Höre regional!

Höre regional!

Dieses richtet sich an alle Kreativen im Rhein-Neckar-Gebiet. Wobei wir hier den Kreis derjenigen, an die wir uns wenden, gerne bis Karlsruhe ausweiten. RADIO JAZZNRHYTHM möchte langfristig eine Platform werden, auf der wir Künstler und Künstlerinnen aus der Region vorstellen.

Dazu gehört Heidelberg, Mannheim, Ludwigshafen, Weinheim, Hockenheim und alles, was drumherum und dazwischen liegt. Wir möchten gerne, dass Autoren und Autorinnen die Chance haben bei uns zu lesen, und dass Gruppen, Bands, InterpretInnen, SängerInnen, MusikerInnen aus dem Umkreis in unserem Programm gespielt werden.

Wir möchten sie gerne in das normale Tagesprogramm (von 6:00-17:00 Uhr) einfügen, aber denken auch über ein Special nach, dass wir regelmäßig einmal die Woche senden (entweder Mittwochs um 21:00 Uhr oder eventuell Donnerstags. Der genaue Termin steht noch nicht fest.) Möglicherweise auch mit einer Wiederholung am Wochenende. Wir sind da noch in der Diskussion und noch ist nicht jeder Gedanke zu Ende gedacht.

Es gibt viel Raum, den wir zu befüllen haben. Und es gibt viel Zeit, die wir uns dafür lassen werden. Daher können wir uns auch die Zusammenarbeit mit sozialen Gruppen, Podcasts und engagierten Leuten vorstellen, die ihr Projekt oder ihr Thema vorstellen wollen. Wir werden uns dabei nicht in Parteipolitik einspannen lassen, aber trotzdem haben wir Lust am kulturellen Leben teilzunehmen und es zu unterstützen, so gut uns das gelingen kann.

RADIO JAZZNRHYTHM ist ein junges Pflänzchen. Wir sind seit Ende Mai 2021 aktiv, basteln noch an der Ausrichtung und Playlist, aber nach und nach stellt sich heraus, dass wir wesentlich mehr machen wollen, als nur eine hübsche Playlist zu sein. Und dazu brauchen wir euch: Habt ihr der Welt etwas mitzuteilen? Redet mit uns, vielleicht finden wir einen Programmplatz, machen ein Interview, finden eine Möglichkeit euch bei uns unterzubringen. Wir würden uns freuen.

Und was ist aus den CDs geworden?

Und was ist aus den CDs geworden?

Das auf Plattenbörsen tatsächlich nur noch Vinyl zu finden ist, damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war lange, lange Zeit nicht mehr auf solchen Veranstaltungen. Im Grunde blieb ich schon deswegen fern davon, um einfach meinen Finanzhaushalt in Griff zu haben. Plattenbörsen kosteten mich früher ein Vermögen, aber sie waren – neben den Second Hand -Läden – lange Zeit, die einzige Möglichkeit an rare Scheiben zu kommen. Das aber liegt, wie gesagt, schon sehr lange zurück. Mittlerweile gibt es ebay, rebuy und ähnliche Plattformen. Es ist gar kein Problem Musik günstig zu erwerben.

Mein persönlicher Geschmack ist sowieso schräg genug, um aus Nischen bedient zu werden, in denen ich mich fast konkurrenzlos bewege. Wer hört hierzulande außer mir Zydeco oder Cajun? Wer mag außer mir Bluegrass und Acid Jazz? Das sind Richtungen, die erklärungsbedürftig sind und keine Mehrheiten finden. Meine liebsten Tonträger finde ich in der Regel auf Wühltischen. Aber was ist mit den CDs passiert?

Wie gesagt, auf Plattenbörsen spielen sie fast keine Rolle mehr. Als Neil Young zu Beginn der Digitalisierung der Musik einer der größten Gegner der CDs war, hätte ich nie gedacht, dass er mal Recht behalten sollte. Aber scheinbar bewegt sich alles wieder zur empfindlichen Scheibe, die leicht verletzbar unter einer Nadel einen Ton erzeugt. Es gibt gute Gründe dafür, und es gibt eine Menge, die man einwerfen kann, wenn es um die Wirkung von Sonne und andere Umwelteinflüsse geht. Aber auch die CD hat im Laufe ihres Lebens eine massive Wandlung von einem unempfindlichen Datenträger zu einer schnell zerstörbaren Scheibe gemacht. Meine ersten „Frankie goes to Hollywood“-Maxis waren hart, feste, dick und man konnte definitiv nicht durch sie durchschauen, aber vieles, was danach kam, erinnerte mich eher an die tönenden Postkarten meiner Großeltern, als an das tatsächliche Konzept, dass der CD zugrunde lag. Mal abgesehen davon, dass Hund und Katze wahrscheinlich vom analogen Sound immer mehr hatten, als von der CD, die – ähnliche wie MP3 etc – den Sound fürs menschliche Ohr hatte (also unten und oben die unhörbaren Bereiche einfach wegknipste).

Wer Webradio, wie wir macht, der darf sich damit nicht beschäftigen, denn wir senden quasi die komprimierte Version eure Stuben, aber wir verstehen uns auch nur als Eure Begleitung und Inspiration. Und hoffen, dass Ihr den ultimativen Sound kauft. Nur – in welcher Form werdet ihr das tun?

Meine CDs werde ich demnächst vor die Tür stellen (sofern sie niemand abholt. Will sie jemand? Meldet euch), denn den Aufwand, sie in Rebuy zu verkaufen, möchte ich mir nicht mehr antun. Andererseits besorge ich mir mittlerweile meine Musik hauptsächlich über Onlineshops in diverser Qualität (je nachdem) und versuche Datenträger (egal ob analog oder digital) schon aus Platzgründen zu vermeiden, aber wie macht ihr das? Kauft ihr überhaupt noch Musik? Hört ihr lieber Spotify, Amazon, Apple etc.? Habt ihr noch CDs?

Oder ist die CD tatsächlich tot und Vinyl hat, wider Erwarten, alles überlebt und erfreut sich heute ungeahnter Popularität?

Wo sind nur die Musikzeitschriften hin?

Wo sind nur die Musikzeitschriften hin?

Es gab mal eine Zeit, in der Musikzeitschriften einen beeindruckenden Stellenwert hatten. Sie nahmen für sich in Anspruch aktuell, modern und ein wichtiges Sprachrohr der Jugend zu sein.

Sie waren in vielen Formen und Ausrichtungen zu finden, doch immer prangte jemand auf dem Titelblatt, der gerade dabei war, die Charts zu erobern, oder die ersten Plätze belegte. In ihrer Ausprägung lag ein Anspruch. Musikzeitschriften waren lange Zeit der Puls am Beat und Sound eines Jahrzehnts. Das ging eine ganze Weile so, und es gab DJs und auch andere Menschen, die lasen sie alle. Soweit es ging. Es gab Zeitschriften für Pop, die noch andere jugendliche Themen behandelten und nebenbei ein bißchen Aufklärung betrieben. Es gab Zeitschriften für Reggae, die immer ein bißchen mit den Ganja-Rebellen der Großstädte sympathisierten, und es gab Punk-Postillen. Es gab, nebenbei , eine unglaubliche, unüberschaubare Anzahl an sogenannten Fanzines, die eine eigene Kultur darstellten. Zusammengebastelt aus Fotokopien und geklauten linken Comics waren sie der Underground des Genres, aber meist waren sie näher und schneller dran, als es die großen Zeitschriften waren.

Geht man heute in einen Bahnhof, dann ist der Musikzeitschriftenständer viel Internationaler, aber das kaschiert nur, wie wenig aktuelle deutschsprachige Blätter es noch gibt. Es muss sich halbiert haben, seit ich mir das zum letzten Mal angesehen habe, aber es kann auch gerne um zwei Drittel geschrumpft sein. Vielleicht ist das notwendig und normal, in einer Zeit, in der es Spotify, Amazon und Apple gibt. In der 3 Milliarden Podcasts um unsere Aufmerksamkeit ringen und es auch noch Webradios gibt, die nicht so genau wissen, wie sich ihr Markt definiert. Eine Auslese muss ja nichts schlechtes sein. Könnte sie doch zu mehr Qualität führen.

Ganz so scheint es jedoch nicht. Der Zeitschriftenständer für Musik sieht aus wie vor 30 Jahren. Ach, was sage ich, 40 Jahren. All die Titelblätter sind besetzt mit Namen, die mindestens seit den Achtziger Jahren im Business sind, aber auch damals ihre größten Erfolge gefeiert hatten. Es ist eine Reise zurück. Pure Nostalgie. Und natürlich würde ich mir gerne das Prince-Special kaufen, aber wie erfahre ich, wer heute sein Erbe ist? Wo ist die Zeitschrift für Funk, Disco, Jazz und seine Randgebiete? Wo für Folk und Blues, und warum ist das geschätzte „American Songwriter“ auch wieder nur eine Blatt, in dem unter der Hand dieselben Namen auftauchen, die schon in den Siebzigern genial klangen. So als hätten die letzen 40 Jahre nicht existiert sieht heute der Zeitschriftenmarkt aus. Da frönen einige Hochglanzmagazine einer Zeit, in der die Helden Led Zeppelin, Deep Purple oder Genesis, und mir kommt der Verdacht, dass niemand um die zwanzig heute noch so etwas braucht und kauft. Es sind nur diese ältlichen Nostalgiker, denen ich mich anschließen sollte. Schwarzes Band-T-Shirt, umfangreiches Spezialwissen über den Klang von Vinyl und rutschende Jeans, sowie ein Handy in einer Klapphülle.

Zu all diesem Anachronismus gehört natürlich auch RADIO JAZZNRHYTHM. Wenn jetzt nichts mehr da ist, und keine Periodikas helfen bei der Einordnung der aktuellen Musik, dann wollen wir helfen. Da wo die Musikzeitschriften aufhören, spielen wir einen nahtlosen Mix aus alt und neu. Aus Cover und Bekanntem. Kein Problem. Das kriegen wir hin.

Aber bedauern tue ich das schon irgendwie schon. Ich werde sie vermissen, die Tage, in denen ich soviel aus den Blättern wie SOUNDS, SPEX, Q, FACE etc. lernte. Lange ist es her.

Wen wir mögen, wen wir spielen…

Wen wir mögen, wen wir spielen…

Wir dachten, wir geben mal eine Übersicht, über die Künstler, die wir sehr mögen, die wir gerne spielen und die wir auch in Zukunft schätzen werden.

Wir haben dazu eine Seite erstellt, die wir regelmäßig aktualisieren und alle KünstlerInnen verlinken. Auf https://jazznrhythm.com/kuenstlerinnen-die-wir-schaetzen findet Ihr eine Liste der aktuellen Namen, die wir gerne featuren, Euch zu Gehör bringen und ans Herz legen.

Dabei finden sich einige ganz große Namen, wahre Legenden, aber auch viele, die wir selbst im Web nicht mehr finden. Manche Homepages und Websites sind bereits abgeschaltet, werden nicht mal von einer Plattenfirma weiter geführt und wir können nur ahnen, was die Pandemie oder die Zeit ohne Hit und Erfolg mit ihnen gemacht hat. In dem einen oder anderen Fall werden wir uns um Kontakt bemühen und versuchen heraus zu bekommen, was passiert ist. Es täte uns leid, wenn die großen Talente einfach verschwinden. Wir hängen an ihnen. Wir möchten gerne mehr hören.

Wundert euch nicht, wenn wir auf RADIO JAZZNRHYTHM nicht immer die große Orginalfassung der Hits spielen, sondern manchmal die B-Seite rauskramen, den Erfolg in einer ganz anderen Version spielen oder uns nicht um Hörgewohnheiten kümmern. Das ist Teil des Konzeptes. Daran halten wir gerne fest. Wir wollen zeigen, was sonst noch geht, was die Stimmen wirklich können. Ein gutes Beispiel ist Kiesza. Sie hat mit ihrem Song „Hideaway“ wahrscheinlich alle Dance-Charts der Welt erobert. Dabei gibt es von ihr auch eine fantastische akustische Version, die zeigt, welch geniale Stimme die Frau hat. Wir spielen tagsüber gerne diese sehr zurückhaltende Version. Sie muss gehört werden.

Wenn wir jemanden vergessen oder übersehen haben, oder ihr einen Tipp für uns hat, dann schreibt einfach in die Anmerkungen oder an andreas@jazznrhythm.com. Wir beantworten alles. Versprochen.