Durchsuchen nach
Kategorie: Rezension

Mari Froes im Tollhaus, Karlsruhe am 21.07.2026

Mari Froes im Tollhaus, Karlsruhe am 21.07.2026

Mari Froes im Tollhaus, Karlsruhe am 21.07.2026
Mari Froes im Tollhaus, Karlsruhe am 21.07.2026

Brasilien wird von einigen Menschen als jenes Land bezeichnet, dessen musikalischer Reichtum unschätzbar und gleichzeitig mit keinem anderen Land der Welt zu vergleichen ist. Das mag zu weit gegriffen und auch nicht ganz fair sein, aber trotzdem gibt es kaum ein Land der Welt, in dem die Musik so tief verwurzelt ist, dass man fast davon ausgeht, alle die dort beheimatet sind, könnten singen und Gitarre spielen.

Die Zahl der KünstlerInnen, die mit brasilianischen Wurzeln immer wieder auf dem Tonträger- und Streamingmarkt auftauchen, scheint unüberschaubar. Die Spuren des Bossa Nova, des Sambas, aber auch der allgemeinen traditionellen Forro-Gesänge, sind immer wieder und überall anzutreffen. Es ist dem Tollhaus anzurechnen, dass sie es schaffen, die Unüberschaubarkeit aufzuschlüsseln, aber auch immer wieder die wichtigsten Namen im Rahmen des Zeltivals zu präsentieren.

Mari Froes gehört zu den jungen MusikerInnen, des MPB (Musica Populare Brasileira). Einer neuen Generation, die auf dem Können ihrer Vorgängerinnen aufbaut, aber mittlerweile sehr eigenständig unterwegs sind.

MPB war immer eine Richtung, die dem Ohr schmeichelt, den Fuß wippen lässt, aber gleichzeitig eine sehr persönliche Mischung aus Liebe, Beziehungen, aber auch sehr kritischen Texten präsentiert. Wenn man wie Mari Froes dabei beweisen kann, dass auch die Musikalität zwischen Jazz, akustischem – nur auf der Gitarre vorgetragenen – Songs und ausschweifenden Improvisationen tänzelt, dann symbolisiert das schon sehr gut die Leichtigkeit, mit der diese Musikgattung daher kommen kann.

Mari Froes konnte mit Charme, Eingängigkeit, aber auch einem verschwenderischem Spielraum für ihre Mitmusiker beweisen, dass sie nicht nur Charterfolge im Gepäck hat, sondern auch die Selbstsicherheit und das Vermögen professionell ihr Publikum in ihren Bann zu ziehen. 

Mari Froes im Tollhaus, Karlsruhe am 21.07.2026
Mari Froes im Tollhaus, Karlsruhe am 21.07.2026

Die Trompete durfte überraschende Solis, breitgefächerte Interpretationen, aber vor allem ein Können beweisen, das unproblematisch einen ganzen Abend hätte bestreiten können. 5 MusikerInnen standen ihr zur Seite (besagte Trompete, Percussion, Bass, Drums und Gitarre) und zeigten eine Spielfreude, die die Anwesenden zum Tanzen, schwitzen und feiern brachte. 

Mari Froes überzeugte nicht nur mit der Anmutigkeit ihrer Stimme, sondern auch einer beschwingten, ansteckenden Choreografie, aber auch dem richtigen Gefühl, für Pausen und dem Vortritt für die Band. 

Mochte man erfahren, wie sich derzeit der Trend in Brasilien entwickeln mag, welche Varianten der MPB noch erreichen kann und wie er in einem zeitgemäßen Gewand aussieht, erlebte mit Mari Froes ein zeitgemäßes Talent, von dem man noch einiges hören wird. Sie war schon mal in Karlsruhe, sie kommt wieder, meinte sie, und man möchte es ihr wünschen, denn wer sie gehört und gesehen hatte, war sie sowieso sicher, dass da noch eine Menge Potential ist.

Externe Links:

Mari Froes – https://www.instagram.com/froesmari/

Tollhaus – https://www.tollhaus.de

Tonspur Nr. 41: Ukulele Swing Chillers „Folk, Jazz & Chill Vol.1“

Tonspur Nr. 41: Ukulele Swing Chillers „Folk, Jazz & Chill Vol.1“

Tonspur Nr. 41: Ukulele Swing Chillers „Folk, Jazz & Chill Vol.1“
Tonspur Nr. 41: Ukulele Swing Chillers „Folk, Jazz & Chill Vol.1“

IRMA gehört zu den Labels, die ein großes Herz für den Acid Jazz, den Soul, der daran haftet und das komplette Mittelfeld dazwischen haben. Da darf es dann auch mal House sein, oder was sonst so auf den Tanzboden passt.

Die Ukulele Swing Chillers kommen daher total locker daher. Ein bißchen brasilianisch verspielt, so leicht beschwingt, das sie sogar auf Milch schwimmen könnten. Gesang wie von den weißen Stränden, weit weg von allem Ungemach. Das macht zwar die Ukulele zu einem führenden Instrument, und Christian Lisi weiß sie auch einzusetzen, aber die Stimme Silvia Donati hat ein klassisches Timbre, das sich durch 4 Songs der EP von einem Klassiker zum nächsten zu arbeiten vermag. Da wird „O Sole mio“ schmachtend interpretiert, um schließlich eine akustische Version von „Like a virgin“ zu intonieren. Das hat eine kammermusikalische Folkmanier. Aber auch genug Humor, um diese kleine Kunstwerk liebenswert zu präsentieren.

Es werden auf den vier Songs einige Spielarten ausgetestet, so dass man gespannt sein darf, was auf Vol. 2 kommen wird. „Sapore di sale“ hat ein raues Timbre, wunderschönen, vielstimmigen Chorgesang und viel jazziges Urlaubsgefühl, als sei man mit einem 2 CV unterwegs. Ukulele at its best.

Tracklist:

  1. Albachiara
  2. Like a virgin
  3. Sapore di sale
  4. O sole mio

Externe Links:

IRMAhttps://www.irmagroup.com/irmarecords/?lang=en

Christian Lisi https://www.instagram.com/christianlisi_/

Silvia Donati https://www.instagram.com/silvia9donati/

Ankündigung: Haphazard auf der Feldbühne auf dem Fest am 25.07.2026 um 16:30

Ankündigung: Haphazard auf der Feldbühne auf dem Fest am 25.07.2026 um 16:30

Haphazard im KOHI am 07.02.2026
Haphazard im KOHI am 07.02.2026

Haphazard sind Wiedergänger oder die Erben einer großen, dicken und fetten Plattensammlung. 

Es muss mehr als ein vollgestopftes Regal sein. Sie kommen aus dem Land der Schlaghosen und der ausufernden Solis. 

Das Rockverständnis von Haphazard ist beachtlich und fußt irgendwo in einer tiefen und nostalgischen Vergangenheit und Liebe. 

Der Sound ist nicht aus dieser Zeit, aber das Image sowieso auch nicht. Haphazard haben den Geist aus der Flasche, der Grube oder sonst wo wiedergeholt, um mit einem Flair zu bezaubern, den man verloren glaubte.

Wer sein den Rhythmus der frühen, goldenen Jahrzehnte der berühmten Jahre verloren glaubt, kommt an ihnen sowieso nicht vorbei. In einer Beschreibung zu dem, was sie auf der Bühne bieten, fließen automatisch jene Namen ein, die heute noch für Bewunderung sorgen. All die Gruppen, die aufgelöst oder mittlerweile schlicht zu alt sind, um eine solche Show zu bieten. 

Haphazard im KOHI am 07.02.2026
Haphazard im KOHI am 07.02.2026

Sie haben, ohne Zweifel, große Vorbilder, aber auch das handwerkliche Können, um an sie ran zu kommen. Dass sie das so kompromisslos und enthusiastisch verfolgen, gebührt alleine schon Respekt. Muss man mal sagen.

Dabei sind sie so viel jünger als die Zitate, die sie nutzen – und so viel ernsthafter als die Altvorderen. Sie lehnen sich damit gegen den Trend und kreieren ihr eigenes Image. Vor allem sind sie eine entschlossene Liveband, die ihren Weg gehen wird. 

Nicht geradlinig, schon wie eine Zeitreise, aber es macht einen Heidenspaß, Ihnen dabei zuzusehen.

Haphazard - Aufkleber
Haphazard – Aufkleber

Externe Links:

Haphazard – https://www.instagram.com/haphazard.music/

Das Fest – https://www.dasfest.de/programm/das-fest

 

Ankündigung: Across the Border auf dem Fest am See am 17.07.2026 um 21:30 Uhr

Ankündigung: Across the Border auf dem Fest am See am 17.07.2026 um 21:30 Uhr

Across the Border am 26 Dezember 2024 im Substage
Across the Border am 26 Dezember 2024 im Substage

Across the Border sind eigentlich so bekannt, dass man kein Wort mehr dazu verlieren muss. Folk-Punk der feinsten und wildesten Sorte, beheimatet in Remchingen, damit ganz tief in der Region und vor allem mit der ersten Sahne Musiker ausgestattet, die sich überall schon ihre Sporen verdient haben.

Bei Across the Border trifft aufeinander, was zusammen gehört: Eine unanständig wilde Liebe zur Musik, ein gutes Gefühl für den richtigen Rhythmus – und vor allem eine Haltung, die stabil und solide seit vielen Jahren gegen das Böse kämpft. Immer und überall.

Across the Border zu verpassen ist natürlich nicht drin, macht auch keiner. Insofern wird es voll, verschwitzt und die kraftvollste Einleitung, die das Fest braucht. Wenn Across the Border laden, dann kommen erstens alle und jeder tanzt. Muss so sein, gehört sich so und ist die richtige Einstellung.

Across the Border am 26 Dezember 2024 im Substage
Across the Border am 26 Dezember 2024 im Substage

Am Fest am See, zu einer der warmen Sommernächte, was will man mehr. Bewaffnet mit den typischen Folk-Instrumenten, reizen sie das Genre aus, haben soviel Punk im Blut, dass es schwer einzuordnen ist, aber bringen in der Regel auch eine ganze Riege an Gastmusikern mit, die mit allen Wassern gewaschen sind.

Lokalmatadoren eben. Jungs, die man immer wieder gerne sieht, die das schon seit 1991 machen und mittlerweile ein Jubiläum nach dem anderen feiern dürfen, aber dafür auch generationsübergreifend bejubelt werden. Das haben sie sich verdient.

Sie dürfen mittlerweile so viele Comebacks feiern wie sie wollen, sich neu besetzen, die Gegend immer wieder überraschen und weder sie noch ihre Fans werden müde, es jedes Jahr aufs neue krachen zu lassen.

Es ist uns eine Freude. Auf das Wiedersehen, die ewige Jugend und die richtige Haltung.

Externe Links:

Das Fest am See – https://www.dasfest.de/programm/das-fest-am-see