

Sandie Wollasch & Matthias Hautsch im Bürgerzentrum Mühlburg am 18.10.2026
Sandie Wollasch & Matthias Hautsch im Bürgerzentrum Mühlburg am 18.10.2026

Die Professionalität von KünstlerInnen zeigt sich meist unter den widrigsten Umständen. Bei einem Gespräch mit Frederico Albanese, einem jungen Pianisten aus der experimentellen neuen Klassik-Szene, nach einem fantastischen Konzert, bei dem jedoch kaum Publikum anwesend war, meinte dieser, dass er ungeachtet der Anzahl immer trotzdem sein Bestes gäbe. Weil – es sind ja Menschen anwesend. 

In einem anderen Fall, als bei einem Steiner und Madlaina – Konzert in Ludwigshafen die Location wegen einem Feueralarm geräumt werden musste, konnte man ein wunderschönes Konzert vor dem Veranstaltungsort auf der Straße erleben. Sie setzten es mit den Anwesenden einfach akustisch fort.

Beides blieb in Erinnerung, und zeugte von einer Haltung und Selbstsicherheit, die es erlaubt den Gedanken an Qualität und die Liebe an der Berufung in den Vordergrund zu stellen.

Wenn Sandie Wollasch und Matthias Hautsch die Bühne betreten, dann weiß man, dass sich hier MusikerInnen präsentieren, die nicht nur eine langjährige Erfahrung mitbringen, sondern die auch in unzähligen Auftritten ihr Improvisationstalent bewiesen haben. Beide haben sich in ihren Bereichen in verschiedene Genres gewagt. Sie bringen mit ihrem Verständnis für Musik eine ganze Bandbreite an Varianten und Möglichkeiten ein, und versprechen genau damit individuelle Sichtweisen.

In der Verbindung, und das beweisen sie immer wieder bei ihren Konzerten und Aufnahmen, ergänzen sie sich fruchtbar, und das wirkt wiederum dann entsprechend bereichernd. 

Sandie Wollasch & Matthias Hautsch im Bürgerzentrum Mühlburg am 18.10.2026
Sandie Wollasch & Matthias Hautsch im Bürgerzentrum Mühlburg am 18.10.2026

So war es auch kein wirkliches Manko, dass zur Eröffnung des Abends, der Sound der akustischen Gitarre leicht verstört über die Boxen klang. Beim Soundcheck noch problemlos, schlich sich ein Fehler ein, der vorerst hartnäckig bleiben wollte. 

Genug Zeit für unbegleitetes Solo von Sandie. Und damit jener Moment, der ihre klare Ausdrucksweise und die Kraft ihrer Stimme hervor hob. Es machte deutlich, wie einfach es ihr fällt, in den unterschiedlichsten Gruppierungen und Formaten, spontan oder mit kürzester Vorbereitungszeit einzusteigen.

Verfolgt man die Auftritte der Beiden, fällt auf in wie vielen Orten sie gemeinsam, alleine, oder aber in ganz anderen Zusammensetzungen auftauchen. Da steckt sehr viel Fleiß und Disziplin dahinter, aber natürlich auch eine große Bereitschaft sich einzulassen und beizutragen. Und das wiederum geht bekanntlich nur, wenn das eigene Können das unterstützt.

Erzählt Matthias Hautsch von seinen Vorbildern, dann ist es mehr als pures Namedropping. Es enthält eine Ehrfurcht und eine große Freude am Lernen. So ist es Eddie Van Halen, den er erwähnte, aber auch Mike Stern, mit dem er die Leidenschaft für eine sehr prägnante Spielweise teilt. 

Es zeichnet die „Lifetime Companions“-Konzertreihe aus, dass sie gespickt ist, mit Anekdoten, Verweisen und purer Begeisterung für jene Songs, die im Feld zwischen Jazz, Soul und gekonntem Songwriting angelegt sind. Das geht von Queen über Prince zu Frank Sinatra, und lehnt hier auch eigene Werke an. 

Doch im Grunde – allein von der Herangehensweise und der Wahl der Mittel – werden auch die bekanntesten Songs zu sehr eigenen Werke, denen sie ihre Persönlichkeit beisteuern. Was Sandie mit den großen Leistungen ihrer Stimme macht, ist bei Matthias Hautsch immer wieder ein Spiel, das auch den hölzernen Klangkörper seines Instruments mit einbezieht. 

Viel Liebe, viele spontane Einfälle, viel Tüftelei und wahrscheinlich unzählige Stunden an den Saiten, sind mit Sicherheit die Voraussetzung für eine solche Schnelligkeit, wie er sie sein Eigen nennen kann.

Beide brauchen den Anderen nicht wirklich, können sie doch locker mit ihren Fähigkeiten einen ganzen Abend komplett alleine bestreiten. Zusammen jedoch präsentieren sie mit ihrer Leichtigkeit ein eingespieltes Team, das gekommen ist, die Songs zu veredeln. 

Und darf auch mal der Einstieg etwas holpern, wenn man dafür einen unvergesslichen Moment bekommt.

Externe Links:

Sandie Wollasch – https://www.sandiew.de

Matthias Hautsch – http://matthiashautsch.de

Herz über Kopf – (Künstleragentur) https://www.herzueberkopfkultur.de

Sandrine Neye und Alfred Müller am 16.10.2026 (Wohnzimmerkonzert)

Sandrine Neye und Alfred Müller am 16.10.2026 (Wohnzimmerkonzert)

Sandrine Ney und Alfred Müller am 16.10.2026 (Wohnzimmerkonzert)
Sandrine Ney und Alfred Müller am 16.10.2026 (Wohnzimmerkonzert)

Eigentlich bewegen sich Wohnzimmerkonzerte in dem historischen Kontext einer „Soiree“. Sogenannte Salonkonzerte haben eine lange Tradition. Sie finden in der Regel in einem privaten Rahmen statt, bieten vor allem jungen KünstlerInnen die Möglichkeit außerhalb der etablierten Bühnen sich einem geneigten Publikum vorzustellen und sind fast ein geschützter Raum für aufstrebende Talente. Ungeachtet dessen handelt es sich meistens um hervorragend ausgewählte Begabungen.

Die Möglichkeiten der Wohnzimmerkonzerte sind normalerweise im Umfang und der Ausgestaltung begrenzt. Da sie nicht regelmäßig stattfinden, ist man in diesem persönlichen Umfeld sowieso auf Qualität bedacht. Die Gastgeber zeigen eine große Liebe zur Musik, ein außergewöhnliches Engagement für das Thema und gehören damit zu den kleinen Impressarios einer lebendigen Kulturszene.

Die meisten bekannten KünstlerInnen haben irgendwann Wohnzimmerkonzerte genutzt. Sie dienen der Vernetzung, können einen Ruf begründen und haben oft eine Wirkung als Multiplikator in einer regionalen Szene. 

Da Wohnzimmerkonzerte tatsächlich – meistens – in Wohnzimmern stattfinden, werden sie nicht öffentlich bekannt gegeben, finden sich nicht Veranstaltungskalender und werden maximal über Mailinglisten, WhatsApp oder Facebookgruppen bekannt gegeben. Man kennt jemanden, der/die jemanden kennt usw. Wenn man Glück hat – und es hat wirklich sehr viel mit Glück zu tun – gelangt man in einen der Zirkel. 

Sandrine Ney und Alfred Müller am 16.10.2026 (Wohnzimmerkonzert)
Sandrine Ney und Alfred Müller am 16.10.2026 (Wohnzimmerkonzert)

Es gibt mittlerweile, auch in Karlsruhe, legendäre Ort, kleine, sehr professionelle Bühnen, aber auch ganz private Veranstaltungen, die wert auf ihre Anonymität und Exklusivität legen. Man sollte das berücksichtigen, daher findet sich auch hier kein Hinweis, wo dieses Konzert stattfand.

Erhält man eine Einladung zu einem Konzert, dann sollte man sie annehmen. Ungeachtet dessen, ob der Name der Auftretenden einem bekannt ist oder nicht. Es lohnt sich in der Regel immer.  Ich würde keine Einladung zu einem solchen Konzert ausschlagen.

Ein Konzert von Sandrine Neye und Alfred Müller gehört mittlerweile zu den gut abgestimmten Kombinationen, auf die man in Karlsruhe treffen kann. Beide finden sich in ganz unterschiedlichen Gruppierungen und Auftritten, haben die verschiedensten Standbeine, aber sind vor allem im Jazz-Bereich gerne gesehene Gäste und Mitspieler.

So ist Alfred Müllers Gitarrenspiel stark beeinflusst, von den Rhythmen des Bossa Novas, aber auch mit dem richtigen Swing ausgestattet um den Gesang seiner Partnerin zu unterstützen und herauszufordern. 

Vom Soul beeinflusst, im Jazz behauptet und mit der Kraft einer variantenreichen Stimme, war das Wechselspiel der Beiden geradezu die klassische Begrenzung auf das Wichtigste. Und im Rahmen eines solchen Konzertes, dass von seiner intimen Atmosphäre lebte, ist es auch die professionelle Darbietung bei Klassikern und ihrer Interpretation, die ein ein hervorstechendes Merkmal darstellt. 

So ist es Sandrines Begeisterung für Whitney Houston und Joy Denalane zu verdanken, dass sie auch deren Songs in einer transparenten, warmherzigen Version transportierte, die die Spannbreite ihres Könnens aufzeigte. 

Ein Ausblick auf ihre eigenen Stücke, die noch sich noch eingebunden in die Klassiker finden, deuten auf einen eigenständigen Singer-/SongwriterInnen-Weg hin, der neue Varianten offenbart, aber schon jetzt von der Erfahrung zeugt, die sie stimmlich mit einbringen kann. 

Und das ist bei beiden Musikern ein spürbares Kapital. Die Beteiligungen an Jazzorchester und kleinen Ensemble auf vielen Bühnen, kristallisierte sich in dem Zusammenspiel heraus und lässt gespannt sein, auf das was noch kommt. Wie gesagt, Wohnzimmerkonzerte sollte man sich nicht entgehen lassen, sie entstammen in der Regel immer einer Aufbruchstimmung, die man gerne miterlebt.

Externer Link:

Sandrine Neye – https://sandrineneye.de/de/index.html

Alfred Müller – https://www.instagram.com/alfred_mueller_guitar

Stina Holmquist und das 20jährige Jubiläum des NUN, Kulturraum Karlsruhe am 9.10.2026 

Stina Holmquist und das 20jährige Jubiläum des NUN, Kulturraum Karlsruhe am 9.10.2026 


Stina Holmquist im NUN, Kulturraum Karlsruhe am 9.10.2026

Stina Holmquist im NUN, Kulturraum Karlsruhe am 9.10.2026

Bei Stina Holmquists erstem Besuch im NUN  – damals noch mit Band, vor fast zwei Jahren – war die kleine Bühne in der Oststadt mit 102 Anwesenden ausverkauft. Das NUN gehört nicht zu den größten Locations – jedoch mittlerweile zu engagiertesten und beständigsten. 

Im Vergleich zu den anderen Auftrittsorten hat das NUN mit den zwanzig Jahren seines Bestehens zwar noch eine junge Geschichte, aber kann mit einem stringenten Konzept aufwarten. Letzteres ist  auch ein bißchen den Räumlichkeiten geschuldet.

Traditionell war in der Location eine Eckkneipe der Oststadt angesiedelt. Untergebracht in einer Nebenstraße, die parallel zur Durlacher Allee verläuft, handelt es sich um das Erdgeschoss eines Wohnhauses. 

Das NUN ist zwar gut mit allen Verkehrsmitteln zu erreichen, aber nicht ganz so augenfällig, wie man es von vergleichbaren Clubs gewohnt ist. Alles ein bißchen ruhiger, alles ein bißchen unscheinbarer, hat das NUN immer noch den Ruf eines Geheimtipps. Einen Ruf, den es sich aber hart erarbeitet hat. 

Auch wenn es im Laufe der Jahre, nach einer längeren Pause und den Schwierigkeiten der Coronazeit, mittlerweile zu einem kompletten Wechsel der Aktiven kam, scheint das Booking immer noch einer gesetzten Linie zu folgen . Daher sind die geladenen Gäste von einer gleichbleibenden und verlässlichen Qualität.

Ganz eindeutig setzt man auf Leute mit Potential, vornehmlich junge KünstlerInnen aus aller Welt und es macht Spaß zu sehen, wie sie sich entwickeln. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn diejenigen, die einst auf der Bühne des NUN standen, später auf weit größeren Orten anzutreffen sind, dabei das eine oder andere Festival bereichern, oder gar international Karriere machen. 


Stina Holmquist im NUN, Kulturraum Karlsruhe am 9.10.2026

Stina Holmquist im NUN, Kulturraum Karlsruhe am 9.10.2026

Stina Holmquist gehört eindeutig zu den hoffnungsvollen MusikerInnen, die das NUN zu schätzen wissen. So war es nicht überraschend, dass sie – solo, nur mit einem E-Piano – auf ihrer aktuellen Tour wiederum die Chance nutzte.

Das NUN feierte sein Jubiläum mit ihrem Konzert, ergänzte es mit Anekdoten aus den Gründerjahren (als es z.B. noch einen Cafe-Betrieb gab), umgab es mit Sekt und Kuchen und verfiel während der Aufführung in jene gespannte, ruhige Atmosphäre, für die es sehr bekannt ist.

Für Stina Holmquist bedeutete dieses ein ungleich intensivere, fast akustische Interpretation ihres Werkes. Präsentierte damit eine Künstlerin, die ihre Bandbreite an musikalischem Können und stimmlichem Vermögen auszuspielen vermochte. 

Schilderte sie ihre Songs – in den Zwischenansagen – als Gefühle, die sie wie in einem Einmachglas verschliesst, gewinnt sie doch daraus die Qualität, die sie auszeichnet. Mit ihrer zweiten EP festigte sie ihr künstlerisches Standbein, und konnte daher auf ein Repertoire zurückgreifen, das homogen und bündig ihre Fähigkeiten heraus kristallisierte.

Mit überraschenden Steigerungen, wohl temperierter Dramatik und einer dynamischen Handhabung der Tasten, erkannte man eine Songwriterin, die sich faszinierend sicher in ihrem Metier bewegte. 

Es war die Stille des NUN, die den Songs eine filigrane Detailtiefe erlaubten und die Feinheiten offenbarte. 

Fast würde man sich wünschen, eine Liveaufnahme des Konzerts würde seinen Weg in den Shop finden.

Stina Holmquist bewies, alleine, nur mit dem Piano und ihrer Stimme, dass sie zu jenen Songwriterinnen gehört, die durch die instrumentelle Begrenzung eine ernsthaftere und intimere Version entstehen lassen. 

Ungeachtet ihrer Arbeit mit ihrer Band, die eine ganze Farbpalette nutzt, beeindruckte die Reduzierung mit den klaren Schattierungen. Die emotionelle Tiefe wurde in einer erstaunlich hoher Potenz spür- und nachvollziehbar vermittelt. Gemessen an den Möglichkeiten kann man gespannt sein, wie der Weg weitergeht, und das Wechselspiel sich in zukünftigen Auftritten niederschlagen wird. Stina Holmquist baut an einem Profil, auf dessen Entwicklung man gespannt sein darf.

Externe Links:

Stina Holmquist – https://www.stinaholmquist.de

NUN – https://nun.cafe