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Masou und Leise (Vorprogramm: Sarah Weiss) in der Schlosskirche St. Michael, Pforzheim am 20.12.2025

Masou und Leise (Vorprogramm: Sarah Weiss) in der Schlosskirche St. Michael, Pforzheim am 20.12.2025

Masou & Leise in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025
Masou & Leise in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025

Die Kombination ist sowohl ambitioniert, wie auch beeindruckend. Die Pforzheimer Schlosskirche St. Michael ist ein Ehrfurcht gebietender, von der Spätgotik geprägter Bau, der in seiner Tiefe und Höhe einen Rahmen bietet, dem man erst einmal gerecht werden muss.

Ohne vorzugreifen, ist es durchaus Respekt einflössend, wenn zwei Musiker ein Projekt dieser Größenordnung auf die Beine stellen. Dieses dann erfolgreich zum Laufen bringen – und auch noch eine zweite Vorstellung für einen Tag anzuberaunen – gilt es zu erwähnen.

Masou (PIano) und Leise (Schlagzeug) sind in diesen Tagen – der Adventszeit – auf einer Weihnachtstour. Untertitel „Zwischen den Zeilen“

Die Auftrittsorte sind dabei Kirchen. Die Ausstattung ist üppig, dramatisch und ein opulentes Zusammenspiel aus Licht, einem kammermusikalischen Orchester und einer verspielten Farbigkeit in allen Tonlagen mit klassischen, modernen und folkloristischen Elementen. 

Doch die Akustik eines sakralen Baus, der in seiner üppigen Räumlichkeit dem Klang schmeichelt,  und in seiner Größe eine Weite für Beleuchtung und Klang offenbarte, gab auch der Singer-/Songwriter Sarah Weiss (Flensburg), die Möglichkeit ihre Stücke zu präsentiere. 

Sarah Weiss in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025
Sarah Weiss in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025

Ausdrucksstarke, von einer markanten Stimme vorgetragene Werke, die von einer großen Erfahrung, aber auch von einem guten Gefühl für Melodie und Rhythmus zeugten. Begleitet vom Gitarristen Björn Koschnike, stellte sie sich dem Publikum mit Gitarre und Piano vor. 

Dabei wurden ihre Songs auf ein Gerüst reduziert, dass die Intensität verstärkte, das Spiel der Instrumente klar herausstellte und der Kraft ihres Gesangs eine Option bot, die sie zu nutzen wusste. Fast bedauerlich nur eine Handvoll ihrer Kompositionen präsentiert bekommen zu haben, doch genug, um den Weg zurück zu finden, und in den nächsten Tagen ihre Alben – zwei sind es, beide auf Vinyl erhältlich – näher zu betrachten.

Masou und Leise schöpften aus dem Vollen. Die Bühne, der Altarraum der Kirche bot Platz für ein siebenköpfiges Streichorchester, einem Dudelsackspieler, einem ausufernden Arsenal an Drums und Percussion, sowie dem Piano von Masou. Es war augescheinlich pures Understatement der Komponisten, Produzenten und Arrangeure, sich selbst in den Hintergrund zu begeben, und dem Sound so die volle Entfaltung zu erlauben.

Was sie boten war ein Zusammenspiel aus den verschiedensten Elementen, die sich harmonisch in einander fügten und kraftvoll aus einer großen Stilbreite schöpften. Der weitgehende Verzicht auf Elektronik in der Instrumentierung, die Begrenzung auf die Akustik und die Entscheidung diesen Klangkörper damit – inklusive dem Gebäude und den beteiligten Musikern – in vollem Umfang zu nutzen, gaben dem Konzert eine Einmaligkeit, die staunen machte. 

Licht, Laser, überhaupt das komplette Design der Illumination verrieten akribische Feinarbeit und Abstimmung in Klang und Planung. Was ineinander greifen konnte, das tat genau dieses. 

Der Umfang der detailreichen Kleinarbeiten, die zum Gelingen des Projektes beitrugen, verdient schon deswegen große Aufmerksamkeit, weil die beiden Musiker unabhängig und fast unter dem Radar agierten. 

Die opulente Inszenierung war beruhigend, spannend und dramatisch gleichermaßen. In den Elementen klassisch, aber auch neo-klassisch, offen für progressive bis volkstümliche Akzente. Es waren Bezüge zum Aufbau der hymnischen Filmmusik ebenso erkennbar, ohne diese zu zitieren oder gar auf eine eigene Handschrift zu verzichten. 

Masou und Leise präsentierten ein farbgewaltiges, optisches und musikalisches Werk, das eine große Liebe und Leidenschaft zu diesem Projekt zeigte. Sie erzeugten Bilder, die das Publikum in ihren Herzen heimtrugen. Ein Event, das sicherlich in die Traditionen einfliessen darf. 

Masou & Leise in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025
Masou & Leise in der Schlosskirche in Pforzheim am 20.12.2025

Externe Links:

Masou & Leise – https://masou-leise.de

Sarah Weiss – http://sarah-weiss.com

Plattenladen in Pforzheim: Signature-Music

Plattenladen in Pforzheim: Signature-Music

Signature-Music, Pforzheim
Signature-Music, Pforzheim

Signature-Music

Barfüßergasse 14

75172 Pforzheim (externer Link: https://www.signature-music.de/)

Signature-Music hat sich seinen Ruf schon durch Börsen und Online-Verkäufen erarbeitet. In Pforzheim wird damit die Nachfolge zum legendären City-Music angetreten. City Music hat vor einigen Monaten seine Türen geschlossen und seitdem harren die ehemaligen Räume der Renovierung. Bis dahin ist Signature-Music im zweiten Stockwerk der Barfüßergasse 14 untergebracht. Direkt neben einem Restaurant.

Am letzten Samstag war Flohmarkt in Pforzheim. Hierbei handelt es sich um eine größere Veranstaltung, die über anderthalb Tage die Innenstadt – Fußgängerzone und Marktplatz – belegt. Auch Signature-Music hatte einen kleinen Stand am Rande. LPs ,alle Richtungen und Genres, für 1 Euro/Stück. Im Anbetracht dessen, dass das aktuelle Preisgeschehen zur Zeit etwas wild durcheinander gerät, handelt es sich hier, vor allem für, Flohmärkte um ein unschlagbares Angebot. Signature-Music führt dieses Konzept vor dem Schaufenster fort und hat – wie ehedem City-Musik – hier Kisten mit Cheapos und Sales-Angeboten.

Zum Vergleich: Auf Flohmärkten orientieren sich ungeübte Käufer und Händler, deren Plattenkisten meist die Veräußerung einer kleineren Sammlung darstellen, oft an den Preisen von Amazon und Ebay. Diese sind jedoch nicht realistisch, sondern darauf ausgelegt, für längere Zeit eingestellt zu werden. 60 Euro für eine Klassikscheibe ist selten – von raren Ausnahmen abgesehen, aber diese finden sich nicht auf Ebay und Amazon – ein Preis, der erzielt werden kann. Ein Händler, der diesen Preis einstellt, rechnet damit, dass seine Ware über Monate, vielleicht Jahre, gleichbleibend im Angebot steht und eventuell unwissende Käufer findet, oder dazu beiträgt, das Preisgefüge zu beeinflussen.

Signature-Music zeichnet daher eine realistische, nachvollziehbare Preisgestaltung aus, die sich an den Gegenbenheit der größten Online-Plattform für Schallplattensammler – Discogs – orientiert. Ein großer Teil des Angebotes von Signature-Music ist Neuware. Neben Rock und Pop, auch sehr viel Jazz, und – mutig und ambitioniert – Klassik. Signature-Music wagt damit den Schritt in eine kompetente und kenntnisreiche Auswahl.

Überhaupt ist Qualität ein hoher Anspruch, den Signature-Music sowohl bei den Second-Hand-Platten, wie auch bei der Neuware einhält. Selbst die verbilligten Exemplare sind in einem erstaunlich guten Zustand, und das gilt für alle Ausgaben, egal wie alt und geliebt die Cover wirken. Ich nahm einige Hildegard Knef-LPs, und Platten südamerikanischen Ursprungs mit. War durchgehend positiv beeindruckt.

Bei der Neuware überraschen die Audiophilen Ausgaben, die einen extra Bereich nahe der Kasse haben. MFSL gehört – trotz einiger Diskussionen in der Vergangenheit – immer noch zu der Königsklasse der Veröffentlichungen. So finden sich bei Signature-Music neben den regulären Releases einiger bekannten und geschätzten Scheiben, auch deren audiophilen, raren Stücke. Wer ein Herz und Ohr dafür hat, ist hier gut aufgehoben. Ich kenne momentan im Umkreis keinen weiteren Händler, der diesen Sektor ähnlich beflissen abdeckt.

Sobald die ehemaligen Räume von City Musik renoviert sind, wird sich Signature-Music an dem gewohnten Platz finden. Bis dahin sei jedem die Adresse im 2. Stockwerk ans Herz gelegt, vor allem wenn man etwas im Jazz- und Klassikbereich sucht. Man wird in einer freundlichen, hellen und angenehmen Atmosphäre empfangen. Lohnt sich.

Signature-Music, Pforzheim
Signature-Music, Pforzheim
Signature-Music, Pforzheim
Signature-Music, Pforzheim

(Eines meiner raren Selfies – ich bin der mit dem Kraut im Gesicht)

Gekauft u.a.:

Hildegard Knef – Spricht und Singt Tucholsky

Jorge Ben – Bérénice

Jorge Ben – Brasil