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Schrägfest mit Jule, Lampe und Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Schrägfest mit Jule, Lampe und Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Natürlich ist Freitag, der 13te, ein mutig gewähltes Datum, aber trotz alledem war das Schrägfest im Jubez Karlsruhe ein gut frequentiertes Event. Veranstalter des Schrägfests, und damit verantwortlich für die gewählte Programmzusammenstellung war das Team vom Schrägfunk

Beim Schrägfunk handelt es sich um eine monatliche Radiosendung, die im Querfunk produziert, aber auch in anderen Radiosendern ausgestrahlt wird. 

Hinter dem Schrägfunk – aber auch direkt am Micro –  stehen Tina und Micha, die unermüdlich im Geschehen für und um unabhängige Künstlerinnen unterwegs sind. Das Ganze wird sympathisch und engagiert präsentiert, aber wird vor allem in diversen, sogenannten „Schrägfesten“, die an verschiedenen Veranstaltungsorten stattfinden, live angeboten.

Dort werden dann jene Musikerinnen vorgestellt, die ihnen am Herzen liegen und damit die Chance bekommen, sich einem größeren Publikum vorzustellen. 

Schaut man in das Archiv der Webseite, so trifft man unter ihren geladenen Personen einige bekannte Namen und interessante Persönlichkeiten. Auftrittsorte  sind das KOHI, der Tempel und das Jubez.

Im Jubez, dem Jugend- und Begegnungszentrum am Kronenplatz fand das aktuelle Schrägfest statt. Das Jubez bietet sich schon aufgrund seines reichhaltigen Programms als anspruchsvoller Veranstaltungsort an. Die Größe und Ausstattung taugt für KünstlerInnen, die einen Fankreis haben, aber ebenso für jene, die gerade am Anfang der Karriere stehen. 

Mit der ausgewogenen Kombination an neuen und eingeführten Namen, mischten die MacherInnen vom Schrägfunk eine abwechslungsreiches Programm deutschsprachiger InterpretInnen zusammen. 

Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Jule im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

So war es der Hamburgerin Jule überlassen sich zum ersten Mal in Karlsruhe vorzustellen. Alleine mit ihrer Gitarre, brachte sie die Songs ihres Debütalbums „Es ist nie zu spät für Frühstück“ mit.

Kraftvolle Protestsongs gegen die Widrigkeiten des Alltags. Reflexionen über Beziehungen, deren Abschluss, Folgen und Hinwendungen zu den eigenen Ängsten und Zweifeln. Das Kommen und Gehen von Freunden, deren Verlust und Abschied, sowie den entschlossenen Abschluss, waren ihre Themen, ebenso wie das Verhältnis zu ihrer Mutter.

Alles mit der richtigen Prise Authentizität und dem Mut zu ehrlichen Worten. Gnadenlos gegenüber den eigenen Ängsten, formte sie mit Stimme und rockigen Anklängen, Hymnen für den Kampf im täglichen Leben. Dargeboten mit dem Charme und der Unsicherheit der ersten Auftritte, eroberte sie die Herzen und blieb in den Köpfen. 

Schrägfest mit Lampe  im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Lampe im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Im Kontrast dazu, kamen Lampe als Duo (Gitarre und Cello) so selbstironisch und geübt daher, als wären sie auf allen Bühnen schon daheim gewesen. Das Symbol im Namen und als überdimensionierte Glühbirne auf der Bühne, schuf eine Ebene des Humors, die in den Songs beibehalten wurde. 

Fast kammermusikalisch dargeboten, aber breit ausgelegt für die verschiedenen Genres, hatte Tilman Claas seinem Bandprojekt eine angenehme Seite hinzugefügt. Die Wahl des Cellos war liebenswert warm im Ton, aber gab dem Indie-Pop auch eine Note, die aus Lo-Fi spannendes, und gar Tanzbares formte.

Lampe geht die eigenen Geschichten mit Humor und Freude an . Dabei bleibt es ansteckend, hinreißend und nahbar. So war es kein Wunder, dass das Publikum den Aufforderungen folgte, den Geburtstag der Lebensgefährtin feierte, und begeistert mitsang.

Lampe bewiesen in dieser Kombination, dass die kleinen Teile ein tiefsinniges Ganzes ergeben, somit für einLächeln und den Abend taugt. 

Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026
Schrägfest mit Matze Rossi im Jubez, Karlsruhe am 13.03.2026

Matze Rossi, der Dritte im Bunde, kam zu einer Zeit, die er selbst ungewöhnlich fand, aber auch als jemand, der erwartet und bekannt war, bevor er die Bühne bereits betrat. Mit rauer Stimme, dem Selbstvertrauen eines Veteran, griff er auf ein Repertoire aus Mutmacher-Songs und Geschichten zurück, die alle vereinnahmten, aber vor allem einen Künstler zeigten, der dem Leben  mit Neugier und Offenheit begegnet.

Gerne angesiedelt in einer wilden Zwischenwelt, die man mit Folk und Punk eingrenzen will, kam Matze Rossi als traditionsbewußter Singer-Songwriter daher, der fast ohne weitere Effekte einer jener Stimmen und Erzähler war, bei denen man sich vom Lagerfeuer bis zur großen Bühne alles vorstellen konnte. 

Darauf bedacht, den Abend zu einem gemeinschaftlichen Ereignis zu machen, blieb er die ehrliche Haut, der nahbare Bote der Hoffnung und charmante Reisende. Da war viel Herz, aber vor allem auch eine Menge Kommunikation mit dem Publikum. Selten hat jemand so locker, auf die Zugabe verzichtet, und dennoch den Lauschenden das Gefühl geboten, viel erlebt zu haben. 

Matze Rossi spielte sein Konzert mit Begeisterung, der flexiblen Setlist, aber vor allem ohne doppelten Boden und damit bewußt schnörkellos. Die Zugabe war – wie eigentlich immer – Teil des Programms, also gab es eine klare Linie, ein versprochener Ablauf und alle honorierten das. Zumal, er den letzten Songs nicht mehr auf der Bühne, sondern im Kreis der Anwesenden darbot.

Matze Rossi kam als jener, mit dem man die versprochene Flasche Rotwein leeren wollte, und der Entschluss blieb haften.  Die Vorstellung, dass er genau dafür der richtige Mann dafür ist, sowieso.

Den MacherInnen von Schrägfunk muss man ein Lob aussprechen. Vor allem mit der Hoffnung, dass noch viele weitere, ähnliche Abende mit diesem Konzept folgen mögen. Sie können das, wissen die richtigen Akzente zu setzen, und eine stimmige Zusammenstellung zu bieten. Haben sie gut gemacht.

Externe Links:

Schrägfunk – https://schraegfunk.de

Jule (Album) – https://www.ghvc-shop.de/fruehstueck

Lampe – https://www.lampeband.de

Matze Rossi – https://www.matzerossi.de

Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026

Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026

Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026
Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 12.03.2026

Kein Gesang, der komplette Verzicht auf Mikrofone und nur spartanische Ansagen, waren gestern das stilprägende Element des gemeinsameren Abends von Leech und Lucid Void im KOHI. Zwei Bands, die sich beide gegen den Zeitgeist der kurzen Songs sträuben, instrumental unterwegs sind, und die Möglichkeiten, die sich Ihnen dadurch bieten, komplett ausnutzen.

Lucid Void aus Darmstadt haben sich einem pulsierenden, geradezu warmen Klang verschrieben. Ein Eintopf aus Rock-, Jazz- und Soulelementen, den sie liebevoll vor sich hinköcheln lassen, mit allerlei Gewürzen versehen und ausgiebig zubereiten. Sie kamen zu viert, Gitarre, Bass, Keyboard, Schlagzeug, und weckten durch die Elemente ihrer Songs mannigfaltige Bezüge in die Tiefen der Rockgeschichte. 

Lucid Void im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026
Lucid Void im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 12.03.2026

Im Auftreten waren sie gelassen, in den Zitaten aber bewusst im Umfeld derjenigen, die Songs als große Leistungsschau zelebrierten, und in ihrer handwerklichen Qualität ganz nah am Geschehen dran. Lucid Void weckten Erinnerungen.  Könnten auch als jene genannt werden, die dem variantenreichen Jazzrock genauso nahe stehen wie dem Acid Jazz. Beides Label, die voraussetzen, dass ein Verständnis für eine breite Spanne vorhanden ist, und die Umsetzung einer Fusion gelungen ist.

Lucid Void brauchen Vergleiche nicht zu scheuen, denn ihr Respekt ist groß und ihre bescheidene Freude am Spiel mit diesen Zutaten spürbar. 

Mit einer Handvoll Songs – alle im gehörigen Maß ausgekostet und rhythmisch ansteckend waren – präsentierten sie einen kraftvollen Charme, der durchaus für größere Sets und Bühnen tauglich ist. 

Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe  am 12.03.2026
Leech (Support: Lucid Void) im KOHI, Kulturraum in Karlsruhe am 12.03.2026

Leech sind Baumeister. Sie werkelten am Wall of Sound, kräftig, laut, herausfordernd, mit allem, was möglich war, und in voller Entschlossenheit etwas Großes zu schaffen. Ausgestattet mit drei Gitarren, einem Keyboard (in wechselnder Bedienung), einem breit ausgelegten Schlagzeug, und elektronischen, sowie akustischen Percussion-Instrumenten, traten sie in voller, fünfköpfiger Formation an. 

Leech kamen selbstbewußt, mit einer Bühnenshow und Gitarrenchoreographie, die wie geschaffen war für gewaltige Räume, aber dennoch in ihrer Wucht funktionierte. Das Spektrum aus Soundgewitter, Klangkaskaden, symphonischen Anklängen und druckvoller Präsentation wußten sie in auszureizen, die Messlatte entsprechend hoch zu legen, und dem KOHI eines seiner bebendsten Konzerte zu geben. 

Als Vertreter einer Richtung, die ausladend und in Details verliebt, Songs gestaltet – diesen farbenreiche Facetten hinzufügt – zelebrierten sie Übergänge fast fließend. Zementierten damit ein Konzept, dass wie ein bündiges Werk daher kam. Ein Strauß Songs, wie in Stein gemeißelt. In den Riffen kantig, geschaffen für die Füße, das Herz und den Nacken. So hatten ihre Songs eben jene Härte und Eingängigkeit, die geradeaus ging – aber auch bei allen schnellen Gangarten – eine Leichtigkeit mitbrachten, die haften blieb.

Der Anspruch war sichtbar hoch. Die Entschlossenheit, diesen umzusetzen, anzumerken. So gönnte sich Leech keine Pause, keine Ruhe, kam durchaus melodiös in Spuren, um der Dramatik Raum und ein Haus zu geben. Die Architektur strebte nach Großem, die Umsetzung meisterten sie glasklar und mit Bravour. 

Was sie mitbrachten, war routiniert, ausgefeilt, lang erprobtes Material, dass in Stürmen bestehen konnte, sichtbar lustvoll und schweißtreibend herangetragen wurde und das auf jeden Fall als Gesamtwerk bestehen und in Erinnerung bleibt. Großes Kino für alle Locations. 

Externe Links:

Lucid Void – https://lucidvoid.bandcamp.com

Leech – http://www.leech.ch

Kohi – https://kohi.de

Attic Ocean (Support: Lone Aires) im KOHI am 21.02.2026

Attic Ocean (Support: Lone Aires) im KOHI am 21.02.2026

Attic Ocean im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026
Attic Ocean im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026

Manche Kombinationen scheinen ungewöhnlich, aber funktionieren dann doch. Kuratiert vom KOHI ergeben sich dadurch spannende Events, die Bands zusammenführen, aber vor allem Spaß machen. 

Attic Ocean hatten das Vergnügen, den Abend mit Lone Aires zu verbringen. Einer Band, die aufgrund der räumlichen Nähe – sie kommen aus Mannheim – ein Name ist, dem wir wahrscheinlich in Zukunft häufiger begegnen. 

Mit einem kleinen Instrumentarium (Bass, Gitarre, Schlagzeug) ging es direkt und geradeaus in die Tiefen eines melancholischen Grunge-Fundaments, dass sie lustvoll und energisch zu kleinen Hymnen verarbeiteten.

Lone Aires im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026
Lone Aires im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026

Im Rhythmus beständig, in der Kraft entschlossen und mit der Bereitschaft, das Ding in aller Breite zu rocken, bewiesen sie ein Verständnis für die richtige Kompromisslosigkeit und die wichtigen Gesten. Lone Aires surften gekonnt durch die ruhigen Passagen, um in zorniger Zügellosigkeit der Spannung Raum zu geben. Das funktioniert beachtlich gut. 3 Mann auf der Bühne, von einem sonoren, heftigen Bass geleitet waren der Auftakt für die richtige Show, der gute Einleiter und ein Beginn, wie man es sich wünschen konnte. 

Lone Aires haben den Takt, und die dazu passende Performance, sowie eine Menge Verständnis für den richtigen Wall of Sound, den es dazu brauchte. Kernig durchgezogen, mit der Vehemenz einer Band, die will dass man sie in Erinnerung behält. Sehr gekonnt in dem Spiel zwischen Trotzigkeit und Entschlossenheit. Haben sie gut gemacht.

Lone Aires im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026
Lone Aires im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026

Attic Ocean haben ein Konzept, das gerne mit Dream Pop oder Shoegaze umschrieben wird, aber damit natürlich nur eine Idee vermittelt. Wahrscheinlich wird das keiner Band der Welt gerecht.  In ihrem voluminösen Gitarrensound, der gegeneinander, miteinander und übereinander gelegt seine Wucht entfaltet, verbergen sich Details, die zum Tanzen, aber auch verhaltenen Zuhören anregen.

In phantasievollen Outfit, umgeben von drei Gitarren und einem Schlagzeug, entwickelte die Sängerin Hanni Nasirat eine fast entgegen wirkende Stimmung, die den reizvollen Kontrapunkt zu dem kraftvollen Sound darstellte.

Anleihen und Zitate aus mannigfaltigen Richtungen – der psychodelischen und traumwandlerischen Lärmfraktion der letzten Jahrzehnte – wurden ergänzt und abgelöst, von sehr tanzbaren, fast leicht verspielten Akzenten, die sich vor allem bei der Vorstellung des neuen Materials zeigte.

Attic Ocean im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026
Attic Ocean im KOHI, Karlsruhe, am 21.02.2026

Im Ansatz viel Bereitschaft zum Wohlklang. Dennoch unabhängig genug, um was ganz Eigenes durchzuziehen, zeigte sich Attic Ocean von eine Seite, die zwischen Traum und Realität eine laute, hörbare Sprache suchte.

Dabei war vor allem der Gesang eine Komponente, der im entsprechenden Harmonieverständnis einen Part erfüllte, der den Kompositionen erkennbare Rundungen und beeindruckende Nahbarkeit gab. 

Attic Ocean und Lone Aires ergänzten sich in ihrem Vermögen, eine Brücke zwischen Pathos, sentimentalen Tönen und wilder Party entstehen zu lassen, die das Programm für einen Samstagabend verflixt gut auszeichneten. Wie gesagt, hat funktioniert.

Kendall Lujan im NUN, Kulturraum am 20.02.2026

Kendall Lujan im NUN, Kulturraum am 20.02.2026

Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe  am 20.02.2026
Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe am 20.02.2026

Es ist im NUN nicht ungewöhnlich, dass Gäste, die schon einmal die Atmosphäre genossen haben, gerne wieder zurück kommen. So gehört auch Kendall Lujan aus Portland, Oregon, zu jenen, die schon vor zwei Jahren – bei ihrer letzten Tournee zur Veröffentlichung Ihres Albums „Lucky Penny“ – vor Ort waren und natürlich wieder einen Stop in Karlsruhe einlegten. 

Es ist fast schon eine gute Tradition, dass die Konzerte von Kendall für ein ausverkauftes Haus sorgten und das kleine NUN bis zum letzten Sitzplatz (vor und hinter der Bühne) gefüllt war. 

Zur Präsentation ihres neuen Albums „My heart needs love“ , das wieder mal sowohl auf CD – wie auch in der Vinyl-Version erhältlich ist – brachte sie eine komplette Band, bestehend aus Schlagzeug, Pedal-Steal-Guitar, Bass und sich selbst an Gitarre und Gesang, mit. 

An der Instrumentierung mag die Richtung schon erkennbar sein. So gehört auch Kendall Lujan zu jener jungen Generation Singer-/SongwriterInnen, die Country und amerikanischen Folk in einer Richtung spielen, die Elemente aus den unterschiedlichsten Richtungen einfliessen lassen. 

Das macht es leicht, hier Americana als Label zu verwenden, doch muss man Kendall Lujan eine ganz eigene, unabhängige Interpretation zugestehen. Mit einer romantischen Neigung zu einer ironischen Betrachtung, und einer kunstfertigen Instrumentierung, sowie einer erstaunlichen Stimme gesegnet, erlaubte sie sich einen sehr spielerischen und einnehmenden Umgang mit den Bildern, die Country einfach mal so erzeugen kann.

Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe  am 20.02.2026
Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe am 20.02.2026

Kendall Lujan bewies mit Charme und beeindruckender Natürlichkeit, dass sie – trotz der durchaus melancholischen Pedal-Guitar – dem Rock’n’Roll frönen kann. Im Zusammenspiel mit einer sehr detailliert spielenden Band, die in ihren Feinheiten verflixt gutes Teamwork und eine Menge Kenntnisse verriet, offenbarte sie ein Stimmvolumen in ihren Songs, dass unbedingt erwähnt werden muss. Kendall Lujan schreibt nicht nur gute, durchaus eingängige Songs, die einen Wiedererkennungswert enthalten – sie bewies sich auch als deren beste Interpretin. 

Nach zwei Jahren neigt man zur Überprüfung. Kendall Lujans Konzert hatte sichtbar an Professionalität gewonnen. Ihre MitmusikerInnen schufen ein griffiges, sattes Arrangement, das bündig und atmosphärisch von den Wurzeln der Musik zeugte, die Authentizität hervorhoben und Portland, Oregon als Ort darstellte, der Klischees, Tradition und Eigensinn zu kreativen Bild verwoben.

Kendall Lujans Band hat keinen Namen. Braucht sie auch nicht. Dennoch offenbart sich in dem filigranen Spiel des Schlagzeugs eine ganz eigene Persönlichkeit, die mit der Steel-Guitar und der Stimme Kendall einen prägenden Sound erzeugte. Live dargeboten in einer Transparenz, die lobenswert klar und solide daher kam.

Es war das zweite ausverkaufte Konzert im NUN in diesem Jahr, damit ein guter Einstieg in die neue Saison, aber vor allem auch Zeugnis davon, das die Richtung stimmt, das Konzept funktioniert und die Qualität verlässlich ist. Kendall Lujan war ein guter Teil davon.

Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe  am 20.02.2026
Kendall Lujan im NUN in Karlsruhe am 20.02.2026

Externe Links:

Kendall Lujan – https://www.kendalllujanmusic.com

NUN – https://nun.cafe