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Schlagwort: Unplugged

Ankündigung: 20 Jahre NUN und Stina Holmquist am 9.10.2026 (NUN)

Ankündigung: 20 Jahre NUN und Stina Holmquist am 9.10.2026 (NUN)

STINA HOLMQUIST IM NUN KULTURAUM, KARLSRUHE, AM 08.03.2025
STINA HOLMQUIST IM NUN KULTURAUM, KARLSRUHE, AM 08.03.2025

Es ist eine langgepflegte und verständliche Tradition im NUN: Gäste, die einmal die Atmosphäre im NUN genossen haben, kehren gerne und oft wieder. Stina Holmquist gastierte schon mal im Frühjahr des letzten Jahres in den Räumlichkeiten der ehemaligen Eckkneipe, und kehrt dieses Mal in kleinerer Besetzung, ohne Band-Projekt, solo zurück.

Das NUN ist wie geschaffen für diese Konstellation. Fast unscheinbar in einem Wohnhaus in der Oststadt gelegen, gehört das NUN zu den Locations die eine Basis für junge und aufstrebende Talente bietet, aber auch für all jene tauglich ist, die einen Rahmen schätzen, der einfach Nähe und Ruhe in sich birgt.

In wenigen Reihen sitzt das Publikum mit kleinem Abstand vor der Bühne – und manchmal, wenn der Andrang größer ist, auch dahinter. Bildet damit eine Runde, wie man sie von manchen MTV-unplugged-Konzerten kennt. Ähnlich zurückhaltend wird hier auch agiert. Immer mit ein bißchen Rücksicht auf die Nachbarn, sind die Sets meistens akustisch, verlangsamt und der Situation angepasst.

Das NUN gibt es nun schon seit zwanzig Jahren. Es ist dem Understatement und der Bescheidenheit der ehrenamtlichen Mitarbeiter zuzuschreiben, dass diese kleine Feierlichkeit nun eher zum Beiprogramm von Stina Holmquist gehört. 

Vor zwanzig Jahren, im Oktober 2006, standen Denison Witmer und J.Tillmann als erste Musiker auf der kleinen Bühne des NUN. 

Jener J.Tillmann bewies mit seinem Werdegang und späteren Bekanntwerden als dem Schlagzeuger der Fleet Foxes und dann auch unter dem Künstlernamen Father John Misty, welches Potential in der kleinen Location steckt.

Mit einem rührigen Booking-Team hat sich das NUN auch im Laufe der zwei Jahrzehnte einen Ruf für gute Namen erarbeitet. Spannende Künstler, hoffnungsvoller Nachwuchs, gestandene Folk-Heroen und Americana-Interpretinnen waren hier schon zu Gast. 

Auch Stina Holmquist gehört zu jenen, die mit einem feinen Gefühl für Kompositionen und Arrangements bereits auffiel. 

Damit dann auch zu  jenen KünstlerInnen gehört, deren Namen man sich merken sollte. Feines Songwriting mit einem Gespür für klare Melodien, der richtigen Leidenschaft und der Balance zwischen mutiger Kunst und Eingängigkeit.

Am 9.10 ist der Einlass bereits um 19:00, das Konzert beginnt dann auch schon um 20:15, und damit eine Viertelstunde vor der üblichen Zeit (20:30).

Externe Links:

Stina Holmquist – https://www.stinaholmquist.de

NUN – https://nun.cafe

Musik aus der Ladenecke (Teil 39) mit Pete Jay Funk „Perfect Cloudy Day“ (Youtube – Nearly Unplugged Konzert)

Musik aus der Ladenecke (Teil 39) mit Pete Jay Funk „Perfect Cloudy Day“ (Youtube – Nearly Unplugged Konzert)

Musik aus der Ladenecke (Teil 39) mit Pete Jay Funk und Oliver Grauer
Musik aus der Ladenecke (Teil 39) mit Pete Jay Funk und Oliver Grauer

Bekannt ist er als Sänger und Kopf der Band „No Sugar, No Cream“: Pete Jay Funk hat ein Solo-Album veröffentlicht, das in wieder mal als kreativen Americana-Songwriter zeigt. Spröde, sanft vorgetragene Songs, die in dem Video-Format (YouTube, siehe unten) durch gutes Handwerk und einer geradezu intimen Atmosphäre überzeugen können.

Zusammen mit Oliver Grauer am Bass präsentieren die beiden Musiker einen Auszug aus dem Programm, dass auch am 12.03 im Tollhaus vorgestellt werden wird. Dort allerdings mit kompletter Band und Besetzung, wie sie auch auf dem Release zu finden sind.

Das Format „Musik aus der Ladenecke“ ist ein Kind der Corona-Pandemie und damit ein Überbleibsel aus der Zeit, in der solche Auftritte zum Überleben der Kunst notwendig waren. Aufgenommen im Laden Zwei, in der Goethestraße, präsentieren Sandie Wollasch und Rolf Ableiter MusikerInnen aus ihrem Umfeld und Bekanntenkreis. Damit bieten sie einen Raum für neue Interpretationen und kleine, akustische Perlen an, die ein bißchen zwischen den bekannten Tinydesk- und Unplugged-Konzerten angesiedelt sind.

Pete Jay Funk weiß das zu nutzen – sind seine Stücke doch melancholische Erzählungen aus seinem Leben, die in der kargen Instrumentierung einen rauen, aber angenehm abklärten Charme entwickeln. 

Die Liebe zu einer Musik, die mit dem Country die Dramatik teilt und mit dem Folk die Freiheit verschiedenen Einflüsse zulässt, geben Pete Jay Funk eine Basis, auf der er zu erzählen weiß. Und das tut er, mit einer Ruhe, die Vergleiche nicht zu scheuen braucht.

Produziert wurde das alles von einem großen Kenner des Oeuvres von Leonard Cohen (Rolf Ableiter), der sicherlich zu der Authentizität des Werkes beigetragen hat.

Externe Links:

YouTube Link zum Video – https://youtu.be/SkoQB3uIz8k?si=n82WivADWX8Ts3w0

Laden Zwei – http://www.ladenzwei.com/

Pete Jay Funk – https://www.petejayfunk.com

Klangwerk im NUN

Klangwerk im NUN

Klangwerk im NUN am 12.12.2025
Klangwerk im NUN am 12.12.2025

Kein Konzert, aber vielleicht gerade deshalb interessant. „Klangwerk“ im NUN, Kulturraum bietet eine Chance für Menschen, ein Instrument spielen oder singen. Auf der Bühne des NUN besteht, jeweils zum Ende des Monats, die Möglichkeit für eine Jamsession. 

Wer Lust und Zeit hat, kann sich dann live und spontan mit anderen MusikerInnen treffen. In der Regel akustisch, oder nur sehr verhalten verstärkt, bietet das NUN Raum und Platz für bis zu 3 Stunden ausgedehntes Üben und Kennenlernen (von 19:00 – 22:00). 

Wer gerne nur zuschauen möchte, ist genauso willkommen. Um noch ein Bier zu trinken, denn der Abend war schon angebrochen – und bot nichts anderes – kam ich gestern vorbei. Das Publikum war überschaubar. Über die ganze Lokalität verteilt, waren es wohl wechselnd 5-6 Leute. 

Das NUN bietet Platz für bis zu 60 Anwesende. Also hatte noch Luft nach oben. Interessant war: Diejenigen, die  das NUN besuchte, verschwanden manchmal kurz darauf, um mit einem Instrument wieder zu kommen. 

Was am Anfang fast schon eingespielt wirkte, und wohl zusammengesetzt war aus regelmäßigen Gästen – die sich schon kannten und  fröhlich vor sich hin jammten – entpuppte sich sukzessiv als spannende Konstellation. Schlossen sich doch noch zwei  Sängerinnen, eine Saxophonistin und ein Trompeter an.

Etwas, was das NUN schon immer auszeichnet, und sich vor allem in diesem Kontext zeigte: Es ist offen für alle Menschen. Auf der Bühne fanden sich zum Schluss MusikerInnen aller Altersgruppen und Stilrichtungen, die zwar alle in unterschiedlichen Repertoires und Genre heimisch waren, jedoch bei Klassikern wie „Sunny“, „Two of us“ oder „Hotel California“ eine gemeinsame Basis fanden.

Das Faszinierende für Unbeteiligte wie mich, die es nie geschafft haben, die Disziplin für das Erlernen eines Instrument aufzubringen, ist bei solchen Gelegenheiten immer, wie alles Unwichtige schwindet, wenn Menschen zusammen Musik machen. Mag es noch so holprig sein, Fehler einfliessen oder Experimente beinhalten, in einem Song finden alle zusammen, so dass man immer die Chance nutzen kann, dem beizuwohnen. 

Zum Schluss, als auch mal eine Geige zu zwei Gitarren, einem Keyboard und permissiven Instrumenten erklang, hatte man das Gefühl etwas Einmaligem beigewohnt zu haben. Und das darf man sich gönnen. 

Das NUN ist in einem Mietshaus untergebracht. Ein Umstand, dem sie Rechnung tragen müssen. Der Sound darf eine bestimmte Dezibel-Zahl nicht übersteigen. Alles bleibt daher in einem Rahmen, der akustisch, im Bereich einer Unplugged-Session angesiedelt ist. irgendwo zwischen Lagerfeuer und gemeinsamen Musizieren bei Familienfesten. Die Stücke wirken dadurch immer etwas gedrosselt, verhalten, aber auch angenehm zum Bier und den Salzstangen. 

Für kurze Zeit ein Raum, in dem alles ein bißchen friedlicher wirkt, als außerhalb wo der Nebel aufzog und sowieso viel zu viele Dinge gleichzeitig passieren.

Jupiter Flynn im NUN, Karlsruhe am 25.10.2025

Jupiter Flynn im NUN, Karlsruhe am 25.10.2025

Jupiter Flynn und Phil Adam im NUN, Kulturraum. am 26.10.2025
Jupiter Flynn und Phil Adam im NUN, Kulturraum. am 26.10.2025

Das NUN hat eine sympathische Sonderstellung in Karlsruhe. Tatsächlich vermisse ich die Atmosphäre, Ruhe und kleinen Konzerte, wenn es längere Zeit Terminüberschneidungen mit anderen Events gab.

Und ich es zu selten besuchen konnte.

Scheint nicht nur mir so zu gehen. Auch Jupiter Flynn trat wiederholt im NUN auf. Voll des Lobes für das Team, die Gestaltung und den Abend.

Jupiter Flynn ist eine junge Songwriterin, deren Biografie mit den verschiedensten Orten gespickt ist – geboren in Amsterdam, aber dann taucht auch noch Tokio, Sydney, New York und Frankfurt auf. Und natürlich Berlin für das Debüt-Album „Moon“ (produziert von Pola Roy, dem Schlagzeuger von „Wir sind Helden“). So bunt und so farbig diese Eckdaten klingen, so ruhig, zurückhaltend und angenehm präsentierte sich die Künstlerin.

Jupiter Flynns Songs sind kleine Erzählungen, die scheinbar aus dem Alltag, dem Gewöhnlichen die Essenz herausbrechen, den Gefühlen einen Raum geben und einen Ausdruck verleihen. 

Immer verbunden mit einer Einleitung, begleitet von der E-Gitarre Phil Adams, spielen ihre Songs in der Zeit und der Welt der Datings, enttäuschten Beziehungen, glücklichen Verbindungen und allem, was dazwischen liegt.

Im Gesang dem Pop zugewandt, der Leichtigkeit englischer Kompositionen folgenden, trug sie zur akustischen Gitarre ihr Set fast unpluggend vor. Wären da nicht die akzentuierten rockigen Anklänge von Phil, die vo allem durch ihr klares Spiel überzeugten. 

Nichts sonst war notwendig, auch wenn ihre Songs auf den Veröffentlichungen (Auch auf Music-Casstte ! ) von einer Band begleitet werden.

Jupiter Flynn bewegt sich mit ihren Songs in den Fußstapfen großer Namen, nimmt sich Zeit und Muse für die Rückbesinnung, dem Fazit und der Betrachtungen. Songs, die sich einschleichen, wenn man gar nicht mehr damit rechnet, und in ihrer Stille auf ein lauschendes Publikum trafen. 

Im Nachhallen zeichnet sich ab, dass ihre manchmal fast spröd-anrührenden Songs in der Enttäuschung und Wut über rätselhafte Beziehungen und deren Ende, manchmal die energiereichsten und farbigsten Werke sind.

Die Zugabe, ein wenig früher als geplant  ohne Verstärkung, innerhalb des Publikums, während dieses im Chor mitsang, zeigte nicht nur die Sympathie, die ihr entgegen kam, aber vor allem die Kommunikation mit diesem. Beherrschte sie ohne Zweifel. Bescherte schöne Minuten. 

Es ist das Kapital des NUN eine Atmosphäre zu schaffen, in der Raum bleibt für zurückhaltende, handwerklich reiche, aber in Ton und Ausführung ruhige Konzerte. Ein Platz, den Jupiter Flynn zum zweiten Mal zu nutzen wußte, und mit Stimme und Vortrag überzeugte. Sehen wir wieder. Sicher.

Externe Links:

Jupiter Flynn auf Instagram – https://www.instagram.com/jupiterflynnn/?hl=de

NUN –https://nun.cafe