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Schlagwort: Tollhaus

Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026

Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026

Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026
Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026

Mittlerweile ist es eine Institution, ein wiederkehrendes Ereignis und ein Versprechen für Qualität: Das Vereinsheim. In Gestaltung, Aufführung und überhaupt der ganzen Konzeption einmalig, behauptet sich das Künstlerkollektiv um Nico Schnepf (Tasten), David Maier (Moderation und Gesang) und Rouven Eller (Technik und Multimedia) tapfer gegen den regulären Konzertbetrieb. Machen sie doch alles anders, und vollkommen gegen die Regeln.

Das Vereinsheim gründet – so beschrieben sie es nun selber – für fünf Tage eine Band aus kreativen Individuen, die fast sessionartig miteinander proben, und jeweils zwei Auftritte an zwei Abenden in Mannheim und Karlsruhe bestehen bleibt. Danach löst sich das Vereinsheim wieder auf. Was passierte ist Geschichte. Was jedoch genau in diesem Zeitraum geschieht, ist genauso Plattform, wie Experiment und wird von der unglaublichen Lässigkeit der Präsentation getragen.

Der Charme des Vereinsheim liegt in der Vorstellung der Talente, die aus ganz anderen Konstellationen bekannt sind und hier mit der Wucht eines kleinen Orchesters Großes leisten. So zauberte Nico Schnepf an seinen Keyboards einen groovigen, fast nostalgischen Sound, der im Soul beheimatet ist, mit Disco flirtet und im schönsten Clubjazz verharrt. Ein dicker, fetter Klangteppich, der von David Maier gerne mit Charme und einer schlafwandlerischen Professionalität genutzt wurde. 

Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026
Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026

Unterstützt von Multiinstrumentalisten wie  Lui Hill (Drums), Joel Fonsegrive (Bass und mehr), Tomek Witiak (Gitarre und mehr) und Julian Meyer-Hauff (Blasinstrumente und mehr), sowie Liv Solveig (Geige und Vocals) formten sie aus dem swingenden Gemenge etwas Fettes, das auch gerne für die Füße und die schnippenden Finger funktionieren wollte.

Doch das Vereinsheim brachte – wie immer – sein eigenes Wohnzimmer mit. Platzierte die Musizierenden in Sesseln. In einer Runde, in deren Mitte der Platz für die eingeladenen Interpreten frei blieb. So wurde das Publikum zu anwesenden Gästen, die sich um die Spielenden versammelten, ihnen nahe war, auf der gleichen Ebene agierte und keine Bühne, keine Absperrung, keine Distanz mochte dabei stören.

Neben einem jovialen Ton, der Fähigkeit durch ein Programm zu führen – als würde es lässig aus dem Ärmel geschüttelt – ist es diese Nähe, die mit einer beeindruckenden Multimedia-Show, den Reiz des Vereinsheim ausmacht. Das Publikum fühlt sich beteiligt, aufgenommen und als Teilnehmer einer Konstellation, die es nur zweimal im Jahr gibt.

Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026
Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026

Dieses Mal war Liv Solveig dabei, die mit ihrer Geige und Stimme einen Teil ihres neuen Albums präsentieren konnte. So kraftvoll, energisch und druckvoll im Detail, aber vor allem mit dem richtigen Material, um zu überzeugen. Eine Songwriterin, die im Wechselspiel mit ihrem Saiteninstrument, die Unterstützung sichtlich genoß. In dieser Kombination ist es auch eine der Eigenschaften des Vereinsheims, den Songs jene Farbigkeit zu verleihen, die ihnen gebührt. Hier sei vor allem auch die Leistung Julian Meyer-Hauff zu erwähnen, dessen Töne swingend Akzente setzte.

Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026
Das Vereinsheim (mit Liv Solveig, Das Paradies, Lui Hill, Joël Fonsegrive, Tomek Witiak und Julian Maier-Hauff) im Tollhaus am 19.04.2026

Wie rund und gleichzeitig flexibel sich diese Arbeit gestalten konnte, zeigte sich auch bei den Songs von „Das Paradies“. Der – keine Band, sondern ein einzelner Interpret mit Gitarre – eine fast fröhliche, leichtfüßige Version seiner Songs präsentierte. Und damit einen Ton traf, der sich in das Vereinsheim einfügte, als gehöre er genau dahin.

Überhaupt ist es der harmonische, satte Sound, der ein homogenes, rundes Ding schuf. Als gehörte alles zusammen, genau hierher und jetzt und sofort. Instinktiv schaffen es die beiden musikalischen Köpfe hinter der Geschichte sich genau die Namen zu schnappen, die sie ergänzen und das Thema veredeln.

Angekündigt hat sich das Vereinsheim mit einer neuen Show für den 5/6 Dezember diesen Jahres. Wer es verpasst, an dem wird das Unwiederholbare vorbeiziehen. Ist dann halt so. Aber kann man ja vermeiden.

Externe Links:

Das Vereinsheim – https://www.dasvereinsheim.com

Liv Solveig – https://livsolveig.com

Das Paradies – https://www.dasparadies.org

Julian Meyer Hauff – https://www.julianmaierhauff.com

Lui Hill – https://www.instagram.com/luihill/

Joel Fonsegrive – https://www.joelfonsegrive.com

Tomek Witiak – https://tomekwitiak.com

Liv Solveig (& Nico Schnepf) beim Tollhaus Jahresempfang am 19.04.2026

Liv Solveig (& Nico Schnepf) beim Tollhaus Jahresempfang am 19.04.2026

Liv Solveig (& Nico Schnepf) beim Tollhaus Jahresempfang am 19.04.2026

Eigentlich nur ein Teaser, und daher wenig um das man viele Worte machen sollten: Trotzdem – es sei erwähnt: Liv Solveig ist ein erstaunliches Talent, dass in nur drei Songs eine Bandbreite an stimmlichen und spielerischen Fähigkeiten zeigte, die neugierig machen.

Auf dem Jahresempfang des Tollhauses, für den sie eigentlich nur ein Teil des Rahmenprogramms darstellten, präsentierten sich Liv Solveig und Nico Schnepf als ein eingestimmtes Duo, und dennoch auf die zusammen geschrumpfter Version des aktuellen Vereinsheims. Den darum ging es: Das Vereinsheim, eine Veranstaltung, die mit wechselnden Gastmusikern in regelmäßigen Abständen stattfindet, hat dieses Mal Liv Solveig in ihre Mitte genommen. 

Nico Schnepf, am Piano einer des Vereinsheim-Stampersonals, liess sich zusammen  mit ihr, dazu überreden an dem morgendlichen Jahresempfang teilzunehmen. Der Jahresempfang ist der Rückblick und die Vorausschau des Wirkens des Tollhauses. Es bedarf eine größeren Textes, dieses noch mal gesondert vorzustellen, daher sei hier nur darauf eingegangen: Liv Solveig gastiert mit dem Vereinsheim an zwei Abenden im Tollhaus, stellt dabei ihre Songs vor, spielt Geige, und schaffte es in dieser kurzen Vorstellung genug Energie reinzulegen, um sowohl einer solchen Veranstaltung den richtigen Auftakt zu geben, aber auch zu zeigen, dass es sich bei ihr um eine Künstlerin handelt, die kraftvolles, ausgeklügeltes Material mitbringt.

Hat selbst in dieser Kombination alles was es braucht.

Nico Schnepf hatte sich vor einigen Woche schon mal mit Flavian Graber als ein Musiker gezeigt, der flexibel mit Anforderungen umgehen kann, für Begleitungen den richtigen Ton findet, und wahrscheinlich vor keinem Tasteninstrument zurückschreckt. 

Liv Solveig gastiert mit einem neuen Album in Karlsruhe, und wenn jemand noch Zeit hat, diesen Artikel gerade liest, dann heißt es sputen: Heute abend ist sie nochmal im Tollhaus. Ansonsten gastiert sie in einigen Wochen solo in unserer Stadt. Hiermit empfohlen. Offiziell.

Externe Links:

Liv Solveig – https://livsolveig.com

Tollhaus –https://www.tollhaus.de

FILO im Wohnzimmerkonzert, Tollhaus am 31.03.2026

FILO im Wohnzimmerkonzert, Tollhaus am 31.03.2026

FILO beim Wohnzimmerkonzert im Tollhaus am 31.03.2026
FILO beim Wohnzimmerkonzert im Tollhaus am 31.03.2026

Mit den Wohnzimmerkonzerten hatte das Tollhaus eine Reihe aufgelegt, die aus dem üblichen Programm bewusst heraussticht. Sie findet einerseits nicht auf den Bühnen des Veranstaltungsortes statt, aber geht auch in der Präsentation und im Design andere Wege. 

In der Verantwortlichkeit legt das Tollhaus diese Konzerte ganz bewußt in die Hände der dort beschäftigten Azubis. Diese reichen sie traditionell an die folgenden Jahrgänge weiter, so dass im Laufe der Zeit etwas entstanden ist, was einen ganz eigenen Konzert-Charakter hervorgebracht hat.

Diese Events fallen in der Gestaltung und Durchführung aus dem bekannten Rahmen. Die Räumlichkeiten werden umgestaltet, die auftretenden Künstler erscheinen dabei in einem Ambiente, das tatsächlich eher einem Wohnzimmer gleicht, und das anwesende Publikum hat die Möglichkeit dafür Sessel und anderes Polstermobiliar, sowie Kissen als Sitzplätze zu nutzen.

Atmosphärisch in einem heimeligen Kokon angesiedelt, entwickeln diese kleinen Musik-Aufführungen einen Sympathiewert, der mehr wie eine Feierlichkeit im vertrauten Freundeskreis, als wie ein kommerzielles Konzert wirkt.

Einen Getränkeausschank gibt es nicht, dafür holt man sich selbst seine Flaschen aus eine bereit gestellten Kühlschrank und bezahlt wird über eine offene Kasse. Ebenso gibt es die Möglichkeit am Ausgang eine Spende zu geben, die fortan ähnliche Konzerte ermöglicht. Denn die Wohnzimmerkonzert sind günstig, 5 Euro ist der Eintritt. Deswegen nicht weniger liebevoll und mit sehr viel Sinn fürs Detail gestaltet.

So werden Lampen neben Topfpflanzen aufgestellt, der Hintergrund für die MusikerInnen gleicht einer Tapete, und seit Neuestem bietet sich das Ambiente auch für gestaltende KünstlerInnen an.

Anna Stitz, eine Karlsruher Künstlerin, stellte in diesem Rahmen ihre abstrakten, vielschichtigen Gemälde aus und präsentierte damit ihr Werk einem interessierten Publikum. Eine Option, die sicherlich auch in Zukunft eine gute Chance für weitere Kreative darstellen kann.

Die Auszubildenden des Tollhauses zeigten, dass dieses Konzept zukunfts- und ausbaufähig ist, aber auch, dass es von den Innovationen der kommenden Generationen lebt und gute Chancen hat spannend zu bleiben.

Mit FILO stellten sich ein junges Duo vor, das – bestehend aus den MusikerInnen Ophelia (Gitarre) und Francis (Keyboard) – vornehmlich eigene Interpretationen bekannter Songs darboten. 

Mit dem Sound des Pianos und der Gitarre, sowie dem Gesang, gelangen ihnen dabei Varianten der Klassiker von Seal, Tina Turner, Alanis Morissette, sowie Wheatus. Diese in einem neuen Gewand zu erleben, machte einen Teil der Faszination aus. 

Reduziert und fast zugeschnitten auf die Location, überzeugten sie mit ihren Stimmen, die sie geschickt im harmonischen Duett und Wechselspiel zur Betonung der Passagen nutzten. 

FILO beim Wohnzimmerkonzert im Tollhaus am 31.03.2026
FILO beim Wohnzimmerkonzert im Tollhaus am 31.03.2026

So gewagt – zum Beispiel – die Annäherung an „Valerie“ von Amy Winehouse erscheinen mochte, so gut meisterten sie die möglichen Klimmen, und überzeugten in der eingesetzten Stimmlage.

Überhaupt bot das vorgetragene Programm mit de Komposition der Gitarristin eine Überraschung. So dass man sie gerne ermutigen möchte, auf diesem Weg weiter zu gehen, ihren Songs eine Chance zu geben, und hier eine Richtung einzuschlagen, die Potential hat.

Das Wohnzimmerkonzert mit FILO zeigt, worin die Stärken des Konzeptes liegen. Bot es doch einen geschützten Rahmen für sehr junge und neue Bands, aber auch für Ideen, die in diesem Zusammenhang entstehen können. Beiden, den Veranstaltern und auch den MusikerInnen, ist zu wünsche, dass es bestehen bleibt, sie weiterhin viel Erfolg hat und man sich unbedingt wieder sieht.

Externe Links:

FILO – https://www.instagram.com/filo.blue/

Wohnzimmerkonzerte – https://www.instagram.com/wohnzimmerkonzerte_tollhaus/

Anna Stitz – https://www.instagram.com/anna.stitz/

Ankündigung: Die Grandbrothers im Tollhaus, 02.03.2026

Ankündigung: Die Grandbrothers im Tollhaus, 02.03.2026

Auszug aus der Diskographie der Grandbrothers
Auszug aus der Diskographie der Grandbrothers

Es muss, wenn ich das richtig recherchiert habe, im Jahr 2017 auf dem „Heidelberger Frühling“ gewesen sein, als ich den Grandbrothers zum ersten Mal begegnete. Der „Heidelberger Frühling“ ist ein renommiertes Klassikfestival, das an verschiedenen Festivalorten innerhalb der Stadt begangen wird.

Für Kenner ist es eine Bündelung großartiger KünstlerInnen aus allen Bereichen der Klassik, die innerhalb eines kurzen Zeitraums hervorragende, meist in ihrer Form einmaligen Konzerte geben. Es kommt dabei zu ungewöhnlichen Kombinationen. Dient aber auch für junge Künstlerinnen gerne als Sprungbrett, sich einem größeren Publikum  zu stellen.

Dass der „Heidelberger Frühling“ als Bühne für MusikerInnen aus den Randbereichen und Erneuerungen des Genres dienen kann, bewiesen sie mit einem Auftritt der Grandbrothers in der Halle 02

Die Halle 02 ist in Heidelberg, neben dem Karlstorbahnhof, eine der experimentierfreudigsten Spielstätten, und bot sich nach ihrem Umbau – im Rahmen der Bahnstadtsanierung – als Platform für die jüngere Sparte des Festivals an.

Wenn ich mich richtig erinnere, entstand zu diesem Zeitpunkt gerade das erste Album der Grandbrothers, und so waren sowohl die Tickets günstig, aber auch das Publikum weitgehend unvorbereitet auf das was die beiden Musiker boten.

Sie gingen dabei entschlossen neue Wege. Auf der Bühne ein Piano und ansonsten diverse elektronische Instrumente, nutzten sie sowohl analoge Wege der Klangerzeug, wie auch digitale. Dabei schrecken sie nicht vor ungewöhnlichen Spielweisen und Bedienungen des klassischen Tasteninstrumentes zurück. Erzeugen damit aber einen ganz eigene Kompositionen, die in dieser Form gerne der Neoclassic zugeordnet werden.

Nun ist die Neoclassic ein viel geliebter Begriff, der verwendet wird, wenn MusikerInnen Grenzüberschreitungen wagen, aber eigentlich in der Tradition der Klassik ausgebildet sind und ein Herz für eigene Interpretationen haben. Wie auch bei Meredith Monk oder Moondog zeichnen sich solche Bezeichnungen nicht als treffend aus, sondern können maximal einen Weg weisen, wie man sich ihrer Musik annähern kann. Der Grad zum Jazz in seiner aktuellsten Form, wie auch der Bezug zur Popmusik ist ebenfalls gegeben.

Die Grandbrothers bewegen sich gekonnt auf einem ausgesprochen harmonischen und spannenden Pfad zwischen Electronic, akustischer Ausreizung des Pianos und der Zusammenarbeit mit Remixern. So sind ihre Aufnahmen tauglich für zurückgelehnte Stunden, jedoch auch für den Club. Es macht Spaß sich in den Details ihres Spiels zu verlieren. Die Offenheit für die Szene und ihre Freude an einem guten Einsatz des Drumcomputers lässt auch Raum für aufregende Momente.

Sie sind damit eine Generation, die in der Minimalmusik geschult, und vom Dancefloor beeinflusst, eine Neugier in ihre Musik einfliessen lassen, die ihre Konzerte zu schwer wiederholbaren Events werden lässt. Große Empfehlung, denn so oft kommen sie gar nicht mehr in die Nähe. Mittlerweile sind recht spektakuläre Auftrittsorte auf ihrem Plan, und damit ist es eines der Konzerthighlights in diesem Jahr.

Externe Links:

Grandbrothers – https://www.grandbrothersmusic.com

Tollhaus – https://www.tollhaus.de