Die Genres auf Radio Jazznrhythm

Die Genres auf Radio Jazznrhythm

  • Acid Jazz – Nach dem Pop Jazz, der in der Welle des New Wave in England aufkam, kam eine Housemusik-Strömung, die vor allem auf illegalen Rave-Partys Zuspruch fand. Da zu dieser Zeit Ecstasy (Acid) sehr populär war, sprach man bei bestimmten Varianten auch von Acid House. Symbol war damals ein Smiley. Zu jener Zeit wurde alles, was als aktuell, jugendorientiert und neu galt, mit dem Ausdruck Acid geschmückt. In der Housemusic bedient man sich gerne Samples aus alten Soul Platten (zum Beispiel aus dem Umfeld der James Brown Aufnahmen). Diese Samples wurden oft Rare Groove genannt. Die Entstehung des Acid Jazz nimmt direkt Bezug darauf, denn auch hier wurde auf den sogenannten Rare Groove alter Aufnahmen verwiesen. Nur handelte es sich dieses Mal um Bands mit Bläser, die Jazz- und House-Versatzstücke im Stile alter Soulaufnahmen spielten. Ein sehr engagiertes Lable nannte sich damals Acid-Jazz, prägte und schob diesen Begriff bewusst in den Vordergrund. Eine wirkliche Gemeinsamkeit bei den so bezeichneten Bands gab es nicht wirklich. Heute wird der Begriff für eine Musikrichtung verwendet, die stark Soullastig ist, sich am Lounge und brasilianischen Musikrichtungen orientiert und vermehrt auch elektronische Bestanteile hat. Oft wird der Begriff. Nu-Jazz für ähnliche Kompositionen verwendet.
  • Ambient – Im Bereich der elektronischen Musik etablierte sich eine Zeitlang der Begriff Ambient. Wahrscheinlich gehörte Brian Eno zu einem der ersten Vertreter. Der Anspruch war, je nach Betrachtungsweise, eine Musikrichtung zu etablieren, die eher angenehm die heimische Umgebung bzw. Cafés möbiliert. Teilweise als Fahrstuhlmusik verachtet, gibt es sehr interessante Ambientstücke, die heute eher im Bereich Electronic (Electronica) angesiedelt sind.
  • Blues – mittlerweile im Wechselspiel mit Afrika eine Musikrichtung, die ihren Ursprung in der amerikanischen Tradition der ursprünglich aus Afrika verschleppten Einwanderer hat. Blues hat sich zu einem erstaunlich weitem Feld entwickelt, und hat daher eine unendlich Form der Spielarten, die sich ein paar hundert Subgenres aufspaltet. Wir werden Blues immer mal wieder einstreuen, und bei Interesse gerne auch feste Sendeblöcke damit gestalten.
  • Bossa-Nova bzw. MPB (Musica Popular Brasileira) – Im Grunde sind Bossa Nova und MPB fast zwei konträre Musikstile, aber haben trotzdem eine enge Verwandtschaft. Während Bossa Nova weitgehend aus den heimischen Stilrichtungen Brasiliens entstand, ist MPB eine Musikrichtung, die brasilianische Musik zunehmend mit Elementen der anglo-amerikanischen Musik vermischte. Eine genau Kategorisierung was MPB ist lässt sich nicht mehr genau machen. Zumeist handelt es sich um sehr poetische Songs von teilweise namhaften Songwritern, die von einer unüberschaubaren Zahl an Sängern und Sängerinnen vorgetragen wird. Brasilien ist wahrscheinlich eines der Länder, die einen unvorstellbaren Reichtum an Interpretinnen hat. Wir werden immer mal wieder versuchen, einige Namen in das Programm einfließen zu lassen.
  • Cajun – Bei Cajun handelt es sich eigentlich nicht um eine Musik, sondern um eine kulturelle Minderheit in den USA, die einen eigenen Lebensstil in Louisiana pflegt. Cajun Musik wird traditionell in französisch gespielt, hat Volksmusik-Elemente aus Frankreich integriert, aber weiter entwickelt. In der Cajunmusik findet sich in der Regel Gesang, Gitarre, Geige und ein kleines Akkordeon. Traditionelle Cajun-Musik ist unplugged, tanzbar und wird so selten in Deutschland gespielt, dass wir uns quasi verpflichtet fühlen, hier etwas nachzuhelfen.
  • Electronic – Der Begriff Electronic ist eher eine Katalogisierung der Plattenindustrie als wirklich eine Möglichkeit hier eine Musikrichtung zu fassen. Die Übergänge zu Techno, aber auch zu Klassik, aber auch zu House sind fließend. Es gibt mittlerweile Electronic-Musiker, die sich bei renommierten Klassik-Labels finden, und ebensolche, die mit der Housemusik flirten. Im Grunde handelt es sich um eine Musikrichtung, die wenig bis gar keine akustischen Instrumente aus Holz oder Blech nutzen. Doch selbst dieses beschreibt es nur ungenau. Daher findet sich Electronic fast selbstverständlich in unserem Programm, denn am Schluss geht es sowieso nur um Musik, die uns gefällt.
  • Folk – Ehemals war Folk Volksmusik und sobald man diesen englischen Begriff verwendete, ging es auch lediglich um jene Musikrichtung, die ihre Tradition in England hatte. Heute sieht das anders aus. Im Zuge der Verbreitung von sogenannter Worldmusic, also der Akzeptanz auch anderer Traditionen als nur der anglo-amerikanischen, wurde der Begriff Folk schwammig. Und in dieser Form möchten wir ihn auch verwenden. Folk ist für uns, dass was uns auffällt, aber starke traditionelle Wurzeln hat. Egal, woher es kommt.
  • Rap (Old School) – Rap, wie auch HipHop hat im Laufe seiner fast 50 Jahre alten Kultur mehrere Stufen durchgemacht. Und das ist gut so. In seiner alten Form beruhte Rap noch streng auf das Sampling alter oder aktueller Soul und Discoscheiben, die auf ihren instrumentalen B-Seiten mit Sprechgesang überlagert wurden. Die Botschaften waren oft originell, lustig, aber auch kritisch. Autotune war noch unbekannt, Arbeitswerkzeug waren die zwei Plattenspieler des MC. Es hat sich viel getan, seitdem und auch Rap hat heute eine unendliche Zahl an Subgenres. Grundsätzlich sind wir neugierig, hören genau hin, aber werden wahrscheinlich noch lange der alten Richtung verpflichtet sein. Passt am Besten zum alten Soul.
  • Reggae – Auch Reggae ist ein unglaubliches Feld. Das Wissen um die Herkunft ist mittlerweile da, daher brauchen wir nicht darauf eingehen. DUB, Ragga und Dancehall sind aufregende Richtungen, die wir nicht in voller Breite integrieren werden. Meistens sind es aktuell Coverversionen, ruhigere Interpreten und kleine Bands aus dem hiesigen Umfeld, die wir in die Playlisten einfließen lassen.
  • Singer-Songwriter – Wir erlauben uns alle Singer-Songwriter zu nennen, die so agieren. Also weitgehend akustisch einen Song interpretieren, den sie selbst geschrieben haben. Ob das nun eher Country, Blues, Folk oder ähnliches ist, ist uns egal. Irgendwie ist die Bezeichnung gar kein Genre, sondern eine Berufsbezeichnung.
  • Soul – Bei Soul gehen wir davon aus, dass Gospel immer die Mutter des Souls war, also nehmen wir auch das mit rein, und alles, was zwischen Motown und heute liegt, sowieso. Machen wir. Bei Soul sind wir für alles offen, und machen vieles mit. Seid gespannt.
  • Swing – Hier ist am ehesten Neo-Swing oder Electro Swing gemeint. Neo-Swing ist eine Stilrichtung, die zu Beginn der 2000er Jahre sehr populär war und über Bands, die aus dem Ska oder Rockabillybereich kamen zu einem Lindy-Hop-Revival führte. Neo-Swing wurde in der Regel noch etwas schneller als Swing gespielt, daher waren die Übergänge zum Rockabilly fließend. Bekannte Vertreter des Neo-Swing waren Big Bad Voodoo Daddy, die Cherry Poppin‘ Daddies und das Brian Setzer Orchestra.
  • Zydeco – Ist eine fantastisch, wilde, ungestüme Richtung, die mittlerweile eine ganz eigene Dynamik hat. Ursprünglich war Zydeco eine Mischung aus Blues und Cajun mit einem fetten Akkordeon und einem straighten Tempo. Heute fusioniert Zydeco bei jungen Bands mit House, Jazz, HipHop und Disco-Versatzstücken. Traditionalisten verzweifeln, wir finden das toll. Und hoffen, dass ihr nicht gleich das Webradio abschaltet, wenn es losgeht.
Den Sendeplan erklärt:

Den Sendeplan erklärt:

1. Die Rotation

Die Rotation auf RADIO JAZZNRHYTHM läuft immer dann, wenn es keinen festen Programmpunkt gibt. In der Regel geht es dabei um den Zeitraum von 6 Uhr morgens bis 15 Uhr nachmittags. In dieser Zeit wird die Musik eher angenehm, lässig und gechillt sein. Wir gehen davon aus, dass Ihr alle etwas zu tun habt, und die Musik Euch durch Eure Arbeit begleitet. Schwerpunkt sind angejazzte, soulige Titel, Singer-Songwriter, relaxter Reggae. Die Auswahl wird sich im Laufe der Zeit erweitern, andere Richtungen werden noch mit einfliessen, um es spannend zu machen. Vieles mag bekannt, aber dann doch ganz anders klingen.

2. Darker

Es wird schwungvoller, der Nachmittag erreicht seinen Höhepunkt. Es handelt sich um den Zeitraum, in dem alte Soulnummern sich mit Acid Jazz abwechseln und. Rap ins Spiel kommt. Es wird funky. Vertrautes, Altbekanntes, wechselt mit Aufregendem ab. Es darf definitiv schon getanzt werden. Bewegt euch.

3. Lost in Music

Lost in Music ist Deep Houselastig. Es ist der Stil, der lange Zeit mit Berlin in Verbindung gebracht wurde und sich unter diesem Label in den Plattformen etablierte. Ein weites Feld. Aber Lost in Music ist auch ein Platz, der sich vordrängt und ein Spielplatz für ähnliche Stile sein wird. Lost in Music kann ewig so weitergehen, und manchmal machen wir das auch. Wenn es euch gefällt, wird es ausgebaut.

4. Lost in the Night

Wer um 23 Uhr bis morgens um 6 RADIO JAZZNRHYTHM lauscht hat es verdient, dass die Party weitergeht. Hier wird es funky, die längsten Versionen werden ausgespielt, die Maxis stapeln sich, altes und neues wildgemischt. Wichtig ist, dass der Fuß sich nicht halten kann und die Beine sich bewegen wollen. Das können alte Discokracher sein, straighter Funk, aber auch die ganz wilden Soulnummern. Hier kommt der tanzbare Acid Jazz zum Zug und wir schieben Euch Kram unter, denn wir uns selbst auf der nächsten Fete wünschen.

5. From Detroit to Philly

From Detroit to Philly gehört dem alten Motown Sound. Hier kommen Diana Ross, Stevie Wonder und die Temptations zum Zug. Hier bleiben wir strickt in der guten alten Zeit. Raum für die Klassiker. Das Zeug, das nur 20 Sekunden Zeit hatte, sich zu etablieren. Northern Soul in England genannt. Ein Platz für Diamanten, die vergessen wurden, aber auch Stoff, der Euch schon das Leben lang begleitet. Philadelphia Sound, Detroit City, all die klangvollen Namen, die einfach nicht wegzudenken sind aus der Musikgeschichte. Soul satt und endlos. Einer der ersten wirklichen Themenblöcke. Wird sich verfeinern, wachsen, vielfältiger werden, aber immer der goldenen Zeit verpflichtet.

6. Swing Time

Keine Sorge, hier wird sich kein klassischer Swing etablieren, hier geht es um die Neo-Swing-Welle, die aus der Fusion des Rockabilly und Swing vor einiger Zeit auftauchte. Am Anfang dieses Jahrtausends erlebte der Lindy-Hop seine Wiedergeburt und es entstanden eine Menge Bands mit Punk, Rockabilly und Psychobilly-Hintergrund, die sich den Swing neu eroberten. Bands wie Big Bad Voodoo Daddy, Cherry Poppin‘ Daddies und auch Brian Setzers Orchestra. Ihnen ist die Swing-Time gewidmet, ein fetter, bläserlastiger Block, der auch mal den Electro-Swing integrieren darf. Es wird laut, es wird wild, es muss so sein.

7. Smooth Reggae Time

Der lockere Dancehallstyle, aber auch der charttaugliche Kram darf hier einziehen. Reggae in seiner smoothen Form in einer weiten Spannen. Chaka Demus, Tarraus Riley, gerne auch UB40 und Bands aus dem Umfeld. Der Hawainer J.Boog mit seinem ganz eigenen Stil, Shabba Ranks und seine Freunde. Und noch vieles mehr. Einige Coverversions von bekannten Sachen, ein paar Rhythms für die Standbar und ähnliche wunderbare Sachen, die wir dann noch gemeinsam entdecken.

8. Lässiger Sonntag

Der lässige Sonntag ist eine Melange aus der Rotation und einigen Sachen, die ich Euch ans Herz lege. Eigentlich ein Flirt zwischen RADIO JAZZNRHYTHM und den Hörer- und Hörerinnen. Wenn wir den Weg finden, Euer Herz zu erobern, dann werden wir den Weg auf jeden Fall am Sonntag beschreiten. Ein Musikmix, der es darauf anlegt, von euch mitgenommen zu werden. Alles sei noch nicht verraten, denn daran wird noch gearbeitet. Habt Spaß. Habt Freude. Meldet euch, wenn euch etwas gefällt, oder wenn nicht.

Am besten bei mir direkt: andreas@jazznrhythm.com

Zum Sendeplan geht es hier: https://jazznrhythm.com/sendeplan-von-radio-jazznrhythm

Wenn ihr die Titel mitlesen wollt: https://laut.fm/jazznrhythm

Zum reinen Stream (den Link könnt ihr auch in eure Musik-App etc. integrieren): http://stream.laut.fm/jazznrhythm

Was ist Radio Jazznrhythm?

Was ist Radio Jazznrhythm?

Um auf die Schnelle einmal Radio Jazznrhythm zu erklären, habe ich vorgestern meinen ersten Wortbeitrag in die Rotationsliste geschoben. Mag sein, dass Ihr ihm begegnet, wenn Ihr RADIO JAZZNRHYTHM lauscht, aber da er sehr zurückhaltend platziert ist, ist es aktuell nicht sehr wahrscheinlich. Daher habt Ihr die Möglichkeit Ihn hier zu hören:

Und wenn wir schon dabei sind, noch kurz etwas über ACID JAZZ (Was ist das überhaupt?)

Alle guten Dinge sind drei: Ich würde mich freuen, wenn sich Musikerinnen, Künstlerinnen, aber auch Autorinnen melden, denn eventuell ergibt sich ein Konzept, in dem wir Kreative aus der Region vorstellen können. Daran wird noch gebastelt.

Danke fürs Hören. Danke fürs Dranbleiben, und schreibt Eure Vorschläge, Ideen und was Euch sonst noch so einfällt, einfach in die Anmerkungen. Wird alles gelesen. Und beantwortet.

Liebe Grüße von hier nach dort

Andreas

PS: Zum Sendeplan geht es hier: https://jazznrhythm.com/sendeplan-von-radio-jazznrhythm

Direktlink zum Stream: http://stream.laut.fm/jazznrhythm

Übrigens: falls sich jemand die ganze Einleitung mal mit Bilder ansehen will: https://youtu.be/YaQtAh4rz00 . Ich hatte das mal für Instagrams IGTV gemacht, aber weil es sich da schwer nach extern teilen lässt, lud ich es auch auf YouTube hoch. Die Bilder sind, falls jemand das wissen will, tatsächlich alle selbst geschossen.