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Kategorie: MusikerInnen

Ankündigung: Joya im Mikado am 13.03.2026

Ankündigung: Joya im Mikado am 13.03.2026

Joya im Mikado am 13.03.2026
Joya im Mikado am 13.03.2026

Mit den Musikern von Joya saß ich letztes Jahr für einen gemeinsamen Podcast zusammen. Und nur weil ich der langsamste Podcaster im Internet bin, seid ihr leider noch nicht in den Genuss des Gesprächs gekommen. ( Ich gelobe Besserung. Alle meine Podcast-PartnerInnen leiden darunter )

Joya fielen mir beim letzten Westwind-Fest auf dem Gutenbergplatz auf. Sie spielten damals eine sehr variantenreiche Zusammenstellung aus Balkan- und Rembetikamelodien. Weil ich zu spät kam, und das Konzert leider nicht die volle Länge erlebte, stufte ich sie als eine der kreativen Klezmerbands in der Region ein.

Doch ich lag – wie man mich später aufklärte – bei Joya falsch. Joya stehen für Balkan, Swing, Gypsy und Chanson. Dabei handelt es sich um drei Musiker, die in der hiesigen, sehr umtriebigen Szene seit Jahren aus verschiedenen Formationen wohl bekannt sind. Das Spektrum ihrer Musik ist beeinflusst von der vielfarbigen Musik des Ostens, der Liebe zu den Melodien, die vom Akkordeon geführt und dem mehrsprachigen Gesang der Sängerin Simone Lachmann begleitet werden.

Da sie schon in mehreren Bands in der Region unterwegs und bekannt sind, setzt sich dieses Trio mit Jan Stoess an der Gitarre und Christoph Obert am Akkordeon aus MusikerInnen zusammen, die mit einem großen Repertoire vertraut sind, aber vor allem das Können und die Versiertheit für einen authentischen Abend garantierten.

Die Spielfreude springt über, der Spaß an dem Liedgut ist ihnen anzumerken, und wer sein Herz an diese Richtungen verloren hat, wird nicht an ihnen vorbei kommen. 

Es verspricht gut zu werden, und das Mikado ist sowieso ein angenehmer Platz für handgemachte Musik und einem netten Publikum. Es kann gar nichts schief gehen.

Externe Links:

Joya – https://joya-music.de

Mikado –https://mikadokultur.de

Ankündigung: Pete Jay Funk am 12.03.2026 im Tollhaus

Ankündigung: Pete Jay Funk am 12.03.2026 im Tollhaus

Peter Jay Funk am 12.03.2026
Peter Jay Funk am 12.03.2026

Manchmal braucht es dann doch ein eigenes Projekt, mit dem man die ganzen Ideen ausspielen kann, die im Kollektiv einer Band als nicht passend erscheinen. Pete Jay Funk, seines Zeiches Kopf und Songschreiber der Americana-Band „No sugar, no cream“ stellt am 12.03.2026 im Tollhaus sein Solo-Debüt vor.

Nicht komplett anders – das hätte man auch nicht erwartet – aber mit dem Rückhalt anderer Musiker – daher in einem ganz eigenen musikalischen  Gewand und in gewohnt ausgeruhter Manier präsentiert er seine neuen Werke.

Es wurde schon mal auf diesen Seiten erwähnt. Beim letzten Ladenkonzert im Laden zwei gab es bereits einige Stücke zu hören. Noch in schmaler Besetzung, begleitet von seinem Bassisten, zeigte sich da schon die Erzählweise und den Takt, der – wie im guten Americana üblich – genug Country für die schönen Bilder, eine verhaltene Brise Blues für die melancholischen Untertöne und den richtigen Folk für die Authentizität mitbringt.

No Sugar, no cream gehören zu den fleißigen Bands in der Region, die auf eine Handvoll Alben zurückblicken und heute klingen, als hätten sie schon einige Touren im Süden der USA hinter sich. Oder sich auf eine große Verwandtschaft mit ihren skandinavischen Kollegen eingeschworen.

Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Songs von Pete Jay Funk die Bodenständigkeit und das Storytelling der großen Vorbilder mitbringen, aber vor allem auch im Vortrag den Erwartungen entsprechen. Man hat das schließlich mittlerweile in der Feder und im Blut. So darf man sich auf einen spannenden Abend gefasst machen, der die Bilder von Weite und Ruhe entstehen lässt, aber vor allem geerdet und handwerklich sauber daher kommt. Kino für die Ohren. Von Leuten dargeboten, die wissen, wie man damit umgeht.

Externe Links:

Pete Jay Funk – https://www.petejayfunk.com/

Tollhaus – https://tickets.tollhaus.de/catalog/tickets/92045-tickets-pete-jay-funk-kulturzentrum-tollhaus-karlsruhe-am-12-03-2026

Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026

Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026

Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026
Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026

Die Finca Roasters, eine kleine Kaffeerösterei in der Augartenstraße 30, feierte das 3-jährige Bestehen ihres Ladens in der Südstadt. Grund genug alle Freunde und Bekannte, aber auch diejenigen, die noch nie dort waren, zu einem Besuch einzuladen. 

Musikalisch durch ein Konzert von Fernanda Tarrech untermalt, konnten die Finca Roasters, zum einen ihre kleinen, aber angenehmen Räumlichkeiten (die erstaunlich viel Platz für die Anwesenden boten) und ihr Konzept vorstellen. Eine eigene Röstung, mit lateinamerikanischen Wurzeln und Bezügen, die aber im Zusammenhang mit dem Geschäft auch Heimat für eine Community wurde, die in Karlsruhe lebt, aber ihren Ursprung in Lateinamerika hat.

Fernanda Tarrech ist eine junge Musikerin aus Uruguay, die innerhalb der Region Karlsruhes bei schönem Wetter gerne mal in der Fußgängerzone angetroffen wird. Sie stellt dort ihre eigenen Songs vor, in der Sprache ihrer Heimat – spanisch – oder in englisch. 

Material findet sich auch auf YouTube, Spotify und Bandcamp. Aber es ist auch möglich (und sowieso empfehlenswert) die Chance zu nutzen, wenn man sie irgendwo trifft, ihre selbstgebrannte CD zu erwerben. Wenn man nicht auf das Erscheinen ihres ersten Albums warten möchte. Das ist angekündigt, aber hat noch keinen Termin.

Ausgestattet mit einer Loop-Machine und der akustischen Gitarre präsentierte sie zur Geburtstagsfeier des Ladengeschäfts ihr Repertoire. Der Trubel eintreffender Gäste, das vielfarbige Stimmengewirr aus allen möglichen Sprachen, erstarb, sobald Fernanda sang. So schlossen sich teilweise Augen, die Anwesenden lauschten und die Ausgeglichenheit ihrer Ausstrahlung legte sich über alles.

Es ist die Professionalität, die Leichtigkeit ihres Spiels und die warme Stimme, die in den Bann zieht, aber auch eine Künstlerin zeigte, die schon seit einigen Jahren in den verschiedensten Kombination und an ganz differenten Orten aufgetreten ist.

Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026
Fernanda Tarrech bei den Finca Roasters, Karlsruhe, am 28.02.2026

Ihr (Bühnen-) Auftritte sind rare Glücksgriffe. Umso größer die Freude, wenn es die Möglichkeit gibt, sie in einem solchen, kleinen – geradezu privaten Rahmen zu erleben. 

Fernanda Tarrech  gehört innerhalb der hiesigen Szene zu einem der Namen, die – hat man sie mal gehört oder auf Video genossen – nicht so schnell vergisst. Faszinierend, wie das Publikum auf ihre selbstkomponierten Stücke reagiert, die in ihrer Eingängigkeit so vertraut und traumwandlerisch perfekt funktionieren. 

Ihre Stärke ist in Vortrag und Komposition einen liebenswerten Charme einzuflechten, der die Komplexität der Details vergessen lässt. Wirkt es doch so, als hätte sie Inspirationen aufgefangen, spontan daraus eine Melodie gewoben, die von der Liebe, dem Kummer darum und all den Dingen dazwischen erzählt.

Fernanda Tarrechs Songwriting wirkt vertraut, zugleich frisch. Die Art und Weise, wie sie ihre Lieder darbietet machen sie zu einem der Talente, bei denen man sich eine Menge Auftritte vorstellen kann, denen man aber vor allem viele weitere Chancen wünschen möchte.

Die Finca Roasters hatten damit ein gutes Händchen für ihr 3 jähriges bewiesen. Und der Kaffe ist sowieso gut. Kann man sich jederzeit gönnen.

Externe Links:

Finca Roasters – https://www.fincaroasters.de

Fernanda Tarrech auf Bandcamp – https://fernanda.bandcamp.com

Daniel Benyamin & Simone White im KOHI, Kulturraum, am 01.03.2026

Daniel Benyamin & Simone White im KOHI, Kulturraum, am 01.03.2026

Daniel Benyamin im KOHI am 01.03.2026
Daniel Benyamin im KOHI am 01.03.2026

Wenn Doppelkonzerte stattfinden, dann sind die Strukturen und Regeln im Normalfall klar. Es gibt Supporter und Hauptacts. Daniel Benyamin und Simone White brachen diese auf, gingen neue Weg und präsentierten sich immer wieder im Wechsel.

Was wie ein Widerspruch klingt, auch unter der Berücksichtigung der musikalischen Ausrichtungen, war dann ein kreatives, erfrischendes Arrangement zwischen zwei sehr kreativen Charakteren.

Begleitet von einer visuellen Beamer-Show, die je nach Komposition und InterpretIn wechselte, zeigte sich Daniel Benyamin als experimentierfreudiger Arrangeur seiner Werke. Ausdrucksstark in Stimme und Lyrik, liess er sich von einem alten Tape-Recorder begleiten. Die Unzulänglichkeiten der Bandaufnahme, ein leichtes Übersteuern, Rauschen oder verzogenes Klingen des Pianosspiels, bildeten für seine Stücke interessantes Fundament, dass er mit elektrischer Gitarre und, hin und wieder, Stehdrums als Baustein nutzte.

In Vielseitigkeit und Farbigkeit stand er den Bildern hinter ihm in nichts nach, und bewies, – zurückblickend auf viele Jahre im Duo – auch in den neueren Werken, dass er die Kunstfertigkeit des modernen Chansons mit einem Schwerpunkt auf seinen Gesang zu nutzen weiß. Eine klare, deutliche, kräftige Intonation gehört zu seinen Schwerpunkt, der durch einen lausbübischen Charme unterstützt wird. 

Simone White im KOHI am 01.03.2026
Simone White im KOHI am 01.03.2026

Die Überleitungen zu seiner Konzertpartnerin waren fast spielerisch, und vollzogen sich, trotz einer komplett anderen Herangehensweise in einer feinen Harmonie. Von gegenseitigem Respekt und Hochachtung geprägt, liessen sich beide genug Raum, um dem Publikum ein bündiges Konzept zu präsentieren. 

Es funktionierte, trotz -aber vielleicht auch vor allem wegen – Simone Whites Zurückhaltung, die , begleitete von Schneefall- und Regenbilder im Hintergrund, eine angenehme Grundstimmung und eine Basis für ihre ruhigen Songs boten. 

Simone White gehört damit zu jenen großen Singer-/Songwriterinnen, die ihr eigenes Material in eine Reihe, der kleinen Geschichten stellen können, die haften bleiben. Weil sie in Komposition, Blickwinkel und Vortrag eine Einheit bilden, die von jahrelangem Handwerk und Können erzählen.

Nur begleitet von ihrer akustischen Gitarre trug sie einen Teil ihres, mittlerweile sehr umfangreichen Gesamtwerks vor. Bezüge und Namen fallen einem eine Menge ein, aber aufgrund des Könnens und dem Geschick ihres Vortrags braucht Simone White keine Vergleiche. Sie auch nicht zu scheuen. 

Im Zusammenhang mit Daniel Benyamin, der sehr unterschiedliche Kompostionen – so auch für eine Sternwarte – im Gepäck hatte, stellte sie den ruhigen, zurückgelehnten Part da. Eine Entdeckung, denn erstaunlicherweise sind hierzulande ihre Songs kaum bekannt, obwohl sie es verdient hätten. Erzählen sie doch die kleinen Geschichten in kunstvoller Manier.

Daniel Benyamin präsentierte mit dem Re-Relase eines ihrer Alben, eine Konzerttournee, die mit einem sympathischen Akzent, zwei Künstler zeigte die durchaus alleine den Abend bestreiten könnten, aber zusammen gewinnen.

Externe Links:

Daniel Benyamin – https://www.instagram.com/daniel__benyamin/?hl=de

Simone White – https://www.simonewhite.com/index.html

KOHI – https://kohi.de