Kleines Update: Ich nenne unten noch ein paar Links mit ähnlichen, sehr gut kuratierten Kalendern für die Region. Mir wurde heute ein spannendes Projekt vorgestellt, dass ich gerne noch beobachte. https://ka-heute.de ist ein sehr gut gegliederte, vollkommen automatisierte Webseite mit ergonomischen Filtern, die eventuell die aktuelle Lücke in Karlsruhe wunderbar füllt. Ich bin sehr beeindruckt und kann es schon mal empfehlen.
Ohne Gewähr und Garantie. Bitte schaut euch auf den Seiten der Veranstalter um, ob sich dort etwas geändert hat.
Konzert- und Musiktermine · 17.–25. Oktober 2026
Samstag, 17.10.2026
10:00 | Konzert für die Kleinsten | Insel-Theater
11:30 | Schinner – Music History of the 60’s and 70’s | Hemingway Lounge
16:00 | Konzert-Lesung: Helen M. Sand (Musik: Julia Gärtner) | Fincaroasters
18:00 | B-A-C-H – Der größte Musiker (Kindermusical) | Stadtkirche Durlach
18:00 | Gemeinsames Konzert mit Chor aus Paris | Auferstehungskirche Rüppurr
19:00 | Galakonzert zum Weinbrenner-Jubiläum | Evangelische Stadtkirche
19:00 | Eröffnungskonzert der 15. Deutsch-Armenischen Jubiläumskonzertreihe 2026 | Schloss Karlsburg
19:00 | Auger – The Old Arcade Tour 2026 | Die Stadtmitte
Solange aktuell die geschätzte KLAPPE AUF mit dem Aufbau ihrer Seiten beschäftigt ist, gibt es hier in den nächsten Tagen einen groben Überblick über die Konzerte in Karlsruhe.
Ohne Gewähr und Garantie. Bitte schaut euch auf den Seiten der Veranstalter um, ob sich dort etwas geändert hat.
Konzert- und Musiktermine · 10.–18. Oktober 2026
Datum
Zeit
Künstler / Veranstaltung
Ort
Sa., 10.10.
19:00
Escape with Romeo
Die Stadtmitte
19:00
Spirited Voices in Concert
Stadtkirche Durlach
19:00
Klezmer und mehr
Laurentiuskirche, Hagsfeld
19:30
Eine kleine Reise durch die Kirchenmusikgeschichte
Jung-Stilling-Saal
20:00
Cabin on Pluto & City Light Thief (Schrägfest vom Schrägfunk)
Kohi
20:00
AWAITING DAWN · Wax Bird · Alaska Beach Club
Soundcheck One, Waldbronn
20:00
Tal Arditi
Kulturhaus Mikado
20:00
Philip Sayce – New Album Release Tour 2026 (ausverkauft)
Jazzclub Bruchsal
21:00
Rathmann + Lehner
Alte Hackerei
So., 11.10.
11:00
Jazz & More for Kids
Hemingway Lounge / Sandkorn
18:00
Zauberflöte goes Hemingway
Hemingway Lounge
18:00
Carmina Burana
Lutherkirche
19:00
Tungsten & Induction
Die Stadtmitte
20:00
Renaud Garcia-Fons
Tollhaus
Di., 13.10.
20:00
Schlachtplatte mit Antje Schumacher und Carmine Biscosi – Akustik Open Stage
Alte Hackerei
Mi., 14.10.
17:00
Mittwochs um fünf: Die Zauberflöte – Wo Liebe Gleichheit schafft Sänger und Sängerinnen des MusikTheaters
Badische Landesbibliothek
20:00
KRALLICE – 2026 Eurotour
P8
20:00
The Neighbours
KOHI
20:00
Jazzclassix: 100 Miles
Jazzclub Karlsruhe
Do., 15.10.
19:30
BarJazz live – Rüdiger Wolf & Charlotte Frierson
Hemingway Lounge
20:00
Dagobert „Die Tour mit Band“ + Massfit Oddy
KOHI
20:00
Duo Zirka & Otlacan – JazzDiscovery
Jazzclub Karlsruhe
20:00
The Goods + Joel Cusumano
Alte Hackerei
Fr., 16.10.
18:00
Lesung: Maurice Moel mit Musik von Wilder Orihuela
Fincaroasters
19:30
Konzertlesung mit Judence Kayitesi und Diana Ezerex
NUN Kulturraum
19:30
Bach: Kreise auf dem Wasser
Friedenskirche
20:00
Alte Bekannte
Tollhaus
20:00
ŠUMA ČOVJEK
Tollhaus
20:00
Ezé & Mynt
KOHI
20:00
Cats & Breakkies
Kulturzentrum Tempel
20:00
Monika Herzig Quartet feat. Peter Lehel – Transparent
Hemingway Lounge
20:00
Oliver Lutz’ RE: CALAMARI & Shake Stew
Jazzclub Karlsruhe
20:30
Marco Mendoza + Rough’n’Rude
Soundcheck One, Waldbronn
21:00
Frau Doktor + Makalu
Alte Hackerei
21:00
Nachtschicht – Christoph-Georgii-Trio
Evangelische Stadtkirche
21:00
Fahnenflucht – Beissreflex Tour 2026, Support: Scherben
P8
Sa., 17.10.
11:30
Schinner – Music History of the 60’s and 70’s
Hemingway Lounge
16:00
Konzert-Lesung: Helen M. Sand mit Musik von Julia Gärtner
Fincaroasters
18:00
B-A-C-H – Der größte Musiker (Kindermusical)
Stadtkirche Durlach
18:00
Gemeinsames Konzert mit Chor aus Paris
Auferstehungskirche Rüppurr
19:00
Galakonzert zum Weinbrenner-Jubiläum
Evangelische Stadtkirche
19:00
New Bands Semifinale 2026
P8
20:00
Thérapie de Couple
Jazzclub Karlsruhe
20:00
Nicolas Sturm 10 Jahre „Angst Angst Overkill“
Kohi
20:00
Motördeaf · Crusader · Oppower
Soundcheck One, Waldbronn
20:00
Sebastian Krämer – Gesänge auf der Falltür
NUN Kulturraum
22:00
Rosie Frater-Taylor
Jazzclub Karlsruhe
22:00
Pride Pictures Eröffnungsparty
Alte Hackerei
So., 18.10.
10:30
Jubiläum Cantus Juvenum Karlsruhe
Evangelische Stadtkirche
11:00
Festgottesdienst: 25 Jahre Mönch-Orgel
Lutherkirche
14:00
Orgelfest: Orgelbauer Fröhlich
Lutherkirche
16:00
Orgelfest: Orgel pur
Lutherkirche
18:00
Orgelfest: Konzert-Krimi
Lutherkirche
19:00
Crank BigBand
Jazzclub Karlsruhe
19:00
Aşk Olsun – Gedichtrezitation mit Livemusik auf Türkisch
Zwei Termine kündigen sich in der Oststadt an, die am Wochenende des 09/10.05. auch über die Grenzen des Stadtteils auf Interesse stoßen dürften. Zum Einen findet am Samstag dem 09.05.2026 der Oststadt-Hinterhof-Flohmarkt statt, zum Anderen veranstaltet am Sonntag der Schlachthof an der Tullastraße ein weiteres Mal seinen Tag der offenen Tür.
Der Hinterhof-Flohmarkt der Oststadt, der in direkter Nachbarschaft zum Schlachthof stattfindet, gehört zu den populärsten, wenn nicht sogar größten Hinterhof-Flohmärkten der Stadt Karlsruhe. Er zeichnet sich vor allem durch eine sehr bunte, virulente und aktive Stadteilgemeinschaft aus, die es in den letzten Jahren schaffte, dieses Datum zu einem Festtag zu machen.
So finden sich in den dazugehörigen Hinterhöfen nicht nur Flohmarkt-Artikel, sondern es stellen sich auch Initiativen vor, Hausgemeinschaften überraschen mit originellen Einfällen und vor allem die Künstlerszene der Oststadt weiß dieses Datum zu nutzen.
Die Oststadt beinhaltet traditionell ein sehr großes, und unterschiedliches Gebiet, zu dem die Bereich um die Verkehrsbetriebe genauso gehören, wie die Nähe zum Gottesauer Schloß und Teile, die am Hauptfriedhof bzw. um das Brauereigebäude Höpfner liegen.
Es lädt also zu Spaziergängen ein, man sollte Zeit mit bringen, aber vor allem die unterschiedlichsten Hinterhöfe geniessen, die in ihrer Gestaltung sehr individuelle Züge tragen können. Es gibt etwas zu entdecken.
„Ausgeschlachtet“ heißt der Tag der offenen Tür im alten Schlachthof. Mittlerweile seit fast 20 Jahren aktiv, hat sich das Areal an der Tullastraße zu einem Kernpunkt des kulturellen Lebens in Karlsruhe entwickelt.
Wo früher das Fleisch der Schweine und Rinder verarbeitet wurde, zeigt sich heute, wie vielfältig und bunt die Stadt aufgestellt ist. Neben einigen Ateliers, Startup-Unternehmen und Veranstaltungsorten beherbergt die Location auch ein Planetarium und eine ganze Reihe kulinarischer Erlebnisorte, inklusive – zu dem Fest und regelmäßig monatlich – auch einen Bauernmarkt.
Mit der alten Hackerei, dem Substage und Tollhaus sind nur die traditionellen Veranstaltungsorte aufgezählt, tatsächlich finden mittlerweile auch in der Fleischmarkthalle privat organisierte Ausstellungen und Konzerte statt. In den Ateliers, die sich nebenan befinden, können die verschiedensten Kurse angenommen werden. Aber auch Theater oder engagierte NGOs haben ihre Heimat in den alten Gebäuden gefunden.
Das diesjährige, sehr originell gestaltet Programm verweist in seinem Format und der optischen Auswahl auf die Geschichte – rückte damit das Schwein wieder in den Vordergrund und bietet auch eine Origami-Bauanleitung für das symbolhafte Tier an. Überhaupt ist das Schwein allgegenwärtig auf dem Gelände.
An diesem Tag der offenen Tür ist es möglich hinter die Kulissen dieser lebendigen Kulturbetriebe zu schauen. Es wird Aufführungen und ein umfassendes, reichhaltiges Programm geben, dessen voller Genuss schon wegen der Menge der Möglichkeiten mehr Zeit bedarf als zur Verfügung steht.
Trotzdem und genau deshalb: Ein Besuch lohnt sich. Zeigt es doch, wie das Konzept Schlachthof gewachsen ist und weiterhin wachsen wird. Die Verantwortlichen haben sich alle Mühe gegeben, ein sehr breitgefächertes Angebot zu präsentieren, dass der Stadt und ihren Bedürfnissen entspricht. Sehr zu empfehlen.
Das Thema klingt abstrakt, die Situation überspitzt und die Argumentation überrascht. Karlsruhe hat sicherlich mehr Probleme als nur die Club- und Eventkultur. Eine Kürzung um weniger als 10% in diesem Bereich scheint dabei marginal und vertretbar.
Der Haushalt für das nächste Jahr sieht im Bereich der Kulturförderung eine pauschale Reduzierung vor. Eine ausführliche Aufstellung der Mittel und weiteres Material zum Thema findet sich auf der Seite https://gehtsnochkarlsruhe.de/ .
Faktisch wäre damit der Komplex erklärt und aufgezeigt. Einzelne Location empfinden die Situation, je nach ihrer Finanzierung, different. Treffen tut es alle. In verschiedenen Artikel versuchten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ die Lage für einzelne Einrichtungen dar zu stellen. Es gab dabei Aufstellungen über die individuellen Ausgaben, ein Hinweis auf die Engpässe, die Variablen, die teilweise noch zum Jahresbeginn unkalkulierbar bleiben und einen groben Überblick über die Szene in Karlsruhe.
Das Problem muss allerdings im Kontext der zur Zeit stattfindenden Entwicklungen gesehen werden. Dafür ist es notwendig etwas weiter auszuholen.
Karlsruhe hat eine sehr reiche – in manchen Punkten auch einzigartige und – gepflegte Kultur an Livelocations. Es gibt ein kollegiales, fast familiäres Nebeneinander der Veranstaltungsorte, die gerne auch übergreifend und gemeinsam operieren. Je nach Größe mancher Events wird auf die Option zurückgegriffen, eine Veranstaltung zu verlegen oder weiter zu reichen. Das macht Karlsruhe sehr flexibel und attraktiv für seine Gäste.
Städte in der Größenordnung Karlsruhes werden gerne von Bands mitgenommen, sind aber nicht der Anziehungspunkt für internationaler Superstars. Hier rangieren Berlin, Hamburg, München und Köln in wechselnder Rangfolge auf den ersten Plätzen. In Städten wie Karlsruhe ist es daher notwendig, eine kleine, flexible Szene aufrecht zu halten. Diese macht die Stadt für den Zuzug, den Studenten, aber auch Touristen attraktiv.
Eine lebendige Konzertszene belebt Stadtviertel, lässt im Umfeld Lokale, Restaurants, Hotels entstehen und vermeidet Ghettosituation. Stadtteile werden dadurch als lebendig wahrgenommen und wandeln sich nicht in reine Schlafstätten. Live-Events binden Menschen an ihr Viertel und beleben die Nachbarschafts- und Vereinsstruktur aktiv.
Soll heißen: Die Arbeit an einer lebendigen Kulturszene ist ein wertvolles Gut, das eine Stadt der Größe Karlsruhes auf der Habenseite verbuchen kann. Es ist stellt keine Ausgabe dar, deren Gewinn nicht berechenbar ist.
Mit ein bißchen Vorstellungskraft, darf man gerne davon ausgehen, was die Kaiserpassage ohne den Jazzclub, der Werderplatz ohne das KOHi, der Schlachthof ohne die Alte Hackerei, das Substage und das Tollhaus wäre.
Die Anziehungskraft des Schlachthofs, die gemeinsame Identifikation mit dem zur Verfügung gestellten Raum, ergibt sich aus der Möglichkeit, den Bereich Tag und Nacht zu nutzen. Also Arbeit und Freizeit in Einklang zu bringen.
Eine solche, einzelne Institution – wenn sie sich etabliert hat – und zum Anziehungspunkt für Auswärtige und Einheimische geworden ist, in Frage zu stellen, in dem man die Existenz mancher Lokalitäten bedroht, ist auch eine Variante sich selbst (als Stadt) in Schieflage zu bringen.
Es dauert Jahrzehnte eine lebendige Kulturszene aufzubauen
Wichtig ist dabei zu bedenken: Die meisten Kulturstätten, die aufgrund eines privaten Einsatzes, meist ohne Entgelt, aufgebaut und geführt werden, haben lange Jahre und Durststrecken hinter sich. Eine Basis und ein Publikum als Fundament zu finden, bedarf viel Kommunikation, Einfühlungsvermögen und die entsprechende Sensibilität, für das was funktioniert und genau hier passt.
Wenn es heute einen Unterstützerkreis gibt, die Publikumszahlen nach Corona wieder ein interessantes Niveau erreichen, dann verbergen sich dahinter Jahre, teilweise Jahrzehnte an mühevolle Arbeit Kultur zu etablieren und einem Publikum nahezubringen.
Dieses gilt – ohne Ausnahme – für jeden Veranstaltungsort. Alle haben mit Fingerspitzengefühl bewiesen, dass sie es geschafft haben, einen Bereich zu schaffen, der charakterlich in sein Umfeld passt, sich arrangiert und einem Genre und ganzen Generationen an MusikerInnen eine Heimat zu bieten.
Es ist nahezu unmöglich innerhalb eines Jahres so etwas in diesem Kultur-Bereich zu etablieren. Es bedarf Vertrauen, Erfahrung, einem Netzwerk im Hintergrund und ein Umgang mit den Kreativen, der sich über diesen Zeitraum aufbaut.
Clubbesitzer, ehemalige, aber auch gegenwärtige, die das Thema stemmen wollten, können davon ein Lied singen. Was heute verschwindet, das wird für die nächsten Jahre nicht wieder auftauchen oder erneuert werden können.
Der Schaden, der durch verschwundene Kultur, entsteht, wird beträchtlich sein. Wenn sich Restaurants und Lokale im Umfeld von Kulturstätten ansiedeln, dann mag das zufällig wirken, aber die Beziehungen sind bei genauer Betrachtung erkennbar. Die Schließung einer solchen Stätte wird unwillkürlich – fast ohne Verzug – auch zu einer merklichen Veränderung der Gastronomie führen. Im schlimmsten Fall zu einer Verödung.
Der Werderplatz und das KOHI
Als Beispiel sei der Werderplatz genannt. Ein Sorgenkind der Stadt. Im Laufe der Jahre gab es verschiedene Versuche die Attraktivität zu erhöhen, mit Verboten, Verwarnungen, Einsätze und auch Hilfsangebote. Die zunehmende Erhöhung der Attraktivität durch Biergärten, Lokalitäten, Kulturangebote haben den Werderplatz mittlerweile wieder zu einem Anziehungspunkt gemacht, der auch für Außenstehende und über die Grenzen der Stadt interessant ist. Das KOHI in der Mitte des Platzes ist mittlerweile bei aufstrebenden MusikerInnen und KünstlerInnen, aber auch als Galerie ein Begriff. Es wird geschätzt, gelobt und mit Preisen erwähnt. In seinem Umfeld legen DJs in den umliegend Lokalen auf, haben sich Events auf dem Platz etabliert, fungiert mittlerweile eine lebendige Szene.
Das NUN in der Oststadt
Das NUN in der Oststadt erfüllt ähnliche Zwecke. Es bietet einen kleinen experimentellen Rahmen für ruhige, zumeist akustische Konzert in einer Atmosphäre, die in dieser Form einmalig ist.
Ist damit ein Ort, der vor allem für ruhige, junge Künstler aus aller Welt zu einem Begriff wurde.
Etwas wie das NUN, das immer noch- nach Jahren – als geschätzter Geheimtipp fungiert, arbeitet ausschließlich auf einer Vereinsbasis, die vom Aufwand nahe an der Selbstausbeutung ist. Niemand wird bezahlt, alles, was dort – in einer freundlichen, zuvorkommenden Atmosphäre – geschieht, passiert freiwillig. Abends, nach dem jeweiligen Broterwerb der Mitglieder!
Es belebt die Oststadt, stärkt ihre Position als kulturell interessanter Ort und hilft bei der Attraktivität für alle Bewohner des Stadtteils.
Die Coronajahre
Doch die Thematik ist noch um einiges größer: Die Coronajahre waren für die Kulturbranche ein Fiasko und führten vielerorts zum Zweifel an der Sinnhaftigkeit – daran sich von seiner Leidenschaft zu ernähren.
Die Situation wurde, trotz versuchter Unterstützung, teilweise prekär und unverhältnismäßig hart. Man merkt es auch, dass – obwohl wir uns heute alle so fühlen, als ob das weit in die Vergangenheit liegt – es für Künstlerinnen sich so verhält, dass dasThema nach wie vor präsent ist. Es hat Einzug gefunden hat in Songs, Bücher und Bilder.
Die Coronajahre waren ein Einschnitt. Manche fanden da nicht mehr raus. Das Publikum brauchte sehr lange, um wieder wie gewohnt in Konzerte zu gehen. Einige machen das bis heute nicht mehr.
Die Coronajahre sind in der Biografie vieler KünsterlerInnen verlustbehaftete Einschnitte, die noch lange, auch weit über die Zeit hinaus, spürbar sein werden. Den Faden wieder aufzunehmen, den Anschluss wieder zu finden, das war und ist nicht einfach. Bands hatten sich aufgelöst, Veröffentlichungen floppten, weil Tourneen nicht stattfinden konnten und manche InterpretInnen verloren ihre Stimme und fanden sie nicht wieder.
Nach den Coronajahren sind vor allem die kleinen Clubs und Locations sozusagen Auffangstationen, um Schritte in die Normalität zu wagen. Für Künstlerinnen wurde es unfassbar wichtig, eine Vielfalt an Auftrittsorten zu haben, die sie wieder nutzen konnten. Es ist den meisten eben nicht vergönnt Hallen zu füllen, sie müssen Orte finden, an denen sie die Näherung ans Publikum wieder testen, ausprobieren und sich finden konnten.
Aber auch das Publikum brauchte – und braucht immer noch – diese sanfte Hinführung zu einem normalen Weiterführen des Kulturbetriebes. Das Thema ist fragil, aber noch immer scheuen Menschen große Ansammlungen und größere Hallen wegen der durchaus berechtigten Gefahr vor infektiösen Krankheiten. Normalität wieder zu lernen, diesem auch eine Basis zu geben und eine Plattform zu schaffen, auf der sich KünstlerInnen erproben testen und wiederfinden können, ist auch eine Aufgabe der kleinen, mutigen Orte.
Streamingdienste !
Gleichzeitig boomten Streamingdienste. Der Tonträgermarkt (CDs und Vinyl-Veröffentlichungen) dagegen brach fast komplett weg. Für KünstlerInnen, die sich auf dem Weg befinden, und noch nicht die erhoffte Popularität erreicht haben, ist der monatliche Erlös aus Streamingdiensten nicht ausreichend, um ein Leben zu finanzieren.
Die Erträge sind in den seltensten Fällen ausreichend zu nennen. Oft erfüllen diese Plattformen maximal einen Werbeeffekt, aber zum Erhalt einer Kultur leisten sie in der Regel nichts.
MusikerInnen finanzieren sich über Auftritte bzw. über den sogenannten Merch-Verkauf (T-Shirts, Tonträger etc.) , der bei Auftritten möglich ist.
Auftritte, verbunden mit Merch, sind die Haupteinahmequellen vieler Bands und Solo-KünstlerInnen. Selbst wenn ihre Namen ausgesprochen bekannt sind, kann man sagen: Wer in den Karlsruher Clubs und Auftrittsorten unterwegs, finanziert sich in der Regel genau über diese Optionen. Und nicht über die Klicks bei Spotify und Konsorten.
Fällt nur einer dieser Auftrittsorte weg – und das ist keine gewagte Rechnung – kann man pauschal sagen, dass ca. 75 MusikerInnen und Bands im Jahr weniger in Karlsruhe auftreten werden.
Das mag wenig erscheinen. Ist aber sehr niedrig angesetzt.
Das gilt für all jene jungen Gruppen, die sich augenblicklich noch in einen Tourbus setzen, teilweise stundenlange Fahrten auf sich nehmen und davon ausgehen, dass es sich für sie lohnen könnte, in unserer Stadt aufzutreten. Setzt sich dieser Trend zur Kürzung der Kulturförderung durch, dann müssen wir damit rechnen, dass Karlsruhe unattraktiver wird für besuchende KünstlerInnen, weil weniger davon leben können. Aber auch, weil Karlsruhe nicht mehr soviel zu bieten hat.
Ich sprach nur von einem Auftrittsort. Die Zahl lässt sich locker fortführen und um jeden weiteren, sterbenden Auftrittsort nach oben fortsetzen.
Die Einschnitte betreffen dann nicht nur Clubs, Locations, Auftrittsorte und die begleitende Gastronomie, sondern und vor allem aufstrebende, hoffnungsvolle Talente.
Wenn es unattraktiv wird, sich in diesem Metier auszuprobieren, werden erstmal regionale Bands verschwinden und sterben, aber selbstverständlich ist Karlsruhe nur eine von vielen Gemeinden, die auf diese Weise versucht Geld zu sparen. Die Kultur – weil scheinbar nicht wirklich gewinnbringend für eine Region (und sicherlich in der Lage von sich selbst zu leben) – ist immer einer der Posten, den man gerne beschneidet.
Aber es macht einen Beruf, der eher Berufung ist – denn er ist selten mit materiellen Anreizen verbunden – zunehmend unattraktiv und führt damit zu einem Flaschenhalseffekt. Am Schluss werden eben nur noch jene bleiben, die tendenziell doch von den Streamingdiensten leben können. Das sind dann nicht die jungen, experimentellen, wagemutigen KünstlerInnen, sondern ganz klar chartsorientiere ,Marketing-erprobte und KI-generierte, sowie videotaugliche Stücke, die einen Kompromiss in Sachen Geschmack darstellen.
Was Musik für Karlsruhe bedeuten könnte
Für die Städte wie Karlsruhe würde es bedeuten: Eine Verödung der Kulturlandschaft, Einbußen in den begleitenden Lokalitäten, Plätze und Stadtteile, die darunter leiden werden, sowie eine zunehmende Anonymisierung in der Kulturszene und das über Jahrzehnte hinaus.
Es ist die Entscheidung, die momentan noch gefällt werden kann, die aber in ihren Folgen scheinbar nicht richtig eingeschätzt wird. Es wäre an der Zeit, das Karlsruhe seine Musikszene als Kapital erkennt, dass über die Stadtgrenzen hinaus Potential zur Profilierung hat.
Karlsruhe hat eine lebendige, fruchtbare Szene und es wäre an der Zeit, dass man stolz darauf ist. Es ist etwas, mit dem sich zu werben lohnt, denn es bringt weit mehr Kapital in die Stadt und in das Umfeld der Örtlichkeiten als man auf dem ersten Blick sieht.
Karlsruhe hat es über viele Jahre versäumt, seine Geschichte der populären Musik aufzuarbeiten und zu pflegen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich um Versäumnisse handelt, deren Aufarbeitung erst mal zeigen, wo Karlsruhe noch Optionen hat, seine Vorteile für Investoren, Studenten und Touristen zu zeigen. Das darf nicht einfach so zerstört werden.
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