Selina Cifric beim Jazznrhytm Podcast Nr. 3 (released am 14.11.2025)
Selina Cifric ist eine aufstrebende junge Künstlerin mit einer prägnanten Stimme und Ausdruckskraft, die durch ihre Präsenz in Karlsruhe sicherlich einigen schon bekannt ist. Ihre Songs sind auf den bekannten Streaming-Plattformen zu finden, sie ist auf Social Media aktiv, sie singt auf den verschiedensten Festen und gehört damit zu den nahbarsten, aber auch hart arbeitenden Künstlern, die in Karlsruhe ihr Standbein haben.
Wie sie das macht, alles unter einen Hut bringt, wo sie spielt, und wie das mit Auftritten auf privaten Festen ist, darüber unterhalten wir uns in dem aktuellen Podcast.
Wer Selina sehen will, der sollte ihr Webseite besuchen, da finden sich immer wieder aktuelle Auftrittsorte und Events. Ihre Interpretationen und eigenen Songs werden durch ihre kraftvollen Stimme zu rockigen, eigenständigen Werken, die ein großes Publikum verdient haben. Sie zeichnet eine große Energie und gutes Gefühl für rockige und bluesige Elemente und Vorträge aus.
Viel Talent und die richtige Portion Humor, um ein wirklich mitreißendes Konzert und einen kurzweiligen Abend abzuliefern.
Halloween. Überall fette Partys. Auf der Suche nach einer Alternative landete ich im Jubez. Das Jugend- und Begegnungszentrum am Kronenplatz pflegt ein eigenes, zurückhaltendes Understatement in seinen Ankündigungen. Ich verpasse in der Regel fast alles, aber hier bot sich das Konzert von Dickes Blech und dem Support-Act Skullrose an.
Skullrose liegen schon seit einigen Tagen im Regal, Dickes Blech taucht sowieso überall dort auf, wo man sie nicht vermutet. Scheinbar auch jedes Jahr um dieselbe Zeit im Jubez. Traditionell laden sie dazu als Vorband ein.
In fast klassischer Besetzung (2 Gitarre, eine mit Gesang, Bass und Schlagzeug) preschen Skullrose erstaunlich altklug und forsch vor. Es gab mal eine Zeit, in der Punk noch kein Thema war, GlamRock glitzerte, und die amerikanischen Jungs den Garagenrock entwarfen.
Um es mal gleich zu sagen: Das machen sie nicht. Aber sie klingen, als hätten sie die Platten ihrer Väter gehört, und sie mit einer respektlosen Attitüde runtergerotzt,.
Bis es so etwas wie ihr eigener Sound war. Eine Mischung aus dem poppigen Hardrock, der Ernsthaftigkeit des Heavy Metal und der Schnoddrigkeit des Punks. Heraus kommt dabei ein sehr straighter, lauter Wurf, der schon auf dem Album klingt als möchte er alle Banger mitnehmen.
Live bedient sich die Band auch beim Blues. Fett und wild – und rockt sich dabei dreckig durch die Zeit. Das ist keine schlechte Mischung, kommt wunderbar geradeaus. Und verwurstet selbst Beatles-Songs zu kernigem Material. Man möchte ihnen alles Gute wünschen. Vor allem, dass sie so bleiben. In diesem Mittelding aus verhaltenerem Trotz, spürbarer Energie und dem Entschluss keine Ehrfurcht vor Klassikern zu haben.
Im Gesang druckvoll, kerniger als man es ihrer Jugend zutraut,. Auf dem Weg daraus was zu machen. Das ist nicht der Zeitpunkt um perfekt zu sein, sondern eben jener, um ein Statement abzugeben.
Dickes Blech am 31.1ß.2025 im Jubez
Zu Dickes Blech muss man ein paar Worte sagen. Die Band ist kurz vor der Vollendung ihres 20 Jahres, Damit gehören sie mit zu den Bands, die ihre schwierigste Zeit überlebt haben und nun die Lorbeeren ernten. Dickes Blech läuft sozusagen unter der Schirmherrschaft der Lebenshilfe. Ihr stehen Betreuer zur Seite, aber die Freude auf der Bühne zu sein, die vermitteln sie selbst.
Was sie auszeichnet, das ist ihr Herzblut und Begeisterung. Der Enthusiasmus, den sie ausstrahlen, wenn sie auf der Bühne stehen – darin kann ihnen kaum jemand das Wasser reichen. Für Dickes Blech ist der Auftritt ein Fest, die Fans sind ihre Familie, dem Team sind sie in Dankbarkeit verbunden. Und sie werden nicht müde, diesen Geist, der über dem Projekt schwebt, zu betonen und wertzuschätzen.
Ihre Musik ist eine spannende Mischung aus Neuer Deutscher Welle und Pop, mit einigen Rockzitaten, aber ihr eigentliches Kapital sind die Refrains, die ihr Publikum mitsingt, feiert und von Konzert zu Konzert trägt.
Mit einem großen Sympathiebonus entzieht sich dieses Herzensprojekt der formalen Konzertkritik – aber bleibt ein Ereignis, dass man erlebt haben muss. Selten sind MusikerInnen so in der Beziehung mit ihrem Publikum und allen Beteiligten verstrickt und erfüllen alles mit einer gemeinschaftlichen Wärme, die schmunzeln und teilnehmen lässt.
Nächstes Jahr wird es also – wie bereits erwähnt – 20 Jahre rund. Termin und Ort stehen noch nicht fest, aber es ist natürlich vollkommen klar : wird es nur mindestens so wie im Jubez, dann ist es schon Grund genug hin zu gehen. Um ein paar Menschen zu erleben, die den Spaß, den sie damit haben, verdammt gut vermitteln können.
Ihre Songs drehen sich um die kleinen Dinge, den Arbeitstag, die Freundin, ihr Verhältnis zum Publikum . Sie beschreiben all das mit einem Augenzwinkern, und einem unschuldigen Witz, den sie gerne teilen. Sie machen einfach Spaß, und den sollte man sich gönnen.
Eine kurze Einleitung, sehr privat und spontan, vorne weg: Hin und wieder klappt es nicht mit den selbst gestellten Aufgaben. Dann kommt eine Erkältung dazwischen, dann schleudert es mich kurz aus der Kurve.
Ich hätte in solchen Fällen gerne Material vorbereitet, würde eher etwas zwischen rein schieben, was schon vorhanden ist – aber so läuft es leider nicht. Was sich hier findet, das hat zwar eine Vorbereitung, aber liegt nicht auf Halde, sondern fließt immer direkt auf die Webseite. Daher nun zwei kurze Rezension von zurückliegenden Konzerten, die leider etwas zu spät einfließen. Sorry.
Daënk spielte am 11.10.2025 in der Karlsruher Stadtmitte in einem Doppelkonzert mit der Berliner Gruppe Twin Noir. Begleitet dieses Mal von einem Schlagzeuger und einem Gitarristen, sowie dem Produzenten am Notebook für die restlichen Instrumente und Effekte Damit präsentierte er sich merklich kraftvoller und schweißtreibender. Die Energie, die seine Begleiter vermittelten, wirkte sich bei diesem Clubauftritt sichtbar auf die Performance und den Vortrag aus.
Seine tiefe Stimme, wie geschaffen für die Dramatik eines guten Rocksongs, ergänzte das Gitarrenspiel und die Drums, in einer Weise, die heraus kristallisierte wo der Sound herkommt und wo er hingehen wird.
Daënk präsentierte mit seinem deutschsprachigen Rock eine Schnittstelle zum Verständnis für den Chanson und die Dinge, die ihn bewegten, sowie der Intensität seiner Wurzeln im Grunge. Aussagen, die in dieser Form , verletzlicher, näher, aber auch wirkungsvoller rüberkamen.
Es war spür- und sichtbar, dass die Stücke für die Bühne gemacht sind, in ihrer Wucht ihr Publikum fanden und im Aufbau und Struktur immer eine Steigerung im Zusammenspiel finden.
Die Bühne der Stadtmitte, oft genug der härteren Gangart verpflichtet, war damit der richtige Ort für die Präsentation seines neuen Albums.
Twin Noir in der Stadtmitte Karlsruhe am 11.10.2025
Danach Twin Noir. Schwarz verpflichtet, zwei Gitarren mit einer Handvoll Effekte, reduzierten die Beiden aus Berlin den Sound auf ein gerades, klares Konzept, das sie entschlossen voran trieben.
Twin Noir zitieren dabei die frühen Jahre des Punks, deren Kompromisslosigkeit und einfachen Struktur, aber auch die Tanzbarkeit des New Wave und der Neuen Deutschen Welle. Sie erhalten sich ihren Humor, schieben das Ding voran, mit einem satten, geraden Sound, möglichst laut, um jeden mitzunehmen.
Das macht Spaß, das reißt das Publikum mit, das ist rotzig und vom Selbstverständnis ehrlich und arrogant genug, um eine Linie zu sein, die nicht kalt lässt. Sie sind dabei eine jener Bands, die mit großer Kenntnis zitieren, aber einen eigenen Stil daraus entwickeln, der irgendwo zwischen Retro und Zukunft angesiedelt den wilden Gitarrensound der Garagenpunks weiterentwickelt. Das ist voll Glimmer, Selbstironie und grandioser Entschlossenheit. Da gibt es nichts dagegen zu sagen, das nimmt man erstaunt mit, das gefällt und will man wieder sehen.
Eskorzo im Tollhaus am 18.10.2025
Aus einer ganz anderen Ecke und auch in einem anderen Umfeld angesiedelt und auf die Bühne gebracht ist Eskorzo. Ich hatte schon mal enthusiastisch über sie berichtet, und das dürfte nun ein Jahr her sein. Dem etwas an zu schließen fällt fast schwer. Eskorzo spielten gewohnheitsmäßig im Tollhaus.
Dabei fuhren sie wiedermal eine wilde Mischung aus Ska, lateinamerikanischen Sounds, sowie gut platzierte Anteile aus dem Rock auf, aber auch aus sonst allem, was zwischen Brass und Gitarre möglich ist.
Eskorzo, das ist ein Schlagzeug, ein Percussionist, zwei Bläser, ein Gitarrenspieler, einmal Bass und ein Sänger. Die kleine Bühne im Tollhaus war damit voll. Ganz abgesehen davon, das Eskorzo quasi immer in Bewegung sind. Sie rennen, sie tanzen, sie haben ihre eigene Choreographie, sie springen ins Publkum – kurz, die Show ist energiegeladen, packend, wild und nimmt alle ab der ersten Minute mit. Das ist die Regel, das ist das Muss. So geht das aus.
Allen voran ein Sänger, bärtig, bunt und entschlossen, der es immer wieder schaffte, die Menge vor der Bühne aufzufordern. Er sang, er sprach, er rief, er brummte und tappte, er flirtete – während die restliche Band, die Seiten wechselte, auf der Bühne hin- und hersprang, so dass es keine ruhige Minute gab. Eskorzo nehmen traditionell die Bühne im Sturm und lassen sie nicht mehr los. Das ist und war das Programm, das war schon im letzten Jahr so, darauf freuen wir uns auch im nächsten Jahr. Wer ein Herz für das Sammelsurium lateinamerikanischer Stile hat, mit allem, was diese Bewegung mitbringt, der wird in Mestizo verliebt sein. Eskorzo gehören zu den lebhaftesten und anregendsten Vertretern des Genres. Lohnt sich.
Empire Records ist eigentlich gar nicht so schwer zu finden. Es handelt sich wahrscheinlich um den traditionellsten und zentralsten Second Hand Plattenladen in der Mitte Den Haags. Unweit vom Regierungssitz, nahe der amerikanischen Buchläden.
Im Gegensatz zu andern Second-Hand-Plattenläden führt Empire-Records eine beträchtlich Anzahl CDs aus dem populären Spektrum. Rock und Pop steht satt in den Regalen, alles, was man kennt – und was zählt – , dazu noch Country und viel Rock‘n‘Roll.
Wenig Neuware, aber solche ist durchaus vorhanden. Empire Records ist einer von den liebenswerten Second-Hand-Plattenläden, die wirken als hätten sie die Ära des Streamings schadlos und allen Widrigkeiten trotzend überstanden. Man fühlt sich zurückversetzt in jene Zeit, als Plattenläden Treffpunkte und Horte der Kultur waren. Als man fachsimpelte, die Musik noch benannte nach dem „3 Titel auf der ersten Seiten“ und ähnlichen kryptischen Formeln.
Preislich ist Empire Records sehr lohnend und realistisch. Schnäppchen sind nicht die Ausnahme, und das Publikum ist gemischt zwischen alt und jung, so dass ein großes Interessens-Spektrum zusammen kommt.
Im Rock‘n‘Roll-Bereich, der sehr liebevoll alles enthält, was heute noch wohlklingende Namen hat, fand ich den von mir geschätzten Sandy Nelson. Erstaunlich wieviele Platten von ihm in irgendwelchen Winkeln und Flohmärkten auftauchen. Das es eine gab, die nur Interpretationen von Fats Domino-Songs enthält, war mir neu und passt nicht unbedingt zum ungestümen Oeuvre des Drummers. Ich bin gespannt, kam noch nicht zum anhören.
Marike Jager ist eine holländische Sängerin, die mal kurzzeitig versuchte, auch in Deutschland Fuß zu fassen. Klappte nicht ganz so gut, aber ist mir seither ein Begriff. Im Rahmen der aktuellen Den Haag Reise hatte ich mal die Chance mich mit ihrem Material einzudecken.
Empire Records ist schon für das Gefühl wichtig. Ganz ohne Entdeckung wird wohl niemand rausgehen, und die meisten werden die Auswahl sehr begrüßen. Und die Lage in Den Haag verpflichtet fast zum Besuch. Im Umfeld gibt es soviel, das man sich mal anschauen sollte – keine Chance daran vorbei zu gehen.
Empire Records Den HaagEmpire Records Den Haag
Gekauft:
Sandy Nelson – plays Fats Domino
Marike Jager – The Silent Song
Marike Jager – Here comes the night
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