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Schlagwort: Mikado

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Es war noch einer dieser lauen Frühsommertage, die der Mai der Stadt gönnte. Die Fenster standen weit offen, so die Klänge der Probe schon früh durch das ehemalige amerikanische Viertel klangen. Das Mikado liegt am Ende einer Straße, die einst von den US-Soldaten als Hauptquartier in Karlsruhe genutzt wurde. Heute beherbergt das Gebäude ein Kulturgebäude mit einer englischsprachigen Bibliothek, Gastronomie und Veranstaltungsräume.

Anne Pe ist eine Singer-/Songwriterin aus Offenburg, die zusammen mit dem Koraspieler Moussa Cissokho und dem Bassisten Tobias Hölscher in dem Kulturzentrum in der Nordstadt gastierte. In der Kombination aus Stehbass, Gitarre, sowie dem afrikanischen Instrument und ihrer Stimme gewannen die Songs ein angenehmes Volumen und Eingängigkeit.

Die Kora, die sicherlich zu einem der ungewöhnlichsten Instrumente zählt, unterstrich dabei mit ihren Harfenähnlichen Klängen die Möglichkeiten, die sich aus der ungewöhnlichen Verbindung ergeben. Anne Pe Stücke sind geprägt von der angloamerikanischen Folk- und Popmusik, wandern auf diesem Grad selbstsicher mit einer ausdrucksstarken jungen Stimme, und nutzen in ihrer Klangfarbe verschiedene Sprachen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sie innerhalb ihrer Lyrics von Deutsch auf Englisch wechselt, aber auch mal französisch intoniert oder italienisch singt. 

Dieser unbefangene Umgang mit den Eigenheiten und Prägungen aus verschiedenen Kultur-Räumen, setzt sie innerhalb der musikalischen Begleitung fort. 

Das ihr das erstaunlich unbeschwert und leicht gelingt, bewies sie auch bei ihrem Auftritt im Mikado, als die Einflüsse aus dem Senegal in ihren Werken markante Punkte setzte. So wob sich der er Gesang von Moussa, der sie in der Sprache der Griots bei einem traditionellen Lied aus der Heimat seiner Ahnen unterstützte, in das Programm des Abends bündig ein.

Überhaupt ist Anne Pe eine Leidenschaft und tiefes Verständnis für das Handwerk des Songwriting anzumerken. Ihre Stücke wirken sowohl geschnitzt, wie geschmiedet und geschliffen, aber vor allem in jeder Art auf ihre Tauglichkeit geprüft und ausgereift. Da war jemand, die an ihrem Liedgut gefeilt hatte und es in mannigfaltiger Ausprägung zu interpretieren wußte. 

Begleitet von ihren beiden Mitspielern zeigte sich ihr Album als vielseitiges Kleinod, das in verschiedenen Kombinationen zu bestehen wußte. Dass man gleichzeitig etwas über die Geschichte des Senegals, den Vorfahren von Moussa und die mündliche Übertragung deren Gesänge erfuhr, zeichnete die Bühnenpräsenz der kleinen Gruppe aus.

Das sie es schafften, ein fast volles Mikado zu begeistern und dabei ein entspanntes, ruhiges Konzert mit eingängigem Material zu präsentieren, bewiesen sie dem Publikum. Offenburg ist nahe genug, um auf eine Wiederholung zu hoffen, die sich sicherlich bald wieder ergeben wird. 

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026
Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Es war noch einer dieser lauen Frühsommertage, die der Mai der Stadt gönnte. Die Fenster standen weit offen, so die Klänge der Probe schon früh durch das ehemalige amerikanische Viertel klangen. Das Mikado liegt am Ende einer Straße, die einst von den US-Soldaten als Hauptquartier in Karlsruhe genutzt wurde. Heute beherbergt das Gebäude ein Kulturgebäude mit einer englischsprachigen Bibliothek, Gastronomie und Veranstaltungsräume.

Anne Pe ist eine Singer-/Songwriterin aus Offenburg, die zusammen mit dem Koraspieler Moussa Cissokho und dem Bassisten Tobias Hölscher in dem Kulturzentrum in der Nordstadt gastierte. In der Kombination aus Stehbass, Gitarre, sowie dem afrikanischen Instrument und ihrer Stimme gewannen die Songs ein angenehmes Volumen und Eingängigkeit.

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026
Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Die Kora, die sicherlich zu einem der ungewöhnlichsten Instrumente zählt, unterstrich dabei mit ihren Harfenähnlichen Klängen die Möglichkeiten, die sich aus der ungewöhnlichen Verbindung ergeben. Anne Pe Stücke sind geprägt von der angloamerikanischen Folk- und Popmusik, wandern auf diesem Grad selbstsicher mit einer ausdrucksstarken jungen Stimme, und nutzen in ihrer Klangfarbe verschiedene Sprachen. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sie innerhalb ihrer Lyrics von Deutsch auf Englisch wechselt, aber auch mal französisch intoniert oder italienisch singt. 

Dieser unbefangene Umgang mit den Eigenheiten und Prägungen aus verschiedenen Kultur-Räumen, setzt sie innerhalb der musikalischen Begleitung fort. 

Das ihr das erstaunlich unbeschwert und leicht gelingt, bewies sie auch bei ihrem Auftritt im Mikado, als die Einflüsse aus dem Senegal in ihren Werken markante Punkte setzte. So wob sich der er Gesang von Moussa, der sie in der Sprache der Griots bei einem traditionellen Lied aus der Heimat seiner Ahnen unterstützte, in das Programm des Abends bündig ein.

Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026
Anne Pe (mit Moussa Cissokho und Tobias Hölscher) im Mikado am 09.05.2026

Überhaupt ist Anne Pe eine Leidenschaft und tiefes Verständnis für das Handwerk des Songwriting anzumerken. Ihre Stücke wirken sowohl geschnitzt, wie geschmiedet und geschliffen, aber vor allem in jeder Art auf ihre Tauglichkeit geprüft und ausgereift. Da war jemand, die an ihrem Liedgut gefeilt hatte und es in mannigfaltiger Ausprägung zu interpretieren wußte. 

Begleitet von ihren beiden Mitspielern zeigte sich ihr Album als vielseitiges Kleinod, das in verschiedenen Kombinationen zu bestehen wußte. Dass man gleichzeitig etwas über die Geschichte des Senegals, den Vorfahren von Moussa und die mündliche Übertragung deren Gesänge erfuhr, zeichnete die Bühnenpräsenz der kleinen Gruppe aus.

Das sie es schafften, ein fast volles Mikado zu begeistern und dabei ein entspanntes, ruhiges Konzert mit eingängigem Material zu präsentieren, bewiesen sie dem Publikum. Offenburg ist nahe genug, um auf eine Wiederholung zu hoffen, die sich sicherlich bald wieder ergeben wird. 

Externe Links:

Anne Pe – https://annepe.de

Moussa Cisshoko – https://www.princemoussacissokho.com/de

Tobias Hölscher – https://www.backstagepro.de/musiker/tobias-hoelscher-kontrabassist-nordrach-1sw5YP86w4

Mikado – https://mikadokultur.de

Interview mit Anne Pe (zu ihrem Konzert im Mikado am 09.05.2026)

Interview mit Anne Pe (zu ihrem Konzert im Mikado am 09.05.2026)

Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025
Anne Pe & Moussa Cissokho im Mikado Kulturhaus am 09.05.2025

Anne Pe fiel mir vor einigen Monaten als Songwriterin auf. Sie geht mit ihrem Konzept einen sehr eigenen Weg, der ihr in der hiesigen Musiklandschaft ein Alleinstellungsmerkmal gibt. So fließen verschiedene Sprachen in ihre Texte, aber auch afrikanische Elemente in die Musik ein. Ihre Stücke, präsentiert mit der Gitarre und der Kora, gespielt von Moussa Cissokho, sowie Tobias Hölscher am Kontrabass, gewinnen dadurch – neben einer überzeugenden Eingängigkeit – ein  durchaus interessantes Klangspektrum.

Durch die Vielseitigkeit der Kora ist es möglich, sowohl berührende Harfenklänge, wie auch rhythmische  Elemente einfliessen zu lassen. In der Kombination ein Glücksgriff für alle Beteiligten und das Publikum.

Eine Besprechung ihres aktuellen Albums „Songs and Lines“ findet sich, ebenso wie ein Rückblick auf ein Wohnzimmer-Konzert, weiter unten.

Am 09.05. ist sie in Karlsruhe im Mikado zu Gast, und im Vorfeld hatte ich schon mal die Möglichkeit mit ihr in ihrer Heimatstadt Offenburg ein Interview zu führen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Zum Einstieg etwas, dass mir auffiel, du singst auf dem Album in mehreren Sprachen?

Anne Pe:
Ja, im Song „John Bear“ singe ich überwiegend auf Deutsch, mit einigen Zeilen auf Englisch und am Schluss auf Französisch. In „Malinalli“, dem längsten Stück des Albums, gibt es einen spanischen Abschnitt. Ein neuer Song ist auf Italienisch. Und dann singe ich gelegentlich auch in der Sprache von Moussa Cissokho mit, die ich zwar nicht beherrsche, aber phonetisch gelernt habe.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wenn du sagst, dass du Moussas Sprache nicht beherrschst – wie sieht es mit den anderen aus?

Anne Pe:
Englisch spreche ich sehr gut, Französisch ebenfalls fließend, auch wenn es bei Spezialthemen anspruchsvoller wird. Spanisch beherrsche ich auf einem touristischen Niveau, sodass ich mich in einem spanischsprachigen Land gut verständigen kann. Italienisch verstehe ich ein wenig und kann mich im Alltag zurechtfinden.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ist das Begabung oder hast du längere Zeit in diesen Ländern verbracht?

Anne Pe:
Ich war mit Anfang zwanzig zweieinhalb Monate in Spanien. In Berlin hatte ich zuvor spanischsprachige Freunde, von denen ich die Grundlagen gelernt habe. Vor Ort wurde ich dann ins kalte Wasser geworfen – etwa, als ich zehn Tage lang in einem Meditationszentrum mit einer Gruppe Spanier gekocht habe. Da musste ich die Sprache anwenden.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ich hatte den Eindruck, dass du Sprachen auch als klangliches Element einsetzt. Jede hat ja ihre eigene Farbe.

Anne Pe:
Ja, absolut. Es freut mich, dass du das bemerkt hast. Die Klangfarbe einer Sprache spielt für mich eine große Rolle und beeinflusst meine musikalischen Entscheidungen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie reagieren die Zuhörer darauf?

Anne Pe:
Bislang gab es nur positive oder neutrale Reaktionen. Das dreisprachige Lied „John Bear“ lief sogar mal im französischen Radio und auf einer brasilianischen Spotify-Playlist. Das zeigt, dass Musik oft über die Sprachbarrieren hinaus wirkt.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Bringt es dir etwas, auf Playlists vertreten zu sein?

Anne Pe:
Ja, definitiv. Dadurch erreicht man neue Hörer. Über den Artist-Account kann ich Statistiken einsehen und sehe, wo meine Musik gehört wird. Es ist schön zu entdecken, dass jemand in Stockholm oder Vancouver ein Lied hört.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ist das nachhaltig? Wird man durch Playlists populär?

Anne Pe:
Das ist schwer zu sagen. Vieles hängt vom Algorithmus ab. Aber die Präsenz sorgt für Sichtbarkeit und neue Kontakte. Wenn etwas im Radio gespielt wird, erfährt man meist davon – etwa über Promoter oder Musikredakteure.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Welchem Genre würdest du deine Musik zuordnen?

Anne Pe:
Am ehesten dem Folk. Allerdings mit Einflüssen aus Indie, Pop und World Music. Ich sehe mich als Singer-Songwriterin mit einer klaren folkigen Heimat.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Welche Einflüsse haben dich geprägt?

Anne Pe:
In meiner Kindheit hörte ich durch meine Mutter Künstler wie Joan Baez, Leonard Cohen, Cat Stevens, Joni Mitchell und Hannes Wader. Später kamen Tracy Chapman, Suzanne Vega und Elliott Smith hinzu. Auch die Grunge-Ära der 90er hat mich geprägt.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Du hast Hannes Wader erwähnt. Das Genre der Liedermacher gerät zunehmend in Vergessenheit.

Anne Pe:
Ja, und es hat mich stark beeinflusst – auch in meiner Wahl der Gitarre. Bei einem Auftritt habe ich sogar ein kleines Hannes-Wader-Set mit neu arrangierten Liedern präsentiert.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Moussa Cissokho und der Kora?

Anne Pe:
Ich habe ihn 2018 im Spitalkeller gehört und war vom Klang der Kora fasziniert. Als ich mein neues Album plante, fragte ich ihn an. Er war interessiert, und so entstand die Zusammenarbeit.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Du kombinierst Folk mit einem westafrikanischen Instrument. Das ist ungewöhnlich.

Anne Pe:
Ja, aber es passt sehr gut. Moussa bringt die World-Music-Elemente ein, aber vorallem passt es sehr gut, weil wir ähnliche „musikalische Werte“ und Vorstellungen haben. So auch mit meinem longtime Musikerkollegen dem Kontrabassisten Tobias Hölscher. Diese Mischung ergänzt sich wunderbar.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Dein neues Album ist dein zweites. Das erste erschien 2017. Warum hat es so lange gedauert?

Anne Pe:
Es gab Verzögerungen durch Terminprobleme und die Pandemie. Rückblickend war es gut, denn einige Stücke konnten reifen. So entstand beispielsweise die Zusammenarbeit mit Famoudou Konaté erst in dieser Zeit.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Was kommt zuerst – Text oder Melodie?

Anne Pe:
Meist entstehen beide gemeinsam, immer mit der Gitarre. Nur selten schreibe ich zuerst den Text.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Ist Songwriting für dich eine Eingebung?

Anne Pe:
Ja, oft. Es ist ein besonderer kreativer Zustand, der viele Künstler fasziniert und glücklich macht.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Du arbeitest auch beruflich mit Musik. Was genau machst du?

Anne Pe:
Ich arbeite als Musiktherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie und begleite Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen. Und ich gestalte Klangreisen und Singkreise

Andreas (Jazznrhythm.com):
Beeinflusst diese Arbeit deine Musik?

Anne Pe:
Ja. Mir ist wichtig, Musik zu schaffen, die berührt und beruhigt. Meine Lieder sollen Menschen ansprechen und ihnen Raum zur Identifikation geben.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie stehst du zu Social Media?

Anne Pe:
Ich nutze es bewusst und dosiert. Es ist eine wertvolle Plattform, um mit meinem Publikum in Kontakt zu treten, darf aber nicht zu viel Raum einnehmen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Wie beurteilst du die heutige Musiklandschaft?

Anne Pe:
Sie hat zwei Seiten. Streaming erschwert es, vom Verkauf zu leben, bietet aber gleichzeitig große Chancen, unabhängig Musik zu veröffentlichen und ein internationales Publikum zu erreichen.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Das bedeutet viel Eigenarbeit.

Anne Pe:
Ja, das Do-it-yourself-Prinzip ist anstrengend, schenkt aber kreative Freiheit und Selbstbestimmung.

Andreas (Jazznrhythm.com):
Was habe ich vergessen zu fragen?

Anne Pe:
Ich freue mich, wenn du erwähnst, dass wir im Mikado auftreten werde und dass man uns auch für privat organisierte Wohnzimmerkonzerte buchen kann.

Externe Links:

Anne Pe-https://annepe.de

Kulturhaus Mikado – https://mikadokultur.de

Ankündigung: Joya im Mikado am 13.03.2026

Ankündigung: Joya im Mikado am 13.03.2026

Joya im Mikado am 13.03.2026
Joya im Mikado am 13.03.2026

Mit den Musikern von Joya saß ich letztes Jahr für einen gemeinsamen Podcast zusammen. Und nur weil ich der langsamste Podcaster im Internet bin, seid ihr leider noch nicht in den Genuss des Gesprächs gekommen. ( Ich gelobe Besserung. Alle meine Podcast-PartnerInnen leiden darunter )

Joya fielen mir beim letzten Westwind-Fest auf dem Gutenbergplatz auf. Sie spielten damals eine sehr variantenreiche Zusammenstellung aus Balkan- und Rembetikamelodien. Weil ich zu spät kam, und das Konzert leider nicht die volle Länge erlebte, stufte ich sie als eine der kreativen Klezmerbands in der Region ein.

Doch ich lag – wie man mich später aufklärte – bei Joya falsch. Joya stehen für Balkan, Swing, Gypsy und Chanson. Dabei handelt es sich um drei Musiker, die in der hiesigen, sehr umtriebigen Szene seit Jahren aus verschiedenen Formationen wohl bekannt sind. Das Spektrum ihrer Musik ist beeinflusst von der vielfarbigen Musik des Ostens, der Liebe zu den Melodien, die vom Akkordeon geführt und dem mehrsprachigen Gesang der Sängerin Simone Lachmann begleitet werden.

Da sie schon in mehreren Bands in der Region unterwegs und bekannt sind, setzt sich dieses Trio mit Jan Stoess an der Gitarre und Christoph Obert am Akkordeon aus MusikerInnen zusammen, die mit einem großen Repertoire vertraut sind, aber vor allem das Können und die Versiertheit für einen authentischen Abend garantierten.

Die Spielfreude springt über, der Spaß an dem Liedgut ist ihnen anzumerken, und wer sein Herz an diese Richtungen verloren hat, wird nicht an ihnen vorbei kommen. 

Es verspricht gut zu werden, und das Mikado ist sowieso ein angenehmer Platz für handgemachte Musik und einem netten Publikum. Es kann gar nichts schief gehen.

Externe Links:

Joya – https://joya-music.de

Mikado –https://mikadokultur.de

Meinung zu „Gehts noch, Karlsruhe?“

Meinung zu „Gehts noch, Karlsruhe?“

Gehts noch Karlsruhe?
Gehts noch Karlsruhe?

Einführung

Das Thema klingt abstrakt, die Situation überspitzt und die Argumentation überrascht. Karlsruhe hat sicherlich mehr Probleme als nur die Club- und Eventkultur. Eine Kürzung um weniger als 10%  in diesem Bereich scheint dabei marginal und vertretbar. 

Der Haushalt für das nächste Jahr sieht im Bereich der Kulturförderung eine pauschale Reduzierung vor. Eine ausführliche Aufstellung der Mittel und weiteres Material zum Thema findet sich auf der Seite https://gehtsnochkarlsruhe.de/ .

Faktisch wäre damit der Komplex erklärt und aufgezeigt. Einzelne Location empfinden die Situation, je nach ihrer Finanzierung, different. Treffen tut es alle. In verschiedenen Artikel versuchten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ die Lage für einzelne Einrichtungen dar zu stellen. Es gab dabei Aufstellungen  über die individuellen Ausgaben, ein Hinweis auf die Engpässe, die Variablen, die teilweise noch zum Jahresbeginn unkalkulierbar bleiben und einen groben Überblick über die Szene in Karlsruhe.

Das Problem muss allerdings im Kontext der zur Zeit stattfindenden Entwicklungen gesehen werden. Dafür ist es notwendig etwas weiter auszuholen. 

Karlsruhe hat eine sehr reiche – in manchen Punkten auch einzigartige und –  gepflegte Kultur an Livelocations. Es gibt ein kollegiales, fast familiäres Nebeneinander der Veranstaltungsorte, die gerne auch übergreifend und gemeinsam operieren. Je nach Größe mancher Events wird auf die Option zurückgegriffen, eine Veranstaltung zu verlegen oder weiter zu reichen. Das macht Karlsruhe sehr flexibel und attraktiv für seine Gäste. 

Städte in der Größenordnung Karlsruhes werden gerne von Bands mitgenommen, sind aber nicht der Anziehungspunkt für internationaler Superstars. Hier rangieren Berlin, Hamburg, München und Köln in wechselnder Rangfolge auf den ersten Plätzen. In Städten wie Karlsruhe ist es daher notwendig, eine kleine, flexible Szene aufrecht zu halten. Diese macht die Stadt für den Zuzug, den Studenten, aber auch Touristen attraktiv. 

Eine lebendige Konzertszene belebt Stadtviertel, lässt im Umfeld Lokale, Restaurants, Hotels entstehen und vermeidet Ghettosituation. Stadtteile werden dadurch als lebendig wahrgenommen und wandeln sich nicht in reine Schlafstätten. Live-Events binden Menschen an ihr Viertel und beleben die Nachbarschafts- und Vereinsstruktur aktiv.

Soll heißen: Die Arbeit an einer lebendigen Kulturszene ist ein wertvolles Gut, das eine Stadt der Größe Karlsruhes auf der Habenseite verbuchen kann. Es ist stellt keine Ausgabe dar, deren Gewinn nicht berechenbar ist.

Mit ein bißchen Vorstellungskraft, darf man gerne davon ausgehen, was die Kaiserpassage ohne den Jazzclub, der Werderplatz ohne das KOHi, der Schlachthof ohne die Alte Hackerei, das Substage und das Tollhaus wäre. 

Die Anziehungskraft des Schlachthofs, die gemeinsame Identifikation mit dem zur Verfügung gestellten Raum, ergibt sich aus der Möglichkeit, den Bereich Tag und Nacht zu nutzen. Also Arbeit und Freizeit in Einklang zu bringen.


Eine solche, einzelne Institution – wenn sie sich etabliert hat –  und zum Anziehungspunkt für Auswärtige und Einheimische geworden ist, in Frage zu stellen, in dem man die Existenz mancher Lokalitäten bedroht, ist auch eine Variante sich selbst (als Stadt)  in Schieflage zu bringen.

Es dauert Jahrzehnte eine lebendige Kulturszene aufzubauen

Wichtig ist dabei zu bedenken: Die meisten Kulturstätten, die aufgrund eines privaten Einsatzes, meist ohne Entgelt, aufgebaut und geführt werden, haben lange Jahre und Durststrecken hinter sich. Eine Basis und ein Publikum als Fundament zu finden, bedarf viel Kommunikation, Einfühlungsvermögen und die entsprechende Sensibilität, für das was funktioniert und genau hier passt.

Wenn es heute einen Unterstützerkreis gibt, die Publikumszahlen nach Corona wieder ein interessantes Niveau erreichen, dann verbergen sich dahinter Jahre, teilweise Jahrzehnte an mühevolle Arbeit Kultur zu etablieren und einem Publikum nahezubringen. 

Dieses gilt – ohne Ausnahme – für jeden Veranstaltungsort. Alle haben mit Fingerspitzengefühl bewiesen, dass sie es geschafft haben, einen Bereich zu schaffen, der charakterlich in sein Umfeld passt, sich arrangiert und einem Genre und ganzen Generationen an MusikerInnen eine Heimat zu bieten.

Es ist nahezu unmöglich innerhalb eines Jahres so etwas in diesem Kultur-Bereich zu etablieren. Es bedarf Vertrauen, Erfahrung, einem Netzwerk im Hintergrund und ein Umgang mit den Kreativen, der sich über diesen Zeitraum aufbaut.

Clubbesitzer, ehemalige, aber auch gegenwärtige, die das Thema stemmen wollten, können davon ein Lied singen. Was heute verschwindet, das wird für die nächsten Jahre nicht wieder auftauchen oder erneuert werden können. 

Der Schaden, der durch verschwundene Kultur, entsteht, wird beträchtlich sein. Wenn sich Restaurants und Lokale im Umfeld von Kulturstätten ansiedeln, dann mag das zufällig wirken, aber die Beziehungen sind bei genauer Betrachtung erkennbar. Die Schließung einer solchen Stätte wird unwillkürlich – fast ohne Verzug – auch zu einer merklichen Veränderung der Gastronomie führen. Im schlimmsten Fall zu einer Verödung.

Der Werderplatz und das KOHI

Als Beispiel sei der Werderplatz genannt. Ein Sorgenkind der Stadt. Im Laufe der Jahre gab es verschiedene Versuche die Attraktivität zu erhöhen, mit Verboten, Verwarnungen, Einsätze und auch Hilfsangebote. Die zunehmende Erhöhung der  Attraktivität durch Biergärten, Lokalitäten, Kulturangebote haben den Werderplatz mittlerweile wieder zu einem Anziehungspunkt gemacht, der auch für Außenstehende und über die Grenzen der Stadt interessant ist. Das KOHI in der Mitte des Platzes ist mittlerweile bei aufstrebenden MusikerInnen und KünstlerInnen, aber auch als Galerie ein Begriff. Es wird geschätzt, gelobt und mit Preisen erwähnt. In seinem Umfeld legen DJs in den umliegend Lokalen auf, haben sich Events auf dem Platz etabliert, fungiert mittlerweile eine lebendige Szene.

Das NUN in der Oststadt

Das NUN in der Oststadt erfüllt ähnliche Zwecke. Es bietet einen kleinen experimentellen Rahmen für ruhige, zumeist akustische Konzert in einer Atmosphäre, die in dieser Form einmalig ist. 

Ist damit ein Ort, der vor allem für ruhige, junge Künstler aus aller Welt zu einem Begriff wurde. 

Etwas wie das NUN, das immer noch- nach Jahren – als geschätzter Geheimtipp fungiert, arbeitet ausschließlich auf einer Vereinsbasis, die vom Aufwand nahe an der Selbstausbeutung ist. Niemand wird bezahlt, alles, was dort – in einer freundlichen, zuvorkommenden Atmosphäre – geschieht, passiert freiwillig. Abends, nach dem jeweiligen Broterwerb der Mitglieder! 

Es belebt die Oststadt, stärkt ihre Position als kulturell interessanter Ort und hilft bei der Attraktivität für alle Bewohner des Stadtteils.

Die Coronajahre

Doch die Thematik ist noch um einiges größer: Die Coronajahre waren für die Kulturbranche ein Fiasko und führten vielerorts zum Zweifel an der Sinnhaftigkeit   – daran sich von seiner Leidenschaft zu ernähren. 

Die Situation wurde, trotz versuchter Unterstützung, teilweise prekär und unverhältnismäßig hart. Man merkt es auch, dass – obwohl wir uns heute alle so fühlen, als ob das weit in die Vergangenheit liegt – es für Künstlerinnen sich so verhält, dass dasThema nach wie vor präsent ist. Es hat Einzug gefunden hat in Songs, Bücher und Bilder. 

Die Coronajahre waren ein Einschnitt. Manche fanden da nicht mehr raus. Das Publikum brauchte sehr lange, um wieder wie gewohnt in Konzerte zu gehen. Einige machen das bis heute nicht mehr.

Die Coronajahre sind in der Biografie vieler KünsterlerInnen verlustbehaftete Einschnitte, die noch lange, auch weit über die Zeit hinaus, spürbar sein werden. Den Faden wieder aufzunehmen, den Anschluss wieder zu finden, das war und ist nicht einfach. Bands hatten sich aufgelöst, Veröffentlichungen floppten, weil Tourneen nicht stattfinden konnten und manche InterpretInnen verloren ihre Stimme und fanden sie nicht wieder.

Nach den Coronajahren sind vor allem die kleinen Clubs und Locations sozusagen Auffangstationen, um Schritte in die Normalität zu wagen. Für Künstlerinnen wurde es unfassbar wichtig, eine Vielfalt an Auftrittsorten zu haben, die sie wieder nutzen konnten. Es ist den meisten eben nicht vergönnt Hallen zu füllen, sie müssen Orte finden, an denen sie die Näherung ans Publikum wieder testen, ausprobieren und sich finden konnten.

Aber auch das Publikum brauchte  – und braucht immer noch – diese sanfte Hinführung zu einem normalen Weiterführen des Kulturbetriebes. Das Thema ist fragil, aber noch immer scheuen Menschen große Ansammlungen und größere Hallen wegen der durchaus berechtigten Gefahr vor infektiösen Krankheiten. Normalität wieder zu lernen, diesem auch eine Basis zu geben und eine Plattform zu schaffen, auf der sich KünstlerInnen erproben testen und wiederfinden können, ist auch eine Aufgabe der kleinen, mutigen Orte.

Streamingdienste !

Gleichzeitig boomten Streamingdienste. Der Tonträgermarkt (CDs und Vinyl-Veröffentlichungen) dagegen brach fast komplett weg. Für KünstlerInnen, die sich auf dem Weg befinden, und noch nicht die erhoffte Popularität erreicht haben, ist der monatliche Erlös aus Streamingdiensten nicht ausreichend, um ein Leben zu finanzieren. 

Die Erträge sind in den seltensten Fällen ausreichend zu nennen. Oft erfüllen diese Plattformen maximal einen Werbeeffekt, aber zum Erhalt einer Kultur leisten sie in der Regel nichts. 

MusikerInnen finanzieren sich über Auftritte bzw. über den sogenannten Merch-Verkauf (T-Shirts, Tonträger etc.) , der bei Auftritten möglich ist. 

Auftritte, verbunden mit Merch, sind die Haupteinahmequellen vieler Bands und Solo-KünstlerInnen. Selbst wenn ihre Namen ausgesprochen bekannt sind, kann man sagen: Wer in den Karlsruher Clubs und Auftrittsorten unterwegs, finanziert sich in der Regel genau über diese Optionen. Und nicht über die Klicks bei Spotify und Konsorten.

Fällt nur einer dieser Auftrittsorte weg – und das ist keine gewagte Rechnung – kann man pauschal sagen, dass ca. 75 MusikerInnen und Bands im Jahr weniger in Karlsruhe auftreten werden.

Das mag wenig erscheinen. Ist aber sehr niedrig angesetzt. 

Das gilt für all jene jungen Gruppen, die sich augenblicklich noch in einen Tourbus setzen, teilweise stundenlange Fahrten auf sich nehmen und davon ausgehen, dass es sich für sie lohnen könnte, in unserer Stadt aufzutreten. Setzt sich dieser Trend zur Kürzung der Kulturförderung durch, dann müssen wir damit rechnen, dass Karlsruhe unattraktiver wird für besuchende KünstlerInnen, weil weniger davon leben können. Aber auch, weil Karlsruhe nicht mehr soviel zu bieten hat. 

Ich sprach nur von einem Auftrittsort. Die Zahl lässt sich locker fortführen und um jeden weiteren, sterbenden Auftrittsort nach oben fortsetzen.

Die Einschnitte betreffen dann nicht nur Clubs, Locations, Auftrittsorte und die begleitende Gastronomie, sondern und vor allem aufstrebende, hoffnungsvolle Talente.

Wenn es unattraktiv wird, sich in diesem Metier auszuprobieren, werden erstmal regionale Bands verschwinden und sterben, aber selbstverständlich ist Karlsruhe nur eine von vielen Gemeinden, die auf diese Weise versucht Geld zu sparen. Die Kultur – weil scheinbar nicht wirklich gewinnbringend für eine Region (und sicherlich in der Lage von sich selbst zu leben) – ist immer einer der Posten, den man gerne beschneidet. 

Aber es macht einen Beruf, der eher Berufung ist – denn er ist selten mit materiellen Anreizen verbunden – zunehmend unattraktiv und führt damit zu einem Flaschenhalseffekt. Am Schluss werden eben nur noch jene bleiben, die tendenziell doch von den Streamingdiensten leben können. Das sind dann nicht die jungen, experimentellen, wagemutigen KünstlerInnen, sondern ganz klar chartsorientiere ,Marketing-erprobte und KI-generierte, sowie videotaugliche Stücke, die einen Kompromiss in Sachen Geschmack darstellen. 

Was Musik für Karlsruhe bedeuten könnte

Für die Städte wie Karlsruhe würde es bedeuten: Eine Verödung der Kulturlandschaft, Einbußen in den begleitenden Lokalitäten, Plätze und Stadtteile, die darunter leiden werden, sowie eine zunehmende Anonymisierung in der Kulturszene und das über Jahrzehnte hinaus.

Es ist die Entscheidung, die momentan noch gefällt werden kann, die aber in ihren Folgen scheinbar nicht richtig eingeschätzt wird. Es wäre an der Zeit, das Karlsruhe seine Musikszene als Kapital erkennt, dass über die Stadtgrenzen hinaus Potential zur Profilierung hat.

Karlsruhe hat eine lebendige, fruchtbare Szene und es wäre an der Zeit, dass man stolz darauf ist. Es ist etwas, mit dem sich zu werben lohnt, denn es bringt weit mehr Kapital in die Stadt und in das Umfeld der Örtlichkeiten als man auf dem ersten Blick sieht. 

Karlsruhe hat es über viele Jahre versäumt, seine Geschichte der populären Musik aufzuarbeiten und zu pflegen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich um Versäumnisse handelt, deren Aufarbeitung erst mal zeigen, wo Karlsruhe noch Optionen hat, seine Vorteile für Investoren, Studenten und Touristen zu zeigen. Das darf nicht einfach so zerstört werden.